Credit Suisse

  Credit Suisse AG
LandSchweiz
RechtsformAktiengesellschaft
ISINCH0012138530
BC-Nummer4835[1]
BICCRESCHZZ80A[1]
Gründung1997 (5. Juli 1856)
UnternehmenssitzZürich
Geschäftsdaten 2008
Bilanzsumme1′170,4 Mrd. CHF (31. Dezember 2008)
Mitarbeiter47′400 (2009)[2]
Leitung
Unternehmensleitung

Hans-Ulrich Doerig
(VR-Präsident)
Brady W. Dougan
(CEO)

Websitewww.credit-suisse.com
Hauptsitz am Paradeplatz in Zürich
Die SKA 1895
1760: Der Feldhof an der Stelle der Credit Suisse. Rechts der Fröschengraben

Die Credit Suisse AG (CS) – ehemals Schweizerische Kreditanstalt SKA – ist ein global tätiges Finanzdienstleistungsunternehmen mit Hauptsitz in Zürich.

Inhaltsverzeichnis

Unternehmen

Die Credit Suisse beschäftigt als Grossbank weltweit rund 47′800 Mitarbeiter, davon 21′000 in der Schweiz (Stand Ende 2008). Das Unternehmen ist in die Sparten Investment Banking, Private Banking und Vermögensverwaltung unterteilt. 2008 erzielte die Credit Suisse einen Reinverlust von 7,69 Mrd. CHF im Vergleich zu einem Reingewinn von 7,76 Mrd. CHF in 2007. Per Ende 2008 verwaltete die Credit Suisse 1′106 Mrd. CHF Kundenvermögen.[3] CEO der Credit Suisse Group ist Brady W. Dougan.

Die Aktien der Credit Suisse (CSGN) sind an der Schweizer Börse SIX Swiss Exchange sowie in Frankfurt am Main, in Tokio und, als American Depositary Shares (CS), in New York kotiert.

Die Credit Suisse ist als Universalbank in den Bereichen Investment Banking, Private Banking und Vermögensverwaltung (Asset Management) tätig. Zur Credit Suisse Gruppe gehören unter anderem die Privatbank Clariden Leu, die Neue Aargauer Bank sowie die auf Privatkredite und Leasing spezialisierte Bank-now. Darüber hinaus ist die Credit Suisse Group mit der Tochtergesellschaft Wincasa im Immobilienbereich tätig.

Geschichte

Am 5. Juli 1856 gründete Alfred Escher die Schweizerische Kreditanstalt (SKA) – die heutige Credit Suisse – und machte damit Zürich zum führenden Bankenstandort und Wirtschaftszentrum der Schweiz. Der Hauptsitz der SKA befindet sich seit 1873 beim Paradeplatz im Zentrum von Zürich. 1895 lancierte die SKA das „Effekten-Kursblatt“, das als erste regelmässig erscheinende Bankpublikation der Welt betrachtet wird. 1944 wird es in „bulletin“ umbenannt und ist seither das an Kunden, Anspruchsgruppen und weitere Interessierte gerichtete Magazin der Bank.

Mit der Eröffnung der ersten Filiale in Basel 1905 begann die Expansion der SKA in der Schweiz, die hauptsächlich durch die Übernahme von Regionalbanken erfolgte. Die ersten Filialen in der französisch- und italienischsprachigen Schweiz wurden 1906 in Genf und 1913 in Lugano eröffnet.

Nach der Eröffnung der ersten Vertretung in New York 1870 gründete die SKA weltweit an verschiedenen Standorten Vertretungen, z. B. in Paris (1910), London (1954), Buenos Aires (1959), Hongkong (1969) oder Bahrain (1975). 1964 erhielt die Filiale der SKA in New York eine Lizenz als Universalbank in den USA.

Der „Fall Chiasso“ brachte 1977 der SKA den grössten Verlust ihrer Geschichte ein. Hierbei hatten die Leiter der SKA-Filiale von Chiasso mit Unterstützung von Tessiner Anwälten und Politikern jahrelang Gelder aus Italien unrechtmässig nach Liechtenstein verschoben[4]. Unter dem Druck dieser Krise brach die SKA zu neuen Ufern auf und wandelte sich in der Folge vom Zürcher Traditionsinstitut zum internationalen Finanzdienstleister.

Die Zusammenarbeit der SKA mit der 1932 als Tochter der First National Bank of Boston gegründeten First Boston Corporation begann 1978. 1988 entstand die CS First Boston Inc. in New York. Die CS Holding wurde 1982 als Schwestergesellschaft der SKA geschaffen, um verschiedene Beteiligungen zusammenzufassen. 1989 wurde die SKA als Tochtergesellschaft in die CS Holding integriert. 1990 erhielt die CS Holding die Mehrheitskontrolle an der CS First Boston und wurde zur ersten nichtamerikanischen Gesellschaft mit einer Mehrheitsbeteiligung an einer US-Investmentbank.

Zu den jüngsten wichtigen Übernahmen der SKA in der Schweiz zählen die Akquisitionen der Bank Leu 1990 und der Schweizerischen Volksbank 1993. Die Schweizerische Volksbank (damals einzigartig als Genossenschaft und nicht als AG strukturiert) war damals die viertgrösste Bank der Schweiz, während die SBG (Schweizerische Bankgesellschaft) und der Schweizerische Bankverein (SBV) die Positionen 1 und 2 innehatten. SBG wie auch SBV fusionierten später zur heutigen UBS.

