Eurovision Song Contest

Logo des Eurovision Song Contest

Der Eurovision Song Contest (dt. Liederwettbewerb der Eurovision; kurz ESC) ist ein internationaler Musikwettbewerb, der seit 1956 jährlich von der Europäischen Rundfunkunion (EBU) im Rahmen der Eurovision veranstaltet wird. Die Premiere war stark von dem Sanremo-Festival beeinflusst, das bereits 1951 ins Leben berufen wurde. Teilnahmeberechtigt sind beim ESC alle Staaten der EBU, der zumeist europäische und einige Radio- und Fernsehstationen asiatischer und afrikanischer Staaten angehören. Seit 1957 schickt jedes teilnehmende Land ein Lied zum Eurovision Song Contest.

Der internationale Wettbewerb findet in der Regel im Land des Vorjahressiegers statt. Seit 2004 wird auch ein Halbfinale und Finale ausgetragen, wobei sich das Finale in zwei Teile aufgliedert: Der erste Teil besteht aus einer rund zweistündigen Präsentation der Finalisten und der zweite Teil besteht aus einer etwa einstündigen Abstimmung der Punktevergabe. Als Überleitung von Teil 1 zu Teil 2 findet für ungefähr 10-15 Minuten ein Showprogramm statt.

Seit 2003 existiert mit dem Junior Eurovision Song Contest eine zweite jährlich stattfindende Variante des Wettbewerbes und seit 2007 auch der Eurovision Dance Contest.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Roger Cicero, der deutsche Teilnehmer während des Contests 2007

Teilnehmer

Teilnahmeberechtigt am Eurovision Song Contest sind alle Länder, die Mitglied der Europäischen Rundfunkunion sind. Da diese sich nicht nur über Europa, sondern auch den Mittelmeerraum erstreckt, ist es auch nichteuropäischen Ländern möglich, am Wettbewerb teilzunehmen. Von den nicht zu Europa gehörenden Nationen war im 20. Jahrhundert jedoch nur Israel regelmäßig beteiligt.

Am ersten Wettbewerb 1956 in Lugano in der Schweiz nahmen sieben Länder mit je zwei Beiträgen teil. Neben dem Gastgeber waren dies: die Niederlande, Belgien, die BRD, Frankreich, Luxemburg und Italien. In den folgenden Jahren hatten immer mehr Länder Interesse am Wettbewerb. Jugoslawien nahm als einziges sozialistisches Land regelmäßig am Eurovision Song Contest teil. Marokko ist mit seiner Teilnahme im Jahre 1980 das einzige arabische Land, welches bisher am Wettbewerb beteiligt war. Mit Tunesien (1977) und dem Libanon (2005) standen zwei andere arabische Länder jeweils kurz vor der Teilnahme, zogen diese jedoch wieder zurück. In beiden Fällen war die gleichzeitige Teilnahme Israels ein Grund für die spätere Absage.[1][2]

Seit 1990 können durch die Auflösung der Intervision und der gleichzeitigen EBU-Erweiterung die osteuropäischen Länder teilnehmen. Damit wegen der Vielzahl der Länder die Veranstaltung nicht zu lange dauert, hat die EBU zunächst die Zahl der Teilnehmer begrenzt. Die letztplatzierten Teilnehmer mussten ein Jahr aussetzen, waren aber im Folgejahr a priori berechtigt teilzunehmen. Diese Regel wurde mehrmals leicht modifiziert.

1996 wurde beschlossen, dass die vier Mitglieder, welche den größten Anteil des EBU-Etats tragen, für die Teilnahme gesetzt sind. Begründet war dies dadurch, dass der deutsche Beitrag 1996 bei einer internen Juryvorauswahl ausgeschieden war. Die finanzstarken Mitgliedsländer sollten nicht auf Dauer der Veranstaltung fernbleiben. Seither sind Deutschland, Frankreich, das Vereinigte Königreich sowie Spanien gesetzt, Italien ereilte bei einer Rückkehr das gleiche Schicksal. Diese Ländergruppe wird als Große Fünf (englisch Big Five) bezeichnet.

Als Protest haben sich im Laufe der Zeit immer wieder einzelne Länder gegen die Teilnahme am Eurovision Song Contest entschieden. 1969 blieb Österreich dem Wettbewerb in Madrid aus Protest gegen die in Spanien herrschende Franco-Diktatur fern. Ein Jahr später nahmen Finnland, Norwegen, Portugal, Schweden und Österreich nicht teil, da sie mit den Gegebenheiten und Abstimmungsmechanismen der letztjährigen Veranstaltung, bei der es vier Sieger gab, unzufrieden waren. Italien (mit Ausnahme von 1997) und das insgesamt fünfmal siegreiche Luxemburg nehmen seit 1994 aus mangelndem Interesse nicht mehr am Wettbewerb teil. Österreich nahm in den Jahren 2006, 2008 und 2009 nicht am Wettbewerb teil, da man mit den Bedingungen und dem Konzept des Wettbewerbs nicht mehr zufrieden war.

Veranstaltung

Seit 2004 wird der internationale Wettbewerb in einer Qualifikations- und einer Finalrunde ausgetragen. An der Vorrunde können alle aktiven Mitglieder der EBU teilnehmen. Von 2004 bis 2007 kamen die zehn Bestplatzierten aus dem Halbfinale in die Finalrunde. Die Finalrunde war mit den vier Gesetzten, dem Titelverteidiger und damit Ausrichter sowie den Platzierten der Plätze zwei bis zehn des Vorjahres qualifiziert. Seit 2008 finden zwei Halbfinale statt, aus denen sich jeweils die zehn Bestplatzierten der beiden Halbfinale neben den vier Gesetzten und dem Ausrichter für die Finalrunde qualifizieren.

2008 gab es mit der Neuregelung erstmals in der Geschichte des Eurovisions-Festivals zwei Halbfinale. Damit sollten Punkte-Schiebereien unter verschiedenen Ländern vermieden werden.

Veranstaltungsort

Der Eurovision Song Contest eines bestimmten Jahres wird seit 1958 immer im Land des Vorjahressiegers ausgetragen.

Da die Regelung der Vergabe an das Siegerland 1956 noch nicht bestand, richtete 1957 die Bundesrepublik Deutschland den Großen Preis der Eurovision in Frankfurt am Main aus. Zwölf Jahre nach dem Kriegsende präsentierte sich die junge Bundesrepublik im Großen Sendesaal des Hessischen Rundfunks ausnahmslos deutsch, Anaid Iplicjian moderierte. Das überforderte einige Teilnehmerländer bei der Frage „Bitte, können wir Ihre Punkte haben“. Die telefonische Stimmabgabe von 1957 hat dadurch Kultstatus.

Fünf Mal kam es bisher vor, dass nicht wie eigentlich vorgesehen das Siegerland des letztjährigen Wettbewerbs die Veranstaltung ausrichtete, sondern stattdessen ein anderes Land als Veranstalter einsprang. Viermal war dies Großbritannien (1960 für die Niederlande, 1963 für Frankreich, 1972 für Monaco und 1974 für Luxemburg) sowie einmal die Niederlande (1980 für Israel).

