Bayreuther Festspiele

Bayreuther Festspielhaus
Dirigenten und Bühnenkünstler in Bayreuth um die Jahrhundertwende

Die Bayreuther Festspiele oder Richard-Wagner-Festspiele sind ein Musik- und Theaterfestival, das jedes Jahr (in der Regel vom 25. Juli bis 28. August) im eigens dafür von Richard Wagner und Otto Brückwald geschaffenen Festspielhaus auf dem Grünen Hügel in Bayreuth stattfindet.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte bis 1944

Richard Wagner wünschte sich ein Theater abseits der Metropolen, in dem man sich – ohne Ablenkung und ohne die Kompromisse eines Repertoirebetriebs – voll und ganz der Darbietung seiner Werke widmen konnte. Zur Verwirklichung dieses Wunsches trugen maßgeblich sein Mäzen König Ludwig II. von Bayern und seine Förderin Marie Gräfin von Schleinitz bei, die auch im Bayreuther Patronatsverein eine führende Rolle spielte. Die ersten Festspiele unter seiner Leitung begannen am 13. August 1876; sie boten die Uraufführung des kompletten Rings des Nibelungen. Zu den Gästen gehörten Franz Liszt, Anton Bruckner, Karl Klindworth, Camille Saint-Saëns, Peter Tschaikowski, Edvard Grieg, Lew Tolstoi, Paul Lindau, Friedrich Nietzsche und Gottfried Semper, ferner Kaiser Wilhelm I., Kaiser Pedro II. von Brasilien und König Karl von Württemberg. König Ludwig hatte vom 6. bis zum 9. August die Generalproben besucht und kehrte erst zum dritten und letzten Aufführungszyklus zurück, wobei er sich allen öffentlichen Huldigungen entzog.

Der künstlerische Erfolg der Premiere wurde durch einige bühnentechnische Pannen beeinträchtigt, so dass Wagner sich weigerte, vor das applaudierende Publikum zu treten. Wegen des finanziellen Misserfolgs – es verblieben Schulden in Höhe von 148.000 Mark – konnten die nächsten Festspiele erst 1882 (mit der Uraufführung von Parsifal) durchgeführt werden. Wagner beabsichtigte, wie er in einem Brief an Ludwig II. schrieb, nach und nach alle seine Werke in seinem Festspielhaus „in der Weise aufzuführen, dass diese Aufführungen als Muster der Korrektheit meiner nächsten Nachwelt überliefert werden können“. Wenige Monate darauf starb Wagner. Bis kurz vor seinem Tod trug er sich mit dem Gedanken, Tannhäuser und den Fliegenden Holländer umzuarbeiten, um sie „bayreuthwürdig“ zu machen. Eine Aufführung seiner Frühwerke (Das Liebesverbot, Die Feen, Rienzi) untersagte er zwar nicht, bekundete aber auch kein Interesse daran. Bis heute ist es in Bayreuth üblich, nur die zehn Hauptwerke von Holländer bis Parsifal zu spielen.

Unter der Leitung von Wagners Witwe Cosima fanden die Festspiele zunächst unregelmäßig statt. Immer wieder musste aus wirtschaftlichen Gründen – der Festspielbetrieb war ein reines Privatunternehmen der Familie Wagner – ein Jahr pausiert werden, um finanzielle Engpässe zu überwinden. Auch war die Publikumsnachfrage nicht immer ausreichend, teilweise wurde vor nur mäßig gefülltem Haus gespielt.

Bayreuther Festspielhaus um 1900

Die Festspiele entwickelten sich im Wechsel zwischen künstlerischer Stagnation und Innovation. Cosima Wagner, die ab 1886 selbst Regie führte, hatte eine strenge Vorstellung von Werktreue. 1908 übergab sie auf dringendes Anraten ihrer Ärzte die Leitung der Festspiele ihrem Sohn Siegfried Wagner, der schrittweise eine Modernisierung der Aufführungen ermöglichte. Der Erste Weltkrieg erzwang 1914 eine Unterbrechung der laufenden Saison; die Rückerstattung des Preises für gelöste Karten verursachte ein hohes Defizit.

Erst nach zehn Jahren, am 22. Juli 1924, wurden die Festspiele unter Leitung von Siegfried Wagner wieder eröffnet. Die Meistersinger-Premiere geriet zu einer unverhohlen nationalistischen Veranstaltung; unter den Gästen waren Erich Ludendorff und Heinrich Claß. Der Schlussapplaus nach dem 3. Akt mündete in das vom Publikum stehend gesungene Deutschlandlied.

