Hans-Georg Beck
Hans-Georg Beck (* 18. Februar 1910 in Schneizlreuth; † 25. Mai 1999 in München) war ein deutscher Byzantinist und Theologe.
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Leben und Wirken
Hans-Georg Beck legte 1929 das Abitur ab und studierte von 1930 bis 1937 Philosophie, katholische Theologie, Byzantinistik und klassische Philologie in München und Rom. 1936 promovierte er. Von 1937 bis 1942 war er Leiter der Klosterbibliothek Scheyern. 1949 erfolgte seine Habilitation an der Universität München für Byzantinistik. Er war Privatdozent (1949 bis 1956) und außerplanmäßiger Professor (1956 bis 1960) für Byzantinistik in München. Als Nachfolger von Franz Dölger auf dem Lehrstuhl für Byzantinistik und Neugriechische Philologie an der Universität München hat Beck von 1960 bis zur Emeritierung 1975 Institutionengeschichte und byzantinische Literatur stärker in den Vordergrund gerückt und durch Übersetzungen und Auswahlsammlungen von Quellen ein auch dem Nichtgräzisten zugängliches Bild des Lebens im Byzantinischen Reich gezeichnet. Zwischenzeitliche Berufungen an die Universitäten FU Berlin (1965) und Harvard (1972) lehnte er ab.
Seit 1962 war Beck ordentliches Mitglied der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, in deren Sitzungsberichten zahlreiche seiner Studien veröffentlicht wurden. Er war Vizepräsident der DFG und Mitglied des Wissenschaftsrats. Als Gründungspräsident hat er von 1970 bis 1984 das Deutsche Studienzentrum in Venedig aufgebaut. Er war Träger des Großen Bundesverdienstkreuzes der Bundesrepublik Deutschland (1982) und des Bayerischen Maximiliansordens für Wissenschaft und Kunst (1988) sowie Korrespondierendes Mitglied mehrerer ausländischer Akademien. Von 1963 bis 1974 war er Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft Deutscher Byzantinisten.
Ab 1961 war er Mitherausgeber, von 1964 bis 1977 federführender Herausgeber der Byzantinischen Zeitschrift sowie des Byzantinischen Archivs. Die Miscellanea Byzantina Monacensia wurden von ihm 1965 gegründet, von 1978 bis 1996 hat er sie gemeinsam mit Armin Hohlweg herausgegeben. Mit Athanasios Kambylis und Rudolf Keydell war er Herausgeber der Berliner Reihe des Corpus Fontium Historiae Byzantinae. Der Interdisziplinarität verpflichtet war die Mitherausgeberschaft bei den Südost-Forschungen, der Zeitschrift des Südost-Instituts München (1966 bis 1997) und 1967 die Gründung der Schriften zur Geistesgeschichte des östlichen Europa, gemeinsam mit Alois Schmaus und Georg Stadtmüller.
Schriften (Auswahl)
- Byzantinistik heute. Berlin 1977.
- Das byzantinische Jahrtausend, München 1978 u.ö.
Texte und Literatur aus Byzanz
- Vademecum des byzantinischen Aristokraten. Das sogenannte Strategikon des Kekaumenos, Köln 1956 (Byzantinische Geschichtsschreiber; 5)
- Geschichte der byzantinischen Volksliteratur (Byzantinisches Handbuch II.3 [HdAW XII.2.3]), München 1971
- Byzantinisches Lesebuch, München 1982
- Der Vater der deutschen Byzantinistik. Das Leben des Hieronymus Wolf von ihm selbst erzählt. Dt. von Hans-Georg Beck, München 1984 (Miscellanea Byzantina Monacensia ; 29)
- Byzantinisches Erotikon. Orthodoxie, Literatur, Gesellschaft (Bayerische Akademie der Wissenschaften <München> / Philosophisch-Historische Klasse: Sitzungsberichte ; 1984,5). Erweiterte Ausgabe München 1986.
- Kaiserin Theodora und Prokop. Der Historiker und sein Opfer. München 1986.