Der Eurovision Song Contest wurde bisher achtmal in Großbritannien sowie siebenmal in Irland ausgetragen. Häufigster Austragungsort ist mit sechs Veranstaltungen die irische Hauptstadt Dublin, gefolgt von London und Luxemburg mit je vier Veranstaltungen.

Bezeichnung

Die offizielle Bezeichnung der Veranstaltung lautet seit 1992 Eurovision Song Contest. Die Bezeichnung wurde erstmals 1960 für den fünften Wettbewerb im Vereinigten Königreich verwendet. Insgesamt trugen 34 der bisherigen 54 Veranstaltungen bis 2009 diesen Namen. Seit 1970 wird diese Bezeichnung auch bei der Austragung in nicht-englischsprachigen Ländern verwendet, zuerst in übertragener Form wie Eurovisie Songfestival (nl.), Concours Eurovision de la Chanson (franz.) oder zuletzt 1991 Concorso Eurovisione della Canzone (ital.).

In der deutschen Öffentlichkeit wird für den Songwettbewerb weiterhin auch häufig der Begriff Grand Prix[3][4][5] verwendet, da dies einerseits die in der Öffentlichkeit bekannte und verbreitete Kurzform der Benennung von früheren Veranstaltungen ist, mit Titeln wie Grand Prix Eurovision (de la Chanson Européenne) bzw. ihre Übertragungen ins Italienisch-Spanische (Gran Premio [...]) und Deutsche (Großer Preis der Eurovision). Andererseits hieß die Auszeichnung, die der Sieger des Wettbewerbs erhielt, bis 2003 Grand Prix (zuletzt: Grand Prix of the 2003 Eurovision Song Contest[6]). Seit 2004 ist der Begriff Grand Prix gänzlich aus dem Regelwerk verschwunden.

In Deutschland wurde im Jahr 1998 die Vorentscheidungsshow im Fernsehen in Countdown Grand Prix umgetauft und hieß so bis einschließlich 2003. Erst „[s]eit 2001 wird der Grand Prix in Deutschland offiziell nicht mehr mit dem französischen, sondern dem englischen Titel benannt“, was sich aber nicht so schnell im allgemeinen Sprachgebrauch durchsetzt.[7] So findet man in diesem Zusammenhang auch weiterhin bei den deutschen Fernsehübertragungen Sendungen mit Untertiteln wie „Grand Prix Party“.[8]

Es finden sich des Öfteren in der deutschen Öffentlichkeit auch gänzlich andere Bezeichnungen wie etwa „Europäische[r] Schlagerwettbewerb“[9][10] „europäische[r] Schlagerwettbewerb Concours Eurovision“,[11] „europäische[r] Schlagerwettstreit“,[12] „größte[r] Schlagerwettbewerb[...] der Welt“[13] oder auch einfach nur „Schlager-Wettbewerb“, „Musikwettbewerb“ und „Sängerwettstreit“.[14]

Nationale Vorentscheide

Jedem Land steht es frei, wie es seinen Vertreter für den Eurovision Song Contest ermittelt. In der Regel geschieht dies in Form von nationalen Vorentscheiden, bei denen mehrere Sänger gegeneinander antreten. Während früher meist eine Jury den Teilnehmer wählte, geschieht dies heute in der Regel per Telefonabstimmung (engl.: Televoting.)

Der deutsche Vorentscheid hieß lange Zeit „Ein Lied für…“ (ergänzt durch die jeweilige Stadt, in der der Song Contest im betreffenden Jahr stattfand). 2004 und 2005 trug er den Titel „Germany 12 Points!“, im Jahr 2006 den Titel Deutsche Vorentscheidung zum Eurovision Song Contest 2006.

Ziemlich aufwendig wird die Vorauswahl in Schweden getroffen, wo mit dem Melodifestivalen ein eigener Wettbewerb über mehrere Runden ausgetragen wird. Nach ähnlichem Prinzip verläuft der Melodi Grand Prix genannte norwegische Vorentscheid.

Seit 1993 vertritt der Sieger des kroatischen Songfestivals DORA das Land beim Eurovision Song Contest. Für Serbien tritt der Sieger des Festivals Beovizija an.

Unterschiedliche Formen des Vorentscheids gab es in den letzten Jahren in Finnland, Irland und Polen.

Allerdings können die Länder auch auf einen Vorentscheid verzichten und stattdessen einen Künstler direkt nominieren. Von dieser Möglichkeit machten z. B. Deutschland in den Jahren 1993 bis 1995 sowie 2009 und die Schweiz in den Jahren 2005 bis 2009 Gebrauch.

Punktevergabe

Aktuelles Abstimmungsverfahren

Im Finale des Eurovision Song Contest dürfen neben den Teilnehmern auch alle Länder abstimmen, die an der Vorrunde teilgenommen haben. Somit sind also auch die im Halbfinale ausgeschiedenen Teilnehmer stimmberechtigt, die im Finale nicht mit einem eigenen Titel vertreten sind.

Zur Bewertung der Titel werden in jedem Land die zehn beliebtesten Lieder ermittelt und dafür nach folgendem Schema Punktzahlen vergeben: Der Song mit den meisten Stimmen erhält 12 Punkte, die darauffolgenden erhalten 10 Punkte, 8 Punkte, 7 Punkte, 6 Punkte, 5 Punkte, 4 Punkte, 3 Punkte, 2 Punkte und 1 Punkt. Für den eigenen Beitrag dürfen keine Punkte vergeben werden. Alle Punkte, die ein Teilnehmer von anderen Ländern erhält, werden aufsummiert. Gewonnen hat das Land, das am Ende die meisten Punkte bekommt. Seit 2009 werden die Punktzahlen, die jedes Land vergibt, zu 50% durch Televoting und zu 50% durch eine fünfköpfige Jury bestimmt.

Sollte kurzfristig ein Problem auftreten, das die Ermittlung per Televoting verhindert, so werden die Punkte durch eine achtköpfige „Stand-by-Jury“ vergeben. Eine solche Jury vergab im Jahr 2000 die Punkte der Niederlande, als wegen der Explosion einer Feuerwerkskörperfabrik in Enschede am Tag des ESC kein Televoting stattfand.

Aus Zeitgründen wurde 2006 die Verkündung der Punkte dahingehend geändert, dass die Titel mit den Punkten 1 bis 7 en bloc angezeigt werden. Die Titel mit den Punkten 8, 10 und 12 werden jedoch nach wie vor von den nationalen Fernsehansagern durchgegeben. Die Vergabeprozedur konnte so von deutlich über einer Stunde auf etwa 45 Minuten verkürzt werden.

Regelungen bei Punktgleichheit

Wenn zwei oder mehr Teilnehmer am Ende die gleiche Punktanzahl haben, gelten weitere Unterscheidungskriterien, um eine eindeutige Platzierung zu gewährleisten.

