Aserbaidschaner

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Aserbaidschaner

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Aserbaidschanische Mädchen aus Baku. Novruz

Die Aserbaidschaner (Eigenbezeichnung ‏آذری‎ / Āẓarī / Azəri; dt. auch Aseri) sind eine turksprachige Ethnie in Westasien, deren Hauptsiedlungsgebiet sich im Nordwesten Irans und in der Republik Aserbaidschan befinden. Ihre Sprache gehört zum oghusischen Zweig der Turksprachen und ist eng verwandt mit Türkisch und Turkmenisch.

Inhaltsverzeichnis

Religion

Die Mehrheit der Aserbaidschaner sind Anhänger der Zwölfer Schia. Religiöse Minderheiten sind Sunniten (meistens Hanafitisch), Zoroastrier, Christen und Bahai.[1] Ein Teil der Aserbaidschaner in der Republik Aserbaidschan sind Religionslos. Viele beschreiben sich als Kulturelle Muslime.[2][3] Unter den Muslimen gibt es eine kleine Anzahl Naqschbandi (ein Sufiorden).[4] Die etwa 5000 christlichen Aserbaidschaner in Aserbaidschan bestehen meisten aus Leuten, die erst vor kurzem konvertiert sind.[5] Einige Aserbaidschaner in ländlichen Gegenden zeigen noch Elemente vorislamischer animistischer Religion, wie zum Beispiel der Glauben an heilige Orte und die Verehrung von Bäumen und Felsen.[6] In Aserbaidschan werden neben den muslimischen Festen traditionellerweise auch andere religiöse Tage wie Weihnachten und Nouruz gefeiert. Nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion kehrten viele junge Aserbaidschaner vermehrt zu ihrem muslimischen Glauben zurück.[7] Eine aktuelle Studie zeigt, dass der radikale Islam in Aserbaidschan wächst.[8]

Anzahl

Das Siedlungsgebiet der Aserbaidschaner

Weltweit gibt es derzeit etwa 25 Millionen Aserbaidschaner. Rund 7,7 Millionen Aserbaidschaner leben in Aserbaidschan und 12-15 Millionen im benachbarten Iran (rund 24% der Gesamtbevölkerung laut CIA World Factbook (2009).[9] Bilingualismus - Russisch in Aserbaidschan und Persisch im Iran - ist weit verbreitet.

Knapp 300.000 Aserbaidschaner leben in Georgien und 622.000 in Russland. In Armenien leben 20.000 Aserbaidschaner und in der Ukraine 45.200. Über 700.000 Aserbaidschaner leben in anderen Turkstaaten, 535.000 in der Türkei, 78.300 in Kasachstan, 62.000 in Usbekistan und 52.000 in Turkmenistan. In der Türkei leben die Aserbaidschaner überwiegend in den Provinzen Iğdır und Kars. 4.000 Aserbaidschaner leben auch in Jordanien und 30.000 in Syrien, die dort allerdings als „Türken“ bezeichnet werden. Auch die heute rund 340.000 Personen umfassende Volksgruppe der Turkomanen im Irak ist sprachlich den Aserbaidschanern zuzurechnen.

Siehe auch

Literatur

  • Jacob M. Landau, Barbara Kellner-Heinkele: Politics of Language in the Ex-Soviet Muslim States: Azerbaijan, Uzbekistan, Kazakhstan, Kyrgyzstan, Turkmenistan, Tajikistan, 2001 ISBN 1-85065-442-5

Einzelnachweise

  1. Boyle, Kevin and Juliet Sheen. Freedom of Religion and Belief. Routledge, 1997. ISBN 0-415-15978-4; S. 273
  2. Azerbaijan, US Library of Congress Country Studies. Abgerufen am 7. Juni 2006.
  3. Azerbaijan, US State Department, vom 26. Oktober 2001, Abgerufen am 9. Juni 2006.
  4. Internal Factors of Islam’s Radicalisation in the Caucasus. RIA Dagestan (türkisch)
  5. 5,000 Azeris adopted Christianity. Day.az. Abgerufen am 7. Juli 2007 (türkisch)
  6. Azerbaijan: Culture and Art. Embassy of the Azerbaijan Republic in the People’s Republic of China.
  7. ISN Security Watch — Azerbaijan young increasingly drawn to Islam. Isn.ethz.ch. Abgerufen am 29. Juni 2009.
  8. http://www.jamestown.org/single/?no_cache=1&tx_ttnews[tt_news]=27947
  9. “Iran: People”, CIA: The World Factbook: 24% der Gesamtbevölkerung Irans; entspricht ca. 16.000.000.
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