Banjul
| Banjul | ||
|---|---|---|
| Division: | Greater Banjul Area | |
| Distrikt: | Banjul | |
| Fläche: | 12 km²dep1 | |
| Gründung: | 1816o2 | |
| Einwohner: | 33.422 | |
| Klimadiagramm Banjuls | ||
Banjul (ehemals Bathurst) ist die Hauptstadt des westafrikanischen Staats Gambia.
Nach einer Schätzung von 2009 leben dort etwa 33.422 Einwohner, damit ist Banjul nach Serekunda, Brikama und Bakau die viertgrößte Stadt Gambias. Die letzte veröffentlichte Volkszählung (Zensus) von 2003 ergab 34.828 Einwohner.[1]
Inhaltsverzeichnis |
Geographie
Banjul liegt an der Mündung des Gambia-Flusses an der Küste des Atlantischen Ozeans. Die Siedlung wurde auf einer flachen Sandbank-Insel (St. Mary’s Island), die sich im Laufe der Zeit in der Mündung gebildet hatte, angelegt. Vor der Besiedlung wuchsen auf der Sandbank außer Baobabs (Affenbrotbäume) auch Bambuswälder.
Banjul bedeutet in der Mande-Sprache „Bambusinsel“.
Ausdehnung des Stadtgebiets
Durch die geographische Lage auf einer Sandbank ist die weitere Expansion des Stadtgebietes nicht möglich, an der westlichen Stadtgrenze befinden sich die Mangrovensümpfe.
Nachbargemeinden
Von dieser natürlichen Begrenzung der Stadt profitiert als schnell wachsende Stadt Serekunda. Sie ist durch einen Highway mit Banjul verbunden und liegt westlich der Mangrovensümpfe auf dem Festland.
Stadtgliederung
Banjul ist neben der Hauptstadt auch ein eigener Verwaltungsbezirk des Landes.
Geschichte
Banjul wurde 1816 unter dem Namen Bathurst (nach Henry Bathurst, Sekretär des Britischen Kolonialbüros) als Handels- und Militärposten gegründet, als die Briten versuchten, den Sklavenhandel einzudämmen. Gegenüber von Fort Bullen (Barra) auf der anderen Seite des Gambia errichteten sie ein Fort und mehrere Geschützstellungen, unter anderem die Six-Gun Battery. Beide Forts waren dazu gedacht, die Fortsetzung des Sklavenhandels aus dem Hinterland zu verhindern. Die Six-Gun Battery ist seit 2003 als UNESCO-Weltkulturerbe eingestuft.
Am 18. Februar 1965 wurde die Stadt Hauptstadt des neuen unabhängigen Staates Republic of The Gambia. Sie wurde am 24. April 1973 im Zuge der Afrikanisierung in Banjul umbenannt.
Religionen
Die römisch-katholische Kirche hat für die knapp 33.000 Katholiken im Land Gambia das Bistum Banjul.
Städtepartnerschaften
- Grimsby, Vereinigtes Königreich
- Newark, Vereinigte Staaten
- Taipeh, Republik China
- Tuskegee, Vereinigte Staaten
- Unna, Deutschland, (ohne förmliche Festigung)
- Dakar, Senegal
Kultur und Sehenswürdigkeiten
Museen
- Das National Museum auf der Gloucester Street zeigt Exponate aus der kolonialen Vergangenheit und der jüngeren Geschichte Gambias.
Bauwerke
- Im Gedenken an den Staatsstreich vom 22. Juli 1994 wurde das 35 Meter hohe Arch 22 am 22. Juli 1996, dem zweiten Jahrestag, eingeweiht. Von dem Triumphbogen auf dem Independence Drive, der auch das Wahrzeichen von Banjul und des ganzen Landes darstellt, hat man einen guten Überblick über die Stadt.