1996 beschlossen die CS Holding und die Winterthur, eine Allianz einzugehen, um gemeinsame Absatzmöglichkeiten für ihre Produkte zu erschliessen. 1997 wurde die CS Holding zur Credit Suisse Group mit vier Geschäftseinheiten: Credit Suisse, Credit Suisse Private Banking, Credit Suisse First Boston und Credit Suisse Asset Management. Im selben Jahr erfolgte der Zusammenschluss zwischen der Credit Suisse Group und der Winterthur.

2004 gab die Gruppe bekannt, die Winterthur fortan als Finanzbeteiligung zu führen und für eine mögliche Kapitaltransaktion vorzubereiten. Am 14. Juni 2006 wurde der Verkauf der Winterthur an die französische AXA-Gruppe bekanntgegeben.

Seit 1. Januar 2006 tritt die Credit Suisse als integrierte globale Bank mit drei Geschäftsbereichen – Investment Banking, Private Banking, Asset Management – auf („One Bank“). Seit 1. Januar 2007 sind alle bisherigen Credit-Suisse-Töchter im Bereich Private Banking zur fünftgrössten Privatkundenbank der Schweiz Clariden Leu vereinigt.

Früheres Logo der Credit Suisse, 1997–2006

Auf das erste Signet der SKA von 1856 – schwungvoll geschriebener Schriftzug SKA – folgte 1930 ein Geldmünzensymbol mit 20 Sternen für die Zweigniederlassungen und den Hauptsitz. Das neue Markenzeichen von 1952 enthielt erstmals ein Bild; es zeigt einen Anker als Symbol für Vertrauen, umrundet von Verankert im Vertrauen oben und Schweizerische Kreditanstalt unten.

1967 lancierte die Bank ihre erste systematische Werbekampagne. 1968 wurde aus einem breit angelegten Wettbewerb das Wermelinger-Kreuz als neues Logo gewählt.

1976 führte die SKA wiederum ein neues Logo mit den Farben Rot, Weiss und Blau ein. 1997 wurde das Logo überarbeitet und modernisiert. 2006 führte die Credit Suisse anlässlich ihres 150-jährigen Bestehens das heutige Logo ein.

Kritik

1997 richtete die Credit Suisse zusammen mit dem Schweizerischen Bankverein und der Schweizerischen Bankgesellschaft (1998 zur UBS fusioniert) auf internationalen Druck hin einen Fonds zur Entschädigung von Holocaust-Opfern ein. Den Banken wurde vorgeworfen, Guthaben im Wert von mehreren hundert Millionen US-Dollar zu lagern, die deutsche Nationalsozialisten jüdischen Bürgern geraubt und in der Schweiz deponiert hätten.[5]

Wie andere Schweizer Banken wurde die Credit Suisse für ihre Geschäftsbeziehungen mit Südafrika zur Zeit der Apartheid kritisiert. 2002 wurde in New York eine Klage von 91 Apartheid-Opfern gegen Credit Suisse, UBS und 20 weitere westliche Unternehmen eingereicht, die durch Zusammenarbeit mit Apartheid-Südafrika schwere Menschenrechtsverstösse unterstützt haben sollen. Die Klage wurde im November 2004 abgewiesen und befindet sich in der Berufung[6].

2007 kritisierten Menschenrechts- und Umweltschutzorganisationen die Credit Suisse, da sie zusammen mit weiteren Banken den Börsengang des malaysischen Holzkonzerns Samling in Hongkong finanzierte. Umweltschützer werfen Samling die Zerstörung von Regenwäldern und illegalen Holzschlag vor und fordern, dass die Credit Suisse die schätzungsweise 10 Millionen Dollar Gewinn aus dem Geschäft für den Schutz der Regenwälder bereitstellt. Die Credit Suisse vertritt den Standpunkt, diese Geschäftsbeziehung umfassend überprüft zu haben, insbesondere im Hinblick auf nachhaltige Waldbewirtschaftung und die Einhaltung der lokalen Umweltbestimmungen durch Samling.

Literatur

  • M. Esslinger: Geschichte der Schweizerischen Kreditanstalt während der ersten 50 Jahre ihres Bestehens. Orell Füssli, Mai 1907. 
  • Joseph Jung: Von der Schweizerischen Kreditanstalt zur Credit Suisse Group / Eine Bankengeschichte. 2. Auflage. NZZ Verlag, 2000. 

 Commons: Credit Suisse – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. a b Eintrag im Bankenstamm der Swiss Interbank Clearing
  2. Financial Report 3Q09. Abgerufen am 19. Dezember 2009 (PDF, englisch).
  3. Credit Suisse: Geschäftsbericht 2008
  4. WochenZeitung: Wie das Tessin kolonialisiert wurde
  5. Artikel über das Bankwesen in der Microsoft Encarta (Link nicht mehr abrufbar)
  6. Aktion Finanzplatz Schweiz: Südafrika / Apartheid-Entschädigungs-Klagen
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