Adriatisch-ionische Autobahn

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Adriatisch-ionische Autobahn

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Die Adriatisch-ionische Autobahn (kroatisch Jadransko–jonska autocesta; montenegrinisch: Jadransko–jonski autoput) ist eine zukünftige Autobahn, die entlang der Ostküste der Adria und des Ionischen Meeres verlaufen wird und damit den westlichen Teil der Balkanhalbinsel erschließt.

Inhaltsverzeichnis

Verlauf[1]

Es ist geplant, die Strecke als durchgehende Autobahn zu verwirklichen. Sie beginnt in Triest (Italien) und führt zuerst über Slowenien nach Rijeka in Kroatien. Der größte Teil in Kroatien wird durch die Autobahn A1 gebildet. Der Streckenverlauf der A1 bzw. der Adriatisch-ionischen Autobahn ab Ploče über Dubrovnik nach Montenegro ist noch nicht abschließend festgelegt. Es ist möglich, dass die Autobahn bei Trebinje teilweise über das Territorium von Bosnien und Herzegowina geführt wird. Als sicher ist anzusehen, dass die Unterbrechung des kroatischen Gebietes durch die bosnisch-herzegowinische Stadt Neum durch die Pelješac-Brücke umgangen wird. In Montenegro wird die Autobahn über Podgorica nördlich des Skutarisees nach Albanien führen und dann weiter über Durrës Richtung Griechenland. Dort wird die Strecke über Ioannina und Patras zum Endpunkt Kalamata führen.

Die Strecke wird von den Ländern Kroatien, Montenegro und Albanien als wichtiges Infrastrukturprojekt angesehen, allerdings ist sie bis dato nicht von der EU in den Paneuropäischen Verkehrskorridoren berücksichtigt worden. Die genannten Länder haben deswegen eine entsprechende Initiative gestartet, um zusätzliche Mittel zur Realisierung zu erhalten.

Italien

Vom Startpunkt Triest wird die bereits bestehende Zubringerstraße RA 13 zur slowenischen Grenze genutzt. Die RA 13 wird von der slowenischen Autobahn A3 fortgesetzt.

Slowenien

Der slowenische Teil beginnt mit der bereits bestehenden Autobahn A3 von der italienischen Grenze bei Sežana zur A1. Der weitere Streckenverlauf ist noch nicht geplant, wird aber zur kroatischen Grenze bei Jelšane führen, da dort die Verbindung mit der kroatischen Autobahn A7 hergestellt wird. Bis zur Fertigstellung dieses Abschnittes wird der Verkehr über eine Nationalstraße geführt.

Kroatien

Bis jetzt hat Kroatien die größten Fortschritte in seinem Teil durch die Fertigstellung von wichtigen Teilen der A7 und A1 gemacht.

Die A7 ist von der slowenischen Grenze bei Rupa bis Sveti Kuzam inklusive der Umfahrung von Rijeka fertiggestellt. Es ist geplant die A7 mittelfristig bis zur A1 bei Žuta Lokva zu verlängern. Teile dieses Abschnittes sind bereits in Bau. Bis zur Fertigstellung dieses Abschnittes muss der Verkehr entweder den indirekten Weg zur A1 über die A6 oder den direkten Weg über die Nationalstraße D8 (bekannt als „Adriatische Küstenstraße“ bzw. Jadranska Magistrala) nehmen.

Die A1 endet zur Zeit bei Ravča in der Nähe der Stadt Ploče. Der Abschnitt bis zum Autobahnkreuz Ploče über Vrgorac ist bereits in Bau und soll bis Mitte 2011 bzw. 2013 fertiggestellt werden. Der weitere Verlauf bis Slivno über Metković ist im Planungsstadium. Südlich von Slivno folgt die bereits angesproche Unterbrechung des kroatischen Staatsgebietes auf dem Festland durch bosnisch-herzegowinische Staatsgebiet (Neum).

