Alfred Worm

Alfred Worm (* 14. Juni 1945 in Gmünd, Niederösterreich; † 5. Februar 2007 in Wien) war ein österreichischer Journalist, Buchautor und Universitätslehrer.

Inhaltsverzeichnis

Wirken

Alfred Worm begann in der HTL Mödling eine Ausbildung zum Tiefbauingenieur, die er 1964 abschloss. Er arbeitete daraufhin fast 10 Jahre lang als Ingenieur in der Baubranche, bevor er begann, die unseriösen Praktiken bei der Vergabe von Großbauaufträgen zu kritisieren und aufzudecken.

Bekannt wurde Alfred Worm 1973 durch die Aufdeckung des Bauring-Skandals. Er fand dabei Interesse am investigativen Journalismus, den er weiterverfolgte, vor allem was die Schmiergeld- und Betrugsaffären bei großen Bauvorhaben in Österreich betraf. Von 1974 bis 1994 war er Redakteur des profil, zuletzt stellvertretender Chefredakteur. 1980 deckte er den AKH-Skandal auf. 1981 erhielt er den Dr.-Karl-Renner-Publizistikpreis. Mitte der 1980er-Jahre sorgte er für Aufsehen mit der Aufdeckung der Waldheim-Affäre. 1985 deckte Alfred Worm den Noricum-Skandal auf. Im Mai 1994 wechselte er zum Magazin News, bei dem er – anfangs neben Wolfgang Fellner – als Chefredakteur tätig war.

Seit Mitte der 1980er-Jahre war Alfred Worm Lehrbeauftragter am Institut für Publizistik- und Kommunikationswissenschaft der Universität Wien. Ab 1988 war er maßgeblich mit daran beteiligt, dass dieses Institut ein eigenes Gebäude in der Schopenhauerstraße erhielt. Während seiner gesamten Lehrdauer engagierte sich Worm beträchtlich für Journalistenausbildung sowie Jungjournalistenförderung. Als prominentester Journalist unter den Lehrbeauftragten des Institutes kann ihm eine erhebliche Anziehungskraft als Faktor für stetig steigende Studierendenzahlen zugeschrieben werden.

Von 1983 bis 1988 war Alfred Worm als „Quereinsteiger“ Abgeordneter der ÖVP im Wiener Landtag und Gemeinderat.

Drei Tage nach der Auszeichnung mit dem Preis Journalist des Jahres 2006 erlag er in der Nacht vom 4. auf den 5. Februar 2007 im 62. Lebensjahr einem Herzinfarkt. Alfred Worm wurde auf dem Wiener Zentralfriedhof in einem ehrenhalber gewidmeten Grab (Gruppe 40, Nummer 82) bestattet.

Publikationen

  • Der Skandal. AKH: Story, Analyse, Dokumente. Europas größter Krankenhausbau. Verlag Orac, Wien 1981, ISBN 3-85368-889-6 (Vergriffen, antiquarisch erhältlich)
  • Gentechnik. hpt-Verlags-Ges., Wien 1988, ISBN 3-85128-008-3.
  • Jesus Christus. Die Wahrheit über den „wahren“ Menschen. ECON, Düsseldorf, Wien 1993, ISBN 3-430-19829-1
  • Vom Menschensohn zum Judenstern – die 7 Todsünden der Römisch-Katholischen Kirche. 1993
  • Man(n) wird jünger … und attraktiver. 1999. gemeinsam mit Johannes Huber

Anekdoten

Nachdem Alfred Worm den damals in der FPÖ tätigen Politiker John Gudenus als „Trottel“ bezeichnet hatte, verklagte ihn dieser wegen Ehrenbeleidigung (Geldstrafe in diesem Fall: 30 000 Schilling, umgerechnet knapp 2200 Euro). Dabei wurde Alfred Worm ein Vergleich angeboten, falls er seine Aussage zurückziehe. Alfred Worm lehnte aber ab, weil „… es mir 30 000 Schilling wert sein muss, diesen Menschen einen Trottel nennen zu dürfen.“

Literatur von und über Alfred Worm im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek
  • Nachruf beim ORF
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