Hamberge

Dieser Artikel beschäftigt sich mit der Gemeinde Hamberge in Schleswig-Holstein. Ein Ortsteil der mecklenburgischen Stadt Grevesmühlen trägt ebenfalls den Namen Hamberge.
WappenDeutschlandkarte
53.83333333333310.56666666666713
Basisdaten
Bundesland:Schleswig-Holstein
Kreis:Stormarn
Amt:Nordstormarn
Höhe:13 m ü. NN
Fläche:6,74 km²
Einwohner:

1.392 (31. Dez. 2008)[1]

Bevölkerungsdichte:207 Einwohner je km²
Postleitzahl:23619
Vorwahl:0451
Kfz-Kennzeichen:OD
Gemeindeschlüssel:01 0 62 025
Adresse der Amtsverwaltung:Am Schiefen Kamp 10
23858 Reinfeld
Webpräsenz:www.amt-
nordstormarn.de
Bürgermeister:Paul Friedrich Beeck (CDU)
Lage der Gemeinde Hamberge im Kreis Stormarn

Hamberge (niederdeutsch Hambarg) ist eine Gemeinde am Nordostrand des Kreises Stormarn und grenzt unmittelbar an die Hansestadt Lübeck .

Inhaltsverzeichnis

Geografie

Geografische Lage

Hamberge liegt am Ufer der Trave. Durch den Ort führt die Bundesstraße 75 von Lübeck nach Reinfeld (Holstein).

Geschichte

Hamberge war ursprünglich ein slawisches Dorf mit dem Namen „Lancowe“. Seit 1163 war es im Besitz des Lübecker Domkapitels. Es wurde 1197 in die beiden Orte Hamberge und Hansfelde aufgeteilt.

Nach der Säkularisierung durch den Reichsdeputationshauptschluss fiel Hamberge 1803 an das Fürstentum Lübeck. Durch einen Gebietstausch kam es 1842 an Holstein und wurde dem alten landesherrlichen Amt Reinfeld eingegliedert. Nach der Annexion Schleswig-Holsteins durch Preußen wurde der Ort 1867 dem neugebildeten Kreis Stormarn zugeordnet. Mit Einführung der preußischen Kommunalverfassung kam er 1889 zum Amtsbezirk Neuhof.

1911 wurde eine Brücke über die Trave gebaut, die die jahrhundertealte Fährverbindung ersetzte. Am 21. März 1934 wurde bei Hamberge der erste Spatenstich für die Reichsautobahn von Hamburg nach Lübeck (heute A 1) gesetzt. 1948 kam der Ort zum Amt Reinfeld-Land, um 1972 zum Amt Nordstormarn zu wechseln. Mit Eingemeindung von Hansfelde zum 1. Januar 1974 wurden die beiden Dörfer nach fast 800 Jahren wiedervereinigt.

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Die Hamberger Kirche wurde 1327/28 erbaut. Der Grundriss ist rechteckig und breit. Es gibt nicht die in der Gegend sonst übliche Gliederung in Kirchenschiff und Chor. Der hölzerne Turm der Kirche brannte 1957 ab. Bemerkenswerte Ausstattungsgegenstände sind der Taufstein aus Gotlandkalkstein, zwei Leuchter von 1518 und der Altar nebst Kanzel aus der Werkstatt des Lübecker Meisters Hieronymus Hassenberg von 1722. Die Kirche wurde 1927 von dem Lübecker Künstler Asmus Jessen in Anlehnung an bei der Restaurierung gefundene Motive neu ausgemalt.

Der Begründer der schleswig-holsteinischen Schule für taubstumme Kinder in Schleswig, Georg Wilhelm Pfingsten war an dieser Kirche vorher von 1792-99 Organist.

Eingemeindungen

  • 1974: Hansfelde

Ortsteile

Hansfelde

Hansfelde entstand 1197 durch Abteilung von Hamberge als Hof des Lübecker Domkapitels. 1784 wurde der Hof in acht Besitzungen parzelliert. Wie auch Hamberge fiel Hansfelde in Folge der Säkularisierung an das Fürstentum Lübeck und kam 1842 zu Holstein und dort zum Amt Reinfeld. In der Weimarer Republik war Hansfelde eine Hochburg der NSDAP, die bei der Reichstagswahl 1932 über 80% errang. Zum Zeitpunkt der Eingemeindung nach Hamberge hatte Hansfelde 366 Einwohner.

Politik

Wappen

Blasonierung: „Von Grün und Blau durch einen silbernen Wellenbalken geteilt. Oben zwei an den Halmen verbundene, nach außen herabhängende goldene Getreideähren, unten ein mit einem blauen Fadenkreuz belegtes, oben und unten verstutztes, schwebendes goldenes Tatzenkreuz, das unten links von einem ebensolchen Kreuzchen begleitet wird.“[2]

Literatur

  • Christian Uecker: Zur Baugeschichte der Hamberger Kirche, in: Jahrbuch für den Kreis Stormarn, 2000, Seiten 69 bis 77.
  • Gemeinnütziger Verein Hamberge e.V.: Chronik Hamberge, 2004

Quellen

  1. Statistikamt Nord: Bevölkerung der Gemeinden in Schleswig-Holstein am 31. Dezember 2008 (PDF-Datei; 539 kB) (Hilfe dazu)
  2. Kommunale Wappenrolle Schleswig-Holstein
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