Altair
Datenbanklinks zu Altair (α Aquilae)
| Stern Altair (α Aquilae) | |||||||||||||||||
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| Die Position von Altair | |||||||||||||||||
| Beobachtungsdaten Äquinoktium: J2000.0, Epoche: J2000.0 | |||||||||||||||||
| Sternbild | Adler | ||||||||||||||||
| Rektaszension | 19h 50m 47s | ||||||||||||||||
| Deklination | +08° 52′ 06″ | ||||||||||||||||
| Scheinbare Helligkeit | 0,76 mag | ||||||||||||||||
| Typisierung | |||||||||||||||||
| Spektralklasse | A7 V | ||||||||||||||||
| B-V Farbindex | +0,21 | ||||||||||||||||
| Veränderlicher Sterntyp | Delta-Scuti-Stern | ||||||||||||||||
| Astrometrie | |||||||||||||||||
| Radialgeschwindigkeit | (-26,1 ± 0,9) km/s | ||||||||||||||||
| Parallaxe | (194,5 ± 0,9) mas | ||||||||||||||||
| Entfernung | (16,77 ± 0,08) Lj ((5,14 ± 0,02) pc) | ||||||||||||||||
| Visuelle Absolute Helligkeit Mvis | 2,4 mag | ||||||||||||||||
| Physikalische Eigenschaften | |||||||||||||||||
| Masse | 1,7 M☉ | ||||||||||||||||
| Radius | 1,7 R☉ | ||||||||||||||||
| Leuchtkraft | 11 L☉ | ||||||||||||||||
| Oberflächentemperatur | 7800 K | ||||||||||||||||
| Metallizität [Fe/H] | –0,2 (ca. 60% der Sonne) | ||||||||||||||||
| Rotationsdauer | 6,5 bis 10,4 Stunden | ||||||||||||||||
| Alter | < 1 Mrd. a | ||||||||||||||||
| Andere Bezeichnungen und Katalogeinträge | |||||||||||||||||
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Altair (auch Atair genannt) ist der hellste Stern im Sternbild Aquila (Adler) und der zwölfthellste Stern am Nachthimmel, Bayer-Klassifizierung α Aquilae. Zusammen mit den Sternen Wega und Deneb bildet Altair das Sommerdreieck.
Inhaltsverzeichnis |
Etymologie
Die Araber übersetzten im 8. und 9. Jahrhundert die ptolemäischen Umschreibungen. Die neuen Namen stellen deshalb eine Mischung aus alten arabisch-mythologischen und griechischen Bezeichnungen dar. Der arabische Name Altair entstammt als Kurzform der ursprünglichen Redewendung „Al-Nasr al-Tair“ („Die Flucht des Adlers“, „Der fliegende Adler“), wobei sich „Al-Tair“, „A-Tair“ auf die Bedeutungen „der Herabstürzende“, „der Fliegende“ und „der Flüchtende“ bezieht.
Die auch als Synonym mögliche Einzelverwendung des Wortes „A-Tair“ für „Vogel“ beinhaltet alle damit verbundenen Flugeigenschaften, kann aber nicht anachronistisch auf die frühere Namensgebung „wörtlich“ übertragen werden.[1]
Die astronomische Bezeichnung Alpha-Aquilae hat daher ihre Wurzel im arabischen „Al-Nasr“ („Der Adler)“.
Physikalische Eigenschaften
Altair ist ein weißer Hauptreihenzwerg mit dem 1,7-fachen Durchmesser und der 11-fachen Leuchtkraft unserer Sonne. Mit einer Oberflächentemperatur von ca. 7.800 Kelvin[2] ist Altair ein durchschnittlich heißer Stern. Aufgrund seiner Eigenbewegung von einem Winkelgrad in 5.000 Jahren zählt Altair zu den schnelleren Sternen am Himmel. Seine Radialgeschwindigkeit beträgt -24 km/s.
