David Nalbandian

David Nalbandian
Nationalität: Argentinien
Geburtstag:01. Januar 1982
Größe:180 cm
Gewicht:90 kg
1. Profisaison:2000
Spielhand:Rechts
Trainer:Luis Lobo
Einzel
Karrieretitel:10
Höchste Platzierung:3 (20. März 2008)
Aktuelle Platzierung:16
Grand-Slam-Bilanz
Grand-Slam-Titel:0
Australian OpenHF (2006)
French OpenHF (2004, 2006)
WimbledonF (2002)
US OpenHF (2003)
Doppel
Karrieretitel:0
Höchste Platzierung:116 (21. Juli 2003)
Aktuelle Platzierung:127
Grand-Slam-Bilanz
Grand-Slam-Titel:0
Australian Open1R (2003)
French Open1R (2003)
Wimbledon2R (2003)
US Open
Letzte Aktualisierung der Infobox: 5. Juli 2009

David Nalbandian (* 1. Januar 1982 in Unquillo, einem Vorort von Córdoba) ist ein argentinischer Profi-Tennisspieler mit armenischen Wurzeln. Nalbandian konnte in seiner bisherigen Profikarriere zehn Turniere im Einzel gewinnen, darunter der Sieg beim Tennis Masters Cup 2005 in Shanghai. Die Jahre 2003-2007 konnte der Argentinier jeweils unter den besten zehn Spielern der Tennis-Weltrangliste beenden, wobei seine persönliche Bestleistung bislang der dritte Platz der Rangliste war, den er im März 2006 erstmals erreichte.

Inhaltsverzeichnis

Tenniskarriere

Nalbandian war einer der erfolgreichsten Juniorenspieler der Jahre 1998 und 1999. So konnte er in der Saison 1998 den Juniorentitel der US Open gewinnen und dazu noch einige weitere prestigeträchtige Juniorentitel sowohl im Einzel als auch im Doppel erringen. Im folgenden Jahr folgte der Junioren-Doppeltitel in Wimbledon, sowie das Halbfinale im Einzel, wo er aufgrund eines Spielplan-Missverständnisses das Spiel verpasste. In beiden Jahren hatte Nalbandian schon Auftritte auf den Challenger und Future Turnierserien, bevor er im Jahr 2000 den Sprung auf die Profi-Tour vollzog. Seine erste Profisaison beendete Nalbandian nach zwei Halbfinalauftritten auf der Challenger-Tour unter den besten 300 Spielern der Weltrangliste. 2001 folgte der Sprung unter die besten 50 Spieler der Welt, maßgeblich vorangetrieben durch zwei Challenger-Turniersiege, seinem ersten ATP-Finale in Palermo und zwei weiteren Halbfinalteilnahmen bei Turnieren dieser Kategorie. In Estoril gewann der Argentinier im folgenden Jahr das erste ATP-Turnier seiner Karriere und beim Grand-Slam Turnier in Wimbledon erreichte Nalbandian bei seinem Profi-Turnierdebüt auf dem heiligen Rasen von Wimbledon das Finale, wo er Lleyton Hewitt allerdings deutlich unterlegen war. Später im Jahr folgte der zweite Turniersieg in Basel.

2003 erreichte Nalbandian das Viertelfinale bei den Australian Open und spielte sich durch konstante Ergebnisse im Saisonverlauf in die Top-Ten der Weltrangliste vor. Bei den US Open erreichte er das Halbfinale, wo er gegen den Amerikaner Andy Roddick einen Matchball nicht verwerten konnte und das Spiel noch verlor. Aufgrund einiger Verletzungen konnte er zum Saisonende nur noch wenige Turniere bestreiten, qualifizierte sich aber zum ersten Mal für den saisonabschließenden Tennis Masters Cup. 2004 erreichte Nalbandian wiederum das Viertelfinale der Australian Open und das Halbfinale der French Open. Insgesamt drei Turnierfinals erreichte er in dieser Saison (davon zwei der Masters Series Kategorie) musste sich jedoch in allen Finalbegegnungen geschlagen geben. Auch aufgrund mehrerer Verletzungen rutschte Nalbandian im Vergleich zum Vorjahr einen Platz auf Position 9 in der abschließenden Weltrangliste ab. 2005 gelang dem Argentinier in München nach rund 2 1/2 Jahren erstmals wieder ein Turniererfolg. Bei drei der vier Grand-Slam Turniere konnte Nalbandian das Viertelfinale erreichen und durch mehrere Verletzungsabsagen besser platzierter Spieler wurde ihm die Teilnahme am Masters Cup ermöglicht. Hier gewann er zwei Vorrundenmatches und drang bis ins Finale des Turniers vor, wo er den zweifachen Titelverteidiger und Weltranglistenersten Roger Federer nach einem 0-2 Satzrückstand noch besiegen konnte, um den bisher größten Erfolg seiner Tenniskarriere einzufahren.

