Heilbronn
| Wappen | Deutschlandkarte | |
|---|---|---|
49.159.2166666666667157 Koordinaten: 49° 9′ N, 9° 13′ O | ||
| Basisdaten | ||
| Bundesland: | Baden-Württemberg | |
| Regierungsbezirk: | Stuttgart | |
| Höhe: | 157 m ü. NN | |
| Fläche: | 99,88 km² | |
| Einwohner: | 122.098 (31. Dez. 2008)[1] | |
| Bevölkerungsdichte: | 1222 Einwohner je km² | |
| Postleitzahlen: | 74072–74081 | |
| Vorwahlen: | 07131, 07066 | |
| Kfz-Kennzeichen: | HN | |
| Gemeindeschlüssel: | 08 1 21 000 | |
| Stadtgliederung: | 9 Stadtteile | |
| Adresse der Stadtverwaltung: | Marktplatz 7 74072 Heilbronn | |
| Webpräsenz: | ||
| Oberbürgermeister: | Helmut Himmelsbach (parteilos) | |
| Detailkarte | ||
Heilbronn [haɪ̯lˈbrɔn] ist eine Großstadt im Norden Baden-Württembergs. Mit über 120.000 Einwohnern ist sie die sechstgrößte Stadt des Landes Baden-Württemberg und die zweitgrößte Stadt des Landesteils Württemberg.
Die am Neckar gelegene ehemalige Reichsstadt[2] ist heute Stadtkreis und zugleich Sitz des Landkreises Heilbronn, von dem sie vollständig umgeben ist. Darüber hinaus ist sie Oberzentrum der Region Heilbronn-Franken, die den Nordosten Baden-Württembergs umfasst. Die regionaltypische Bezeichnung für die Gegend um Heilbronn ist das Unterland.
Heilbronn ist bekannt als Stadt des Weins sowie als Käthchenstadt. Letztere Bezeichnung bekam die Stadt durch das Schauspiel Das Käthchen von Heilbronn des Dramatikers Heinrich von Kleist.
Geographie
Geographische Lage
Heilbronn liegt im nördlichen Baden-Württemberg in einer durch den Neckar gebildeten fruchtbaren Talfläche, dem Heilbronner Becken als nördlichem Ausläufer des Neckarbeckens. Zu beiden Seiten des Neckars ist die Stadt zumeist von ausgedehnten Weinberglandschaften umgeben. Im Westen schließt sich das vergleichsweise wenig hügelige Gartacher Feld an das Heilbronner Becken an, im Osten umschließen von Norden nach Süden der Wartberg, der Galgenberg, der Büchelberg und der Schweinsberg die Stadt. Zusammen mit den weiter östlich anschließenden Bergen Hintersberg und Reisberg (beide ebenfalls auf Heilbronner Gemarkung) bilden sie die Heilbronner Berge, die wiederum Ausläufer der Löwensteiner Berge sind.[3]
Höchster Punkt des Stadtgebiets ist der in der äußersten südöstlichen Spitze des Stadtwaldes gelegene 378 m ü. NN hohe Reisberg, zweithöchster Punkt mit 372,8 m der Schweinsberg. Den tiefsten Punkt der Gemarkung bildet mit 151 m der Neckar bei Neckarsulm. Das Stadtgebiet dehnt sich in Nord-Süd-Richtung über 13 Kilometer, in Ost-West-Richtung über 19 Kilometer aus.[4]
Heilbronn liegt in der Nähe der Mundart-Grenze zwischen dem schwäbisch-alemannischen und dem fränkischen Dialekt.
Geologie
Heilbronn liegt im nördlichen Teil des vielfältig zergliederten Südwestdeutschen Schichtstufenlandes. Eine Tiefbohrung, die 1912/13 im Heilbronner Nachbarort Erlenbach auf 163,68 m ü. NN bis in 856 m Tiefe niedergebracht und 1954/56 durch seismische Untersuchungen ergänzt wurde, erbrachte Aufschluss über die Gesteinszusammensetzung im Raum Heilbronn. Die Oberfläche des ursprünglichen, aus Gneisen und Graniten zusammengesetzten variszischen Grundgebirges ist demnach in 1080 bis 1.100 m unter NN anzunehmen. Darüber liegen hunderte von Metern dicke Schichten von Sedimentgesteinen, zuunterst die des Perm (rund 390 m Rotliegend, 23,6 m Zechstein), gefolgt von denen der Trias: 517 m Buntsandstein, 72,7 m Unterer Muschelkalk, 94,5 m Mittlerer Muschelkalk, 86 m Oberer Muschelkalk, 79 m Unterer Keuper und 27 m Mittlerer Keuper. Im mittleren Muschelkalk ist ein bis zu 45 m mächtiges Steinsalz-Lager im Norden der Kernstadt und im Nordwesten des Stadtgebietes eingeschlossen, das bergmännisch ausgebeutet wird.
Mit dem Mittleren Keuper ist fast das Niveau des das Stadtgebiet zerteilenden Neckars erreicht. In der unmittelbaren Talaue des Flusses, die große Teile des Heilbronner Industriegebietes und den westlichen Stadtteil zwischen Altneckar und Neckarkanal umfasst, wird er von einer rund 3 m breiten Schicht des vom Neckar abgelagerten Talaueschotters überdeckt, auf der wiederum eine ebenfalls rund 3 m dicke Schicht angeschwemmten Lehms liegt. Weiter entfernt vom Fluss finden sich Schotterschichten, die unter der Kernstadt 5 bis 10 m, im Westen des Stadtgebietes zwischen Böckingen, Frankenbach und Neckargartach bis zu 35 m mächtig sind. Fast überall liegt auf ihnen noch eine 6 bis 13 m dicke Schicht aus angewehtem, fruchtbarem Löss und Lösslehm.
Die nicht von Flussablagerungen bedeckten Heilbronner Berge im Osten des Stadtgebietes spiegeln die weitere geologische Schichtenabfolge wieder, die im restlichen Stadtgebiet durch die Erosion abgetragen wurde. Auf 28 bis 29 m Unterer Keuper folgen 130 bis 150 m Gipskeuper und eine etwa 20 bis 45 m mächtige Schilfsandstein-Schicht, die früher in Steinbrüchen ausgebeutet wurde und deren braungelbe Steine das frühere Heilbronner Stadtbild prägten. Die drei höchsten Berge im Südosten des Stadtgebietes, der Reisberg (378 m ü. NN), der Schweinsberg (372,8 m ü. NN) und der Hintersberg (364,8 m ü. NN), weisen über diesen Schichten noch die höheren Schichten der Unteren Bunten Mergel und Lehrbergschichten (zusammen rund 32 bis 35 m) und des Kieselsandsteins (5 bis 16 m) auf.[5]
Nachbargemeinden
Folgende Städte und Gemeinden grenzen an die Stadt Heilbronn. Sie werden im Uhrzeigersinn beginnend im Norden genannt und gehören alle zum Landkreis Heilbronn:
Bad Wimpfen, Neckarsulm, Erlenbach, Weinsberg, Lehrensteinsfeld, Untergruppenbach, Flein, Talheim, Lauffen am Neckar, Nordheim, Leingarten, Schwaigern, Massenbachhausen und Bad Rappenau.