Bis dato gibt es keine konkreten Planungen für die Weiterführung der A1 durch Bosnien-Herzegowina (ca. 4 bis 5 km). Allerdings wurde bereits im Jahre 2007 mit dem Bau der Pelješac-Brücke begonnen. Durch diese Brücke würde die Querung von Bosnien-Herzegowina überflüssig werden. Dennoch gibt es keine offiziellen Aussagen dazu, dass die Brücke Teil der A1 wird. Einzig die Fortführung der A1 von Doli nach Dubrovnik ist fertig geplant, Baubeginn ist wahrscheinlich im Jahr 2012. Der weitere Verlauf der A1 ist ebenfalls noch nicht entschieden: Da das kroatische Staatsgebiet auf dem Festland im Bereich von Dubrovnik bzw. dem Stadtteil Mokošica sehr schmal ist, gibt es generell zwei Möglichkeiten: Entweder wird die A1 in der Nähe von Osojnik nach Bosnien-Herzegowina Richtung Trebinje geführt und endet damit kurz vor Dubrovnik auf kroatischen Gebiet oder sie wird durch die Engstelle - was sehr viele Kunstbauten erfordern würde - an Dubrovnik vorbei, Richtung Flughafen Dubrovnik zur montenegrinischen Grenze bei Debeli Brijeg weitergeführt. Von der endgültigen Entscheidung der Streckenführung hängt dann auch die Weiterführung der Adriatisch-ionischen Autobahn in Montenegro ab.[2][3]

Streckenführung

Autobahnbau nahe Vrgorac
StraßeStreckeEntfernungStatus
A7Grenze Slowenien / Rupa - Sveti Kuzamfertiggestellt
A7Sveti Kuzam - Križiščein Bau, geplante Fertigstellung: Ende 2011
A7Križišče - Žuta Lokvageplant
A1Žuta Lokva - Ravčafertiggestellt
A1Ravča - Vrgoracin Bau, geplante Fertigstellung: Juni 2011
A1Vrgorac - Autobahnkreuz Ploče / A10in Bau, geplante Fertigstellung: Juni 2013
A1Autobahnkreuz Ploče / A10 - Slivnogeplant
 ?Slivno - DoliStreckenführung noch nicht festgelegt, wahrscheinlich über die Pelješac-Brücke
A1Doli - Dubrovnikgeplant, Baubeginn voraussichtlich 2012
 ?Dubrovnik - ?Streckenführung noch nicht festgelegt, siehe obigen Text

Montenegro

Geplante Streckenführung in Montenegro (blau)

Die Streckenführung der Adriatisch-ionischen Autobahn hängt in Montenegro vor allem von der endgültigen Streckenführung in Kroatien bzw. Bosnien-Herzegowina ab (siehe Absatz “Kroatien” für Details).

Sollte die kroatische Autobahn A1 bis zur kroatisch-montenegrinischen Grenze bei Debeli Brijeg geführt werden, dann wird die bereits fertig geplante Verige-Brücke über die Bucht von Kotor (Baubeginn ist noch unbekannt) Teil des montenegrinischen Abschnitts der Adriatisch-ionischen Autobahn werden und diese dann von Herceg Novi über Tivat und Podgorica zum Skutarisee führen.

Falls Kroatien die alternative Streckenführung über Trebinje in Bosnien-Herzegowina wählt, wird der Beginn des montenegrinischen Abschnitts der Adriatisch-ionischen Autobahn an der bosnisch-herzegowinischen Grenze in der Nähe von Grahovo sein. Die Autobahn wird dann nördlich der Bucht von Kotor nach Podgorica und dann weiter zum Skutarisee führen.

Da die Bucht von Kotor durch den Bau der Verige-Brücke sowieso entlastet werden soll und eine Erschließung des Gebietes aus touristischen Gründen Priorität hat, favorisiert Montenegro die Realisierung der ersten Variante. Kontakte zwischen kroatischen und montenegrinischen Regierungsmitgliedern in der letzten Zeit deuten ebenfalls auf diese Lösung hin. Möglichweise wird auch eine zusätzliche Schnellstraße von Dubrovnik über Herceg Novi nach Tivat über die Verige-Brücke gebaut bzw. die bestehende Küstenstraße D8 bzw. M2 (Jadranska Magistrala) entsprechend ausgebaut.

