Brotbrechen
Das Brotbrechen ist eine alte Sitte im Nahen Osten zu Beginn einer Mahlzeit. Zuweilen wird es deswegen auch mit dem Essen selbst gleichgesetzt. Im christlichen Kontext ist es wie die Handauflegung außerdem eine frühchristliche gemeinschaftlich-festliche Handlung, die auch Jesus Christus selbst durchgeführt hat.
Es gibt begriffliche Überschneidungen zum Abendmahl bzw, zur Eucharistiefeier. Zwar ist nicht jedes biblische Brotbrechen Abendmahl, aber das Wort Brotbrechen wird in einigen christlichen Freikirchen durchaus als Synonym für das Abendmahl verwendet.
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Naher Osten
Brotbrechen ist im Orient der Vorgang, der am Beginn einer Mahlzeit stattfindet, also ein Signal des Ranghöchsten, dass man mit dem Essen beginnt.
In der hebräischen Bibel bzw. dem Alten Testament ist dies ein gängiger Brauch:
- Jesaja 58,7 dein Brot dem Hungrigen zu brechen
- Jeremia 16,7 Und man wird ihnen nicht Brot brechen bei der Trauer, um jemanden wegen eines Toten zu trösten, noch wird man sie den Becher des Trostes trinken lassen wegen jemandes Vater und wegen jemandes Mutter. (vgl. auch: Kla 4,4)
Brotbrechen ist dabei nicht nur gemeinschaftsbildend, es ist auch segenstiftend, denn über das Brot wird ein Segen gesprochen (hebräisch: Broche). Wer von dem Brot bekommen hat, hat Anteil an dem Segen, gehört also gewissermaßen in die Segensgemeinschaft (hbr.:Havura).
Zwischen dem segnenden Brotbrechen und dem jüdischen Kiddusch-Fest gibt es Ähnlichkeiten. Brotbrechen ist eine typische Handlung im Zusammenhang mit dem Sedermahl und dem Pessachfest.
Brotbrechen bei Jesus Christus
Das Brotbrechen war eine typische rituelle Geste Jesu Christi. Es gab sie schon vor der Jerusalemer Zeit. In (Mt 15,36 EU) heißt es: „Und er nahm die sieben Brote und die Fische, sprach das Dankgebet, brach die Brote und gab sie den Jüngern und die Jünger verteilten sie an die Leute.“ (vgl.: (Mk 8,6 EU); (Mt 14,19 EU), (Lk 9,16 EU).
Auch beim letzten Abendmahl Jesu am Vorabend des Passahfestes, als er verraten wurde, brach er das Brot.
Die Emmausjünger, die nicht zu den Zwölf Aposteln gehörten, also wohl nicht beim letzten Abendmahl dabei waren, erkannten ihren Herrn am Brotbrechen (Lk 24,30 EU)).
Eindeutig auf das Herrenmahl beziehen sich (neben den Passionsgeschichten der Evangelien: Mt 26,17-29, Mk 14, 12-25, Lk 22,14-20) die Stellen aus 1.Kor 10+11: 1.Kor 10,16: „Der Kelch der Segnung, den wir segnen, ist er nicht die Gemeinschaft des Blutes des Christus? Das Brot, das wir brechen, ist es nicht die Gemeinschaft des Leibes des Christus?“ und die Einsetzungsworte 1. Kor 11,23-26.
Urchristentum
Interessant sind auch die Berichte über das frühchristliche Brotbrechen in der Apostelgeschichte.
- Apg.2,46-47: Während sie einmütig Tag für Tag beharrlich im Tempel waren, und auch in den einzelnen Häusern das Brot brachen, nahmen sie gemeinsame Mahlzeiten in hoher Freude und Einfalt des Herzens, priesen dabei Gott und hatten Gunst beim ganzen Volk.
- Apg 2,42: Sie verharrten aber in der Lehre der Apostel und in der Gemeinschaft, im Brechen des Brotes und in den Gebeten.
- Apg 20,7: Am ersten Tag der Woche aber, als wir versammelt waren, um Brot zu brechen, redete Paulus mit ihnen, da er am folgenden Tag abreisen wollte; und er zog das Wort hinaus bis Mitternacht.
Diese Berichte beziehen sich vermutlich auf das Liebesmahl (Agape) (Jud. 12) der Christen. Das Abendmahl war ursprünglich ein Bestandteil dieses Liebesmahles (1. Korinther 11,20-34). Erst die Intervention des Apostels Paulus aufgrund der korinthischen Missstände leiteten hier eine Trennung ein (1. Korinther 11,34: “… esst zuhause!”).
Weitere neutestamentliche Bibelstellen zum Brotbrechen: Lk. 14,1; Apg. 27,35; Apg. 20,11.
Siehe auch
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