Deutsche 11. Armee

Die Bezeichnung 11. Armee trugen Großverbände der deutschen Armee im Ersten und Zweiten Weltkrieg.

Inhaltsverzeichnis

Erster Weltkrieg

Die 11. Armee wurde im Frühjahr 1915 an der Westfront gebildet. Am 22. April 1915 wurde sie an die Ostfront verlegt, um unter dem Befehl von Generalfeldmarschall August von Mackensen an der Schlacht von Gorlice-Tarnów, südlich der Weichsel, teilzunehmen. Im Juli 1915 rückte die 11. Armee im Rahmen der deutschen Polen-Offensive bis auf russisches Gebiet vor und war im Herbst 1915 an der Offensive gegen Serbien beteiligt. Anschließend wurde die Armee an die Westfront zurückverlegt. Sie war unter anderem in der Schlacht um Verdun 1916 und der Frühjahrsoffensive 1918 involviert. Nach der deutschen Kapitulation im November 1918 wurde die Armee aufgelöst.

Zweiter Weltkrieg

Die 11. Armee wurde am 5. Oktober 1940 gebildet, um sich auf den bevorstehenden Krieg gegen die Sowjetunion vorzubereiten. Die Armee war beim Einmarsch in Russland während der Operation Barbarossa Teil der Heeresgruppe Süd. Am 12. September 1941 wurde General der Infanterie Erich von Manstein zum Oberbefehlshaber der 11. Armee ernannt. Sein Vorgänger, Generaloberst Eugen Ritter von Schobert, verstarb einen Tag zuvor, als dessen Flugzeug in einem russischen Minenfeld landete. Die 11. Armee wurde mit der Eroberung der Krim und der Sicherung der südlichen Flanke der auf Russland vorstoßenden Heeresgruppe Süd beauftragt.

Schlacht um Sewastopol

Die 11. Armee kämpfte von 1941 bis Mitte 1942 in Südrussland und belagerte beim Unternehmen Störfang die Festung in der Stadt Sewastopol, die schließlich im Juli 1942 erobert wurde. Die 11. Armee schnitt die russischen Einheiten erfolgreich vom Seezugang ab, wodurch geschätzte 100.000 Soldaten in deutsche Kriegsgefangenschaft fielen. Für diesen Erfolg wurde Manstein zum Generalfeldmarschall befördert.

Gliederung Juni 1942

  • XXX. Armeekorps: 72. und 170. Infanterie-Division, 28. leichte Division
  • XXXXII. Armeekorps: 46. Infanterie-Division, rumänisches General-Kommando 7 (10. und 19. Division, 4. Gebirgs-Division, 8. Kavallerie-Brigade)
  • LIV. Armeekorps: 22., 24. und 50. Infanterie-Division, verstärkte Infanterie-Regiment 213
  • Rumänisches Gebirgs-Korps: 18. Division, 1. Gebirgs-Division

Manstein empfahl, dass die 11. Armee nun entweder die Meerenge von Kertsch überqueren und in die Region Krasnodar vorrücken sollte, um die Stadt Rostow am Don einzunehmen, oder sich als Reserve für die Heeresgruppe Süd bereithalten würde. Hitler entschied jedoch, dass die Armee nicht an der Operation Blau teilnehmen sollte, in der die Heeresgruppe Süd in Südrussland auf Stalingrad vorrückte. Stattdessen wurden die Kräfte der 11. Armee aufgeteilt:

  • Das XXXXII. Armeekorps verblieb mit der 46. und 50. Infanterie-Division zur Sicherung auf der Krim.
  • Die 22. Infanterie-Division wurde als Luftlande-Division nach Kreta verlegt.
  • Die 72. Infanterie-Division wurde an die Heeresgruppe Mitte abgegeben.

Die 11. Armee selbst wurde mit dem XXX. und LIV. Armeekorps und zunächst nur vier Divisionen zur Heeresgruppe Nord verlegt. Dort sollte sie planmäßig auf zwölf Divisionen verstärkt und anschließend zur Eroberung von Leningrad eingesetzt werden. Tatsächlich wurde sie jedoch nur zur Behebung einer Krise am Ladoga-See verwandt. Am 21. November 1942 wurde das Armeeoberkommando 11 (AOK 11) mit Generalfeldmarschall Manstein dann in das Heeresgruppenkommando Don umgewandelt und übernahm dort den Befehl über die 6. Armee, die 4. Panzer-Armee und die 3. rumänische Armee.

Neuaufstellung Januar 1945

Am 26. Januar 1945 wurde das Panzerarmeeoberkommando 11 aus Teilen des Stabes Oberkommando Oberrhein durch die Waffen-SS neu aufgestellt, wodurch die Bezeichnung 11. Panzerarmee sowie 11. SS-Panzerarmee gängig wurden. Unterstellt wurde der Verband der Heeresgruppe Weichsel. Am 28. Januar wurde SS-Obergruppenführer Felix Steiner Oberbefehlshaber der Armee, blieb aber weiterhin auch Kommandierender General des III. SS-Panzerkorps. Ende Februar war der Großverband an dem Unternehmen Sonnenwende beteiligt, musste aber in Folge des Unternehmens in die Verteidigung übergehen; der Stab wurde durch das PzAOK 3 abgelöst. Nachdem der Stab der 11. Armee (ohne Oberbefehlshaber) in den Harz an die Westfront verlegt wurde, löste Hitler diesen am 25. März auf und bildete daraus zwei Korpsstäbe, einen davon zur Verwendung Steiners für einen zu befehlenden Sondereinsatz (→ Schlacht um Berlin). Am 2. April wurde das Armeeoberkommando 11 unter dem stellvertretenden Oberbefehl von Maximilian Hitzfeld neu gegründet; der Oberbefehl ging wenige Tage später an General Walther Lucht über. Die Kapitulation der 11. Armee erfolgte am 21. April.

Oberbefehlshaber

Literatur

  • Georg Tessin: Verbände und Truppen der deutschen Wehrmacht und Waffen-SS 1939 – 1945. Volume 3, Biblio Verlag, 1974, ISBN 3-7648-0942-6
  • Antony Beevor: Berlin: The Downfall 1945. Penguin Books, 2002, ISBN 0-670-88695-5
  • Earl F. Ziemke: Battle For Berlin: End Of The Third Reich. Ballantine Books, Macdomald & Co, 1969, ISBN 0-330-24007-2
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