David Nalbandian beim Aufschlag

Die Saison 2006 begann für Nalbandian mit dem Halbfinaleinzug bei den Australian Open, wo er trotz deutlicher Führung noch den zweiten Grand-Slam Finaleinzug seiner Karriere verpasste. Nalbandian ist damit neben Federer, Nadal, Djokovic und Safin einer von fünf aktiven Spielern, die in ihrer Karriere bei allen vier Grand-Slam Turnieren mindestens einmal das Halbfinale erreichen konnten. Nach dem Sprung auf Platz 3 der Weltrangliste in den folgenden Monaten konnte Nalbandian Anfang Mai in Estoril gegen Nikolai Dawydenko seinen ersten Saisontitel erringen. Im Juni 2006 folgte eine weitere Halbfinal-Teilnahme bei einem Grand-Slam Turnier, allerdings musste der Argentinier sein Spiel bei den French Open gegen Roger Federer beim Stand von 6:3 4:6 2:5 wegen einer Bauchmuskelzerrung aufgeben und verpasste eine erneute Möglichkeit auf eine zweite Finalteilnahme bei einem Tennisturnier der höchsten Kategorie. In den folgenden Wochen und Monaten fand Nalbandian auch aufgrund seiner gesundheitlichen Probleme nicht mehr in die Frühform der Saison zurück und konnte seit den French Open nur noch eine Spielbilanz von 11 Siegen bei 8 Niederlagen vorweisen. Unter diesen Niederlagen waren unter anderem auch eine Drittrundenniederlage gegen Fernando Verdasco in Wimbledon, sowie das Zweitrundenaus gegen Marat Safin bei den US Open. Im ATP-Champions-Race reichte ein siebter Platz dennoch für eine erneute Teilnahme am Tennis Masters Cup, wo er trotz zweier Vorrundenniederlagen erneut das Halbfinale erreichte, dem Amerikaner James Blake dort aber deutlich unterlegen war und die Saison auf Platz 8 der Weltrangliste beendete.

Die Saison 2007 begann für Nalbandian mit einem Achtelfinale bei den Australian Open, wo er allerdings relativ deutlich in 4 Sätzen an Tommy Haas scheiterte. Weiters erreichte er das Achtelfinale beim ATP Masters Series Turnier von Indian Wells und das Viertelfinale in Barcelona. Bei den French Open schied Nalbandian in 4 Sätzen gegen Nikolai Dawidenko aus. Danach fiel Nalbandian in ein Formtief und schaffte bis zum Oktober keine nennenswerten Resultate. In Wimbledon und bei den US Open scheiterte er jeweils in der 3. Runde. Im Oktober konnte er überraschend das Masters Turnier von Madrid mit einem 1:6 6:3 6:3 Finalsieg über Roger Federer gewinnen. Auf dem Weg zum Turniersieg konnte er dabei auch die Nummer 2 und 3 der Weltrangliste, Rafael Nadal und Novak Đjoković besiegen. Zwei Wochen später erreichte er beim Masters in Paris erneut das Endspiel, wo er den Weltranglistenzweiten Nadal diesmal im Finale schlug. Auf dem Weg ins Finale hatte er ebenso wieder den Weltranglistenersten Federer besiegt. Mit den beiden Turniersiegen (bei denen er insgesamt 6 Top-Ten-Spieler in Folge schlug) beendete Nalbandian zum fünften Mal in Folge eine Saison unter den Top-Ten der Weltrangliste, obwohl er vor Beginn des Masters in Madrid nur auf Platz 25 geführt war.