In seinem Testament von 1929 legte Siegfried Wagner fest, dass nur Werke Richard Wagners in Bayreuth aufgeführt werden dürfen. Ob diese Verfügung noch bindend ist, wurde wiederholt diskutiert, auch im Rahmen der Nachfolgedebatte um den ehemaligen Festspielleiter Wolfgang Wagner, der sein Amt zum 31. August 2008 niedergelegt hatte.

Problematisch waren auch die Festspiele zu Anfang der 1930er-Jahre: 1930 starb der Festspielleiter Siegfried Wagner an einem während der Probenzeit erlittenem Herzinfarkt. Auch zwischen dem neuen Dirigenten Arturo Toscanini und den beiden anderen Dirigenten der Jahre 1930 und 1931 Karl Muck und Wilhelm Furtwängler kam es immer wieder zu Spannungen und Eifersüchteleien. Toscanini widerrief kurz vor Beginn der Proben für die Festspiele des Jahres 1933 seine Zusage, da nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten in Deutschland eine ausländer- und vor allem judenfeindliche Stimmung herrschte. [1]

Joseph Goebbels und Werner von Blomberg während einer Pause bei den Bayreuther Festspielen 1937, Aufnahme aus dem Bundesarchiv

Einen Tiefpunkt hatten die Festspiele in der Zeit des Nationalsozialismus: Die Nähe von Siegfrieds Witwe Winifred Wagner, die 1930 die Leitung der Festspiele übernommen hatte, zu Reichskanzler Adolf Hitler trug wesentlich dazu bei, dass im Jahr 1945 „Wagner an der Kulturbörse unter Null gehandelt“ wurde (Zitat Hans Mayer).[2] Hitler hatte Bayreuth zuletzt 1940 besucht.

Ab diesem Zeitpunkt wurden auf Anordnung Hitlers sogenannte Kriegsfestspiele durchgeführt. Die NS-Organisation Kraft durch Freude mit ihrer Abteilung Urlaub und Reisen übernahm den Kartenverkauf. Leiter dieser Abteilung war Bodo Lafferentz, der 1943 durch Heirat mit Verena Wagner Winfred Wagners Schwiegersohn wurde. Lafferentz übernahm die Zuteilung der Karten, die vor allem verwundete Soldaten mit ihrem Pflegepersonal sowie Rüstungsarbeiter erhielten. Ab 1941 wurden die Festspiele immer mehr durch den Krieg beeinflusst. Da in der ersten Festspielwoche 1941 bereits ab ca. 21 Uhr totale Verdunkelung angeordnet war, begannen die Aufführungen schon kurz nach Mittag. 1944 standen nur noch die Meistersinger von Nürnberg auf dem Programm. Die letzte der zwölf Aufführungen des Jahres fand am 9. August statt. Es war auch die letzte Opernaufführung im Dritten Reich. [3]

Nachkriegsgeschichte – „Neubayreuth“

1949 wurde die Gesellschaft der Freunde von Bayreuth gegründet, die sich zum Ziel setzte für die eine Wiederaufnahme Geldspenden einzuwerben. Bereits an Pfingsten 1950 standen 400.000 DM bereit. [4]

Bei diesem Neuanfang lag die gemeinsame künstlerische und organisatorische Leitung bei den Enkeln Wieland und Wolfgang Wagner. Ihnen gelang es, jährliche Festspiele – mit meist einer Neuinszenierung pro Saison – zu etablieren. Die ersten Nachkriegsfestspiele begannen am 30. Juli 1951 mit einer viel beachteten Inszenierung des Parsifal durch Wieland Wagner.

Auf dem Spielplan steht seither traditionell eine wechselnde Auswahl aus den Hauptwerken Richard Wagners: Der fliegende Holländer, Tannhäuser, Lohengrin, Der Ring des Nibelungen (mit den vier Teilen Das Rheingold, Die Walküre, Siegfried, Götterdämmerung), Tristan und Isolde, Die Meistersinger von Nürnberg und Parsifal.

Gelegentlich wurde auch Beethovens 9. Sinfonie im Festspielhaus aufgeführt. Richard Wagner selbst hatte dieses Werk am 22. Mai 1872 im Markgräflichen Opernhaus dirigiert, aus Anlass der Grundsteinlegung für das Festspielhaus. Im Rahmen der Festspiele erklang die 9. Sinfonie unter Leitung von Richard Strauss (1933), Wilhelm Furtwängler (1951, 1954), Paul Hindemith (1953), Karl Böhm (1963) und Christian Thielemann (2001). Zum 100. Todestag von Richard Wagners Schwiegervater Franz Liszt wurde 1986 dessen Faust-Sinfonie aufgeführt.