Ausschlaggebend ist zunächst die Anzahl der Länder, von denen die jeweiligen Teilnehmer Punkte erhalten haben. Lässt sich dadurch keine eindeutige Rangfolge erstellen, wird die Anzahl der an die entsprechenden Teilnehmer vergebenen Höchstwertungen berücksichtigt. Dabei wird zuerst die Anzahl der 12-Punkte-Wertungen, bei Gleichheit die Anzahl der 10-Punkte-Wertungen etc. betrachtet. Für den unwahrscheinlichen Fall, dass sich auch durch den Vergleich sämtlicher Einzelwertungen kein Unterschied ergeben hat, werden die betroffenen Länder auf demselben Rang platziert.

Dieser Katalog von Regelungen fand bisher einmal Anwendung, nämlich beim ESC 1991, als die Schwedin Carola („Fångad av en stormvind“) mehr 10-Punkte-Wertungen erhalten hatte als die punktgleiche Französin Amina („Le dernier qui a parlé“) und zur Siegerin erklärt wurde. Damals gab es den ersten Punkt (das Lied gewinnt, das aus mehr Ländern Punkte bekommen hat) noch nicht, hätte es ihn aber schon damals gegeben, hätte Frankreich gewonnen. Mittlerweile ist dieser Punkt eingeführt worden, so dass 2004 trotz jeweils 50 Punkten Malta einen sicheren Platz im Finale 2005 bekam, während Kroatien erst durchs Semifinale musste.

Vor 1975 kamen verschiedene andere Punktevergabesysteme zum Einsatz. Beim ESC 1969 führte ein Wertungsmodus, der für niedrige Punktzahlen pro Teilnehmer sorgte, dazu, dass vier Länder (Spanien, Vereinigtes Königreich, Niederlande, Frankreich) punktgleich an der Spitze lagen und zu gleichberechtigten Siegern ernannt wurden.

Bisherige Wertungsmodi

Beim ersten ESC mit veröffentlichtem Abstimmungsergebnis, 1957, kam folgender Modus zum Einsatz: In jeder Landesjury saßen zehn Mitglieder, jedes Mitglied konnte für seinen Favoriten einen Punkt abgeben. Dieser Modus kam von 1957 bis 1961, 1967 bis 1970 sowie im Jahre 1974 in Gebrauch.

1962 kam ein anderer Modus zum Einsatz. Die Landesjurys vergaben drei Punkte an den besten Titel, zwei Punkte an den zweitbesten und einen Punkt an den drittbesten Titel. Dieser Modus wurde 1963 auf fünf Punkte für den erstplatzierten usw. erweitert. 1964 wurde ein neuer Modus eingeführt: Jeder Juror bewertet jedes Land, daraus entsteht eine Liste. An den besten Titel wurden fünf Punkte, an den zweitplatzierten drei und an den drittplatzierten ein Punkt vergeben. Sollte nur ein Titel nominiert sein, bekommt dieser alle neun Punkte, sollten es zwei sein, bekommt der erste sechs und der zweitplatzierte Titel drei Punkte.

Da es seit 1962 regelmäßig null Punkte, 1962 bis 1965 sogar vier pro Jahr, gab und wegen der Unzufriedenheit mit dem Wertungssystem von 1957, das 1969 für vier Sieger gesorgt hatte, wurde 1971 ein neuer Modus eingeführt: Jedes Land entsendet zwei Juroren, die für jedes Lied zwischen einen und fünf Punkte geben konnten, sodass die erreichten Punktzahlen erstmals über 100 Punkte stiegen.

Bis 1997 wurde die Punktevergabe ausschließlich durch eine Jury bestimmt. Diese bestand pro Land aus 16 Personen – acht Experten und acht musikinteressierten Laien, welche zudem aus verschiedenen Generationen sein mussten, um ein objektives Ergebnis zu gewährleisten. 1997 wurde in Deutschland, Schweden, Österreich, der Schweiz und dem Vereinigten Königreich zum ersten Mal das Televoting ausprobiert, das beim Publikum auf große Begeisterung stieß. Schon 1998 wurde die Jury durch das neue Wertungssystem abgelöst. Nur wenige Länder, wie Russland und Ungarn, wo es aus technischen Gründen nicht möglich war, führten das Televoting erst etwas später ein.

Kritik am Wertungssystem, Reformdiskussion und Neuregelung


Das Wertungssystem des Eurovision Song Contest wird bereits seit langem dafür kritisiert, dass die Punktevergabe zwischen bestimmten Ländern gegenseitigen Sympathiebekundungen näher zu sein scheint als einer Bewertung für die vorgetragenen Musiktitel.

Als Reaktion auf die Feststellung, dass sich beim Contest 2007 ausschließlich Teilnehmerländer aus Osteuropa für das Finale qualifizierten und dort die ersten 16 Plätze belegten, ist – insbesondere ausgelöst durch Rückzugsforderungen in Deutschland und der Schweiz – eine Reformdiskussion in Gang gekommen.[15]

Gegen alle Kritik spricht die Tatsache, dass auch zu Juryzeiten solche Tendenzen vorhanden waren. Die traditionelle Höchstwertung von Zypern an Griechenland (und umgekehrt), sowie der Skandinavische Block sorgten schon damals für Ärger. Hinzu kamen politische Tendenzen, die beim Televoting nicht vorhanden sind. Griechenland vergab zu Juryzeiten nur ein einziges Mal Punkte an die Türkei (1997).

Ebenso sprechen Analysen der Wertungen gegen die Kritikerstimmen – Serbien hätte 2007 auch ohne „die Punkte des Ostens“ gesiegt. Auch die Punkte der „Stand-by-Jury“ (Einsatz im Falle technischer Probleme) bestätigten den serbischen Sieg nach EBU-Angaben.

Des Weiteren wird angemerkt, dass das Juryvotum früher oft für Unmut sorgte. Ein Beispiel dafür sei das Jahr 1996, als die von den Fans favorisierte Gina G aus Großbritannien auf dem achten Rang landete und letztlich die Irin Eimear Quinn gewann. Gina Gs Song stieg noch im selben Jahr in die US-Billboard-Charts ein, was für ESC-Titel eine Seltenheit ist.

Neuregelung ab 2008

Die verantwortliche Europäische Rundfunkunion (EBU) stellte am 2. Oktober 2007 ebenfalls aufgrund der zunehmenden Bedeutung der Sympathiepunkte [16] Regeländerungen vor: Ab 2008 werden zwei getrennte Halbfinale veranstaltet, über deren Kandidaten-Zusammenstellungen per Los entschieden wird. Es kann dann nur noch für die Länder abgestimmt werden, die in dem jeweiligen Halbfinale gegen das eigene Land antreten, sodass der Anteil an Sympathiepunkten möglicherweise reduziert werden kann.

Ins Finale kommen neben dem Gastgeberland sowie den Vertretern der vier großen EBU-Geldgeber – Deutschland, Frankreich, Großbritannien und Spanien – aus jedem Halbfinale die neun mit den meisten Punkten bewerteten Länder. Eine Jury bestimmt unter den verbleibenden Teilnehmern im jeweiligen Halbfinale noch je einen weiteren Finalteilnehmer; somit wurde am 21. November 2007 die Teilnehmerzahl im Finale ab 2008 auf 25 erhöht.

