Curitiba

-25.429755555556-49.271741666667934
Curitiba
DEC
Curitiba

Curitiba auf der Karte von Brasilien

Basisdaten
StaatBrasilien
BundesstaatParaná
Stadtgründung29. März 1693
Einwohner1.746.484 (Ber. 2006)
   - im Ballungsraum3.123.650
Stadtinsignien
Detaildaten
Fläche434 km²
Bevölkerungsdichte4024 Ew./km²
Höhe934 m
Postleitzahl80000-000 bis 87999-999
Vorwahl(+55) 41
ZeitzoneUTC-3
StadtvorsitzCarlos Alberto Richa
Websitecuritiba.pr.gov.br curitiba.pr.gov.br curitiba.pr.gov.br
Curitiba von oben
Satellitenbild von Curitiba
Bundesuniversität von Paraná
(Universidade Federal do Paraná – UFPR)

Curitiba ist eine Großstadt in Brasilien und Hauptstadt des Bundesstaates Paraná. Die Stadt liegt auf einer Hochebene im Landesinneren, ca. 90 Kilometer entfernt vom Hafen Paranaguá und hat etwa 1,7 Millionen Einwohner. Die geografischen Koordinaten sind 25,42° südliche Breite und 49,29° westliche Länge, die Höhe über dem Meeresspiegel beträgt 934 Meter.

Inhaltsverzeichnis


Geschichte

Der Name Curitiba kommt vom Wort Cure Tuba der Tupi-Sprache, das sich auf die in der Region zahlreichen Araukarien bezieht. Die Portugiesen, die die Stadt 1693 gründeten, gaben ihr den Namen Vila Nossa Senhora da Luz e Bom Jesus dos Pinhais. Schon 1721 wurde der Name in Curitiba geändert.

Curitiba wurde 1842 offiziell eine Stadt. Ihr Wachstum basierte auf Handel, besonders Viehhandel. 1854 wurde Curitiba die Hauptstadt von Paraná. Es folgte eine Phase schneller Entwicklung, in welcher Schulen und Theater errichtet wurden.

Ab 1870 wanderten viele europäische Immigranten, vor allem Deutsche, Polen und Italiener, nach Curitiba ein. Auch eine kleinere Anzahl von japanischen, französischen, britischen und Schweizer Einwanderern gründeten Kolonien in der Nähe der Stadt und widmeten sich hauptsächlich der Landwirtschaft und traditionellem Handwerk.

Im Jahr 1913 wurde mit der Universidade Federal do Paraná die erste Bundesuniversität gegründet, und die Stadt sah auch die ersten elektrisch betriebenen Busse.

Planung

Bushaltestelle mit Doppelgelenkbussen

In Fachkreisen ist die Stadt Curitiba für ihr leistungsfähiges Transportsystem mit eigenen Busspuren auf den Hauptstraßen bekannt. Zum Einsatz kommen Doppelgelenkbusse und die Haltestellen sind erhöhte Röhren, die mit Zugang für Behinderte ausgerüstet sind. Das System, von 85% der Bevölkerung Curitibas benutzt, diente dem TransMilenio in Bogotá (Kolumbien) als Vorbild. Die Stadt ist auch bei der Erhaltung der Grünflächen erfolgreich und rühmt sich, pro Einwohner 54 Quadratmeter Grünfläche zu haben.

Die Stadt begann auch ein weiteres interessantes Projekt: Unter dem Namen „Faróis do Saber“ (Leuchttürme des Wissens) wurden frei verfügbare Bildungszentren wie Bibliotheken, Internet-Zugang und andere kulturelle Einrichtungen eröffnet. An die Gebäude von diesen Einrichtungen wurden dann auch tatsächlich Leuchttürme angebaut, um diese weithin erkennbar zu machen.

Heute wird Curitiba als eines der weltweit besten Beispiele für gelungene städtische Planung betrachtet. Im Juni 1996 wurde Curitiba auf dem Kongress der Stadtplaner in Istanbul als die „innovativste Stadt der Welt“ geehrt.


