Adygeja

Subjekt der Russischen Föderation
Republik Adygeja
Республика Адыгея
Адыгэ Республик
FlaggeWappen
FöderationskreisSüdrussland
Fläche7.792 km²
Bevölkerung442.775 Einw. (Stand: 2009[1])
Bevölkerungsdichte57 Ew./km²
HauptstadtMaikop
Offizielle Sprachenadygeisch, russisch
Ethnische
Zusammensetzung
Russen (64,5 %)
Adygejer (24,2 %)
Armenier (3,4 %)
(Stand: 2002)
PräsidentAslantscheri Tchakuschinow
Gegründet3. Juli 1991
(27. Juli 1922)
ZeitzoneUTC+3 (Sommerzeit: UTC+4)
Telefonvorwahlen(+7) 877xx
Postleitzahlen385000–385999
Kfz-Kennzeichen01
OKATO79
Webseitewww.adygheya.ru

Die im Nordkaukasus gelegene Republik Adygeja (von adygeisch Adyge: Tscherkessen; russ. Республика Адыгея/ Respublika Adygeja, adygeisch Адыгэ Республик) ist seit 1991 eine kleinere autonome Republik im südlichen Teil des europäischen Russland. Ihre Hauptstadt ist Maikop (Myjeqwape).

Inhaltsverzeichnis

Geographie

Die Republik Adygeja liegt im Süden der russischen Föderation und südöstlich der Millionen-Metropole Krasnodar. Das Territorium erstreckt sich somit von der südrussischen Steppe mit dem Fluss Kuban nach Süden bis zum westlichen Kamm des Kaukasus. Als wenig kompakter Landstreifen zwischen den Flüssen Laba und Kuban und beiderseits der Belaja ist Adygeja vollständig von der russischen Region Krasnodar umgeben. Am Kamm des Hochkaukasus stellt die Republik den größten Teil des Biosphärenreservates Nordkaukasus, eines beeindruckenden Schutzgebiets für die Bergwelt des Kaukasus. Im Nordwesten grenzt die Republik an den „Krasnodarer Stausee“. Die Schwarzmeerküste bei Sotschi wird vom Gebiet Adygejas nicht erreicht.

Bevölkerung

Die namensgebenden Adygejer (Tscherkessen) nehmen nach der Volkszählung 2002, bei der die Republik 447.109 Einwohner hatte, nur 24,2% der Bevölkerung ein (108.115). Die Mehrheitsbevölkerung bilden mit 64,5% die Russen (288.280). Weitere bedeutende Volksgruppen sind mit 15.268 Personen (= 3,41 %) die Armenier und 9.091 (= 2,03 %) Ukrainer. Amtssprachen sind Adygeisch und Russisch. Die Tscherkessen sind mehrheitlich Muslime. Außerdem leben noch heute Tausende Flüchtlinge aus den Unruheprovinzen im Nordkaukasus in Adygeja.

Verwaltungsgliederung

Verwaltungsgliederung der Republik Adygeja
StadtkreisEinwohner
1. Januar 2006
StadtbevölkerungDorfbevölkerung
Adygeisk14.52112.1962.325
Maikop175.578156.76818.810
RajonEinwohner
1. Januar 2006
Fläche in km²Verwaltungssitz
Giaginskaja32.988790Giaginskaja
Koschechabl30.983530Koschechabl
Krasnogwardeiskoje30.907700Krasnogwardeiskoje
Maikop56.3513.730Tulski
Schowgenowo15.963530Chakurinochabl
Tachtamukai65.764440Tachtamukai
Teutschek19.680710Poneschukai

Städte

Adygeja im regionalen Zusammenhang

Die größten Ortschaften in der Republik sind neben der Hauptstadt Maikop die Orte Jablonowski, Enem und Giaginskaja. Die traditionellen Dörfer der Adygejer heißen Aul.

Städte und städtische Siedlungen
In Adygeja gibt es 2 Städte und 5 Siedlungen städtischen Typs.

Stadt*/Städt. SiedlungRussischer NameRajonEinwohner
(1. Januar 2006)
Adygeisk*АдыгейскAdygeisk (Stadtkreis)12.196
EnemЭнемTachtamukai17.733
JablonowskiЯблоновскийTachtamukai25.345
KamennomostskiКаменномостскийMaikop7.482
Maikop*МайкопMaikop (Stadtkreis)156.768
TljustenchablТлюстенхабльTeutschek4.872
TulskiТульскийMaikop8.432

Geschichte

Lago-Naki

Die Gegend nördlich des Schwarzen Meers (Skythen) wurde an den Küsten bereits im 6. Jahrhundert von Byzanz aus christianisiert. Im Verlauf der nächsten Jahrhunderte trat dann auch der Rest der Tscherkessen nominell zum Christentum über. Dies geschah trotz der Herrschaft der Chasaren, deren Führung Juden waren. Die Genuesen bauten mehrere Handelsplätze und Festungen in der Region der Tscherkessen. Nach dem Fall von Konstantinopel suchten die Tscherkessen Hilfe bei den Russen, um sich gegen das Khanat der Krimtataren wehren zu können. Da russische Hilfe ausblieb, trat die große Mehrheit der Adygejer ab dem 16. Jahrhundert zum Islam über, um nicht länger als Sklaven im Orient verkauft zu werden.