Neuregelung ab 2009

Da es trotz der Änderungen am Wertungssystem beim Contest 2008 immer noch zu Sympathiepunkten kam, wurden die Regularien abermals geändert. So zählen ab 2009 im Finale die Stimmen der Telefonabstimmung nur noch 50%. Weitere 50% werden durch eine Jury, wie es sie früher schon gab, bestimmt.[17]

Moderatoren

Der Wettbewerb 1956 war der bislang einzige, bei dem ein einzelner Mann durch den Abend führte. In den Folgejahren waren es immer Moderatorinnen, bis 1978 in Paris erstmals ein Mann und eine Frau gemeinsam Gastgeber waren. Diesem Beispiel folgte Israel 1979. Von 1980 bis 1987, 1993 und 1995 waren es dann wieder einzelne Damen; seit 1996 ist es endgültig zur Tradition geworden, dass es einen männlichen und einen weiblichen Gastgeber gibt. Ausnahme hierbei war der Contest 1999 in Jerusalem, als dem männlichen Moderator gleich zwei Damen zur Seite standen.

Gelegentlich haben auch ehemalige Wettbewerbsteilnehmer/innen durch den Abend geführt: 1976 Corry Brokken, 1979 Jardena Arasi, 1985 Lill Lindfors, 1986 Åse Kleveland, 1991 Gigliola Cinquetti und Toto Cutugno, 1999 Dafna Dekel, 2003 Marie N und Renars Kaupers, 2006 Sakis Rouvas, 2008 Željko Joksimović sowie 2009 Alsou.

Übersicht über die Veranstaltungen seit 1956

JahrVeranstaltungsbezeichnung
und -ort
Teil-
nehmer
SiegerZweitplatzierterDrittplatzierter
1956Lugano1. Gran Premio Eurovisione della Canzone Europea
 Schweiz
(Lugano)
7 7 [18] Schweiz
Lys Assia
Refrain
nicht bekannt gegebennicht bekannt gegeben
1957Frankfurt2. Großer Preis der Eurovision
 Deutschland
(Frankfurt am Main)
10 10 Niederlande
Corry Brokken
Net als toen
 Frankreich
Paule Desjardins
La belle amour
 Dänemark
Birthe Wilke & Gustav Winckler
Skibet skal sejle i nat
1958Hilversum3. Grand Prix Eurovision de la Chanson Européenne
 Niederlande
(Hilversum)
10 10 Frankreich
André Claveau
Dors mon amour
 Schweiz
Lys Assia
Giorgio
 Italien
Domenico Modugno
Nel blu, dipinto di blu
1959Cannes4. Grand Prix Eurovision de la Chanson Européenne
 Frankreich
(Cannes)
1111 Niederlande
Teddy Scholten
Een beetje
 Vereinigtes Königreich
Pearl Carr & Teddy Johnson
Sing Little Birdie
 Frankreich
Jean Philippe
Oui, oui, oui, oui
1960London5. Eurovision Song Contest
 Vereinigtes Königreich
(London)
13 13 Frankreich
Jacqueline Boyer
Tom Pillibi
 Vereinigtes Königreich
Bryan Johnson
Looking High, High, High
 Monaco
François Deguelt
Ce soir-là
1961Cannes26. Grand Prix Eurovision de la Chanson Européenne
 Frankreich
(Cannes)
1616 Luxemburg
Jean-Claude Pascal
Nous les amoureux
 Vereinigtes Königreich
The Allisons
Are You Sure
 Schweiz
Franca di Rienzo
Nous aurons demain
1962Luxemburg7. Grand Prix Eurovision de la Chanson Européenne
 Luxemburg
(Luxemburg)
16 16 Frankreich
Isabelle Aubret
Un premier amour
 Monaco
François Deguelt
Dis rien
 Luxemburg
Camillo Felgen
Petit bonhomme
1963London28. Eurovision Song Contest
 Vereinigtes Königreich
(London)
1616 Dänemark
Grethe & Jørgen Ingmann
Dansevise
 Schweiz
Esther Ofarim
T’en va pas
 Italien
Emilio Pericoli
Uno per tutte
1964Kopenhagen9. Grand Prix Eurovision
 Dänemark
(Kopenhagen)
1616 Italien
Gigliola Cinquetti
Non ho l’età
 Vereinigtes Königreich
Matt Monro
I Love The Little Things
 Monaco
Romuald
Où sont-elles passées
1965Neapel10. Gran Premio Eurovisione della Canzone
 Italien
(Neapel)
1818 Luxemburg
France Gall
Poupée de cire, poupée de son
 Vereinigtes Königreich
Kathy Kirby
I Belong
 Frankreich
Guy Mardel
N’avoue jamais
1966Luxemburg211. Grand Prix Eurovision de la Chanson Européenne
 Luxemburg
(Luxemburg)
1818 Österreich
Udo Jürgens
Merci Chérie
 Schweden
Lill Lindfors & Svante Thuresson
Nygammal vals eller hip man svinaherde
 Norwegen
Åse Kleveland
Intet er nytt under solen
1967Wien12. Grand Prix de la Chanson
 Österreich
(Wien)
1717 Vereinigtes Königreich
Sandie Shaw
Puppet On A String
 Irland
Sean Dunphy
If I Could Choose
 Frankreich
Noëlle Cordier
Il doit faire beau là-bas
1968London313. Eurovision Song Contest
 Vereinigtes Königreich
(London)
1717 Spanien
Massiel
La, la, la …
 Vereinigtes Königreich
Cliff Richard
Congratulations
 Frankreich
Isabelle Aubret
La source
1969[19]Madrid14. Gran Premio de la Canción de Eurovision
Flagge von Spain 1945 1977 Spanien
(Madrid)
1616Flagge von Spain 1945 1977 Spanien
Salomé
Vivo cantando

 Frankreich
Frida Boccara
Un jour, un enfant
 Niederlande
Lenny Kuhr
De troubadour
 Vereinigtes Königreich
Lulu
Boom bang a bang