Da aber der Bau der Autobahn Bar-Boljare bzw. die Verlängerung dieser nach Belgrad zur Zeit wichtiger für Montenegro ist und aufgrund der wirtschaftlichen Situation in Montenegro nur sehr begrenzte Geldmittel zu Verfügung stehen, wird sowieso nicht mit einem Baubeginn des montenegrinischen Teils der Adriatisch-ionischen Autobahn in naher Zukunft gerechnet.

Albanien

Streckenverlauf in Albanien

Albanien hat bereits große Teile seines Nord-Süd-Korridors zur Verbindung mit Montenegro und Griechenland (bestehend hauptsächlich aus SH1 und SH4) fertiggestellt. Dieser Nord-Süd-Korridor ist gleichzeitig Teil der adriatisch-ionischen Autobahn, so dass nur zwei Abschnitte noch nicht komplettiert wurden. Diese Abschnitte umfassen die Strecke von der montenegrinischen Grenze nach Shkodër (Hani i Hotit - Shkodër, ungefähr 46 km) und die Strecke zwischen Fier und Tepelena (ungefähr 70 km). Diese beiden Abschnitte befinden sich aber zur Zeit in Bau und die Fertigstellung ist mittelfristig geplant.

Große Teile der Strecke sind momentan nur als zweispurige Schnellstraße (genannt “superstradë”) statt der vorgesehenen vierspurigen Autobahn (genannt “autostradë”) ausgebaut. Allerdings werden Teile der Strecke bereits ausgebaut und es wird davon ausgegangen, dass auch die restlichen Teile Schritt für Schritt zu Autobahnen ausgebaut werden.

Streckenführung

StraßeStreckeEntfernungStatus
SH1Grenze Montenegro / Hani i Hotit - Shkodërca. 31 kmin Bau als zweispurige Schnellstraße, momentan nur einfache Straße (in schlechtem Zustand)
SH1Shkodër - Milotca. 50 kmfertiggestellt als zweispurige Schnellstraße
SH1Milot - Fushë-Krujaca. 22 kmfertiggestellt als zweispurige Schnellstraße, vierspuriger Ausbau in Bau
SH1Fushë-Kruja - Voraca. 13 kmfertiggestellt als zweispurige Schnellstraße, vierspuriger Ausbau geplant
SH2Vora - Durrësca. 18 kmfertiggestellt als vierspurige Autobahn
SH4Durrës - Rrogozhinaca. 33 kmfertiggestellt als zweispurige Schnellstraße, vierspuriger Ausbau in Bau
SH4Rrogozhina - Mbrostarca. 42 kmfertiggestellt als vierspurige Autobahn
SH4Mbrostar - Fierca. 5 kmUmfahrung geplant, momentan nur eine einfache Straße
SH4Fier - Tepelenaca. 70 kmin Bau, geplante Fertigstellung: Ende 2011
SH4Tepelena - Kakavija / Grenze Griechenlandca. 58 kmfertiggestellt als zweispurige Schnellstraße

Griechenland

Griechenland baut gerade seine Teilstücke der adriatisch-ionischen Autobahn: Kernstücke sind zum einen die “Ionia Odos” (A5) von Ioannina über die Rio-Andirrio-Brücke nach Patras und zum anderen eine Autobahn von Patras über Pyrgos nach Tsakona (Ost-Peloponnes-Autobahn). Den letzten Streckenabschnitt nach Kalamata, dem Endpunkt der adriatisch-ionischen Autobahn, bildet ein Teilstück der A7.

Die ursprüngliche Planungen sahen vor, eine Autobahn mit einer Länge von ca. 46 km von der albanischen Grenze bei Kakavia bis Ioannina bzw. bis zu einem Autobahnkreuz mit der A2 zu bauen. Die Planungen sind momentan zurückgestellt. Der Abschnitt Kakavia-Kalpaki-Ioannina ist als ausgebaute, teilweise neu trassierte Nationalstraße (E.O.) 20 und Nationalstraße (E.O.) 22 in Betrieb

Streckenführung[4][5]

