Erzbistum Salzburg

Dieser Artikel behandelt das römisch-katholische Bistum Salzburg. Für das historische Reichsfürstentum siehe Fürsterzbistum Salzburg – vgl. Salzburg (Begriffsklärung).
Karte
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Basisdaten
StaatÖsterreich
DiözesanbischofAlois Kothgasser SDB
WeihbischofAndreas Laun OSFS
Emeritierter DiözesanbischofGeorg Eder
Emeritierter WeihbischofJakob Mayr
GeneralvikarHans Jörg Hofer
BischofsvikarMatthäus Appesbacher
Fläche9.715 km²
Dekanate20 (31. Dezember 2007 / AP 2009)
Pfarreien209 (31. Dezember 2007 / AP 2009)
Einwohner706.407 (31. Dezember 2007 / AP 2009)
Katholiken503.959 (31. Dezember 2007 / AP 2009)
Anteil71,3 %
Diözesanpriester227 (31. Dezember 2007 / AP 2009)
Ordenspriester84 (31. Dezember 2007 / AP 2009)
Ständige Diakone38 (31. Dezember 2007 / AP 2009)
Katholiken je Priester1.620
Ordensbrüder134 (31. Dezember 2007 / AP 2009)
Ordensschwestern397 (31. Dezember 2007 / AP 2009)
RitusRömischer Ritus
LiturgiespracheDeutsch
KathedraleSalzburger Dom
Webpräsenzwww.kirchen.net/portal
SuffraganbistümerFeldkirch
Graz-Seckau
Gurk-Klagenfurt
Innsbruck
Kirchenprovinz
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Die Erzdiözese Salzburg (lat.: Archidioecesis Salisburgensis) ist eine Diözese in Österreich. Sie umfasst die Stadt und das Bundesland Salzburg sowie den Nordosten Tirols und ist heute die älteste bestehende Erzdiözese im gesamten deutschen Sprachraum. Als Metropolitandiözese schließt die Kirchenprovinz Salzburg West- und Südösterreich (Diözesen Feldkirch, Graz-Seckau, Gurk-Klagenfurt und Innsbruck) mit ein.

Sie entsteht 739 als Bistum Salzburg, wird 798 Erzbistum Salzburg und in den Jahren nach 1328 das Fürsterzbistum Salzburg, das 1803 säkularisiert wird, womit sich Kirchenprovinz und politisches Territorium trennen.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

→ siehe auch politische Geschichte des Fürsterzbistums Salzburg

Die Vita Sancti Severini berichtet, dass es um 450 im römischen Iuvavum eine Christengemeinde mit zwei Kirchen und einem Kloster gegeben hat. Nach dem Abzug des römischen Militärs im Jahr 488 wurde die Stadt in der Zeit der Völkerwanderung zerstört.

696 kam der Hl. Rupert und gründete das Stift Sankt Peter und das Frauenkloster auf dem Nonnberg. Er ließ wahrscheinlich um 700 eine große Kirche zu Ehren des hl. Petrus bauen und errichtete dort eine Gemeinschaft von Weltpriestern (Kanonikern), aus denen sich später das Domkapitel entwickelte.

Bonifatius brachte 739 die päpstliche Bestätigung für das neu gegründete Bistum und legte die Diözesangrenzen fest. Der aus Irland stammende Mönch und Bischof Virgil ließ in Salzburg einen dreischiffigen Dom bauen und am 24. September 744 die Reliquien Ruperts dort beisetzen, was damals eine Heiligsprechung bedeutete.

Von Papst Leo III. wurde es am 20. April 798 auf Bitten des Frankenkönigs Karl des Großen zum Erzbistum erhoben, dem die bairischen Suffraganbistümer Freising, Neuburg, Passau, Regensburg und Säben unterstanden. Diese Kirchenprovinz umfasste zeitweise das gesamte altbairische Stammesgebiet, also den Großteil des heutigen Österreich und Bayern (außer Franken und Schwaben), das heutige Südtirol und Trentino, weite Teile Ungarns, Tschechiens, Sloweniens und der Slowakei. Arno war der erste Erzbischof. Die Schaffung der Kirchenprovinz steht im Zusammenhang mit den Bemühungen um eine bairische Staatskirche.

Von Salzburg aus wurde in der Folgezeit vor allem Karantanien christianisiert. Als Stützpunkte wurden dort zahlreiche Klöster gegründet. Im Jahr 796 erhielt Salzburg das Gebiet um den Plattensee (Ungarn) bis an die Donau und Drau zur Mission zugeteilt. Durch Gründung des Erzbistums Gran im Jahr 1001 wurde das heutige Burgenland zur Grenze der Kirchenprovinz.

Im Investiturstreit standen die Salzburger Erzbischöfe auf der Seite des Papstes. Unter Gebhard wurde die Stadt Salzburg mehrmals von Anhängern des Kaisers verwüstet. Zum Schutz ließ Gebhard daher 1077 die Festung Hohensalzburg errichten.

Kaiser Friedrich Barbarossa verhängte 1166 über Erzbischof Konrad II. die Reichsacht. Im folgenden Jahr brannte bei einem Stadtbrand auch der Dom ab, der Domschatz wurde dabei vernichtet. Kaiserliche Truppen wurden damals beschuldigt, die Stadt angezündet zu haben. Konrad III. - der erste Salzburger Kardinal - konnte nach dem Friedensschluss 1177 mit dem Wiederaufbau beginnen und errichtete einen prächtigen dreischiffigen romanischen Dom.

Auf dem Salzburger Diözesangebiet wurden die Eigenbistümer Gurk (1072), Chiemsee (1215), Seckau (1218) und Lavant (1228) errichtet.