Stadtgliederung
Das Stadtgebiet von Heilbronn ist in neun Stadtteile gegliedert. Neben Heilbronn selbst sind dies:
Zu manchen Stadtteilen gehören noch weitere Orte im geographischen Sinne wie Einzelhöfe und Wohnplätze. Im Einzelnen sind dies zu Biberach die Höfe Konradsberg, zu Frankenbach der Hipfelhof und zu Neckargartach der Altböllinger Hof, Neckarau und der Neuböllinger Hof.
Abgegangene, heute nicht mehr bestehende Orte sind Hetensbach und Rühlingshausen, beide auf Markung Böckingen, Utenhusa auf Markung Biberach, Altböckingen und Hanbach und Rappach, alle drei auf Markung Heilbronn, Böllingen und Trapphof, beide auf Markung Neckargartach, sowie Ascheim und Widegavenhusa, beide auf Markung Kirchhausen.
Böckingen, Frankenbach und Neckargartach gehörten bis zum Beginn des 19. Jahrhunderts schon als reichsstädtische Dörfer zu Heilbronn. Böckingen und Neckargartach wurden 1933 bzw. 1938 wieder eingemeindet; das einstige Deutschordens-Dorf Sontheim kam ebenfalls 1938 zu Heilbronn. Die restlichen Stadtteile folgten mit der Gebietsreform in den 1970er Jahren: 1970 Klingenberg, 1972 Kirchhausen, 1974 Biberach, Frankenbach und Horkheim. Heilbronn selbst ist heute mit den Stadtteilen Böckingen, Neckargartach, Frankenbach, Sontheim und Horkheim praktisch zu einem geschlossenen Siedlungsgebiet verwachsen. Biberach, Kirchhausen und Klingenberg sind allseitig von größeren land- oder forstwirtschaftlich genutzten Flächen umgeben.[6]
Raumplanung
Heilbronn gehört mit dem Umland zum nördlichen Bereich des Verdichtungsraums Stuttgart (Umfang siehe unter Stuttgart). Die Stadt ist Oberzentrum der Region Heilbronn-Franken und damit eines von insgesamt 14 im Rahmen des Landesentwicklungsplans 2002 des Landes Baden-Württemberg ausgewiesenen Oberzentren. Dieses übernimmt für die Städte und Gemeinden Abstatt, Bad Rappenau, Bad Wimpfen, Beilstein, Brackenheim, Cleebronn, Eberstadt, Ellhofen, Eppingen, Flein, Gemmingen, Güglingen, Ilsfeld, Ittlingen, Kirchardt, Lauffen am Neckar, Lehrensteinsfeld, Leingarten, Löwenstein, Massenbachhausen, Neckarwestheim, Nordheim, Obersulm, Pfaffenhofen an der Zaber, Schwaigern, Siegelsbach, Talheim, Untergruppenbach, Weinsberg, Wüstenrot und Zaberfeld auch die Aufgaben des Mittelbereichs.
Raumbedeutsame Maßnahmen werden für die Region Heilbronn-Franken durch den Regionalverband Heilbronn-Franken erarbeitet.
Geschichte
→ Hauptartikel: Geschichte der Stadt Heilbronn
Besiedlung und Stadtgründung
Die ältesten menschlichen Spuren in den fruchtbaren Neckarauen des Heilbronner Beckens datieren bis in die Altsteinzeit (30.000 v. Chr.) zurück. Bei Heilbronn trafen sich bereits in der Vorzeit uralte Fernwege, die dort den Neckar überquerten. Die Römer sicherten im 1. Jhd. n. Chr. ihre Grenze längs des Neckarlimes mit Kastellen, u. a. beim späteren Ortsteil Böckingen, wo sich insgesamt acht Römerstraßen trafen. Nach den Römern herrschten ab Mitte des 3. Jahrhunderts die Alamannen im Neckarraum und wurden um 500 durch die Franken verdrängt, die ihre östlichen Provinzen mit Königshöfen besiedelten. Auf einen solchen Königshof geht vermutlich die erste größere Siedlung im Bereich der heutigen Kernstadt zurück.
Der Ort wird erstmals als villa Helibrunna in einer auf das Jahr 741 datierten Schenkung erwähnt. Der Name deutet auf einen Brunnen bzw. eine Quelle hin. Ein Markt wurde um 1050, ein Hafen um 1140 erstmals genannt. Der Ort entwickelte sich früh zum bedeutenden Handelszentrum und ging nach dem Ende der Karolinger auf deren Regionalfürsten, die Grafen von Calw, über. Der einstige fränkische Fürstenhof zersplitterte in Herrschaftshöfe und diese wiederum in kleinere Anteile. Neben verschiedenen Grafen, Klöstern und dem ab um 1225 auftretenden Deutschen Orden, der den Deutschhof als Kommende errichtete und den Nachbarort Sontheim besaß, gelangten Besitzrechte in Heilbronn auch in die Hände des immer einflussreicher werdenden Patriziats. 1225 wurde die Stadt erstmals als oppidum (befestigte Stadt) bezeichnet und als Lehen des Stauferkönigs Heinrich (VII.) an Württemberg verliehen.
1281 verlieh König Rudolf I. von Habsburg Heilbronn das Stadtrecht, wobei auch erstmals ein Rat der Stadt erwähnt wurde, der sich aus dem Patriziat bildete. Um 1300 wurde die Kilianskirche erstmals genannt sowie ein Marktplatz mit Rathaus. 1322 verlieh König Ludwig der Bayer der Stadt die hohe Gerichtsbarkeit.
Reichsstadt ab 1371
Der Hafen und die durch Wasserkraft betriebenen Mühlen am Neckar, der ab 1333 durch das Neckarprivileg für die Stadt günstig aufgestaut und umgeleitet wurde, ließen den Handel in Heilbronn erblühen, so dass das vom Kaiser geschützte Patriziat der Stadt relativ frei vom Einfluss des umgebenden niederen Ritteradels blieb. 1360 konnte die Bürgerschaft das Schultheißenamt vom vorigen Lehensträger Württemberg erwerben. Am 28. Dezember 1371 wurde die Stadt durch eine Verfassung Kaiser Karls IV. zur Reichsstadt. Ein äußerst enges Verhältnis zum Kaiser sowie ab 1417 ein bis 1622 gültiges Bündnis mit der Kurpfalz festigten die Stellung gegenüber Württemberg. Die politische Stabilität des 15. Jahrhunderts führte zu einer weiteren Blüte der Stadt, in der damals etwa 4000 Menschen lebten. Zahlreiche historische Bauten gehen auf diese Periode zurück.
Im Jahr 1519 war Götz von Berlichingen als Gefangener des Schwäbischen Bundes in Heilbronn inhaftiert. Im Bauernkrieg trat Jäcklein Rohrbach als rebellischer Bauernführer in Heilbronn in Erscheinung, beging mit dem Neckar-Odenwälder Bauernhaufen um Ostern 1525 die Weinsberger Bluttat und plünderte anschließend das Heilbronner Karmeliterkloster.