Verschiedentlich gingen neue Impulse für Oper und Musiktheater von Bayreuth aus, so ab 1951 durch die Inszenierungen von Wieland Wagner, der mit seiner radikalen „Entrümpelung“ der Bühne einen ästhetischen Neuanfang wagte, der stilbildend bis in die 1970er-Jahre wirkte. 1976 geschah durch die Ring-Inszenierung von Patrice Chéreau zum 100-jährigen Jubiläum der Festspiele (Jahrhundert-Ring) erneut eine umfassende stilistische Veränderung und Erneuerung, die zunächst auch heftige Verstörung und Proteste hervorrief, später aber als richtungweisend und künstlerisch überragend anerkannt wurde.

Musikalisch gelten die Festspielaufführungen – insbesondere bezogen auf Chor und Orchester – als weltweit außerordentlich, was auch mit der architektonischen und akustischen Besonderheit des Gebäudes (s. a. mystischer Abgrund) zu tun hat.

Zuschauerraum des Festspielhauses
Festspielatmosphäre

Die jährlich stattfindenden und lange im voraus ausverkauften 30 Vorstellungen können von ca. 58.000 Zuschauern gesehen werden. Dieser Zahl gegenüber steht eine Nachfrage von bis zu 500.000 Kartenbestellungen, so dass mit Wartezeiten von sieben und mehr Jahren gerechnet werden muss. Wegen dieser außerordentlich hohen Nachfrage und der begrenzt zur Verfügung stehenden Anzahl der Karten bzw. Plätze im Festspielhaus ist in den letzten Jahren das Problem eines irregulären Schwarzmarkts für Eintrittskarten mit exorbitanten, teils um ein Vielfaches erhöhten Kartenpreisen, entstanden, dem die Festspielleitung durch verschiedene Maßnahmen zu begegnen versucht. So werden z. B. Name und Adresse der Besteller auf die Eintrittskarten gedruckt, beim Einlass finden Kontrollen statt. Allerdings weisen Kritiker auf den Umstand hin, dass die Schwarzmarktpreise auch das Resultat der Kartenvergabepraxis der Wagner-Familie waren, zumindest bis zum Ende der Ära Wolfgang Wagner: Niemand wusste, wie viele reguläre Karten in den freien Verkauf gingen und wie viele Günstlinge, Sponsoren und Freundeskreise auf der Zuteilungsliste der Wagner-Familie standen. Unklar war damit auch, wer wirklich die Wagnerschen Singspiele besuchte oder die zugeteilten Karten gewinnbringend weiterverkaufte.[5]

Der reguläre Eintrittskartenpreis liegt im Jahr 2008 zwischen 14 und 225 Euro je nach Platzkategorie. Außerdem steht noch eine geringe Anzahl von Plätzen mit eingeschränkter Sicht auf die Bühne (zum Preis von 12,– Euro) und für Hörplätze (zum Preis von 7 Euro) zur Verfügung. Im Verhältnis zur allgemein hohen künstlerischen Qualität gelten die Preise, auch verglichen mit anderen Festivals, als äußerst maßvoll. Der Richard-Wagner-Verband vergibt jährlich Stipendien, vornehmlich um Studierenden einen unentgeltlichen Besuch der Aufführungen zu ermöglichen. Auch damit wird versucht, der Idealvorstellung Richard Wagners, dass jedem ernsthaft Interessierten ungeachtet seiner finanziellen Möglichkeiten der Besuch der Festspiele ermöglicht werden solle, gerecht zu werden.

Träger des Bayreuther Festspielhauses ist seit 1973 die Richard-Wagner-Stiftung Bayreuth. Stiftungsmitglieder sind die Bundesrepublik Deutschland, der Freistaat Bayern, die Stadt Bayreuth, die Gesellschaft der Freunde von Bayreuth, die Bayerische Landesstiftung, die Oberfrankenstiftung, der Bezirk Oberfranken und Mitglieder der Familie Wagner. Geschäftsführer des Stiftungsrates ist der Oberbürgermeister der Stadt Bayreuth (derzeit Michael Hohl). Die Festspiele werden seit 1986 von der Bayreuther Festspiele GmbH durchgeführt.

