Amos Tversky
Amos Tversky (* 16. März 1937 in Haifa, Palästina, heute Israel; † 2. Juni 1996 in Stanford (Kalifornien)) war ein Pionier der kognitiven Psychologie bzw. Kognitionswissenschaft, der mit federführend in der der psychologischen Untersuchung von Heuristiken, der Entdeckung systematischer menschlicher Fehler (Kognitive Verzerrung) und der Untersuchung von Entscheidungen unter Risiko war. Daniel Kahneman und Vernon L. Smith, mit denen er viele Jahre zusammen gearbeitet hatte, erhielten 2002 den Nobelpreis für Wirtschaftswissenschaften.
Tversky entwickelte zusammen mit Kahneman die Prospect Theory, um menschliche Urteile bei wirtschaftlichen Entscheidungen realistischer als im traditionellen Kosten-Nutzen-Modell zu modellieren. 1965 erwarb er seinen Doktortitel an der University of Michigan und lehrte danach an der Hebräischen Universität Jerusalem, bevor er zur Stanford University wechselte. 1984 erhielt er die MacArthur Fellowship.
Weiterhin hatte er mit Thomas Gilovich und Paul Slovic mehrere einschlägige Veröffentlichungen.
Die wichtigsten Beiträge
- Ankerheuristik und Justierung
- Präsentationseffekte = framing
- Verfügbarkeitsheuristik
- base rate fallacy (mangelnde Berücksichtigung von relativen Anteilen von Teilpopulationen)
- Behavioral Finance (ist eine eigene Forschungsrichtung geworden)
- Klumpenillusion
- conjunction fallacy (falsche Wahrscheinlichkeitsurteile bei Konjunktionen)
- Verlustaversion
- Prospect Theory
- Repräsentativitätsheuristik