Bismarck-Archipel
Der Bismarck-Archipel (früher auch: Neubritannien-Archipel) liegt im westlichen Pazifik und gehört heute zum Staat Papua-Neuguinea.
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Geografie
Der Archipel besteht aus mehreren Inseln, die geografisch Melanesien zugeordnet sind. Der Archipel umfasst 4 Provinzen mit den wichtigsten Inseln
| East New Britain Province | 15.320 km² | |
| Neubritannien (früher auch Neupommern), Hauptinsel, mit der Gazelle-Halbinsel | ||
| Duke-of-York-Inseln (früher auch Neulauenburg) | ||
| Manus Province | 2.102 km² | |
| Manus, Hauptinsel | ||
| Admiralitäts-Inseln mit Baluan-Insel, Purdy-Inseln, Rambutyo-Insel | ||
| Westliche Inseln mit Eremiteninseln, Wuvulu-Insel | ||
| New Ireland Province | 9.600 km² | |
| Neuirland (früher auch Neumecklenburg), Hauptinsel | ||
| Neuhannover (früher auch Lavongai) | ||
| Feni-Inseln | ||
| Lihir-Inseln | ||
| St.-Matthias-Inseln | ||
| Tabar-Inseln | ||
| Tanga-Inseln | ||
| West New Britain Province | 20.487 km² | |
| Neubritannien (früher Neupommern), Hauptinsel, mit der Gazelle-Halbinsel | ||
| Vitu-Inseln |
Die Inseln sind halbkreisförmig angeordnet und liegen gegenüber der Ostküste von Neuguinea, jenseits der Dampierstraße (ca. 90 km breit). Die Hauptinseln Neubritannien und Neuirland sind durch den St.-Georgs-Kanal getrennt. Westlich befindet sich die Bismarcksee.
Die Ausdehnung ist zwischen 2° und 6°30′ südliche Breite und 148° bis 155° östliche Länge.
Sie sind vulkanischen Ursprungs und gebirgig bis 1200 m, dabei aber fruchtbar mit einer Fauna wie der auf Neuguinea. Jedoch beherbergen sie den Bismarck-Ringpython (Bothrochilus boa), der ausschließlich (endemisch) auf den Inseln des Bismarck-Archipels vorkommt und deshalb auch diesen deutschen Trivialnamen trägt. Eine weitere endemische Art des Bismarck-Archipels ist die Finsch-Fruchttaube, die gleichfalls nur auf einigen Inseln dieser Inselgruppe vorkommt.
Der Archipel umfasst eine Gesamtfläche von ca. 47.100 km².
Geschichte
Erstmals wurden die Inseln von den niederländischen Seefahrern Jakob Le Maire und Willem Schouten gesichtet, aber erst der britische Seefahrer William Dampier benannte sie: Neubritannien, Neuirland, die York-Insel und Neu-Hannover.
1874 und 1875 entstanden Handelsstationen der Hamburger Handelsgesellschaft Johann Cesar Godeffroy und Sohn, die aber zwei Jahre später ruiniert waren. Daneben entstand eine Station des Handelshauses „Hernsheim und Comp.“ auf Makada bei Neulauenburg (Duke-of-York-Inseln).
Die 1880 gegründete „Deutsche Handels- und Plantagengesellschaft der Südseeinseln“ baute den Handel aus und erbat sich kaiserlichen Schutz. 1884 beanspruchte der Agent des Neuguinea-Konsortiums (später umbenannt in Neuguinea-Kompagnie) Otto Finsch die Nordküste Neuguineas und das Bismarck-Archipel.[1] Am 19. August 1884 sagte Otto von Bismarck seine Unterstützung zu. Im November 1884 erreichte die Kaiserliche Kriegsmarine mit den Kriegsschiffen SMS Elisabeth und SMS Hyäne das Archipel und hissten die deutsche Flagge auf Matupi, später auf Neupommern, Neulauenburg und in Kaiser-Wilhelms-Land (Nordost-Neuguinea). Kurz zuvor war bereits der Südosten der Insel Neuguinea (Britisch-Neuguinea) von Großbritannien beansprucht worden. 1885 erhielt dann die Neuguinea-Kompagnie den kaiserlichen Schutzbrief. Die Inselgruppe wurde nach Otto von Bismarck benannt.
1886 erfolgte eine Gebietsabsprache mit Großbritannien, hierbei wurden auch die benachbarten Salomonen aufgeteilt.
Von 1885 bis 1918 gehörten die Inseln zur deutschen Kolonie Deutsch-Neuguinea im Stillen Ozean unter der Kontrolle des Ostasiengeschwaders. Es befanden sich Verwaltungsstationen in Herbertshöhe (auf Neu-Pommern), Mioko (Neu-Lauenburg), Matupi (Blanchebai), Ralum u.a.
Die deutsche Besatzung kapitulierte am 17. September 1914 vor einer australisch-französischen Flotte. Am 21. September 1914 erfolgte die friedliche Übergabe von Herbertshöhe.
Bevölkerung
Im Jahr 1899 wurde die melanesische Bevölkerung des Archipels auf 180 - 200.000 Einwohner geschätzt.
Handel
Die landesübliche Währung war um 1900 noch Diwarra, das Muschelgeld. Der Außenhandel neben den erwähnten Gesellschaften auch durch das Haus Forsayth (Ralum) geführt. Man führte die Naturstoffe Kopra, Baumwolle, Trepang, Perlmutter und Schildpatt aus. Der Wert betrug 1896/97 etwa 700.000 Mark.
Weblinks zu zu -3.9916666666667149.74305555556Koordinaten: 4° 0′ S, 149° 45′ O Quellen
Einzelnachweise