Katharina (l.) und Eva Wagner-Pasquier (r.) bei der Premiere der Bayreuther Festspiele 2009

Künstlerischer Leiter der Festspiele war seit der Wiedereröffnung 1951 und bis zu seinem Rücktritt am 31. August 2008 Wolfgang Wagner (bis 1966 gemeinsam mit seinem Bruder Wieland). Durch die Diskussion über seine möglichen Nachfolger (Nike Wagner, Eva Wagner-Pasquier und Wieland Lafferentz oder Gudrun Wagner und Katharina Wagner) ist seine Person in den 1990er- und 2000er-Jahren häufig in den Medien aufgetaucht. 2001 fiel die Entscheidung entgegen dem Willen Wolfgang Wagners zugunsten von Eva Wagner-Pasquier aus, die jedoch kurze Zeit nach der Wahl auf das Amt verzichtete, da sich Wolfgang Wagner auf seinen Vertrag auf Lebenszeit berief und seinen Posten nicht freiwillig aufgeben wollte. Nach dem plötzlichen Tod von Gudrun Wagner im November 2007, Wolfgang Wagners Ehefrau und persönlicher Mitarbeiterin, war angesichts des hohen Alters des Festspielleiters die Nachfolgefrage wieder aktuell. Im April 2008 hat Wolfgang Wagner selbst eine Nachfolgelösung, bestehend aus seinen beiden Töchtern (die Halbschwestern Eva und Katharina), ins Gespräch gebracht und seinen Rücktritt angekündigt, falls der Stiftungsrat sich für die beiden als gemeinsames Leitungsteam der Bayreuther Festspiele aussprechen würde.

Nachdem sowohl Katharina Wagner als auch Eva Wagner-Pasquier ihre Bereitschaft zur Kooperation signalisiert hatten,[6] erklärte Wagner in einem Brief an den Stiftungsrat, zum 31. August 2008 sein Amt als Festspielleiter niederzulegen.[7] Eine Woche vor Ablauf der Bewerbungsfrist und dem Zusammentreten des Stiftungsrates zur Neubesetzung am 1. September 2008 bewarb sich auch Nike Wagner, die Leitung der Festspiele gemeinsam mit den renommierten Kulturmanager Gerard Mortier zu übernehmen.[8] Der Stiftungsrat wählte in dieser Sitzung die beiden Töchter Wolfgang Wagners, Katharina Wagner und Eva Wagner-Pasquier, zu neuen Leiterinnen der Bayreuther Festspiele.