Regelmäßige Veranstaltungen
- Banjul ist Ziel eines ungewöhnlichen jährlichen Autorennens, die Plymouth-Banjul Challenge. Die Teilnehmer müssen ein Auto fahren, das einen Wert von ungefähr 100 britischen Pfund nicht übersteigt und unterwegs mit einem beschränkten Budget auskommen. In Anlehnung an die Rallye Paris-Dakar sollen die Fahrzeuge vom südenglischen Plymouth die Nordwestküste von Afrika in knapp zwanzig Tagen erreichen. Falls sie ankommen, werden die Fahrzeuge verkauft oder gespendet.
- Ähnlich der o.g. Plymouth-Banjul Challenge findet zwei Mal pro Jahr die Dresden-Dakar-Banjul Challenge statt. Ausgerichtet wird dies vom sächsischen Breitengrad e.V.. Gestartet wird jeweils im März und Oktober, gefahren werden gebrauchte Autos, die am Ziel angekommen, karitativ versteigert werden.
Wirtschaft und Infrastruktur
Der Seehafen von Banjul spielt für Gambia eine große Rolle. Das wichtigste Exportprodukt sind Erdnüsse, importiert werden hauptsächlich Erdöl- und Erdölprodukte.
Verkehr
Banjul ist von Westen her vom Festland über den gut ausgebauten Banjul-Serekunda Highway, der über die Denton Bridge führt, und die Bond Street zu erreichen. Nach Osten gibt es eine Autofähre, die alle neunzig Minuten nach Barra auf der anderen Seite des Flusses verkehrt.
Etwas außerhalb von Banjul, etwa 24 Kilometer entfernt, befindet sich der Banjul International Airport.
Persönlichkeiten
Söhne und Töchter der Stadt
- Dawda Bah (* 1983), Fußballspieler
- Fatou Bensouda (* 1961), Politikerin und Rechtswissenschaftlerin
- Mohammed Camara (* 1981), Fußballspieler
- Abdoulie Corr (* 1982), Fußballspieler
- Ebou Dibba (1943–2000), Schriftsteller
- Sheikh Omar Fye (1889–1959), Politiker
- Sheikh Omar Fye (* 1960), Politiker und Leichtathlet
- Bala Garba-Jahumpa (* 1958), Politiker
- Emmanuel Gómez (* 1990), Fußballspieler
- Crispin Grey-Johnson (* 1946), Politiker
- Baboucarr-Blaise Jagne (* 1955), Politiker
- Modou Jagne (* 1983), Fußballspieler
- Saihou Jagne (* 1986), Fußballspieler
- Mariatou Jallow (* 1954), Politikerin
- Mustapha Jarju (* 1986), Fußballspieler
- Alhaji Jeng (* 1981), Stabhochspringer
- Solomon Tilewa Johnson (* 1954), Anglikanischer Bischof von Banjul und Basketballnationalspieler
- Ajaaratou Satang Jow (* 1943), Politikerin
- Pa Modou Kah (* 1980), Fußballspieler
- Dembo Konte (* 1942), Musiker
- Mass Lowe (* 1969), Musiker
- Neneh MacDouall-Gaye (* 1957), Politikerin
- Abdoulie Mansally (* 1989), Fußballspieler
- Tamsir Mbowe (* 1964), Mediziner und Politiker
- Alhaji Momodu Njie, bekannt als „Biri Biri“ (* 1948) (Fußballlegende in den 1970er Jahren, spielte in der Nationalmannschaft von 1963 bis 1987)
- Ousmane Nyan (* 1975), Fußballspieler
- Lenrie Peters (1932−2009), Poet
- Cherno Samba (* 1985), Fußballspieler
- Laba Sosseh (1943–2007), Musiker
- Fatou Tiyana (* 1987), Leichtathletin
- Pa Dembo Tourray (* 1981), Fußballspieler
Siehe auch
Einzelnachweise
- ↑ World Gazetteer Zugriff März 2008
Commons: Banjul – Sammlung von Bildern und/oder Videos und Audiodateien
- Offizielle Website
- Straßenkarte von Banjul (französisch)