entfällt, da vier Erstplatzierteentfällt, da vier Erstplatzierte
1970Amsterdam15. Eurovisie Songfestival
 Niederlande
(Amsterdam)
1212 Irland
Dana
All Kinds Of Everything
 Vereinigtes Königreich
Mary Hopkin
Knock, Knock, Who’s There
 Deutschland
Katja Ebstein
Wunder gibt es immer wieder
1971Dublin16. Eurovision Song Contest
 Irland
(Dublin)
1818 Monaco
Séverine
Un banc, un arbre, une rue
Flagge von Spain 1945 1977 Spanien
Karina
En un mundo nuevo
 Deutschland
Katja Ebstein
Diese Welt
1972Edinburg17. Eurovision Song Contest
 Vereinigtes Königreich
(Edinburgh)
1818 Luxemburg
Vicky Leandros
Après toi
 Vereinigtes Königreich
New Seekers
Beg, Steal Or Borrow
 Deutschland
Mary Roos
Nur die Liebe lässt uns leben
1973Luxemburg318. Concours Eurovision de la Chanson
 Luxemburg
(Luxemburg)
1717 Luxemburg
Anne-Marie David
Tu te reconnaîtras
Flagge von Spain 1945 1977 Spanien
Mocedades
Eres tú
 Vereinigtes Königreich
Cliff Richard
Power To All Our Friends
1974Brighton19. Eurovision Song Contest
 Vereinigtes Königreich
(Brighton)
1717 Schweden
ABBA
Waterloo
 Italien
Gigliola Cinquetti
Si
 Niederlande
Mouth & McNeal
I See A Star
1975Stockholm20. Eurovision Song Contest
 Schweden
(Stockholm)
1919 Niederlande
Teach-In
Ding-a-dong
 Vereinigtes Königreich
The Shadows
Let Me Be The One
 Italien
Wess & Dori Ghezzi
Era
1976Den Haag21. Eurovisie Songfestival
 Niederlande
(Den Haag)
1818 Vereinigtes Königreich
Brotherhood of Man
Save Your Kisses For Me
 Frankreich
Catherine Ferry
Un, Deux, Trois
 Monaco
Mary Cristy
Toi, la musique et moi
1977London422. Eurovision Song Contest
 Vereinigtes Königreich
(London)
1818 Frankreich
Marie Myriam
L’oiseau et l’enfant
 Vereinigtes Königreich
Lynsey de Paul & Mike Moran
Rock Bottom
 Irland
The Swarbriggs Plus Two
It’s Nice To Be In Love Again
1978Paris23. Concours Eurovision de la Chanson
 Frankreich
(Paris)
2020 Israel
Yizhar Cohen & The Alpha-Beta
A-Ba-Ni-Bi
 Belgien
Jean Vallée
L’amour ca fait chanter la vie
 Frankreich
Joel Prévost
Il y aura toujours des violons
1979Jerusalem24. Eurovision Song Contest
 Israel
(Jerusalem)
1919 Israel
Gali Atari & Milk and Honey
Hallelujah
 Spanien
Betty Missiego
Su canción
 Frankreich
Anne-Marie David
Je suis l’enfant-soleil
1980Den Haag225. Eurovisie Songfestival
 Niederlande
(Den Haag)
1919 Irland
Johnny Logan
What’s Another Year
 Deutschland
Katja Ebstein
Theater
 Vereinigtes Königreich
Prima Donna
Love Enough For Two
1981Dublin226. Eurovision Song Contest
 Irland
(Dublin)
2020 Vereinigtes Königreich
Bucks Fizz
Making Your Mind Up
 Deutschland
Lena Valaitis
Johnny Blue
 Frankreich
Jean Gabilou
Humanahum
1982Harrogate27. Eurovision Song Contest
 Vereinigtes Königreich
(Harrogate)
1818 Deutschland
Nicole
Ein bißchen Frieden
 Israel
Avi Toledano
Hora
 Schweiz
Arlette Zola
Amour on t’aime
1983München28. Eurovision Song Contest
 Deutschland
(München)
2020 Luxemburg
Corinne Hermès
Si la vie est cadeau
 Israel
Ofra Haza
Chai, Chai, Chai
 Schweden
Carola Häggkvist
Främling
1984Luxemburg429. Concours Eurovision de la Chanson
 Luxemburg
(Luxemburg)
1919 Schweden
Herreys
Diggi-loo diggi-ley
 Irland
Linda Martin
Terminal 3
 Spanien
Bravo
Lady Lady
1985Göteburg30. Eurovision Song Contest
 Schweden
(Göteborg)
1919 Norwegen
Bobbysocks
La det swinge
 Deutschland
Wind
Für alle
 Schweden
Kiki Danielsson
Bra vibrationer
1986Bergen31. Eurovision Song Contest
 Norwegen
(Bergen)
2020 Belgien
Sandra Kim
J’aime la vie
 Schweiz
Daniela Simons
Pas pour moi
 Luxemburg
Sherisse Laurence
L’amour de ma vie
1987Bruxelles32. Concours Eurovision de la Chanson
 Belgien
(Brüssel)
2222 Irland
Johnny Logan
Hold Me Now
 Deutschland
Wind
Lass’ die Sonne in Dein Herz
 Italien
Umberto Tozzi & Raf
Gente di mare
1988Dublin433. Eurovision Song Contest
 Irland
(Dublin)
2121 Schweiz
Céline Dion
Ne partez pas sans moi
 Vereinigtes Königreich
Scott Fitzgerald
Go
 Dänemark
Hot Eyes
Ka’ du se hva’ jeg sa’
1989Lausanne34. Concours Eurovision de la Chanson
 Schweiz
(Lausanne)
2222 Jugoslawien
Riva
Rock Me
 Vereinigtes Königreich
Live Report
Why Do I Always Get It Wrong
 Dänemark
Birthe Kjær
Vi maler byen rød
1990Zagreb35. Eurovision Song Contest
 Jugoslawien
(Zagreb)
2222 Italien
Toto Cutugno
Insieme 1992
 Frankreich
Joëlle Ursull
White & Black Blues
 Irland
Liam Reilly
Somewhere In Europe
entfällt, da zwei Zweitplazierte
1991Rom36. Concorso Eurovisione della Canzone
 Italien
(Rom)
2222 Schweden
Carola
Fångad av en stormvind
 Frankreich
Amina
Le dernier qui a parlé
 Israel
Duo Datz
Kan
1992Malmö37. Eurovision Song Contest
 Schweden
(Malmö)
2323 Irland
Linda Martin
Why Me
 Vereinigtes Königreich
Michael Ball
One Step Out Of Time
 Malta
Mary Spiteri
Little Child
1993Millstreet38. Eurovision Song Contest
 Irland
(Millstreet)
2525 Irland
Niamh Kavanagh
In your Eyes
 Vereinigtes Königreich
Sonia
Better The Devil You Know
 Schweiz
Annie Cotton
Moi tout simplement
1994Dublin439. Eurovision Song Contest
 Irland
(Dublin)
2525 Irland
Paul Harrington & Charlie McGettigan
Rock’n Roll kids
 Polen
Edyta Gorniak
To nie ja
 Deutschland
Mekado
Wir geben ‘ne Party
1995Dublin540. Eurovision Song Contest
 Irland
(Dublin)
2323 Norwegen
Secret Garden
Nocturne
 Spanien
Anabel Conde
Vuelve conmigo
 Schweden
Jan Johansen
Se på mig
1996Oslo141. Eurovision Song Contest
 Norwegen
(Oslo)
2323 Irland
Eimear Quinn
The Voice
 Norwegen
Elisabeth Andreassen
I evighet
 Schweden
One More Time
Den Vilda
1997Dublin642. Eurovision Song Contest
 Irland
(Dublin)
2525 Vereinigtes Königreich
Katrina and the Waves
Love shine a light
 Irland
Marc Roberts
Mysterious Woman
 Türkei
Şebnem Paker & Gruppe Etnik
Dinle
1998Birmingham43. Eurovision Song Contest
 Vereinigtes Königreich
(Birmingham)
2525 Israel
Dana International
Diva
 Vereinigtes Königreich
Imaani
Where Are You
 Malta
Chiara
The One That I Love
1999Jerusalem244. Eurovision Song Contest
 Israel
(Jerusalem)
2323 Schweden
Charlotte Nilsson
Take Me To Your Heaven
 Island
Selma
All Out Of Luck
 Deutschland
Sürpriz
Reise nach Jerusalem (Kudüs’e seyahat)
2000Stockholm45. Eurovision Song Contest
 Schweden
(Stockholm)
2424 Dänemark
Olsen Brothers
Fly On The Wings Of Love
 Russland
Alsou
Solo
 Lettland
Brainstorm
My Star
2001Kopenhagen246. Eurovision Song Contest
 Dänemark
(Kopenhagen)
2323 Estland
Tanel Padar & Dave Benton
Everybody
 Dänemark
Rollo & King
Never Ever Let You Go
 Griechenland
Antique
Die For You
2002Tallin47. Eurovision Song Contest
 Estland
(Tallinn)
2424 Lettland
Marie N
I Wanna
 Malta
Ira Losco
7th Wonder
 Estland
Sahlene
Runaway
 Vereinigtes Königreich
Jessica Garlick
Come Back
2003Riga48. Eurovision Song Contest
 Lettland
(Riga)
2626 Türkei
Sertab Erener
Everyway That I Can
 Belgien
Urban Trad
Sanomi
 Russland
t.A.T.u.
Ne ver, ne boisja, ne prosi
2004Istanbul49. Eurovision Song Contest
 Türkei
(Istanbul)
3624 (+12) Ukraine
Ruslana
Wild Dances
Serbien und Montenegro
Željko Joksimović
Lane Moje
 Griechenland
Sakis Rouvas
Shake It
2005Kiev50. Eurovision Song Contest
 Ukraine
(Kiew)
3924 (+15) Griechenland
Helena Paparizou
My Number One
 Malta
Chiara
Angel
 Rumänien
Luminiţa Anghel & Sistem
Let Me Try
2006Athen51. Eurovision Song Contest
 Griechenland
(Athen)
3724 (+13) Finnland
Lordi
Hard Rock Hallelujah
 Russland
Dima Bilan
Never let you Go
 Bosnien und Herzegowina
Hari Mata Hari
Lejla
2007Helsinki52. Eurovision Song Contest
 Finnland
(Helsinki)
4224 (+18) Serbien
Marija Šerifović
Molitva
 Ukraine
Verka Serduchka
Dancing Lasha Tumbai
 Russland
Serebro
Song #1
2008Belgrad53. Eurovision Song Contest
 Serbien
(Belgrad)
4325 (+18) Russland
Dima Bilan
Believe
 Ukraine
Ani Lorak
Shady Lady
 Griechenland
Kalomira
Secret Combination
2009Moskau54. Eurovision Song Contest
 Russland
(Moskau)
4225 (+17) Norwegen
Alexander Rybak
Fairytale
 Island
Yohanna
Is It True?
 Aserbaidschan
AySel & Arash
Always
2010Oslo55. Eurovision Song Contest
 Norwegen
(Oslo)