Während des Dreißigjährigen Kriegs litten die Stadt und die umliegenden reichsstädtischen Dörfer sehr. Nach der Schlacht bei Wimpfen wurde 1622 Neckargartach niedergebrannt. 1633 errichteten Schweden und Franzosen ein Bollwerk um Heilbronn. 1634 bis 1647 war die Stadt wieder in der Hand kaiserlicher Truppen, danach zogen französische und anschließend kurpfälzische Truppen ein. Die Stadt blieb aber auch nach dem Westfälischen Frieden 1648 Aufmarschplatz und evangelische Kreisfestung des Schwäbischen Reichskreises. Im Spätjahr 1688 wurde Heilbronn im Pfälzischen Erbfolgekrieg von den Franzosen unter Ezéchiel de Mélac besetzt, die bei ihrem Abzug vor anrückenden kursächsischen Truppen im Dezember 1688 neun Mitglieder der Patrizierfamilien für teilweise über ein Jahr als Geiseln verschleppten. 1694 fand der letzte Hexenprozess in der Reichsstadt statt.
Um 1750 entstanden prachtvolle Bauten im Rokokostil, darunter das Schießhaus. Ab 1770 gewann Heilbronn durch den Vieh- und Pferdemarkt für über ein Jahrhundert Bedeutung als einer der größten südwestdeutschen Umschlagplätze für Schlachtvieh.
Württembergische Oberamtsstadt ab 1802
Heilbronn kam in Folge der Mediatisierung im September 1802 mit anderen Reichsstädten an Württemberg und wurde Sitz des Oberamts Heilbronn.
Ab 1815 wurde der Neckar, der seit dem hohen Mittelalter durch unzählige Wehre und Mühlen versperrt gewesen war, wieder schiffbar gemacht. Von 1819 bis 1821 wurde der Wilhelmskanal gebaut und trug zur einsetzenden Industrialisierung bei, die insbesondere durch die Heilbronner Papiermühlen vorangetrieben wurde. 1832 war Heilbronn die Stadt mit den meisten Fabriken in Württemberg und wurde als schwäbisches Liverpool bezeichnet. Ab 1839 wurden planmäßig Vorstädte erschlossen, so auch westlich des Neckars, wo ab 1848 der Bahnhof den Abschluss der Württembergischen Nordbahn bildete. Bis 1880 entstanden Eisenbahnverbindungen nach allen wichtigen süddeutschen Städten.
Heilbronn galt 1848 als württembergisches Zentrum der Märzrevolution. Bis zum Sommer 1849 kam es oftmals zu Unruhen in der Stadt, die mehrfach nur durch die Entsendung königlichen Militärs aus Stuttgart unterbunden werden konnten.
1875 wurde ein Floßhafen errichtet, 1886 folgte ein Salzhafen und 1888 der Karlshafen. Am 16. Januar 1892 nahm Heilbronn mit dem Anschluss an das Stromnetz des Elektrizitätswerks in Lauffen als erste Stadt der Welt die Fernversorgung mit Strom auf.
Zu Beginn des 20. Jahrhunderts war Heilbronn ein wichtiger Warenumschlagplatz in Süddeutschland und eine ausgeprägte Industriestadt. Unter den Einwohnern waren viele Arbeiter. Zahlreiche Arbeiter- und Sportvereine waren entstanden, und es gab eine freie Presselandschaft. Die Stadt galt als „rote Hochburg“, wenngleich es bei der Novemberrevolution 1918/19 zu keinen größeren revolutionären Handlungen kam.
Zeit des Nationalsozialismus
Die 1923 gegründete Ortsgruppe der NSDAP blieb bis 1933 klein und bedeutungslos, führte dann aber unter Kreisleiter Richard Drauz energisch die Gleichschaltung der regionalen Vereins- und Presselandschaft durch.
1935 wurden die Großschifffahrtsstraße Heilbronn-Mannheim und der Heilbronner Kanalhafen eröffnet, der bis heute ein wichtiger Umschlagplatz am Neckar ist und zu den zehn größten deutschen Binnenhäfen zählt. 1936 wurde die Autobahn nach Stuttgart fertig gestellt.
Im Zuge einer Verwaltungsreform wurde Heilbronn am 1. Oktober 1938 Sitz des neuen Landkreises Heilbronn. Zugleich wurde Heilbronn Stadtkreis, und die zuvor selbstständigen Gemeinden Sontheim und Neckargartach wurden eingemeindet. Die ehemalige Stadt Böckingen war bereits 1933 eingegliedert worden. Mit 72.000 Einwohnern war Heilbronn somit nach Stuttgart die zweitgrößte Stadt in Württemberg.
Am 10. November 1938 wurde die Heilbronner Synagoge durch Brandstiftung zerstört. Im Laufe des Jahres 1939 wurde die traditionsreiche jüdische Gemeinde in Heilbronn praktisch ausgelöscht.
Im September 1944 wurde im Stadtteil Neckargartach unter der Bezeichnung SS-Arbeitslager Steinbock ein Außenlager des KZ Natzweiler-Struthof errichtet, in dem über 1.000 Häftlinge konzentriert wurden, die in der Rüstungsindustrie Zwangsarbeit verrichten mussten. 246 dabei Umgekommene sind auf dem KZ-Friedhof an der Böllinger Straße begraben.[7]
Im Zweiten Weltkrieg war die Stadt ab Dezember 1940 vielfach Ziel von Luftangriffen. Zur Katastrophe für die Stadt wurde der Luftangriff auf Heilbronn am 4. Dezember 1944, bei dem die Altstadt völlig zerstört wurde und über 6500 Menschen ihr Leben verloren. Am 12. April 1945 besetzten amerikanische Truppen die Stadt, in der nur noch 46.350 Einwohner lebten.
Gegenwart
Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieg 1945 gehörte Heilbronn zur amerikanischen Besatzungszone. In einer gewaltigen Kraftanstrengung gelang in nur wenigen Jahren der Wiederaufbau der völlig zerstörten Stadt. Ab 1951 waren US-Truppen fest in Heilbronn stationiert.
Die Einweihung der Autobahn A 6 von Heilbronn nach Mannheim mit der monumentalen Neckartalbrücke im Jahr 1968 setzte weitere wichtige strategische Akzente für den Wirtschaftsstandort Heilbronn. Die A 81 nach Würzburg folgte 1974, die A 6 nach Nürnberg 1979. Zahlreiche Großbetriebe siedelten sich in neu entstandenen Industrie- und Gewerbegebieten entlang der neuen Verkehrsadern an und die Wirtschaftsregion in ihrer heutigen Ausprägung entstand.
