Emmaus biblischer Ort

Caravaggio: “Abendmahl in Emmaus” (um 1601)

Emmaus (Aussprache ursprünglich [ˈɛmaʊ̯s], später [ɛˈmau̩s]) ist ein im Lukasevangelium erwähnter Ort in der Nähe von Jerusalem, aus dem Kleopas, ein Jünger Jesu, stammte. „Emmaus“ bedeutet „warme Quelle“, und war ein vergleichsweise häufiger Ortsname oder Namenszusatz.

Inhaltsverzeichnis

Biblischer Bericht

Lukas berichtet, Kleopas und ein weiterer Jünger seien am Tag nach Pessach von Jerusalem nach Emmaus gegangen und seien dabei dem auferstandenen Jesus begegnet, ohne ihn zuerst zu erkennen. Jesus habe ihnen die Schrift ausgelegt. Beim Abendessen, beim Brechen des Brotes, hätten sie ihn erkannt, worauf sie sofort nach Jerusalem zurückkehrten, um das den Aposteln und den anderen Jüngern zu berichten.

Historischer Beleg

Die Lage des damaligen Emmaus ist nicht gesichert. Drei Orte nehmen für sich in Anspruch, das biblische Emmaus zu sein. Neben Amwas sind das Abu Gosch und El-Qubeibe. Gemäß (Luk. 24,13) ist der Ort 60 Stadien (ca. 11,5 km) von Jerusalem entfernt.

Eusebius von Caesarea und Hieronymus bezeichneten im 5. Jahrhundert eine Ortschaft Nikopolis als das frühere Emmaus – das heutige Amwas. Das Haus des Kleopas sei später in eine Basilika umgewandelt worden. Problematisch dabei ist, dass dieser Ort 160 Stadien (31 km) von Jerusalem entfernt ist, was die Geschichte der Emmausjünger für Amwas eher unwahrscheinlich macht – sie müssten gemäß Lukas am Nachmittag den Weg von Jerusalem nach Emmaus gegnangen sein, und dabei einige Zeit im intensiven Gespräch mit Jesus verbracht haben, und am Abend von Emmaus nach Jerusalem zurückgegangen sein und die Jünger dort noch angetroffen haben. Das bedeutet eine Gesamtstrecke von über 60km in den Judäischen Bergen an einem halben Tag.

In Abu Gosch wurde eine Kreuzfahrerkirche errichtet, die an den Gang nach Emmaus erinnern soll. Abu Gosch befindet sich tatsächlich in einer Distanz zu Jerusalem, die dem Bericht im Lukasevangelium entspricht, jedoch hieß der Ort in neutestamentlicher Zeit nicht Emmaus.

Die Staatsunabhängige Theologische Hochschule Basel (STH) nennt als weiteren Ort den Jerusalemer Vorort Motsa, der zur neutestamentlichen Zeit Emmaus hieß und später von Kaiser Vespasian zu einer Veteranenkolonie ausgebaut und dann „Kolonia“ genannt wurde [1]. Bis vor der Staatsgründung Israels bestand beim heutigen Motsa ein arabisches Dorf mit dem Namen Kolonia [2], das in den Kriegswirren 1948 von seinen Bewohnern verlassen wurde. Der Ort ist zwar nur 30 Stadien von Jerusalem entfernt, Lukas hat mit der Entfernungsangabe von 60 Stadien möglicherweise den Hin- und Rückweg genannt. Unter der Leitung von Professor Carsten Peter Thiede wurde zwischen 2001 und 2004 die Grabungsstelle untersucht. Es konnte mit hoher Wahrscheinlichkeit nachgewiesen werden, dass es sich hierbei um den biblischen Ort handelt.

Das Emmaus-Motiv in der Kunst

Siehe auch

Einzelnachweise

  1. Ausgrabung - Projekt Emmaus der STH Basel
  2. Materialdienst Evangelischer Arbeitskreis Kirche und Israel

Weblinks zu zu

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