StraßeStreckeEntfernungStatus
E.O. 22Grenze Albanien / Kakavia - Kalpakica. 16 kmfertiggestellt als Schnellstraße, Ausbau zur Autobahn zurückgestellt
E.O. 20Kalpaki - Ioannina / A2ca. 30 kmnormale Nationalstraße, Ausbau zur Autobahn zurückgestellt
A5Ioannina / A2 - Filippiadaca. 40 kmin Bau, geplante Fertigstellung: Mitte 2014. Streckenführung zur Zeit als E.O. 5
A5Filippiada - Arta-Süd (Umfahrung von Arta)ca. 8 kmfertiggestellt (teilweise nur als Schnellstraße)
A5Arta-Süd - Kombotica. 6 kmin Bau, geplante Fertigstellung: Anfang 2011. Streckenführung zur Zeit als E.O. 5
A5Komboti - Menidica. 6 kmgeplant, Streckenführung zur Zeit als E.O. 5
A5Menidi - Stanos (Umfahrung von Amfilochia)ca. 30 kmin Bau, Streckenführung zur Zeit als E.O. 5
A5Stanos - Kouvarasca. 12 kmin Bau, geplante Fertigstellung: 2011
A5Kouvaras - Etoliko (Umfahrung von Agrinio)ca. 12 kmfertiggestellt
A5Etoliko - Messolongica. 8 kmgeplant, Streckenführung zur Zeit als E.O. 5
A5Messolongi - Andirrioca. 8 kmin Bau, geplante Fertigstellung: Mitte 2011
A5Andirrio - Rio (Rio-Andirrio-Brücke)ca. 4 kmfertiggestellt
A8 und A5Rio - Patras-Ostca. 2 kmfertiggestellt
A9 bzw. A5Patras-Ost - Rogitika (Umfahrung von Patras)ca. 15 kmfertiggestellt
A9 bzw. A5Rogitika - Pyrgosca. 195 kmin Bau, geplante Fertigstellung: Anfang 2012. Streckenführung zur Zeit als E.O. 9
A9 bzw. A5Pyrgos - Tsakonaca. 100 kmin Bau, Streckenführung zur Zeit als E.O. 9 und E.O. 9a
A7Tsakona - Kalamataca. 16 kmin Bau, geplante Fertigstellung: Anfang 2012. Streckenführung zur Zeit als E.O. 7

HINWEISE:

  1. Die als A9 bezeichnete griechische Autobahn ist im Erlass des Griechischen Ministeriums für Umwelt, Raumordnung und Öffentliche Bauten über die Nummerierung der griechischen Autobahnen vom Januar 2009 als Fortsetzung der A5 ausgewiesen.[6] Eine Autobahn mit der Nummer A9 existiert nach dem Erlass des Ministeriums nicht. Der entsprechende Wikipedia-Artikel ist (noch) nicht an den Erlass angepasst.
  2. Die auf Open Street Map (OSM) eingezeichnete geplante Trassen der A5 bzw. A9 sind zum Teil nicht durch GPS-Trackings hinterlegt. Dies bedingt eine Unsicherheit des exakten geplanten Trassenverlaufs.

Siehe auch

Quellen

Einzelnachweise

  1. Adriatic – Ionian Transport Corridor on the Territory of the Republic of Croatia (Adriatisch-ionischer Verkehrskorridor durch das Territorium der Republik Kroatien)
  2. GRAĐENJA I ODRŽAVANJA JAVNIH CESTA ZA RAZDOBLJE OD 2009. DO 2012. GODINE
  3. PLANOVI ZA BRZU CESTU PLOČE-DUBROVNIK-DEBELI BRIJEG
  4. http://www.openstreetmap.org/ – Eingezeichnete Planung der A5 und der A7 in Griechenland
  5. http://motorways-exitlists.com/europe/gr/greece.htm - Streckenführung inkl. Baustatus
  6. Kodifizierung und Nummerierung des griechischen Autobahnnetzes (Κωδικοποίηση και Αρίθμηση Ελληνικού Διευρωπαϊκού Οδικού Δικτύου) vom 8. Januar 2009. Verfügbar beim Generalsekretariat des Ministeriums für Umwelt, Raumordnung und Öffentliche Bauten (auf Griechisch, ZIP-Archiv mit Karte). Letzter Zugriff: 28. September 2010 12:31 CEST.
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