Beim ersten Grand-Slam-Turnier der Saison 2008 scheiterte Nalbandian in der dritten Runde, bevor er in Buenos Aires im Februar seinen insgesamt achten Karrieretitel erringen konnte. Beim Hartplatzturnier von Indian Wells konnte er nach mehreren knappen Partien zumindest das Halbfinale erreichen. Nach einer eher unterdurchschnittlichen Sandplatzsaison verlor Nalbandian bei den French Open in der zweiten Runde überraschend gegen Jeremy Chardy nach einer 2-0 Satzführung. Nach diesem herben Rückschlag erreichte Nalbandian immerhin beim Vorbereitungsturnier für Wimbledon im Londoner Queen’s Club das Halbfinale, wo er allerdings chancenlos gegen Novak Đjoković war. Trotz dieser Niederlage war man schon gespannt, was Nalbandian in Wimbledon zeigen kann, weil er letztes Jahr auf ähnlich schnellen Belägen wie Rasen sehr erfolgreich war. Doch der Finalist von 2002 hatte überraschenderweise keine Chancen gegen den eher unbekannten Kanadier Frank Dancevic. Dies war das erste Mal, dass Nalbandian in Runde 1 in Wimbledon als Verlierer vom Platz ging. Der Negativtrend bei den Grand Slams setzt sich somit für Nalbandian weiter fort. Sein letztes für ihn akzeptables Ergebnis war das Erreichen des Halbfinales bei den French Open 2006. Nach Wimbledon musste Nalbandian eine verletzungsbedingte Pause einlegen und konnte erst wieder bei den Olympischen Spielen antreten. Er verpasste somit die beiden Masters-Series Turniere in Toronto und Cincinnati und trat daher ohne Vorbereitung in Peking an. Nach einem leichten Sieg gegen den unbekannten Chinesen Shaoxuan Zeng und einem Sieg gegen den chilenischen Titelverteidiger Nicolas Massu, verlor Nalbandian im Achtelfinale gegen den französischen Shooting-Star Gael Monfils mit 4:6 4:6. Sein anschließendes Abschneiden beim letzten Grand-Slam-Turnier des Jahres, den US Open, war nicht erfolgreicher als bei seinen letzten Grand-Slam- Turnieren. Er erreichte dieses Mal die dritte Runde, in dieser er abermals gegen Gael Monfils mit 3:6 4:6 2:6 scheiterte. Im Oktober kam Nalbandian wie im Vorjahr in Form und konnte mit dem Sieg des ATP-Turnieres in Stockholm (Finale: 6:2 5:7 6:3 gegen Robin Söderling) aufzeigen. Beim anschließenden Masters-Series Turnier in Madrid konnte Nalbandian seinen Titel nicht verteidigen, da er im Achtelfinale gegen seinen Landsmann Juan Martin Del Potro verlor. Seine Revanche nahm Nalbandian eine Woche später, als er Del Potro im Halbfinale des ATP-Turnieres in Basel bezwang und somit ins Finale einzog, das er aber gegen einen an diesem Tag überragenden Roger Federer verlor. Durch seine starken Ergebnisse im Oktober hatte Nalbandian noch die Chance sich beim Masters in Paris Bercy für den Masters-Cup in Shanghai zu qualifizieren. Er hätte jedoch das Turnier gewinnen müssen, was ihm knapp nicht gelang, da er sich im Finale Jo-Wilfried Tsonga mit 3:6 6:4 4:6 geschlagen geben musste. Diese Niederlage führte dazu, dass sich Nalbandian das erste Mal seit dem Jahr 2003 am Ende der Saison außerhalb der Top 10 klassierte.

Nach einem für Nalbandian enttäuschendem Jahr 2008, begann das Jahr 2009 für ihn sehr viel versprechend. Er konnte gleich zu Beginn das ATP-Turnier (250er Serie) von Sydney gewinnen, wo er im Finale Jarko Nieminen bezwang. Da das Turnier von Sydney nur eine Woche vor den Australian Open stattfand, und noch dazu am selben Hartplatz-Belag (Plexicushion), waren Nalbandians Erwartungen für das erste Grand-Slam-Turnier des Jahres hoch. Nalbandians Misere bei den Grand-Slam-Turnieren hielt jedoch an. Er verlor bereits in Runde 2 gegen den ziemlich unbekannten Taiwaner Yen-Hsun Lu in 5 Sätzen mit 4:6 7:5 6:4 4:6 2:6, nachdem es nach Satz 3 so aussah als würde Nalbandian seinen Gegner kontrollieren.

Davis Cup

Nalbandian ist ein regelmäßiges Mitglied der argentinischen Davis Cup Mannschaft und kann eine 20-6 Bilanz aus insgesamt 12 Partien vorweisen. Die erste von bislang drei Einzelniederlagen seiner Karriere resultierte dabei aus seinem Davis Cup Debüt in der Saison 2002, als Argentinien der russischen Mannschaft im Halbfinale des Wettbewerbs unterlag. Seit der Saison 2003 ist Nalbandian eine feste Größe in der Mannschaft und wurde seitdem für jede Begegnung seines Landes nominiert und konnte nur zweimal, aufgrund von Verletzungen, an Davis Cup Begegnungen nicht teilnehmen. So musste er das Halbfinalduell 2003 gegen die spanische Mannschaft (Argentinien verlor mit 2 bis 3) absagen, nachdem er sein Land mit einer 4-0 Bilanz bis in diese Phase des Wettbewerbs geführt hatte. Auch 2004 musste er eine Begegnung verletzungsbedingt absagen, Argentinien unterlag Weißrussland im Viertelfinale mit 0 bis 5. 2005 wurde Nalbandian endgültig zum Führungsspieler in der argentinischen Davis Cup Mannschaft, nachdem er alle drei Siegpunkte im Viertelfinale in Australien auf Rasenbelag erzielte und sein Land damit zum dritten Mal innerhalb von vier Jahren ins Halbfinale des Wettbewerbs führte. Den Finaleinzug verpasste die Mannschaft dann gegen die Slowakei, Nalbandian holte in seinem Einzelmatch den einzigen Punkt für sein Land.