Touristische Ziele (Auswahl)

360°-Panorama, Aussicht vom Torre Panorâmica

Sport

Seit 1967 besitzt Curitiba eine Motorsport-Rennstrecke, die in den 90iger Jahren erweitert und modernisiert wurde. Der Autódromo Internacional de Curitiba gehört zu den modernsten Rennstrecken des Landes. Die Tourenwagen-Weltmeisterschaft 2008 begann am 2. März 2008 in Curitiba.[1]

Curitiba hat mehrere Fußballvereine. Die wichtigsten sind:

Wirtschaft und Infrastruktur

Die Deutsch-Brasilianische Industrie- und Handelskammer ist in Curitiba mit einer Zweigstelle vertreten.[2] Neben Siemens und der Robert Bosch GmbH gibt es weitere Werke der Automobilproduzenten Volkswagen, Renault und Volvo im Industriepark von Curitiba. Auch eine Erdölraffinerie produziert vor Ort. Curitibas Wirtschaft profitiert besonders von dem nur rund 70 Kilometer entfernten Hafen Paranaguá.[3]

Verkehr

Bis in die 1960er-Jahre war die Bevölkerung Curitibas auf 430.000 angewachsen. Man befürchtete, dass das Wachstum der Bevölkerung das Leben in der Stadt drastisch verändern würde. Im Jahr 1964 bat Bürgermeister Ivo Arzua um Vorschläge für eine Stadtplanung. Der Architekt Jaime Lerner, der später Bürgermeister und danach Gouverneur wurde, führte eine Gruppe der Bundesuniversität des Bundesstaates Paraná an, welche vorschlug, die städtische Ausbreitung streng zu kontrollieren, den Verkehr in der Innenstadt zu verringern, das historische Erbe Curitibas zu bewahren und einen bequemen und allgemein erschwinglichen öffentlichen Verkehr aufzubauen. Dieser Plan wurde 1968 angenommen. Lerner schloss die Rua XV de Novembro – eine der Hauptdurchzugsstraßen – für den Autoverkehr und wendete ein neues Straßendesign zur Verringerung des Verkehrs an. Dieses Design, genannt das Dreifach-Straßensystem, besteht aus zwei Einbahnstraßen, die in den entgegengesetzten Richtungen führen und eine kleinere, zweispurige Straße umgeben.

Öffentlicher Nahverkehr

In den 1980er Jahren wurde die Rede Integrada de Transporte (integriertes Transportnetz) fertiggestellt. Sie erlaubt eine Fahrt zu jedem Punkt in der Stadt zu einen einzigen Fahrpreis.

Eine Besonderheit in Curitiba sind die Haltestellenröhren mit Hochbahnsteig, die an allen Haltestellen mit Linha Direta- bzw. Expresso Biarticulado-Bedienung aufgestellt wurden. Diese sind immer mit Personal besetzt, die den zeitaufwändigen Fahrkartenverkauf und die Fahrscheinkontrolle bereits am Eingang zur Röhre durchführen, so dass das Fahrzeug mit nur sehr kurzen Haltezeiten für den Fahrgastwechsel an sich auskommt. Verstärkt wird dieser Effekt durch die Hochbahnsteige, die ein ebenes Ein- und Aussteigen ohne Stufen ermöglichen. Hierdurch kann mit den Hochflurbussen eine außergewöhnlich hohe Reisegeschwindigkeit erzielt werden.

Den genaueren Vorgang eines solchen Fahrgastwechsels zeigt folgende Bilderserie:

Das “Rede Integrada de Transporte“: Die “linhas expresso biarticulado” und die “linhas direta

Das Busnetz an sich wurde streng durchhierarchisiert, so dass es heute zehn unterschiedliche Produkte mit jeweils spezifischen Verkehrsaufgaben gibt:

  • Circular Centro (weiß lackierte Kleinbusse): eine Ringlinie zur Erschließung des zentralen Stadtbereichs
  • Convencional (gelb lackierte Kleinbusse): zur Erschließung eines Stadtteils
  • Convencional / Troncal (gelb lackierte Normalbusse): Verbindungslinien zwischen den Stadtteilen
  • Troncal Articulado (gelb lackierte Gelenkbusse): stark belastete Verbindungslinien zwischen den Stadtteilen
  • Alimentador (orange lackierte Normalbusse): Zubringerlinien zu den Interbairros, den Diretas und den Expressos
  • Alimentador Articulado (orange lackierte Gelenkbusse): stark belastete Zubringerlinien zu den Interbairros, den Diretas und den Expressos
  • Interbairros Padron (dunkelgrün lackierte Normalbusse): schnelle Verbindungslinien zwischen den Stadtteilen
  • Interbairros Articulado (dunkelgrün lackierte Gelenkbusse): stark belastete, schnelle Verbindungslinien zwischen den Stadtteilen
  • Linha Direta (silberfarben lackierte Gelenk-Hochflurbusse): diese bilden ein Schnellbusnetz, welches die großen Umsteigepunkte der Stadt ohne Zwischenhalte verbindet - die Busse haben ihre Einstiegstüren auf der linken Fahrzeugseite, da somit eine Haltestellenröhre auch von rechts angefahren werden kann und ein direktes Umsteigen am selben Bussteig durch die Röhre hindurch in den gegenüberliegenden Bus erfolgen kann
  • Expresso Biarticulado (dunkelorange lackierte Doppelgelenk-Hochflurbusse): ein hochleistungsfähiges Netz von die Stadt durchquerenden Linien, welches den Charakter eines „Stadtbahnsystems auf Reifen“ aufweist und zum allergrößten Teil auf eigenen, vom restlichen Autoverkehr unabhängigen, Bustrassen verkehrt.

Fernverkehr

Flughafen

In São José dos Pinhais nahe der Stadt Curitiba liegt der Flughafen Afonso Pena International (IATA: CWB, ICAO: SBCT). Er ist an das Nahverkehrsnetz angebunden. Kommerziell orientierte Flüge der Region werden sämtlich über diesen Flughafen abgewickelt.

Fernstraßen

Curitiba hat Anschluss an die großen Städte Brasiliens über die Autobahnen BR-116, BR-376/101, BR-277, BR-476 und BR-153. So führt beispielsweise die Fernstraße São Paulo–Rio Grande do Sul durch das Stadtgebiet.

Rodoferroviária

Die Rodoferroviária entspricht dem, was man im deutschen Sprachraum am ehesten mit „Zentraler Omnibusbahnhof“ bezeichnet. Die von Curitiba aus startenden oder durch die Stadt leitenden Busverbindungen erlauben Busreisen auch in deutlich mehr als 1000 Kilometer entfernte Ziele (z. B. Recife oder Rio de Janeiro).[4] Zum Einsatz kommen dabei überwiegend komfortable Überland-Reisebusse.

Eisenbahnlinien

Personenzugverkehr existiert nicht, auch nicht im Nahverkehr. Die Stadt hat allerdings Anschluss an den schienengebundenen Güterverkehr. Aber der Serra Verde Express für Touristen verbindet täglich Curitiba mit Morretes. Sonntags bis zum Hafen von Paranaguá, wenn der Bahnhof fertig renoviert ist.[1]

Söhne und Töchter der Stadt

Botanischer Garten der Stadt

Literatur

  • Rosane M. Zanini: Stadtentwicklung, Stadtplanung, Favelas: Entwicklungsprobleme einer Hauptstadt: Das Beispiel Curitiba im Bundesstaat Paraná (Südbrasilien), Verlag: Lang, Peter Bern, 2005, ISBN 3039103563,ISBN 978-3039103560.
  • Klaus Frey: Demokratie und Umweltschutz in Brasilien. Strategien nachhaltiger Entwicklung in Santos und Curitiba, LIT Verlag, Berlin-Hamburg-Münster, 1997, ISBN 382583428X, ISBN 978-3825834289.

 Commons: Curitiba – Album mit Bildern und/oder Videos und Audiodateien

  • Homepage von Curitiba (englisch, portugiesisch)
  • Homepage der Prefeitura (Rathaus) Municipal Curitiba (portugiesisch, englisch)
  • Homepage vom IPPUC dem Stadtplanungsinstitut (portugiesisch)
  • Einzelnachweise

    1. LifePR: Kampf um die Tourenwagen-WM beginnt für BMW in Curitiba vom 3. März 2009.
    2. Industrie- und Handelskammer Zweigstelle Curitiba
    3. Manager Magazin:Zukunftsstädte - Curitiba in Brasilien vom 9. Juni 2005.
    4. http://www.rodoviariaonline.com.br/
    © Dieser Artikel zu Curitiba stammt von Wikipedia und ist lizensiert
    unter GFDL. Hier können Sie den Original-Artikel zu Curitiba , die Versionsgeschichte
    und die Liste der Autoren einsehen.
    © Dieser Artikel zu stammt von Wikipedia und ist lizensiert
    unter GFDL. Hier können Sie den Original-Artikel zu , die Versionsgeschichte
    und die Liste der Autoren einsehen.