Erfolge

Erfolgreichste Teilnehmer

Bisher erfolgreichstes Teilnehmerland ist Irland mit sieben Siegen, in den Jahren 1992 bis 1994 sogar in Folge. Auch der erfolgreichste Teilnehmer kommt aus Irland: Johnny Logan gewann zweimal als Sänger (1980 mit „What’s Another Year“ und 1987 mit „Hold Me Now“) sowie einmal als Komponist (1992: „Why Me“).

Deutschland beim Eurovision Song Contest

Hauptartikel: Deutschland beim Eurovision Song Contest

Deutschland ist das Land mit den meisten Beiträgen und das einzige Land, das bisher jedes Jahr ein Lied zum Eurovision-Festival entsandt hat. 1996 erreichte der deutsche Beitrag des Interpreten Leon mit dem von Hanne Haller komponierten Lied „Blauer Planet“ nicht das Finale der Veranstaltung, da er in der (damals neu eingeführten) Zwischenrunde der Europäischen Rundfunkunion (ERU / EBU / UER) in Genf gemeinsam mit den Beiträgen aus Dänemark, Russland, Mazedonien, Ungarn, Israel und Rumänien ausschied.

Den Sieg errang Deutschland bisher einmal: Im Jahr 1982 gewann die Sängerin Nicole in Harrogate im Vereinigten Königreich den Wettbewerb mit dem Lied Ein bißchen Frieden. Deutschland erreichte mehrmals den zweiten bzw. dritten Platz, kam jedoch auch fünf Mal auf den letzten Platz.

Eurovision Song Contest als Karrierestart

Der Eurovision Song Contest machte im Laufe der Jahre einige Interpreten zu internationalen Stars, die bis zum Zeitpunkt ihres Auftritts noch nahezu unbekannt waren.

Dies trifft in besonderem Maße auf die schwedische Popgruppe ABBA zu, die 1974 mit dem Song „Waterloo“ den Wettbewerb gewann. Auch die franko-kanadische Sängerin Céline Dion wurde durch ihre Teilnahme am Eurovision Song Contest 1988, bei dem sie für die Schweiz startete und mit „Ne partez pas sans moi“ siegte, in Europa bekannt. Die Belgierin Lara Fabian (später durch „I will love again“ zu Charts-Ehren gelangt) tat beim ESC für Luxemburg ihren ersten internationalen Schritt, und schließlich die Polin Edyta Górniak. Ebenfalls durch den ESC zu Weltruhm gelangt ist die irische Folkloregruppe Riverdance, welche 1994 als Pausenfüller auftrat.

Erfolgreiche Titel

Der Eurovision Song Contest brachte im Laufe seiner mehrere Jahrzehnte umspannenden Geschichte zahlreiche Lieder hervor, die zu internationalen Erfolgen und bisweilen zu Evergreens wurden. Aus der Frühphase seien hier Italiens Beiträge „Nel blu dipinto di blu (Volare)“ und „Piove (Ciao ciao bambina)“ genannt, beide vorgetragen von Domenico Modugno in den Jahren 1958 und 1959. Auch wenn sie nicht zum Wettbewerbssieger gekürt wurden, erreichten sie danach doch zig-fache Millionenverkäufe weltweit und wurden von Showgrößen wie Paul Anka oder Dean Martin adaptiert.

Seine kommerzielle Hochphase erlebte der Song Contest ab Mitte der Sechziger bis in die späten Siebziger Jahre. „Puppet on a string“ avancierte 1967 für Sängerin Sandie Shaw zum weltweiten Radio- und Hitparadenerfolg und wurde in Werbespots (z.B. Kunert Feinstrumpfhosen) oder auf Modenschauen jener Zeit als Untermalung eingesetzt. Seine simple Eingängigkeit und der unmittelbare Wiedererkennungswert machten den Titel auf der Stelle zum Evergreen.