Inszenierungen

JahrWerkMusikalische LeitungInszenierungBühnenbildKostüme
1876Der Ring des NibelungenHans RichterRichard WagnerJoseph HoffmannCarl Emil Doepler
1882(–1933)ParsifalHermann Levi (1882–84, 1886, 1889, 1891–92, 1894), Franz Fischer (1882-84, 1899), Richard Wagner (Schluss der letzten Vorstellung 1882), Felix Mottl (1888, 1897), Anton Seidl (1897), Karl Muck (1901–02, 1906, 1908–09, 1911–12, 1914, 1924–25, 1927–28, 1930), Michael Balling (1904, 1906, 1908, 1911–12), Franz Beidler (1906), Siegfried Wagner (1909), Willibald Kaehler (1924–25), Arturo Toscanini (1931), Richard Strauss (1933)Richard WagnerMax Brückner, Paul von JoukowskyPaul von Joukowsky
1886(–1906)Tristan und IsoldeFelix Mottl (1886, 1889, 1891–92, 1906), Michael Balling (1906)Cosima WagnerMax BrücknerJoseph Flüggen
1888(–1899)Die Meistersinger von NürnbergHans Richter (1888–89, 1892, 1899), Felix Mottl (1892)August HarlacherMax Brückner
1891(–1904)Tannhäuser und der Sängerkrieg auf WartburgFelix Mottl (1891–92), Richard Strauss (1894), Siegfried Wagner (1904)Cosima WagnerMax BrücknerJoseph Flüggen
1894(–1909)LohengrinFelix Mottl (1894), Siegfried Wagner (1908–09), Karl Muck (1909)Cosima WagnerMax BrücknerJoseph Flüggen
1896(–1931)Der Ring des NibelungenHans Richter (1896–97, 1901–02, 1904, 1906, 1908), Felix Mottl (1896), Siegfried Wagner (1896–97, 1899, 1901–02, 1906, 1911–12, 1928), Franz Beidler (1904), Michael Balling (1909, 1911–12, 1914, 1924–25), Franz von Hoeßlin (1927–28), Karl Elmendorff (1930–31)Cosima WagnerMax BrücknerArpad Schmidhammer, Hans Thoma
1901(–1902)Der fliegende HolländerFelix MottlSiegfried WagnerMax BrücknerMax Roßmann
1911(–1925)Die Meistersinger von NürnbergHans Richter (1911–12), Fritz Busch (1924), Karl Muck (1925)Siegfried WagnerMax BrücknerDaniela Thode
1914Der fliegende HolländerSiegfried WagnerSiegfried WagnerSiegfried WagnerDaniela Thode, Max Roßmann
1927(–1931)Tristan und IsoldeKarl Elmendorff (1927–28), Arturo Toscanini (1930), Wilhelm Furtwängler (1931)Siegfried WagnerKurt SöhnleinDaniela Thode, Irma Nierenheim
1930(–1931)Tannhäuser und der Sängerkrieg auf WartburgArturo ToscaniniSiegfried WagnerKurt SöhnleinDaniela Thode, Irma Nierenheim
1933(–1934)Die Meistersinger von NürnbergKarl Elmendorff, Heinz TietjenHeinz TietjenEmil PreetoriusEmil Preetorius, Kurt Palm
1933(–1942)Der Ring des NibelungenKarl Elmendorff (1933–34, 1942), Heinz Tietjen (1934, 1936, 1938–39, 1941), Wilhelm Furtwängler (1936–37), Franz von Hoeßlin (1940)Heinz TietjenEmil PreetoriusEmil Preetorius, Kurt Palm
1934(–1936)ParsifalFranz von Hoeßlin (1934), Richard Strauss (1934), Wilhelm Furtwängler (1936)Heinz TietjenAlfred RollerEmil Preetorius, Alfred Roller
1936(–1937)LohengrinWilhelm Furtwängler (1936), Heinz Tietjen (1936–37)Heinz TietjenEmil PreetoriusEmil Preetorius
1937(–1939)ParsifalWilhelm Furtwängler (1937), Franz von Hoeßlin (1938–39)Heinz TietjenWieland WagnerAlfred Roller, Wieland Wagner
1938(–1939)Tristan und IsoldeKarl Elmendorff (1938), Victor de Sabata (1939)Heinz TietjenEmil PreetoriusEmil Preetorius
1939(–1942)Der fliegende HolländerKarl Elmendorff (1939–41), Richard Kraus (1942)Heinz TietjenEmil PreetoriusEmil Preetorius
1943(–1944)Die Meistersinger von NürnbergWilhelm Furtwängler, Hermann AbendrothHeinz TietjenWieland WagnerKurt Palm, Emil Preetorius, Wieland Wagner
1951(–1973)ParsifalHans Knappertsbusch (1951–52, 1954–64), Clemens Krauss (1953), André Cluytens (1957, 1965), Pierre Boulez (1966–68, 1970), Horst Stein (1969), Eugen Jochum (1971–73)Wieland WagnerWieland WagnerCharlotte Vocke
1951(–1952)Die Meistersinger von NürnbergHerbert von Karajan (1951), Hans Knappertsbusch (1951–52)Rudolf Otto HartmannHans C. ReissingerMargarete Kaulbach
1951(–1958)Der Ring des NibelungenHerbert von Karajan (1951), Hans Knappertsbusch (1951, 1956–58), Joseph Keilberth (1952–56), Clemens Krauss (1953)Wieland WagnerWieland WagnerIngrid Jorissen
1952(–1953)Tristan und IsoldeHerbert von Karajan (1952), Eugen Jochum (1953)Wieland WagnerWieland WagnerFred Thiel
1953(–1954)LohengrinJoseph Keilberth (1953–54), Eugen Jochum (1954)Wolfgang WagnerWolfgang WagnerFred Thiel
1954(–1955)Tannhäuser und der Sängerkrieg auf WartburgJoseph Keilberth (1954–55), Eugen Jochum (1954), André Cluytens (1955)Wieland WagnerWieland WagnerKurt Palm
1955(–1956)Der fliegende HolländerJoseph Keilberth (1955–56), Hans Knappertsbusch (1955)Wolfgang WagnerWolfgang WagnerKurt Palm
1956(–1960)Die Meistersinger von NürnbergAndré Cluytens (1956–58), Erich Leinsdorf (1959), Hans Knappertsbusch (1960)Wieland WagnerWieland WagnerKurt Palm
1957(–1959)Tristan und IsoldeWolfgang SawallischWolfgang WagnerWolfgang WagnerKurt Palm
1958(–1962)LohengrinAndré Cluytens (1958), Lovro von Matačić (1959), Heinz Tietjen (1959), Ferdinand Leitner (1960), Lorin Maazel (1960), Wolfgang Sawallisch (1962)Wieland WagnerWieland WagnerKurt Palm
1959(–1965)Der fliegende HolländerWolfgang Sawallisch (1959–61), Otmar Suitner (1965)Wieland WagnerWieland WagnerKurt Palm
