Aluminate
Aluminate sind Salze, bei denen Aluminium ein komplexes Anion [Al(OH)4]− mit Hydroxidionen als Liganden bildet, sowie Salze bei denen das Anion als Kondensate des Aluminat-Ions vorliegen. Die allgemeine Zusammensetzung solcher Verbindungen ist MI[Al(OH)4] mit M als einwertiges Kation. Vollständig kondensierte Verbindungen haben die allgemeine Zusammensetzung MIAlO2. Mit zweiwertigen Kationen gibt es zahlreiche mineralische Verbindungen, wie z. B. Magnesiumaluminat (MgAl2O4, siehe Spinell). Aluminium liegt bei allen diesen Verbindungen in der Oxidationsstufe (III) vor.
Ein bekannteste Aluminat ist Natriumaluminat, das durch Auflösen von Aluminiumhydroxid in Natronlauge entsteht:
In der Ionenschreibweise:
Das Tetrahydroxoaluminat-Ionen neigt zur Kondensation unter Bildung von Dialuminat-Ionen [(HO)3Al−O−Al(OH)3]2− und höhere Polymeren. Die Polymerisation erfolgt ähnlich, wie bei der Orthokieselsäure. Die Endprodukte einer solchen Kondensation werden durch das Verschmelzen von Aluminiumoxid und Metalloxiden gewonnen.
Eine weitere Aluminate sind die Calciumaluminate, die entweder durch Schmelzen von Aluminiumoxiden mit Kalk oder durch Reaktion von Natriumaluminat mit Kalkmilch entstehen:
Calciumaluminate können mit Anionen Salze bilden, beispielsweise mit Sulfaten unterschiedliche Calciumaluminatsulfate, je nach Reaktionsbedingungen Calciumaluminat-monosulfat oder Calciumaluminat-trisulfat, das auch als Ettringit-Mineral bekannt ist. Alle Calciumaluminate spielen in der Zementchemie eine wichtige Rolle.