Aus demselben Jahrgang eroberte der Luxemburger Beitrag von Vicky (Vicky Leandros) L’amour est bleu in einer Instrumental-Version von Paul Mauriat Platz 1 der US-Billboard-Charts. 1972 gewann Vicky Leandros mit „Après toi“ den Wettbewerb und verkaufte von der Single in mehreren Sprachversionen (u.a. „Dann kamst Du“, „Come what may“) weltweit über 5,5 Millionen Exemplare. ABBAs „Waterloo“ übertraf diese Marke 1974 und verkaufte sich rund 6 Millionen mal. Übertrumpft wurden die vier Schweden 1976 von der britischen Gruppe Brotherhood Of Man, deren Schlagerpop „Save your kisses for me“ es auf 6,5 Millionen weltweit abgesetzte Tonträger brachte.

Als Beispiele weiterer internationaler Tophits seien noch erwähnt: „Congratulations“ von Cliff Richard (GB, 1968), „All kinds of everything“ von Dana (Irland, 1970), „Beg, steal or borrow“ von den New Seekers (GB, 1972), „Eres tú“ von Mocedades (Spanien, 1973), „Si“ von Gigliola Cinquetti (Italien, 1974), „Dschinghis Khan“ von Dschinghis Khan (D, 1979), „What’s another year“ von Johnny Logan (Irland 1980), Ein bißchen Frieden von Nicole (D, 1982), „Gente di mare“ von Umberto Tozzi/Raf (Italien 1987), „Insieme 1992“ von Toto Cutugno (Italien 1990), „Diva“ von Dana International (Israel 1998) und „Fly On The Wings Of Love“ von den Olsen Brothers (Dänemark 2000).

Häufigste Teilnahmen

Am häufigsten war die Schweizer Musikgruppe Peter, Sue & Marc dabei, welche ihr Heimatland viermal vertrat (1971, 1976, 1979 und 1981), jedes Mal in einer anderen Sprache. In den Jahren 1976 und 1981 erreichten sie jeweils Platz 4. Ebenfalls viermal nahm Fud Leclerc aus Belgien teil, der das Land 1956, 1958, 1960 und 1962 vertrat. Sein bestes Resultat war Platz 5 im Jahre 1958.

Eine Reihe von Interpreten war dreimal beim Eurovision Song Contest vertreten.

Für Deutschland waren Katja Ebstein und die Gruppe Wind je dreimal am Start. Ebstein war mit zwei dritten Plätzen in den Jahren 1970 und 1971 sowie einem zweiten Platz im Jahre 1980 äußerst erfolgreich, wenngleich ihr nie ein Sieg gelang. Mit zwei zweiten Plätzen in den Jahren 1985 und 1987 gehören Wind ebenfalls zu den erfolgreichsten Teilnehmern für Deutschland.

Die Schwedin Carola Häggkvist erreichte bei drei Teilnahmen für ihr Heimatland einen Sieg (1991) sowie die Plätze 3 (1983) und 5 (2006). Ebenfalls dreimal am Start war die Malteserin Chiara, die für Malta die Plätze 3 (1998), 2 (2005) und 22 (2009) belegte.

Einige mehrmals dabeigewesene Interpreten traten für verschiedene Länder an. Die Zyprin Anna Vissi sang zweimal für Griechenland (1980, 2006) und einmal für Zypern (1982). Der Franzose Romuald nahm zweimal für Monaco (1964, 1974) und einmal für Luxemburg (1979) teil. Ireen Sheer trat als Solokünstlerin einmal für Luxemburg (1974) und einmal für Deutschland (1978) sowie als Teil einer Gruppe erneut für Luxemburg (1985) an.

Die Sängerin Corry Brokken trat bei den ersten drei Wettbewerben in den Jahren 1956 bis 1958 jeweils für die Niederlande an, die Sängerin Lys Assia in den gleichen Jahren für die Schweiz. Udo Jürgens war in den Jahren 1964 bis 1966 dreimal für Österreich beim Wettbewerb dabei. Jeder dieser drei Teilnehmer konnte den Wettbewerb einmal für sein Land entscheiden. Assia gewann 1956 den ersten Eurovision Song Contest, Brokken war ein Jahr später erfolgreich, Jürgens siegte im Jahre 1966.

Ebenfalls dreimal dabei waren darüber hinaus der Italiener Domenico Modugno (1958, 1959, 1966), die Norwegerin Kirsti Sparboe (1965, 1967, 1969) sowie das dänische Duo Hot Eyes (1984, 1985, 1988).

Bekannte Interpreten kein Erfolgsgarant

Die Teilnahme eines bereits international bekannten Interpreten ist hingegen kein Garant dafür, dass dessen Titel den Wettbewerb auch gewinnt.

Als prominentestes Beispiel erreichte Cliff Richard mit „Congratulations“ 1968 nur den zweiten sowie 1973 mit „Power to All Our Friends“ den dritten Platz, obwohl diese anschließend in den Verkaufshitparaden höher platziert waren als die jeweiligen Eurovisionsgewinner. Ebenso wenig erreichten beispielsweise der italienische Top Act wie Ricchi e Poveri oder der spanische Act Baccara (beide 1978), Matia Bazar (1979), Alan Sorrenti (1980), Alice und Franco Battiato (1984) oder Al Bano und Romina Power (1976 und 1985) das Siegertreppchen, obwohl in den frühen 1980ern durch viele Länder Europas eine Italo-Pop-Welle schwappte.

Das international erfolgreiche russische Duo t.A.T.u. konnte beim Eurovision Song Contest 2003 mit „Ne wer, ne bojsja, ne prosi“ nicht gewinnen und belegte nur den dritten Platz. Die estnische Band Vanilla Ninja kam 2005 für die Schweiz nicht über Rang 8 hinaus. Kate Ryan scheiterte 2006 für Belgien bereits im Halbfinale, ebenso DJ BoBo 2007 für die Schweiz.

50-jähriges Jubiläum

Am 22. Oktober 2005 fand in Kopenhagen eine Jubiläumsshow mit dem Titel Congratulations (englisch für: Herzlichen Glückwunsch) statt. Damit wurde das 50-jährige Jubiläum des Eurovision Song Contest gefeiert. Das Ziel der Show war, das beste Lied des Grand Prix unter allen Titeln, die jemals teilgenommen haben zu ermitteln. Auf der offiziellen Internetseite eurovision.tv konnte jeder seine Stimme für seinen Lieblingstitel des ESC abgeben. Die zehn Lieder mit den meisten Stimmen kamen ins Semifinale. Zusätzlich wählte eine Jury der Europäischen Rundfunkunion vier weitere Titel ins Halbfinale. Im Halbfinale wurden per Telefonvoting die fünf besten Lieder ermittelt. Im zweiten Durchgang, also dem Finale, wurde durch ein weiteres Telefonvoting die Platzierung dieser fünf Lieder festgelegt.

Moderiert wurde die Show von der britischen ESC-Siegerin Katrina Leskanich (von Katrina & The Waves, ESC-Sieg 1997 mit Love Shine A Light) und dem lettischen Eurovision Song Contest-Drittplatzierten Renars Kaupers (von Brainstorm, ESC-Teilnahme 2000 mit My Star). Die Sendung wurde in Deutschland vom WDR und vom SWR, in Österreich von ORF 2, und in der Schweiz von SF 1 übertragen.

