Gasexplosion
Gasexplosion
Eine Gasexplosion ist der Spezialfall einer Explosion, bei der sich ein explosives Gasgemisch entzündet und in sehr kurzer Zeit abbrennt. Je nach Menge, Druck und Temperatur des Gases kann es sich dabei um eine Verpuffung, Explosion oder Detonation handeln.
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Bedingungen
Um eine Gasexplosion herbeiführen zu können, wird sowohl eine explosionsfähige Gasatmosphäre als auch eine Zündquelle benötigt. Die explosionsfähige Atmosphäre setzt sich aus einem brennbaren Gas und Sauerstoff zusammen, wobei der Sauerstoff als Luftgemisch vorliegen kann. Eine Zündfähigkeit ist gegeben, wenn die Konzentration des Gases zwischen oberer und unterer Explosionsgrenze liegt. Als Zündquelle können verschiedene elektrische oder mechanische Effekte dienen, welche die benötigte Zündenergie oder Zündtemperatur bereitstellt. Bei relativ hohen Konzentrations-Verhältnissen gewisser Gase (z.B. Wasserstoff) oder bei Verwirbelungen (s. etwa das Bunsfield-Ereignis) kann auch eine Selbstzündung ohne Erfordernis einer Zündquelle eintreten.
Vorsorge
Die Maßnahmen, die zur Verhinderung einer Gasexplosion notwendig sind, werden im Gebiet des Gasexplosionsschutzes behandelt. Hier werden sowohl Methoden dargestellt, die zu einer Minimierung der Gefährdung beitragen. Zu den Vorsorgemaßnahmen gehören zum einen die Verhinderung einer explosionsfähigen Atmosphäre, zum anderen die Verhinderung der Auswirkungen einer Explosion. Hierzu werden durch den Gesetzgeber bestimmte Anforderungen an Betreiber von Anlagen mit explosionsgefährdeten Bereichen und an die Hersteller von explosionsgeschützten Produkten gestellt. Für die Erfüllung der Anforderungen sind nationale und internationale Normen vorhanden, die durch Betreiber und Hersteller herangezogen werden können.
Brandbekämpfung
Durch Gasexplosionen können Sach- und Personenschäden entstehen. Die Rettungskräfte der Feuerwehren oder anderer Institutionen können erst dann eingreifen, wenn die Gefahr der Explosion auf ein akzeptables Risiko minimiert wurde. Dies kann beispielsweise dadurch geschehen, dass der Betreiber des Gasnetzes die Versorgung der Unfallstelle mit Gas abstellt bis sich das Gemisch verflüchtigt hat. Bei leckgeschlagenen Behältnissen von Flüssigkeiten oder Gasen, kann auch eine Abdichtung oder die Absaugung austretender Dämpfe eine geeignete Maßnahmen sein.
Ist ein solches explosives Gasgemisch vorhanden, reicht schon ein Funke (beispielsweise Abreißfunken bei Lichtschaltern, aufeinanderprallendes Metall, Taschenlampe, o.ä.) um es zu entzünden. Aus diesem Grund wird das Erdgas von den Gaswerken heute mit einem “Duftstoff” angereichert, der die Anwohner rechtzeitig warnen soll.
Beispiele
- Am 28. November 2009 explodierte bei Safenwil in der Schweiz ein Gasflaschen-Depot. Das Ereignis wurde allem wahrscheinlich durch einen allgemeinen Brand ausgelöst. Durch die Brandhitze erhöhte sich der Innendruck von rund 300 Gasflaschen derart stark, dass ihre Verschlüsse oder Wände barsten, womit gleichzeitig der Inhalt explodierte (es handelte sich also um eine besondere, oben nicht besprochene Art der Zündung). Die Trümmerteile der Flaschen oder die Flaschen selbst wurden zu Geschossen, die über eine Distanz von bis 500 m Radius vom Ereignisort wegkatapultiert wurden. Das Gasflaschen-Depot befindet sich außerhalb des eigentlichen Siedlungsgebiets und war (an einem Samstag) personell nicht besetzt, womit niemand durch die Trümmerteile körperlich zu Schaden kam. [1]
Siehe auch
Einzelnachweise
- ↑ Zeitung Sonntag, Ausgabe vom 29. November 2009 (zur Gasexplosion in Safenwil)
Literatur
- S. Bussenius: Wissenschaftliche Grundlagen des Brand- und Explosionsschutzes. Kohlhammer, Stuttgart, Berlin, Köln 1996, ISBN 3-17-013867-7
- H. Groh: Explosion Protection. Elsevier Butterworth-Heinemann, Oxford, Expert-Verlag, Renningen 2004, ISBN 0-7506-4777-9
- M. Hattwig und H. Steen: Handbook of Explosion Prevention and Protection. Wiley-VCH, Weinheim 2004, ISBN 3-527-30718-4
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