Durch die Eingemeindung von Klingenberg 1970 hatte Heilbronn über 100.000 Einwohner und wurde damit Großstadt. 1972 und 1974 wurden Kirchhausen, Biberach, Frankenbach und Horkheim eingemeindet. Bei der Kreisreform Baden-Württemberg 1973 blieb Heilbronn kreisfreie Stadt und Sitz des nunmehr vergrößerten Landkreises Heilbronn sowie der späteren Region Heilbronn-Franken.
In den 1970er Jahren wurden die den alten Quartieren folgend wiederaufgebauten historischen Hauptstraßen Fleiner Straße und Sülmer Straße zu Fußgängerzonen mit umgebenden verkehrsberuhigten Bereichen umgestaltet. Die Allee wurde im Gegenzug zur wichtigsten innerstädtischen Verkehrsachse, an ihr entstanden Unterführungen und zeitgenössische Bauwerke wie das 1974 vollendete Wollhauszentrum und das 1982 eröffnete Theater Heilbronn.
Ab 1980 stationierten die Amerikaner auf der Heilbronner Waldheide Mittelstrecken-Atomraketen vom Typ Pershing II. 1985 erregte ein Raketenunglück das Interesse der Öffentlichkeit. Nach Unterzeichnung der INF-Verträge wurden 1987 die Raketen und 1992 die letzten Einheiten der US Army abgezogen. Heilbronn ist seitdem entmilitarisierte Stadt.
Ab 1998 erfolgte der Anschluss der Stadt an das Nahverkehrs-Netz der Stadtbahn Karlsruhe, wofür Teile der Heilbronner Innenstadt bis 2005 abermals großflächig umgestaltet wurden. Bis in die Gegenwart folgten weitere umfangreiche städtebauliche Maßnahmen, darunter der Bau von zwei Neckarbrücken, Bau- und Begrünungsmaßnahmen in der Nord- und Südstadt im Rahmen des Bund-Länder-Förderprogramms „Soziale Stadt“ sowie der Bau zweier großer neuer Einkaufszentren in der Innenstadt.
In den Jahren 2005 und 2006 war Heilbronn erste UNICEF-Kinderstadt Deutschlands. 2007 erhielt die Stadt den Zuschlag für die Bundesgartenschau 2019. Im Frühsommer 2007 erregte die Tötung einer Polizistin in Heilbronn großes Aufsehen und rückte die Stadt kurzzeitig in den Fokus der internationalen Berichterstattung. Die anschließende Fahndung nach einer mutmaßlichen Täterin, dem Heilbronner Phantom, erwies sich im März 2009 als Ermittlungspanne.
Religionen
Protestanten
Heilbronn war seit der Reformation durch Johann Lachmann 1528 eine nahezu rein evangelische Stadt mit der Kilianskirche als geistigem Zentrum. Der Rat und die Bürgerschaft bekannten sich geschlossen zur Augsburger Konfession. Katholiken waren unerwünscht, Juden war es verboten, sich in Heilbronn niederzulassen. Nach dem Übergang an Württemberg wurde die Stadt 1803 Sitz eines Dekanats (siehe Kirchenbezirk Heilbronn) und 1823 eines Generalats (heute Prälatur oder „Sprengel“ mit einem Prälaten oder „Regionalbischof“ an der Spitze, siehe Prälatur Heilbronn) der Evangelischen Landeskirche in Württemberg. Protestanten stellen bis heute in Heilbronn mit rund 38 Prozent der Bevölkerung die Mehrheit, gefolgt von Katholiken mit 24 Prozent.
Katholiken
Die katholische Gemeinde der Stadt hatte ihre Mutterkirche in dem vom Deutschen Orden erbauten Deutschordensmünster St. Peter und Paul, das auch für die wenigen Katholiken in den historisch zur Stadt gehörenden Stadtteilen zuständig war. Die Stadtteile Biberach, Kirchhausen und Sontheim dagegen sind traditionell katholisch geprägt, da sie einst zum Deutschen Orden zählten und daher auch während der Reformation katholisch geblieben waren. Die katholischen Gemeinden gehören heute zum Dekanat Heilbronn der Diözese Rottenburg-Stuttgart.
(Mehr zur Geschichte der christlichen Konfessionen in Heilbronn findet sich in den Artikeln zu den bedeutendsten Gotteshäusern: Kilianskirche und Deutschordensmünster.)
Juden
Juden sind in Heilbronn seit 1050 belegt, hatten jedoch von 1438 bis zu Beginn des 19. Jahrhunderts Stadt- bzw. Ansiedlungsverbot. In den 1860er Jahren wurden Juden rechtlich wieder anderen Bürgern gleichgestellt. Im Jahr 1877 wurde die Heilbronner Synagoge eingeweiht, das Bauwerk wurde jedoch in der Reichspogromnacht 1938 zerstört. Die jüdische Gemeinde wurde unter den Nationalsozialisten bis 1939 praktisch ausgelöscht. In den 1980er Jahren waren nur sechs Familien in Heilbronn jüdischen Glaubens. Insbesondere durch den Zuzug aus Osteuropa wuchs die Gemeinde auf über 150 Mitglieder an. 2006 wurde das neue Jüdische Zentrum Heilbronn eingeweiht. Die jüdische Gemeinde Heilbronn ist eine Filialgemeinde der Israelitischen Religionsgemeinschaft in Württemberg mit Sitz in Stuttgart.
(Zur Geschichte der Juden in Heilbronn siehe auch: Jüdische Gemeinde Heilbronn.)
Muslime
Im Stadt- und Landkreis Heilbronn haben sich nach 1960 zahlreiche Migranten (Gastarbeiter) angesiedelt. Die Zahl der gemeldeten Ausländer stieg von rund 2500 Personen im Jahr 1961 auf 13.700 im Jahr 1974 (12% der Wohnbevölkerung). Für den muslimischen Anteil dieser Personen entstanden die ersten islamischen Gotteshäuser, zunächst provisorisch in kleinen Räumlichkeiten. Nach und nach wurden im Stadt- und Landkreis Heilbronn dann mehrere Moscheen erbaut. Moscheen im Stadtgebiet befinden sich u. a. in der Goppeltstraße, Hans-Seyfer-Straße, Salzstraße, Weinsberger Straße Ecke Allee und in der Böckinger Straße.
Die Zahl der Muslime wird im Stadtkreis Heilbronn auf über 10.000 Personen geschätzt. Den Großteil stellen Muslime türkischer Abstammung dar, die zum Teil von einer Heilbronner Niederlassung der DITIB vertreten werden; daneben gibt es Muslime bosnischer, kurdischer, arabischer und deutscher Abstammung.
Sonstige
- Adventgemeinde
- Gemeinde entschiedener Christen
- Evangelisch-methodistische Kirche mit der Pauluskirche (Heilbronn)
- Freie evangelische Gemeinde Heilbronn
- Freie Reformierte Baptisten
- Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage
- Zeugen Jehovas sind für Heilbronn schon seit dem Jahr 1920 belegt und bildeten sich in ersten Gruppen in Heilbronn aus den „Ernsten Bibelforschern“. Die relativ kleine Gemeinde wurde während des Nationalsozialismus angefeindet, zahlreiche Gemeindemitglieder starben in Konzentrationslagern. Die Zeugen Jehovas errichteten 1953 in Heilbronn wieder einen ersten Königreichssaal, dem zahlreiche weitere Säle bis in die Gegenwart folgten.