1960(–1964)Der Ring des NibelungenRudolf Kempe (1960–63), Berislav Klobucar (1964)Wolfgang WagnerWolfgang WagnerKurt Palm
1961(–1967)Tannhäuser und der Sängerkrieg auf WartburgWolfgang Sawallisch (1961–62), Otmar Suitner (1964), André Cluytens (1965), Carl Melles (1966), Berislav Klobucar (1967)Wieland WagnerWieland WagnerKurt Palm
1962(–1970)Tristan und IsoldeKarl Böhm (1962–64, 1966, 1968–70)Wieland WagnerWieland WagnerKurt Palm
1963(–1964)Die Meistersinger von NürnbergThomas Schippers (1963), Karl Böhm (1964), Robert Heger (1964)Wieland WagnerWieland WagnerKurt Palm
1965(–1969)Der Ring des NibelungenKarl Böhm (1965–66; Walküre und Götterdämmerung 1967), Otmar Suitner (1966–67), Lorin Maazel (1968)Wieland WagnerWieland WagnerKurt Palm
1967(–1972)LohengrinRudolf Kempe (1967), Berislav Klobucar (1967), Alberto Erede (1968), Silvio Varviso (1971–72)Wolfgang WagnerWolfgang WagnerKurt Palm
1968(–1975)Die Meistersinger von NürnbergBerislav Klobucar (1968–69), Hans Wallat (1970), Silvio Varviso (1973–74), Heinrich Hollreiser (1975)Wolfgang WagnerWolfgang WagnerKurt Palm
1969(–1971)Der fliegende HolländerSilvio Varviso (1969–70), Karl Böhm (1971), Hans Wallat (1971)August EverdingJosef SvobodaJörg Zimmermann
1970(–1975)Der Ring des NibelungenHorst SteinWolfgang WagnerWolfgang WagnerKurt Palm
1972(–1978)Tannhäuser und der Sängerkrieg auf WartburgErich Leinsdorf (1972), Horst Stein (1972–73), Heinrich Hollreiser (1973–74), Colin Davis (1977–78)Götz FriedrichJürgen RoseJürgen Rose
1974(–1977)Tristan und IsoldeCarlos Kleiber (1974–76), Horst Stein (1977)August EverdingJosef SvobodaReinhard Heinrich
1975(–1981)ParsifalHorst Stein (1975–81), Hans Zender (1975)Wolfgang WagnerWolfgang WagnerReinhard Heinrich
1976(–1980)Der Ring des Nibelungen („Jahrhundertring“)Pierre BoulezPatrice ChéreauRichard PeduzziJaques Schmidt
1978(–1985)Der fliegende HolländerDennis Russell Davies (1978–80), Peter Schneider (1981–82), Woldemar Nelsson (1984–85)Harry KupferPeter SykoraReinhard Heinrich
1979(–1982)LohengrinEdo de Waart (1979), Woldemar Nelsson (1980–82)Götz FriedrichGünther UeckerFrida Parmeggiani
1981(–1987)Tristan und IsoldeDaniel BarenboimJean-Pierre PonnelleJean-Pierre PonnelleJean-Pierre Ponnelle
1981(–1988)Die Meistersinger von NürnbergMark Elder (1981), Horst Stein (1982–84, 1986), Michael Schønwandt (1987–88)Wolfgang WagnerWolfgang WagnerReinhard Heinrich
1982(–1988)ParsifalJames Levine (1982–86, 1988), Daniel Barenboim (1987)Götz FriedrichAndreas ReinhardtAndreas Reinhardt
1983(–1986)Der Ring des NibelungenGeorg Solti (1983), Peter Schneider (1984–86)Peter HallWilliam DudleyWilliam Dudley
1985(–1995)Tannhäuser und der Sängerkrieg auf WartburgGiuseppe SinopoliWolfgang WagnerWolfgang WagnerReinhard Heinrich
1987(–1993)LohengrinPeter SchneiderWerner HerzogHenning von GierkeHenning von Gierke
1988(–1992)Der Ring des NibelungenDaniel BarenboimHarry KupferHans SchavernochReinhard Heinrich
1989(–2001)ParsifalJames Levine (1989–93), Giuseppe Sinopoli (1994–99), Christoph Eschenbach (2000), Christian Thielemann (2001)Wolfgang WagnerWolfgang WagnerReinhard Heinrich
1990(–1999)Der fliegende HolländerGiuseppe Sinopoli (1990–93), Peter Schneider (1994, 1998–99)Dieter DornJürgen RoseJürgen Rose
1993(–1999)Tristan und IsoldeDaniel BarenboimHeiner MüllerErich WonderYōji Yamamoto
1994(–1999)Der Ring des NibelungenJames LevineAlfred KirchnerRosalieRosalie
1996(–2002)Die Meistersinger von NürnbergDaniel Barenboim (1996–99), Christian Thielemann (2000–2002)Wolfgang WagnerWolfgang WagnerReinhard Heinrich
1999(–2005)LohengrinAntonio Pappano (1999–2001), Andrew Davis (2002–2003), Peter Schneider (2005)Keith WarnerStefanos LazaridisSue Blane
2000(–2004)Der Ring des NibelungenGiuseppe Sinopoli (2000), Ádám Fischer (2001–2004)Jürgen FlimmErich WonderFlorence von Gerkan
2002(–2007)Tannhäuser und der Sängerkrieg auf WartburgChristian Thielemann (2002–2005), Christoph Ulrich Meier (2007)Philippe ArlaudPhilippe ArlaudCarin Bartels
2003(–2006)Der fliegende HolländerMarc AlbrechtClaus GuthChristian SchmidtChristian Schmidt
2004(–2007)ParsifalPierre Boulez (2004–2005), Ádám Fischer (2006–2007)Christoph SchlingensiefDaniel Angermayr, Thomas GoergeTabea Braun
2005(–2009)Tristan und IsoldeEiji Ōue (2005), Peter Schneider (2006, 2008, 2009)Christoph MarthalerAnna ViebrockAnna Viebrock
2006(–?)Der Ring des NibelungenChristian ThielemannTankred DorstFrank Philipp SchlößmannBernd Ernst Skodzig
2007(–?)Die Meistersinger von NürnbergSebastian WeigleKatharina WagnerTilo SteffensMichaela Barth
2008(–?)ParsifalDaniele GattiStefan HerheimHeike ScheeleGesine Völlm
2010(–?)LohengrinAndris NelsonsHans NeuenfelsReinhard von der ThannenReinhard von der Thannen
2011(–?)Tannhäuser und der Sängerkrieg auf WartburgThomas Hengelbrock[9]Sebastian Baumgarten[10]
2012(–?)Der fliegende Holländer[11]Christian Thielemann[12]Sebastian Nübling[13]
2013(–?)Der Ring des Nibelungen[11]Kirill Petrenko[14]
2015(–?)Tristan und Isolde[11]Christian Thielemann[12]Katharina Wagner[12]

