Dysprosium

Eigenschaften
Allgemein
Name, Symbol, OrdnungszahlDysprosium, Dy, 66
SerieLanthanoide
Gruppe, Periode, BlockLa, 6, f
Aussehensilbrig weiß
CAS-Nummer7429-91-6
Massenanteil an der Erdhülle4,3 ppm[1]
Atomar
Atommasse162,50 u
Atomradius (berechnet)175 (228) pm
Elektronenkonfiguration[Xe] 4f10 6s2
Elektronen pro Energieniveau2, 8, 18, 28, 8, 2
1. Ionisierungsenergie573,0 kJ/mol
2. Ionisierungsenergie1130 kJ/mol
3. Ionisierungsenergie2200 kJ/mol
Physikalisch
Aggregatzustandfest
Kristallstrukturhexagonal
Dichte8,551 g/cm3
Schmelzpunkt1680 K (1407 °C)
Siedepunkt2840 K (2567 °C)
Molares Volumen19,01 · 10-6 m3/mol
Verdampfungswärme230 kJ/mol
Schmelzwärme11,06 kJ/mol
Schallgeschwindigkeit2170 m/s bei 293,15 K
Spezifische Wärmekapazität170 J/(kg · K)
Elektrische Leitfähigkeit1,08 · 106 A/(V · m)
Wärmeleitfähigkeit10,7 W/(m · K)
Chemisch
Oxidationszustände3
Oxide (Basizität)(schwach basisch)
Normalpotential-2,29 V (Dy3+ + 3e-→Dy)
Elektronegativität1,22 (Pauling-Skala)
Isotope
IsotopNHt1/2ZMZE MeVZP
152Dy

{syn.}

2,38 hε0,600152Tb
α3,727148Gd
153Dy

{syn.}

6,4 hε2,171153Tb
154Dy

{syn.}

3 · 106 aα2,947150Gd
155Dy

{syn.}

9,9 hε2,095155Tb
156Dy

0,06 %

Stabil
157Dy

{syn.}

8,14 hε1,341157Tb
158Dy

0,10 %

Stabil
159Dy

{syn.}

144,4 dε0,366159Tb
160Dy

2,34 %

Stabil
161Dy

18,91 %

Stabil
162Dy

25,51 %

Stabil
163Dy

24,90 %

Stabil
164Dy

28,18 %

Stabil
165Dy

{syn.}

2,334 hβ-1,286165Ho
166Dy

{syn.}

81,6 hβ-0,486166Ho
NMR-Eigenschaften
 Spinγ in
rad·T−1·s−1
EfL bei
B = 4,7 T
in MHz
161Dy-5/28,813 · 1080,0004176,59
163Dy5/21,226 · 1070,001129,17
Sicherheitshinweise
Gefahrstoffkennzeichnung [2]
Leicht-
entzündlich
(F)
R- und S-SätzeR: 11
S: 16-33-36/37/39
Soweit möglich und gebräuchlich, werden SI-Einheiten verwendet.
Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen.

Dysprosium (von griech. δυσπρόσιτος „unzugänglich“) ist ein chemisches Element im Periodensystem der Elemente mit dem Symbol Dy und der Ordnungszahl 66. Das Gruppe 3- und Periode-6-Element gehört zu den Lanthanoiden und wird den Metallen der Seltenen Erden zugeordnet.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Dysprosium

1886 gelang dem Franzosen P.E. Lecoq de Boisbaudran die Isolierung von Dysprosiumoxid aus einer Probe Holmiumoxid, das man bis zu diesem Zeitpunkt noch für eine einheitliche Substanz gehalten hatte. Da die chemischen Eigenschaften der Lanthanoide sehr ähnlich sind und sie in der Natur stets vergesellschaftet vorkommen, war auch hier eine Unterscheidung nur mit sehr aufwändigen Analysemethoden möglich. Sein Anteil am Aufbau der Erdkruste wird mit 0,00042 Gewichtsprozent angegeben. Die Ausgangsmaterialien sind Monazit und Bastnäsit.

Gewinnung und Darstellung

Nach einer aufwändigen Abtrennung der anderen Dysprosiumbegleiter wird das Oxid mit Fluorwasserstoff zum Dysprosiumfluorid umgesetzt. Anschließend wird mit Calcium unter Bildung von Calciumfluorid zum metallischen Dysprosium reduziert. Abtrennung verbleibender Calciumreste und Verunreinigungen erfolgen in einer zusätzlichen Umschmelzung im Vakuum. Nach einer Destillation im Hochvakuum gelangt man zum hochreinen Dysprosium.

Eigenschaften

Dysprosium ist ein silbergraues Schwermetall, das bieg- und dehnbar ist. Von dem Metall der seltenen Erden existieren zwei Modifikationen: Bei 1384 °C wandelt sich α-Dysprosium (hexagonal-dichtest) in β-Dysprosium (kubisch-raumzentriert) um.

Das Metall ist sehr unedel und daher sehr reaktionsfähig. An der Luft überzieht es sich mit einer Oxidschicht, in Wasser und in verdünnten Säuren löst es sich unter Wasserstoffbildung.

Verwendung

Sowohl die wirtschaftliche als auch technische Bedeutung ist relativ gering. So wird seine jährliche Fördermenge auf weniger als 100 Tonnen pro Jahr geschätzt. Es findet Verwendung in verschiedenen Legierungen, in Spezialmagneten und mit Blei legiert dient es als Abschirmmaterial in Kernreaktoren.

Weitere Anwendungen:

  • Zusammen mit Vanadium und anderen Elementen wird Dysprosium zur Herstellung von Laserwerkstoffen genutzt.
  • Dysprosium wird zum Dotieren von Calciumfluorid- und Calciumsulfatkristallen für Dosimeter verwendet.
  • Terbium- und dysprosiumhaltige Legierungen zeigen eine starke Magnetostriktion und werden in der Materialprüftechnik eingesetzt.
  • In Neodym-Eisen-Bor-Magneten erhöht es die Koerzitivität und erweitert den nutzbaren Temperaturbereich.
  • Dysprosiumoxid verbessert das dielektrische Verhalten von Bariumtitanat für Kondensatoren.
  • Vereinzelt wird es wegen seines hohen Einfangquerschnittes für thermischen Neutronen zur Herstellung von Regelstäben in der Kerntechnik verwendet.
  • Dysprosium verbessert das Emissionspektrum von Hochleistungshalogenlampen.
  • Dysprosium-Cadmium-Chalkogenide dienen als Infrarotquelle zur Untersuchung von chemischen Reaktionen.

Einzelnachweise

  1. Harry H. Binder: Lexikon der chemischen Elemente, S. Hirzel Verlag, Stuttgart 1999, ISBN 3-7776-0736-3.
  2. Eintrag zu Dysprosium in der GESTIS-Stoffdatenbank des BGIA, abgerufen am 28. April 2008 (JavaScript erforderlich).

 Wiktionary: Dysprosium – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen und Grammatik

 Commons: Dysprosium – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien

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