- Die Neuapostolische Kirche hatte ab 1896 Gemeinden in Heilbronn und Umgebung, die zunächst von Frankfurt am Main aus verwaltet wurden, in den 1920er Jahren dann den Bereich Heilbronn bildeten, der am 1. Januar 1926 zu einem eigenständigen Verwaltungsbezirk mit 212 Gemeinden in Württemberg und Bayern wurde. Der Sitz des Bezirks befand sich in der Lerchenstraße 8 in Heilbronn. Nach dem Zweiten Weltkrieg ging der Bezirk Heilbronn bis 1953 in den Bezirk Stuttgart über, der dort seinen Sitz hat.
Eingemeindungen
Ehemals selbständige Gemeinden beziehungsweise Gemarkungen, die in die Stadt Heilbronn eingegliedert wurden:
| Jahr | Orte | Zuwachs in ha |
|---|---|---|
| 1. Juni 1933 | Böckingen, Stadt (seit 1919) | 1135 |
| 1. Oktober 1938 | Neckargartach | 1125 |
| 1. Oktober 1938 | Sontheim | 740 |
| 1. Januar 1970 | Klingenberg | 272 |
| 1. Juli 1972 | Kirchhausen | 1147 |
| 1. Januar 1974 | Biberach | 1058 |
| 1. April 1974 | Frankenbach | 889 |
| 1. April 1974 | Horkheim | 486 |
Einwohnerentwicklung
Im 15. Jahrhundert lebten etwa 4.000 Menschen innerhalb der Stadtbefestigung. 1840 wurden 11.300 Einwohner gezählt, 1890 hatte Heilbronn 30.000 Einwohner. Bis zum 1. Juni 1933 verdoppelte sich diese Zahl durch die Eingemeindung der Stadt Böckingen (11.593 Einwohner 1925) auf 60.000 Einwohner. Durch die Zerstörungen im Zweiten Weltkrieg verlor Heilbronn rund 40 Prozent seiner Bevölkerung. Die Einwohnerzahl sank zwischen 1939 (77.000 Einwohner) und 1945 (47.000 Einwohner) um rund 30.000 Personen.
1956 hatte die Bevölkerungszahl wieder den Vorkriegsstand erreicht. Am 1. Januar 1970 überschritt die Einwohnerzahl der Stadt durch die Eingemeindung von Klingenberg die Grenze von 100.000, wodurch sie zur Großstadt wurde. Ende Dezember 2008 hatten in Heilbronn nach Fortschreibung des Statistischen Landesamtes Baden-Württemberg 122.098 Menschen ihren Hauptwohnsitz. Unter den über 24.000 Ausländern in der Stadt bilden rund 8.700 Türken die größte Volksgruppe.
Die folgende Übersicht zeigt die Einwohnerzahlen nach dem jeweiligen Gebietsstand. Bis 1833 handelt es sich meist um Schätzungen, danach um Volkszählungsergebnisse (¹) oder amtliche Fortschreibungen der jeweiligen Statistischen Ämter beziehungsweise der Stadtverwaltung selbst. Die Angaben beziehen sich ab 1843 auf die „Ortsanwesende Bevölkerung“, ab 1925 auf die Wohnbevölkerung und seit 1987 auf die „Bevölkerung am Ort der Hauptwohnung“. Vor 1843 wurde die Einwohnerzahl nach uneinheitlichen Erhebungsverfahren ermittelt. Heilbronn rangierte mit seinem Einwohnerstand vom 31. Dezember 2007 auf Platz 59 der Liste der größten Städte Deutschlands.
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¹ Volkszählungsergebnis
Politik
Gemeinderat
Seit der letzten Kommunalwahl am 7. Juni 2009 hat der Gemeinderat 40 Mitglieder. Die Wahlbeteiligung lag bei 42,9 %. Die Wahl brachte folgendes Ergebnis:
| CDU | 14 Sitze (-2) | 32,3 % (-5,2) | |
| SPD | 11 Sitze (-1) | 25,3 % (-1,7) | |
| FDP/DVP | 5 Sitze (+1) | 13,6 % (+4,4) | |
| GRÜNE | 4 Sitze (+1) | 10,4 % (+2,4) | |
| FWV | 3 Sitze (+1) | 8,5 % (+2,6) | |
| Pro Heilbronn | 2 Sitze (+2) | 4,8 % (+4,8) | |
| Die Linke | 1 Sitz (+1) | 2,9 % (+2,9) | |
| Andere | 0 Sitze (-3) | 2,3 % (-10,1) |
Weiteres Mitglied des Gemeinderates und dessen Vorsitzender ist der Oberbürgermeister.
In den fünf Stadtteilen, die in den 1970er-Jahren nach Heilbronn eingegliedert wurden (1970 Klingenberg, 1972 Kirchhausen, 1974 Biberach, Frankenbach und Horkheim), bestehen Bezirksbeiräte, da sie entsprechend der Hauptsatzung der Stadt Heilbronn Stadtbezirke im Sinne von § 64 Abs. 1 der Gemeindeordnung für Baden-Württemberg bilden. Diese Gremien sind zu wichtigen, den Stadtteil betreffenden Angelegenheiten zu hören. Die endgültige Entscheidung über eine Maßnahme obliegt dann allerdings dem Gemeinderat der Gesamtstadt Heilbronn.
Stadtoberhaupt
Der Oberbürgermeister von Heilbronn wird für eine Amtszeit von acht Jahren von den Bürgern Heilbronns (einschließlich EU-Ausländern) gewählt. Der derzeitige Amtsinhaber Helmut Himmelsbach wurde am 17. Juni 2007 wiedergewählt. Er bleibt bis 2014, seinem 68. Lebensjahr, für sieben Jahre im Amt.
- 1945–1946: Emil Beutinger
- 1946–1948: Paul Metz (SPD)
- 1948–1967: Paul Meyle (DVP)
- 1967–1983: Hans Hoffmann (SPD)
- 1983–1999: Manfred Weinmann (CDU)
- seit 1999: Helmut Himmelsbach (parteilos)
Für eine ausführliche Darstellung der Stadtverwaltung siehe Geschichte der Stadt Heilbronn. Die Amtsträger bis 1945 werden in der Liste der Bürgermeister von Heilbronn abgehandelt.
Wappen und Flagge
Die Blasonierung des Heilbronner Wappens lautet: In Gold der rot bewehrte und rot bezungte schwarze Reichsadler mit einem von Rot, Silber und Blau geteilten Brustschild. Die Stadtflagge ist Rot-Weiß-Blau.
Der Reichsadler als Symbol der Reichsunmittelbarkeit Heilbronns ist in den Siegeln der Stadt seit 1265 belegt. In der Stadt Heilbronn erschien er bei farbiger Darstellung immer auf goldenem Schildgrund (zuerst nachweisbar in einem Wappenfenster von 1487 in der Kilianskirche), während er im Hauptbanner der Reichsstädte von 1462, in Siebmachers Wappenbuch von 1605 und in Wappenbüchern des 18. Jahrhunderts auf silbernem Grund dargestellt wird.