Hier ist das Ergebnis:

PlatzJahrLandInterpretTitel
11974SchwedenABBAWaterloo
21958ItalienDomenico ModugnoNel blu dipinto di blu (Volare)
31987IrlandJohnny LoganHold Me Now
42005GriechenlandHelena PaparizouMy Number One
51976Vereinigtes KönigreichBrotherhood of ManSave Your Kisses for Me
62000DänemarkOlsen BrothersFly on the Wings of Love
71982DeutschlandNicoleEin bißchen Frieden
81968Vereinigtes KönigreichCliff RichardCongratulations
92003TürkeiSertab ErenerEveryway That I Can
101988SchweizCéline DionNe partez pas sans moi
111973SpanienMocedadesEres tú
121980IrlandJohnny LoganWhat’s Another Year
131998IsraelDana InternationalDiva
141965LuxemburgFrance GallPoupée de cire, poupée de son

Teilnahmeregeln

  • Das Lied darf nicht länger als 3:00 Minuten sein.
  • Die Interpreten müssen mindestens 16 Jahre alt sein.
  • Jeder Interpret darf in einem Jahr nur für ein Land antreten.
  • Es dürfen nicht mehr als sechs Personen auf der Bühne mitwirken.
  • Das Lied muss live gesungen werden.
  • Lied oder Auftritt dürfen keine politische Botschaft enthalten oder dem Wettbewerbsimage schaden.
  • Beim Auftritt dürfen keine Tiere mitwirken.
  • Die Lieder dürfen frühestens am 1. Oktober des Vorjahres veröffentlicht werden (diese Regel wurde 2003 eingeführt).
  • Es muss sich um einen Originalsong handeln, darf also keine Coverversion eines älteren Liedes sein.
  • Die Instrumental-Musik wird als Playback eingespielt. Zum letzten Mal wurde den Interpreten 1998 die Möglichkeit geboten, sich durch ein Orchester live begleiten zu lassen.
  • Zeitweise wurde eine Sprachregelung eingeführt: Jeder Interpret musste in seiner Landessprache singen. Die Regel galt von 1966 bis 1972 und von 1977 bis 1998, seit 1999 ist den Interpreten die Sprache, in der ihr Beitrag gesungen wird, wieder freigestellt.

Literatur

  • Jan Feddersen: Ein Lied kann eine Brücke sein. Hoffmann und Campe Verlag, 2002, ISBN 3-455-09350-7
  • John Kennedy O’Connor: Eurovision Song Contest. Mit einem Vorwort von Dr. Michael Sonneck. Gondrom, Bindlach 2005, ISBN 3-8112-2536-7
  • Irving Wolther: „Kampf der Kulturen“: der „Eurovision Song Contest“ als Mittel national-kultureller Repräsentation. Königshausen & Neumann, Würzburg 2006, ISBN 3-8260-3357-4
  • Mari Pajala: Finlande: zero points? Der Eurovision Song Contest in den finnischen Medien. Mit einem Vorwort von Jan Feddersen. SAXA Verlag, Köln 2007, ISBN 978-3-939060-07-9.
  • Tim Moore: Null Punkte – Ein bisschen Scheitern beim Eurovision Song Contest. Aus dem Englischen von Olaf Bentkämper. Covadonga Verlag, Bielefeld 2007, ISBN 978-3-936973-28-0.

Siehe auch

 Wikinews: Interview mit Nicole, der Grandprix-Gewinnerin des Jahres 1982, über „Ein bißchen Frieden“, ihren Erfolg und ihre heutige Sicht des Wettbewerbs – Nachricht

 Commons: Eurovision Song Contest – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. http://news.bbc.co.uk/1/hi/entertainment/music/4362373.stm
  2. http://www.ndrtv.de/grandprix/rueckblick/70er/1977_international.html
  3. Berliner Morgenpost: „Dieter Bohlen will ARD beim nächsten Grand Prix helfen“ am 24. Mai 2009, Quelle: dpa
  4. Bild: „Alex Christensen. Jetzt rechnet er mit dem Grand Prix ab“ am 24. Mai 2009
  5. Der Westen: „Raab darf wohl doch den Grand Prix aufhübschen“ am 21. Mai 2009
  6. Rules of the 2003 Eurovision Song Contest, Article XV.1
  7. Fernsehlexikon: Eurovision Song Contest vom 8. März 2007: „Auch die deutsche Vorentscheidung wandelte sich. Viele Jahre hieß sie Ein Lied für … mit dem Namen der Stadt, in dem der Grand Prix stattfand, im Titel. 1998 wurde die Show in Countdown Grand Prix umgetauft, 2004 in Germany 12 Points, seit 2006 heißt sie schmucklos irgendwas mit ‚Vorentscheid‘.“
  8. Das Erste: „Eurovision Song Contest 2009. Grand Prix Party“: Programm vom 17. Mai 2009
  9. Georg Kreis: Der Alte Kontinent war nie eine Einheit in Das Parlament, Ausgabe 31-32 2004: „Die Ukraine? Sie hat immerhin schon mal den Europäischen Schlagerwettbewerb gewonnen.“,
  10. Fernsehlexikon: Eurovision Song Contest vom 8. März 2007: „Europäischer Schlagerwettbewerb, der jedes Jahr im Frühling im Land des Vorjahressiegers ausgetragen wird und eine der merkwürdigsten Veranstaltungen darstellt, die das Fernsehen hervorgebracht hat.“
  11. Josefa Haas: Die Europäische Rundfunkunion EBU-UER tagt in Luzern bei SRG SSR idée suisse, vom 27. Juni 2000: „[...] zeichnet auch verantwortlich für den europäischen Schlagerwettbewerb Concours Eurovision.“
  12. Zeit online, rf, dpa: „Stefan Raab gibt ARD einen Korb“ vom 22. Mai 2009: „Beim europäischen Schlagerwettstreit im kommenden Jahr kann die ARD nicht auf die Hilfe des ProSieben-Entertainers zählen.“ und „Bei ProSieben moderiert Raab den Bundesvision Song Contest, der das Konzept des europäischen Schlagerwettstreits auf die deutschen Bundesländer überträgt.“
  13. Bild: Diese Stars kämpften für Deutschland beim Grand Prix vom 16. Mai 2009: „1956 wurde der „Eurovision Song Contest“ (früher Grand Prix Eurovision de la Chanson) zum ersten Mal ausgetragen – seitdem buhlt Deutschland um die Gunst der Zuschauer des größten Schlagerwettbewerbs der Welt.“
  14. Focus: Schlager-Wettbewerb. Angst vor dem Urteil der Experten vom 14. Mai 2009: „Gastgeber Russland verspricht ein echtes Highlight in der Geschichte des Musikwettbewerbs. 30 Millionen Euro hat sich das Land den Schlusspunkt des Sängerwettstreits kosten lassen.“
  15. Bericht der FAZ
  16. Regeländerungen
  17. Neuregelung 2009
  18. jedes Land schickte 2 Lieder
  19. 1969 gab es vier Sieger

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