Blaue Mädchen

Als Blaue Mädchen wurden die Türsteherinnen des Festspielhauses in Bayreuth bezeichnet. Der Name entstand aus der bis 2008 traditionell blauen Farbe ihrer Uniform. Seit dem Festspielsommer 2009 sind sie jedoch einheitlich grau gekleidet.

In früher Zeit waren es vorzugsweise unverheiratete junge Damen aus der näheren Umgebung von Bayreuth, heute dominieren Studentinnen der theater- und operbezogenen Studiengänge aus Bayreuth, Deutschland, Europa und der Welt. Sie haben die Möglichkeit, sich in ihrem Dienst annähernd alle 30 Aufführungen einer Festspielsaison der Richard-Wagner-Festspiele anzuschauen und anzuhören.

Mediale Vermarktung

Radio

Am 18. August 1931 übertrug die Deutsche Stunde in Bayern erstmals eine Aufführung live aus dem Festspielhaus: Tristan und Isolde, dirigiert von Wilhelm Furtwängler. Angeschlossen waren über 200 europäische, amerikanische und afrikanische Sender; es war die „erste Weltsendung in der Geschichte des Rundfunks“.[15]

Film und Fernsehen

Von einigen Bayreuther Inszenierungen gibt es Filmaufzeichnungen, u. a.:

Public Viewing und Internet

Am 27. Juli 2008 fand, als Live-Übertragung aus dem Festspielhaus, das erste Public Viewing einer Aufführung der Bayreuther Festspiele statt: Auf dem Bayreuther Volksfestplatz waren auf einer Großleinwand Die Meistersinger von Nürnberg zu sehen. Im Jahr 2009 wurde Tristan und Isolde vor rund 30.000 Menschen live übertragen.[16] Die Aufführungen konnten als Livestream im Internet verfolgt werden.