Zur Unterscheidung vom Reichs- und von anderen Adlerwappen trat seit 1556 in Wappenzeichnungen, seit dem 18. Jahrhundert auch in Siegeln der Brustschild auf. Im Planprospekt J. S. Schlehenrieds von 1658 steht er sogar gleichberechtigt neben dem Schild mit dem Adlerwappen. Die Herkunft der Farben des Brustschildes konnte bis heute nicht sicher geklärt werden. 1556, 1581 und 1681 kamen sie auch in der Reihenfolge Blau-Silber-Rot vor; die heute übliche Reihenfolge Rot-Silber-Blau, die auch in die rot-weiß-blaue Stadtflagge Eingang gefunden hat, ist erstmals 1560 nachgewiesen. In manchen Siegeln des 17. und 18. Jahrhunderts enthielt der Brustschild nur die auf den Stadtnamen hinweisenden Großbuchstaben HB.[8]
Siehe auch: Liste der Wappen in Stadt und Landkreis Heilbronn
Städtepartnerschaften
Heilbronn unterhält zu sechs Städten in fünf Ländern eine Städtepartnerschaft beziehungsweise -freundschaft:
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Abgeordnete aus Heilbronn
Die Stadt Heilbronn bildet für die Wahlen zum Deutschen Bundestag zusammen mit nördlichen Gemeinden bzw. Städten des Landkreises den Wahlkreis Heilbronn. Mit Direktmandat wurde bei den Wahlen 1998, 2002 und 2005 der Kandidat der CDU, Thomas Strobl gewählt. Die 2005 unterlegenen Mitbewerber der SPD (Josip Juratović) und der FDP (Michael Link) wurden über die Landesliste Mitglieder des Bundestags. Der SPD-Mitbewerber Harald Friese zog bei den Wahlen 1998 über die Landesliste in den Bundestag ein.
Für die Wahlen zum Landtag von Baden-Württemberg bildet die Stadt Heilbronn den eigenständigen Wahlkreis 18 (seit der Wahl 2006 zusammen mit Erlenbach). Dabei wird die Stadt seit 1996 durch Johanna Lichy (CDU) vertreten.
Kultur und Sehenswürdigkeiten
Bauwerke
→ Für eine weiterführende Aufzählung der bedeutenden Bauwerke in Heilbronn siehe Liste der Bauwerke in Heilbronn, für einige Details zur Baugeschichte siehe Geschichte der Stadt Heilbronn. Sehenswürdigkeiten der Stadtteile werden in den jeweiligen Stadtteilartikeln vorgestellt.
Kirchen
Das bekannteste Kirchenbauwerk in Heilbronn ist die evangelische Kilianskirche, deren 1529 vollendeter Westturm mit seinem reformatorischen Bildschmuck als erstes bedeutendes Renaissance-Bauwerk nördlich der Alpen gilt. Auch der geschnitzte Marienaltar von Hans Seyfer aus dem 15. Jahrhundert gilt als bedeutender Kunstschatz. Das katholische Deutschordensmünster und die evangelische Nikolaikirche bestehen ebenfalls schon seit dem Mittelalter. In der überwiegend protestantischen Stadt gibt es darüber hinaus noch mit Wichernkirche (ev.), Aukirche (griech-orth.), Martin-Luther-Kirche (ev.), Kreuzkirche (ev.), Christuskirche (ev.), Wartbergkirche (ev.), Mor-Ephräm-Kirche (syr.-orth.) und Augustinuskirche (kath.) zahlreiche neuere Kirchenbauten.
Die Filiale Heilbronn der Israelitischen Religionsgemeinschaft Württemberg (IRGW) betreibt das Jüdische Zentrum Heilbronn.
Unter den Heilbronner Friedhöfen sind der Hauptfriedhof mit einem der frühesten Krematoriumsbauten von 1905, der Ehrenfriedhof für die Opfer des Luftangriffs auf Heilbronn, der Alte Friedhof mit zahlreichen historischen Grabmalen und Denkmälern sowie der 1867 angelegte Jüdische Friedhof geschichtlich bedeutsam.
Historische Gebäude der Innenstadt
Am Marktplatz befinden sich neben der Kilianskirche das auf das 16. Jahrhundert zurückgehende Heilbronner Rathaus mit seiner schmuckvollen Renaissance-Uhr und der Ehrenhalle im Innenhof, das historische Käthchenhaus mit markantem Erker, das barock anmutende Geschäftsgebäude Haus Zehender und die bis aufs 14. Jahrhundert zurückgehende Sicherer’sche Apotheke. Der nur wenig entfernt liegende Deutschhof am Deutschordensmünster war eine seit dem Mittelalter bestehende Hauskommende des Deutschen Ordens und erhielt im 18. Jahrhundert im Wesentlichen seine heutige Gestalt. Heute sind dort unter anderem Stadtarchiv, Städtische Sammlungen und Archäologie-Museum untergebracht. Das heute ebenfalls als Museum genutzte, um 1600 erbaute Fleischhaus hat seinen Namen von der einstigen Verwendung als städtischer Gerichtsbau mit Fleischhalle.
Sämtliche heute noch bestehenden historischen Gebäude der Innenstadt wurden beim Luftangriff auf Heilbronn am 4. Dezember 1944 schwer beschädigt oder gar zerstört und nach Kriegsende wieder aufgebaut.
Der Bollwerksturm und der Götzenturm am Neckar sind Überreste der mittelalterlichen Stadtbefestigung. Der Hafenmarktturm in der Sülmerstraße ist Teil der Klosterkirche des ehemaligen Heilbronner Franziskanerklosters, von der nach Zerstörung 1688 nur noch der Turm erneuert wurde. Der weithin sichtbare Turm auf dem Wartberg wurde im 12. Jahrhundert als Wachturm oberhalb der Stadt angelegt. Der Aussichtsturm auf dem Schweinsberg wurde 1886 im Stil des Historismus erbaut.
Das Schießhaus in der Bahnhofsvorstadt westlich des Neckars, das im Stil des Rokoko auch als Veranstaltungssaal des Heilbronner Pferdemarktes erbaut wurde, sowie der Alte Heilbronner Bahnhof von 1848 und das ehemalige Postamt No. 2 sind bedeutende Zeichen wirtschaftlicher Prosperität im 18. und 19. Jahrhundert. Der General-Wever-Turm auf der Theresienwiese ist ein Luftschutzbunker aus dem Zweiten Weltkrieg.
Aus dem 16. Jahrhundert stammt das Cäcilienbrunnenhaus, das einst wichtig für die Wasserversorgung der Stadt war. Ähnlich alt ist das Trappenseeschlösschen, ein kleines Wasserschlösschen im Osten von Heilbronn. Etwas weiter im dort beginnenden Köpfertal befindet sich die Köpferbrunnenanlage, die im späten 19. Jahrhundert in ihrer heutigen Gestalt errichtet wurde.