Theologie
- Vorsehung und Vorherbestimmung in der theologischen Literatur der Byzantiner (Orientalia christiana analecta ; 114) Rom 1937, zugleich Dissertation München (Nachdruck 1963): als „Hildebrand Beck OSB“
- Kirche und theologische Literatur im byzantinischen Reich (Byzantinisches Handbuch II.1 [HdAW XII.2.1]), München 1959
- Von der Fragwürdigkeit der Ikone (Sitzungsberichte / Bayerische Akademie der Wissenschaften, Philosophisch-Historische Klasse ; 1975,7)
- Actus fidei. Wege zum Autodafé, München 1987 (Bayerische Akademie der Wissenschaften <München> / Philosophisch-Historische Klasse: Sitzungsberichte ; 1987,3)
- Vom Umgang mit Ketzern. Der Glaube der kleinen Leute und die Macht der Theologen, München 1993, ISBN 3-406-37618-5.
Staat und Gesellschaft
- Theodoros Metochites. Die Krise des byzantinischen Weltbildes im 14. Jahrhundert, München 1952
- Senat und Volk von Konstantinopel. Probleme der byzantinischen Verfassungsgeschichte (Bayerische Akademie der Wissenschaften <München> / Philosophisch-Historische Klasse: Sitzungsberichte ; 1966,6)
- Res Publica Romana. Vom Staatsdenken der Byzantiner (Bayerische Akademie der Wissenschaften <München> / Philosophisch-Historische Klasse: Sitzungsberichte ; 1970,2)
- Ideen und Realitaeten in Byzanz. Gesammelte Aufsaetze. London 1972.
- Theorie und Praxis im Aufbau der byzantinischen Zentralverwaltung (Bayerische Akademie der Wissenschaften <München> / Philosophisch-Historische Klasse: Sitzungsberichte ; 1974,8)
Unter dem Pseudonym Peter Hamann veröffentlichte Beck:
- Geistliches Biedermeier im altbayerischen Raum, Regensburg: Pustet 1954
- Saitenspiel des Daseins, Ettal: Kunstverlag 1958
Literatur
- Eintrag Hans-Georg Beck. In: Jürgen Petersohn (Hrsg.): Der Konstanzer Arbeitskreis für mittelalterliche Geschichte. Die Mitglieder und ihr Werk. Eine bio-bibliographische Dokumentation, Stuttgart 2001, S. 29–34, ISBN 3-7995-6906-5.
- Günter Prinzing: Bibliographie Hans-Georg Beck. Arbeitsgemeinschaft Deutscher Byzantinisten, Mainz 2000.
- Günter Prinzing: Hans-Georg Beck (1910–1999). In: Südost-Forschungen, Bd. 58 (1999), S. 345–350.
- Otto Kresten: Hans-Georg Beck. In: Jahrbuch der Bayerischen Akademie der Wissenschaften 2000, S. 302.
- Peter Schreiner: Nachruf Hans-Georg Beck (18.2.1910–25.5.1999). In: Byzantinische Zeitschrift, Bd. 92 (1999), S. 812–816.
Literatur von und über Hans-Georg Beck im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek Günter Prinzing: Hans-Georg Beck. In: Biographisch-Bibliographisches Kirchenlexikon (BBKL). Band 31, Nordhausen 2010, ISBN 978-3-88309-544-8. Personendaten NAME Beck, Hans-Georg ALTERNATIVNAMEN Peter Hamann KURZBESCHREIBUNG deutscher Byzantinist und Theologe GEBURTSDATUM 18. Februar 1910 GEBURTSORT Schneizlreuth STERBEDATUM 25. Mai 1999 STERBEORT München
Kategorien: Byzantinist | Theologe (20. Jahrhundert) | Person (Bad Reichenhall) | Hochschullehrer (LMU München) | Träger des Großen Bundesverdienstkreuzes | Träger des Bayerischen Maximiliansordens für Wissenschaft und Kunst | Mann | Geboren 1910 | Gestorben 1999 | Deutscher | Mitglied der Bayerischen Akademie der Wissenschaften
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