Durch Messungen der Breite seiner Spektrallinien wurde entdeckt, dass sich Altair sehr schnell um seine eigene Achse dreht und dadurch stark abgeplattet ist. Die Dauer einer vollern Drehung am Äquator wurde zu 6½ Stunden bestimmt (andere Quellen nennen 9 oder 10,4 Stunden). Die Sonne braucht dazu im Vergleich etwa 25 Tage für eine volle Drehung. Damit ist die Rotation von Altair eine der kürzesten aller bekannten Sterne. Altair ist noch weit davon entfernt, aufgrund seiner Rotationsgeschwindigkeit auseinanderzubrechen. Diese Grenze würde vermutlich ab 450 km/s überschritten werden, bei einer Umdrehung in 6 h bewegt sich ein Punkt am Äquator mit etwa 200 km/s .
Altair ist einer der hellsten Sterne unter den sogenannten veränderlichen Delta Scuti Sternen. Mit einer Periode von einigen Tausendstel Magnitude schwankt seine Helligkeit in neun verschiedenen Perioden, die von 50 min. bis 9 Stunden reichen.[3] Wie Sirius strahlt auch Altair viel mehr ultraviolettes Licht als die Sonne ab.
Obwohl Altair erst einige hundert Millionen Jahre alt ist, wird sein Wasserstoffvorrat nur mehr ca. 1 Mrd. Jahre reichen, bis er sich zu einem Roten Riesen oder einem veränderlichen Cepheiden weiterentwickelt, bevor er seine äußeren Schichten abstößt und als weißer Zwerg endet.[4]
Direkte Beobachtung
Im Sommer 2007 gelang es Wissenschaftlern in den USA, mit Altair die Oberfläche eines fernen, sonnenähnlichen Sterns direkt zu beobachten. Dabei wurden vier Teleskope des CHARA-Array über Glasfasern zu einem Infrarot-Interferometer zusammengeschaltet. Das Öffnungsäquivalent der vier Teleskope entsprach in diesem Fall dem eines Teleskops von 265 mal 195 Metern. Mit der CHARA-Interferometrie konnte festgestellt werden, dass Atairs Äquatordurchmesser 22 % größer ist als der Poldurchmesser. [5]
Des Weiteren konnte der erste sichtbare Nachweis von “Gravity Darkening” [6] erbracht werden. Der Effekt äußert sich als dunkles Band um den Äquator des Sterns, das dadurch entsteht, dass die Äquatorregionen bei sich schnell drehenden Sonnen weiter vom fusionierenden Zentrum entfernt sind.
Fiktionale Werke
In der chinesischen Liebesgeschichte vom Kuhhirten und Weberin, die alljährlich in China als Qixi und in Japan als Tanabata gefeiert wird, ist Altair der „Stern des Kuhhirten“ (chin. 牛郎星, Níulang Xīng, chin. 牽牛星 / 牵牛星, Qiānníu Xīng, jap. kengyūsei bzw. 彦星, Hiko-boshi) der durch den „Himmelsfluss“ (Milchstraße) von der Weberin (Wega) getrennt ist.
Altair spielt in zahlreichen Fiktionen eine Rolle, so zum Beispiel in den Fernsehserien Star Trek und Stargate oder im Computerspiel Master of Orion. In der Weltraumsimulation Elite ist einer seiner Planeten eine von Menschen bewohnte Kolonie in der 8. Galaxie und in der Fortsetzung Final Frontier beherbergt er ein Sonnensystem mit zwei erdähnlichen Planeten, zwei Gasriesen und einem “Überriesen”. Im Videospiel Assassin’s Creed heißt der Hauptcharakter Altaĩr, was wahrscheinlich auf der gewollten Ähnlichkeit mit einem Adler und der Tatsache beruht, dass das Spiel im arabischen Raum spielt.
Altair ist ebenfalls der Name eines zivilen Raumschiffes in der Science-Fiction-Serie Battlestar Galactica und in der Romanreihe Per Anhalter durch die Galaxis gibt es die Währungseinheit Altair-Dollar.
Siehe auch
Literatur
- Ian Ridpath: Die großen Sternbilder. Patmos, Düsseldorf 2004, ISBN 3-491-69112-5 (Die englische Ausgabe “Star Tales” online)
Weblinks zu zu University of Michigan: Altair Anmerkungen und Einzelnachweise