Brunnen und Denkmäler
In Heilbronn gibt es einen umfangreichen Bestand an historischen Brunnen und Denkmälern. Um 1960 haben sich über 50 Brunnen in der Stadt befunden. Der Siebenröhrenbrunnen von 1541 bei der Kilianskirche geht vermutlich auf die für die Stadt namengebende Quelle zurück und wurde bereits mehrfach erneuert. Der seit 1593 bestehende und nach dem Zweiten Weltkrieg zeitgenössisch erneuerte Hafenmarktbrunnen und der seit 1601 bestehende Fleinertorbrunnen sind weitere historische Brunnen der Stadtmitte. Bedeutend für die Heilbronner Wasserversorgung war das östlich der Innenstadt liegende Cäcilienbrunnenhaus aus dem 16. Jahrhundert. Die im Tal des Köpfers liegende Köpferbrunnenanlage dient seit dem 19. Jahrhundert der Naherholung. Bedeutende moderne Brunnen in Heilbronn sind der Theaterbrunnen (1983) am Stadttheater und der Komödiantenbrunnen (1996) am Kiliansplatz. Für Einzeldarstellungen von Heilbronner Brunnen siehe Brunnen in Heilbronn.
Die markanten Denkmäler in der Heilbronner Innenstadt sind das Denkmal für Robert Mayer auf dem Marktplatz und das Synagogen-Mahnmal an der Allee. Im und am Hafenmarktturm sind mehrere Krieger- und Vertriebenen-Ehrenmale. Gedenksteine im Stadtgebiet erinnern außerdem u.a. an das frühere KZ Steinbock, an Euthanasie-Opfer sowie an den Raketenunfall von 1985 auf der Waldheide. Für eine Übersicht der Heilbronner Denkmäler siehe Denkmäler in Heilbronn.
Villen
Da die Heilbronner Villenviertel im Gegensatz zur Innenstadt den Zweiten Weltkrieg weitgehend unbeschadet überstanden haben, liegt ein Schwergewicht des Heilbronner Denkmalbestandes bei repräsentativen Bürgerhäusern verschiedener Epochen. Die ältesten Heilbronner Villen sind die klassizistische Villa Rauch beim Wollhausplatz und die Villa Mertz am Rosenberg beim Götzenturm, beide von 1811. Im ab 1840 angelegten Bereich Wilhelmstraße/Cäcilienstraße befinden sich neben dem klassizistischen Wilhelmsbau (1845), der Villa Faißt (1875) und der Villa Link (1871) mehrere weitere stattliche Bauten. Im östlich gelegenen Villenviertel um Dittmar- und Alexanderstraße befinden sich die jugendstilhafte Villa Schliz (1901), die historistische Villa Hagenmeyer (1899), die Villa Pielenz (1905) im Stil der Neuen Sachlichkeit und zahlreiche weitere Villen aus dem späten 19. und frühen 20. Jahrhundert.
Kultur
Das Konzert- und Kongresszentrum Harmonie ist ein bedeutender Veranstaltungsort in Heilbronn. Die Anlage wurde von 1999 bis 2001 zu ihrer heutigen Gestalt ausgebaut und hat jährlich etwa 170.000 Besucher.[9] Der in einem Seitentrakt der Harmonie beheimatete Kunstverein Heilbronn besteht mit zwei Neugründungen seit 1879 und hat seit 1956 rund 400 Veranstaltungen durchgeführt.[10]
Mehrere größere Ausstellungen und Projekte in Heilbronn hatten Skulpturen zum Gegenstand, so u.a. das vom Kunstverein ausgerufene Jahr der Plastiken 1978, die Skulpturenallee 1985 oder die Skulpturenstadt 1996, von denen zahlreiche Arbeiten in Heilbronn verblieben sind. Dem Motto der Ausstellung von 1996 folgend findet die Präsentation der Objekte auch weiterhin unter dem Motto Skulpturenstadt Heilbronn statt.
Für eine Übersicht der Skulpturen siehe Skulpturen in Heilbronn.
Im Deutschhof befinden sich die Städtischen Sammlungen, die ihren Schwerpunkt auf Werken regionaler Künstler haben, darunter Maler des 18. und 19. Jahrhunderts wie Heinrich Friedrich Füger und Carl Doerr sowie Künstler des 20. Jahrhunderts wie Heinrich Altherr und Peter Jakob Schober. Außerdem gibt es dort einen Sondersammelbereich mit Kleinplastiken internationaler Bildhauer wie Wilhelm Lehmbruck und Henry Moore.
Die Stadtbibliothek Heilbronn hat einen Bestand von über 293.000 Medien an ihrem Hauptsitz im Theaterforum K3 sowie in den beiden Zweigstellen in Böckingen und Biberach. Außerdem gibt es eine Fahrbücherei.
Die Stadt Heilbronn fördert verschiedene kulturelle Projekte, darunter das Zigarre Kunst- und KulturWerkHaus sowie Kommunales Kino im Theaterforum K3.
Theater
Das städtische Theater Heilbronn am Berliner Platz wurde von 1979 bis 1982 für insgesamt rund 55 Mio. DM erbaut und führt die Tradition des dort einst befindlichen Stadttheaters fort. Zusammen mit dem angrenzenden, 2001 fertiggestellten Logentheater des Theaterforums K3 bietet das Theater Heilbronn Schauspiel-, Musical- und Opernaufführungen. Speziell im Bereich der Musicals wurden von 1989 bis 2003 rund 20 Ur- und Erstaufführungen dargeboten. Neben dem Stadttheater bietet auch das Theaterschiff Heilbronn wechselnde Darbietungen.
Museen
Die Städtischen Museen Heilbronn im Deutschhof zeigen (neben der bereits erwähnten Kunst- und Skulpturensammlung) im Archäologie-Museum vorgeschichtliche Ausgrabungen aus der Gegend um Heilbronn. Das Archäologie-Museum steht in der Tradition der von Alfred Schliz (1849–1915) begründeten und im Zweiten Weltkrieg weitgehend zerstörten früheren städtischen Sammlung von Bodenfunden. Im Deutschhof ist außerdem eine Dauerausstellung des Stadtarchivs zur Stadtgeschichte zu sehen. Das Naturhistorische Museum im nahegelegenen historischen Fleischhaus zeigt eine Ausstellung zur Erdgeschichte, um deren Erforschung sich in und um Heilbronn vor allem Friedrich von Alberti (1795–1878) verdient gemacht hat, auf den die Benennung Trias der Abfolge von Buntsandstein, Muschelkalk und Keuper zurückgeht. Der Eintritt zu den Dauerausstellungen der Städtischen Museen ist frei.
Das Kleist-Archiv Sembdner ist aus der Sammlung des Kleist-Forschers Helmut Sembdner hervorgegangen, die 1990 von der Stadt Heilbronn angekauft wurde.