Im 19. Jahrhundert gelang es den russischen Truppen, nach einem langen und unbarmherzig geführten Krieg, am 21. Mai 1864 die Tscherkessen als letztes der nordkaukasischen Völker zu bezwingen. Viele wurden in der Folge in das Osmanische Reich vertrieben, woraufhin zahlreiche Tscherkessen ums Leben kamen. Diese Vertreibung mündete im Genozid der Tscherkessen. Der Jahrestag des 21. Mai 1864 wurde als offizieller Trauertag deklariert. Im Gegensatz zu den meisten anderen Republiken war Adygeja zu Zeiten der Sowjetunion keine Autonome Sowjetrepublik (ASSR), sondern eine Autonome Region. Mit Auflösung der UdSSR 1991 wurde sie zur Republik erhoben. Staatschef ist seit dem 13. Dezember 2006 Aslantscheri Kitowitsch Tchakuschinow, Premierminister ist Murat Karalbijewitsch Kumpilow.

Wirtschaft

Die natürlichen Gegebenheiten des Landes begünstigen die landwirtschaftliche Produktion. Auf den fruchtbaren Schwarzerdeböden werden vor allem Weizen, Sonnenblumen, Zuckerrüben und Mais, daneben auch Gemüse und Kartoffeln angebaut. In den Dörfern findet man Obstgärten, Walnuss- und Kastanienbäume sowie Erdbeerplantagen. In kleineren Mengen werden Erdgas und Erdöl, Gold und weitere Edelmetalle gefördert und es wird Forstwirtschaft betrieben. Im Industriebezirk Maikop sind Holzverarbeitung, Maschinenbau, Chemie, Zementindustrie sowie Betriebe für die Verarbeitung landwirtschaftlicher Produkte wie Konservenfabriken, Weinkellereien, Milchverarbeitungswerke, Tabakfabriken usw. angesiedelt.

Verkehr

Die russischen Verwaltungsbezirke (Gebiete) sind alphabetisch geordnet. Deswegen bekam die autonome Republik Adygeja die Nr. 01, die man auch auf den Kfz-Kennzeichen findet.

Die Eisenbahnlinie von Armawir nach Sotschi durchquert das Gebiet der Republik Adygeja nördlich der Hauptstadt Maikop. Eine Zweigstrecke vom russischen Beloretschensk führt über Maikop nach Kamennomostskij. Im äußersten Nordwesten führt die Bahnstrecke Krasnodar–Krymsk durch das Gebiet von Adygeja.

Kunst und Kultur

In der Republik Adygeja gibt es berühmte Waffenschmiede, die auch heute noch edle Handarbeiten (z.B. schmuckbesetzte und goldverzierte Säbel und traditionelle kaukasische große Messer) für die Ölprinzen des vorderen Orients anfertigen. Intarsienarbeiten aus Marmor und Edelmetall sind die Domäne anderer Künstler dieser Region.

In Deutschland gibt es mehrere adygeische Kulturvereine. Unter anderem in Münster, Bremen (Oyten), Hannover, Hamburg, Zwingenberg, Berlin, Wuppertal, Köln und München.

Tourismus

Lagonaki ist ein beliebtes Wintersportgebiet. Die Tourbasa Romantika unweit des Städtchens Kamennomostski bietet Reitpferde und Unterkunft. Wintersport und Wandertouren sind von dort aus möglich. Im Gebiet gibt es Schutzhütten, die allerdings ohne ortskundige Führung schwer zu finden sind. Die Ausschilderung ist bei weitem nicht so weit fortgeschritten wie beispielsweise in den Alpen. An Erste-Hilfe-Stützpunkten wird man bei Bedarf mit heißem Tee bewirtet.

Literatur

Unter dem Titel Adygea - nachhaltige Entwicklung einer Bergregion ist in Zusammenarbeit von NABU (Naturschutzbund Deutschland e.V.), der Verwaltung des Biosphärenreservates Nordkaukasus und anderer meist wissenschaftlicher Einrichtungen ein kleines Fachbuch in bisher nur deutscher und russischer Sprache erschienen. Betrachtet werden darin sowohl die Geographie, die Landesgeschichte, die heutige wirtschaftliche Situation, die Bergwelt als auch der Naturschutz, welcher alle diese Faktoren mit berücksichtigen muss.

 Commons: Adygeja – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Föderaler Dienst für staatliche Statistik Russlands
© Dieser Artikel zu Adygeja stammt von Wikipedia und ist lizensiert
unter GFDL. Hier können Sie den Original-Artikel zu Adygeja , die Versionsgeschichte
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