2006 gewann Argentinien die erste Runde der Saison mit 5 bis 0 gegen Schweden. Im Viertelfinale gegen Titelverteidiger Kroatien musste Nalbandian zwar die zweite Einzelniederlage seiner Karriere hinnehmen, führte die Mannschaft aber dennoch mit seinen Siegen im ersten Einzel und im Doppel erneut ins Halbfinale. Dort besiegte er im Einzel Mark Philippoussis aus Australien und im Doppel mit seinem Landsmann Agustin Calleri das australische Doppelteam mit Wayne Arthurs und Paul Hanley. Insgesamt besiegte Argentinien den Gegner aus Australien mit 5 bis 0 und zog damit erstmals seit 1981 ins Finale des Wettbewerbs ein, wo die Mannschaft gegen Russland antrat. Im Endspiel gewann Nalbandian seine beiden Einzelpartien gegen Marat Safin und Nikolay Davydenko, die Begegnung ging insgesamt aber mit 2 bis 3 an Russland. In der Saison 2007 nahm Nalbandian erst an der Viertelfinalbegegnung gegen Schweden teil, wo er sein erstes Einzel gegen Thomas Johansson verlor und Argentinien am Ende klar mit 1 bis 4 unterlag.

Turniererfolge

Turniersiege (10)

Legend
Grand Slam (0)
Tennis Masters Cup (1)
ATP Masters Series (2)
ATP Tour (6)
Nr.DatumTurnierBodenbelagFinalgegnerFinalresultat
1.8. April 2002Estoril, PortugalSandJarkko Nieminen (Finnland)6-4 7-6(5)
2.21. Oktober 2002Basel, SchweizTeppich (i)Fernando Gonzalez (Chile)6-4 6-3 6-2
3.1. Mai 2005München, DeutschlandSandAndrei Pavel (Rumänien)6-4 6-1
4.20. November 2005Tennis Masters Cup, Shanghai, VR ChinaTeppich (i)Roger Federer (Schweiz)6-7(4) 6-7(11) 6-2 6-1 7-6(3)
5.7. Mai 2006Estoril, PortugalSandNikolai Dawydenko (Russland)6-3 6-4
6.21. Oktober 2007Madrid, SpanienHartplatz (i)Roger Federer (Schweiz)1-6 6-3 6-3
7.4. November 2007Paris, FrankreichHartplatz (i)Rafael Nadal (Spanien)6-4 6-0
8.24. Februar 2008Buenos Aires, ArgentinienSandJosé Acasuso (Argentinien)3-6 7-6 6-4
9.5. Oktober 2008Stockholm, SchwedenHartplatz (i)Robin Söderling (Schweden)6-2 5-7 6-3
10.17. Januar 2009Sydney, AustralienHartplatz (i)Jarkko Nieminen (Finnland)6-3 6-7(9) 6-2

Finalteilnahmen (8)

Nr.DatumTurnierBodenbelagFinalgegnerFinalresultat
1.24. September 2001Palermo, ItalienSandFelix Mantilla (Spanien)6-7(2), 4-6
2.24. Juni 2002Wimbledon, EnglandRasenLleyton Hewitt (Australien)1-6 3-6 2-6
3.4. August 2003Montreal, KanadaHardAndy Roddick (USA)1-6 3-6
4.20. Oktober 2003Basel, SchweizTeppichGuillermo Coria (Argentinien)Nicht angetreten
5.3. Mai 2004Rom, ItalienSandCarlos Moya (Spanien)3-6 3-6 1-6
6.18. Oktober 2004Madrid, SpanienHartplatzMarat Safin (Russland)2-6 4-6 3-6
7.25. Oktober 2004Basel, SchweizTeppichJiri Novak (Tschechien)7-5 3-6 4-6 6-1 2-6
8.2. März 2008Acapulco, MexikoSandNicolas Almagro (Spanien)1-6 6-7(1)
9.26. Oktober 2008Basel, SchweizHartplatzRoger Federer (Schweiz)3-6 4-6

(Nicht erfasst in dieser Auflistung sind zwei Turniererfolge und eine Finalteilnahme bei Turnieren der Challenger-Kategorie sowie ein Erfolg und eine Finalteilnahme bei Veranstaltungen der Future-Serie.)

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