Karte des heutigen Österreich mit Diözesengrenzen der Zeit um 1250

Erzbischof Eberhard II., einem entschiedenen Parteigänger der Staufer, gelang es 1200 bis 1246 aus Grafschaften, Gerichten und Vogteien ein geschlossenes erzbischöfliches Herrschaftsgebiet aufzubauen. Ab 1275 begann die letzte Phase der Loslösung des Landes Salzburg vom Mutterland Baiern. 1328 erhielt das Hochstift Salzburg eine eigene Landesordnung. Da die Salzburger Erzbischöfe bis 1803 auch Fürsten innerhalb des Heiligen Römischen Reiches waren, führten sie den Titel Fürsterzbischof.

Der Salzburger Dom wurde als erste Salzburger Kirche im Barockstil umgebaut und 1628 eingeweiht. Zahlreiche weitere Barockbauten in den folgenden Jahrzehnten erbaut, prägen das heutige Aussehen Salzburgs entscheidend.

Joseph II. errichtete um 1785 die Diözese Leoben und vergrößerte die Diözesen Seckau und Gurk auf Kosten der Salzburger Erzdiözese.

Nach der Säkularisation 1803 waren die Salzburger Erzbischöfe keine Landesherren mehr. Als Herzogtum Salzburg, dem zudem die Kurwürde verliehen war, fiel es zusammen mit den Hochstiften Berchtesgaden, Passau und Eichstätt an den Großherzog Ferdinand III. von Toskana. 1805 kam es mit Berchtesgaden an Österreich, 1809/10 an Bayern. 1816 kam der Großteil Salzburgs endgültig zu Österreich. Berchtesgaden und der Rupertiwinkel verblieben jedoch beim Königreich Bayern. 1818 wurde das Bistum Chiemsee aufgehoben und die Erzdiözese erhielt ihre heutige Ausdehnung. Erst lange nach dem Untergang der Monarchie Österreich-Ungarn und der Ausrufung der Republik legte Erzbischof Rohracher 1951 den Titel Fürsterzbischof für sich und seine Nachfolger zurück.

Salzburg: sogenanntes Rom des Nordens

Sonderrechte der Salzburger Erzbischöfe

Der Erzbischof von Salzburg führt die Titel

  • Legatus natus (Ständiger Legat des Papstes) seit 1179
  • Primas Germaniae seit 1648

Bereits ab 1027 konnten die Salzburger Erzbischöfe in ihrer Kirchenprovinz in dringenden Fällen anstelle des Papstes Entscheidungen treffen, auch den Kirchenbann verhängen und lösen. Von 1072 bis zum Konkordat von 1934 hatten sie das Recht, die Bischöfe in den Eigenbistümern Chiemsee, Seckau, Gurk und Lavant selbst, d. h. ohne päpstliche Zustimmung, zu ernennen. Noch beim Ersten Vatikanischen Konzil begrüßte 1869 Papst Pius IX. den Salzburger Erzbischof Maximilian Joseph von Tarnóczy mit den geflügelten Worten „Seht, da kommt der halbe Papst, der selbst Bischöfe machen kann“.

Die Salzburger Erzbischöfe dürfen - als äußeres Zeichen ihrer Stellung als päpstliche Legaten - in ihrer Erzdiözese und seit 1854 als einzige Erzbischöfe auch an der Römischen Kurie den Legatenpurpur, eine feierliche Kleidung, die wesentlich älter ist als das Purpurgewand der Kardinäle, tragen.

Das Salzburger Domkapitel genießt das Sonderrecht, den zukünftigen Erzbischof aus einem Dreiervorschlag des Papstes auswählen zu können.

Domkapitel

Das „Domkapitel zu den Heiligen Rupert und Virgil“ an der Metropolitankirche in Salzburg besteht derzeit aus folgenden Priestern:
Domdechant Prälat Dr. Matthäus Appesbacher, Msgr. Dr. Hansjörg Hofer, Kan. Dr. Gottfried Laireiter, Dompropst Weihbischof Dr. Andreas Laun OSFS, Prälat Sebastian Manzl, Prälat Univ.-Prof. Dr. Hans Paarhammer, KR Dr. Franz Padinger, Prälat Dr. Johann Reißmeier, Domkustos Prälat Balthasar Sieberer, Msgr. Dr. Hans-Walter Vavrovsky, Prälat Martin Walchhofer und OStR Dr. Raimund Sagmeister

Emeritierte Domkapitulare sind: Weihbischof Jakob Mayr, Protonotar Prälat Dr. Johannes Neuhardt, Prälat Egon Katinsky, Msgr. Heinrich Roither

Gliederung

Als Suffraganbistümer unterstehen der Erzdiözese Salzburg:

Siehe auch

Literatur

  • Rudolf Leeb u. a.: Geschichte des Christentums in Österreich. Von der Antike bis zur Gegenwart. Ueberreuter, Wien 2003, ISBN 3-8000-3914-1 (Standardwerk mit 60 Seiten Literatur)
  • Franz Ortner: Aus der Geschichte der Erzdiözese Salzburg. In: Jahrbuch der Katholischen Kirche in Österreich 1998. Wien 1998, ISBN 3-9500963-0-2
  • Ernst Tomek: Kirchengeschichte Österreichs. Tyrolia, Innsbruck - Wien - München 1935–59
  • Josef Wodka: Kirche in Österreich. Wegweiser durch ihre Geschichte. Herder, Wien 1959
  • Cölestin Wolfsgruber: Kirchengeschichte Österreich-Ungarns. Kirsch, Wien 1909
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AufdemSalzburgerDiözesangebietwurdendieEigenbistümerGurk(1072),Chiemsee(1215),Seckau(1218)undLavant(1228)errichtet.

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