Einführungsvorträge

Seit Wiederaufnahme der Festspiele nach dem Zweiten Weltkrieg im Jahr 1951 gibt es an den Aufführungstagen jeweils Einführungsvorträge zu den an den gleichen Tagen stattfindenden Vorstellungen. Als Referenten dieser von Wieland Wagner vorgeschlagenen Veranstaltungsreihe wirkten zunächst Erich Rappl und ab 1998 Stefan Mickisch. Seit einigen Jahren finden zwei Einführungsvorträge zu jeder Vorstellung statt, Referenten sind Stefan Mickisch und Detlef Eisinger. Oft werden mehr als 10.000 Zuhörer pro Saison gezählt. An einzelnen Tagen werden auch Vorträge in englischer und französischer Sprache angeboten. Ab dem Jahr 2009 wird einer der Einführungsvorträge im Haus Wahnfried vom Leiter des Museums, Dr. Sven Friedrich, gehalten. Zusätzlich gibt es Einführungsvorträge im Festspielhaus, die aber für Personen reserviert sind, die eine Eintrittskarte für die jeweilige Aufführung besitzen.

Richard Wagner für Kinder

2009 wurde auf der Probebühne IV des Festspielhauses eine etwa einstündige, für Kinder von 6 bis 10 Jahren konzipierte Bearbeitung des Fliegenden Holländers gespielt (Textfassung: Alexander Busche; Einrichtung für 19 Musiker / musikalische Leitung: Christoph Ulrich Meier; Regie: Alvaro Schoeck, Bühnenbild: Merle Vierck; Kooperationspartner: Hochschule für Musik „Hanns Eisler“ Berlin). Zwischen 25. Juli 2009 und 2. August 2009 fanden zehn Vorstellungen statt. Für 2010 ist eine Tannhäuser-Bearbeitung im Gespräch.[17]

Literatur

  • Markus Kiesel (Hrsg.): Das-Richard-Wagner-Festspielhaus Bayreuth. Nettpress, Köln 2007, ISBN 978-3-00-020809-6. 
  • Enrico Nawrath, Katharina Wagner: Bayreuth backstage: Innenansichten vom Grünen Hügel. Schott, Mainz 2009, ISBN 978-3-7957-0196-3. 
  • Frederic Spotts: Bayreuth: Eine Geschichte der Wagner-Festspiele. Fink, München 1994, ISBN 3-7705-2967-7. 

Einzelnachweise

  1. nach Brigitte Hamann: Winifred Wagner oder Hitlers Bayreuth. S. 143–173
  2. Hans Mayer: Dankrede zur Verleihung des Wilhelm Pitz-Preises 1998, Oper & Tanz 2000/03
  3. vgl. Brigitte Hamann: Winifred Wagner oder Hitlers Bayreuth, S. 408-478
  4. Brigitte Hamann: Winfred Wagner oder Hitlers Bayreuth, S. 571ff
  5. Harald Schiller: „Vom Wagner-Kult zum Karten-Wahn – Die Kartenpolitik der Bayreuther Festspiele“, in: Festivals Sommer 2008, Metz-Verlag Hamburg, S. 140–144
  6. „Eva Wagner-Pasquier bereit für Festspielleitung“, festspiele.de, 18. April 2008
  7. http://www.festspiele.de/startseite/news/0_2181/details_1.htm
  8. http://newsticker.welt.de/index.php?channel=kul&module=dpa&id=18749048
  9. http://www.morgenpost.de/printarchiv/kultur/article161064/Eine_verraeterische_Operndiva.html
  10. http://de.news.yahoo.com/dpa2/20080430/ten-wie-geht-es-weiter-auf-dem-grnen-hge-9a59114.html
  11. a b c http://www.welt.de/welt_print/arti2252029/.html
  12. a b c http://www.morgenpost.de/printarchiv/kultur/article737852/Maezene_Finanzielle_Situation_in_Bayreuth_sehr_angespannt.html
  13. http://www.abendblatt.de/kultur-live/article1042344/Bei-Wagners-wird-ohne-Tabus-entstaubt.html
  14. http://www.br-online.de/bayern4klassik/allegro/klassik-news-bayreuth-konzept-ID1245135182936.xml
  15. Chronik des Bayerischen Rundfunks
  16. Axel Brüggemann: Wagner für alle? Widerlich!, 12. August 2009, unter freitag.de
  17. http://www.ad-hoc-news.de/sonntag-ddp-interview-kinderoper-bringt-frischen-wind–/de/Politik/20398600

 Commons: Richard-Wagner-Festspiele – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

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© Dieser Artikel zu derProbenfürdieFestspieledesJahres1933seineZusage,danachderMachtübernahmederNationalsozialisteninDeutschlandeineausländer-undvorallemjudenfeindlicheStimmungherrschte.[1]

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