Museale Angebote zur Technikgeschichte in Heilbronn sind der Historische Industriepark Neckargartach der Stadtwerke Heilbronn, der aus einem historischen Pumpwerk im Gebäude der ehemaligen Widmann’schen Papierfabrik und einer historischen Hammermühle im Stadtteil Neckargartach besteht, sowie das Süddeutsche Eisenbahnmuseum Heilbronn auf dem Gelände des ehemaligen Bahnbetriebswerks im Stadtteil Böckingen.
Musik
Das 1961 von Jörg Faerber gegründete Württembergisches Kammerorchester Heilbronn spielt hauptsächlich Musik des Barock und der Klassik.
Regelmäßige Veranstaltungen
- Februar: Pferdemarkt
- Mai: Trollinger-Marathon
- Juli: Gaffenberg Festival
- Juli/August: Unterländer Volksfest
- September: Heilbronner Weindorf
- Oktober: Heilbronner Hafenmarkt (Töpfermarkt; von schwäbisch Haf(f)en = Topf)
- November/Dezember: Weihnachtsmarkt auf dem Marktplatz und um die Kilianskirche
- alle zwei Jahre finden abwechselnd Neckarfest und Neckarvergnügen statt
Sport
Wichtige Heilbronner Sportvereine sind der Fußballverein FC Heilbronn und der Heilbronner Eishockey Club (HEC) mit der Profimannschaft Heilbronner Falken.
Der FC Heilbronn ging aus den Vereinen Heilbronner SpVgg und dem zeitweiligen Zweitligisten VfR Heilbronn hervor und bestreitet seine Heimspiele im etwa 17.000 Zuschauer fassenden Frankenstadion. Der HEC ging aus dem 1934 gegründeten Rollschuh- und Eislaufverein Heilbronn hervor, der in den 1970er Jahren große Erfolge bei Deutschen und Internationalen Meisterschaften verbuchen konnte und 1976 die Deutsche und im Folgejahr die Europäische Rollkunstmeisterschaft austrug.[11] Die Heilbronner Falken bestreiten ihre Heimspiele in der 4000 Zuschauer fassenden Lavatec Arena.
Wirtschaft und Infrastruktur
Weinbau
Der Weinbau ist ein wichtiger Wirtschaftsfaktor in der Stadt. Mit 514 ha (davon ca. 2/3 rote Rebsorten) hat die Stadt Heilbronn nach Brackenheim und Lauffen am Neckar die drittgrößte Rebfläche im Weinbaugebiet Württemberg. Überwiegend wird Trollinger und Riesling angebaut. Ein Studiengang für Weinbetriebswirtschaft wird an der Hochschule Heilbronn angeboten.
Weinbau hat in Heilbronn eine lange Tradition. Er wird 1146 erstmals urkundlich erwähnt, wurde jedoch wohl schon zur Zeit der Römer betrieben. Die Steuern aus den Weinerträgen der Wengerter sowie die Abgaben der in vom Weinbau abhängigen Berufen tätigen Handwerker und Kaufleute bildete eine wichtige Einnahmequelle der Stadt und die Weinbüchlein aus der Steuerstube zählen zu den wichtigsten historischen Quellen der Stadtgeschichte. In reichsstädtischer Zeit wurde die Jahresarbeit der Weingärtner durch Ratsverordnungen genauestens festgelegt. 1556 bestanden 170 Privatkeltern und Trotten. Goethe nannte 1797 die Zahl von 12.000 Morgen Weinbergen um die Stadt.
1888 schlossen sich die Heilbronner Weingärtner zur Weingärtnergesellschaft Heilbronn zusammen, die 1933 mit der 1919 gegründeten, konkurrierenden Winzergenossenschaft Heilbronn verschmolz. Am 14. Juli 1972 schloss sie sich mit den Weingärtnergenossenschaften aus Erlenbach und Weinsberg zur Genossenschaftskellerei Heilbronn-Erlenbach-Weinsberg zusammen, die seit 1973 ihren Sitz direkt an der Heilbronner Stadtgrenze auf Gemarkung von Erlenbach hat. Auch zahlreiche private Weingüter haben ihren Sitz in Heilbronn.
Verkehr
Straße
Dank des nordöstlich gelegenen Weinsberger Kreuzes, dem Schnittpunkt der Bundesautobahnen A 81 (aus Richtung Würzburg und Stuttgart) und A 6 (aus Richtung Mannheim und Nürnberg), ist Heilbronn gut zu erreichen. Durch die Stadt selbst führen die Bundesstraßen B 27 (nach Mosbach und Stuttgart), die B 39 (nach Mainhardt) und die B 293 (nach Karlsruhe). Eine wichtige Entlastungsstraße, die die A 6 bei Obereisesheim quer durch das Stadtgebiet mit der B 27 bei Sontheim verbindet, ist die Neckartalstraße. Die innerstädtische Hauptstraße ist die Allee.
Heilbronn ist ein Vorreiter des „Grünpfeils“. Im Stadtgebiet befinden sich seit 1996 an Straßenkreuzungen 65 solcher Verkehrszeichen, dies ist die höchste Dichte in den Alten Bundesländern.
Eisenbahn
Auch wenn Heilbronn als eine von wenigen deutschen Großstädten nicht durch das Fernzugnetz der Deutschen Bahn AG bedient wird, ist die Stadt ein Bahnknotenpunkt: Die Frankenbahn verbindet Stuttgart mit Würzburg, die in Bad Friedrichshall-Jagstfeld abzweigenden Neckar- und Elsenztalbahnen führen nach Heidelberg und Mannheim, die Hohenlohebahn führt über Öhringen nach Schwäbisch Hall.
Neben dem Heilbronner Hauptbahnhof gibt es an der Frankenbahn den Haltepunkt Sülmertor für Regionalbahn-Züge. Im Stadtteil Böckingen befindet sich der Heilbronner Güterbahnhof.
Von Karlsruhe kommend verkehrt die Stadtbahn Heilbronn, die von der Albtal-Verkehrs-Gesellschaft betrieben wird, auf der Kraichgaubahn. Die Linie S4 führt derzeit über mehrere Halte in Böckingen, den Hauptbahnhof, die Heilbronner Innenstadt und weiter über die Hohenlohebahn bis zum Öhringer Teilort Cappel. Aufgrund von massiven Verzögerungen beim Neubau der Strecke durch das Heilbronner Stadtgebiet und bei der Sanierung und Elektrifizierung der bestehenden Strecke von Heilbronn nach Öhringen ist die offizielle Eröffnung mehrmals verschoben worden und fand schließlich am 10. Dezember 2005 statt. Für die Zukunft sind weitere Stadtbahnlinien nach Sinsheim, Mosbach-Neckarelz und Zaberfeld geplant. Dabei ist ein weiterer Neubauabschnitt in der Heilbronner Innenstadt in Richtung Neckarsulm vorgesehen.
In Heilbronn gibt es außerdem mehrere Bahnhöfe, die nicht mehr bedient werden. Der Heilbronner Südbahnhof war der Ausgangspunkt der Bottwartalbahn, einer Schmalspurbahn nach Marbach am Neckar, deren Betrieb ab 1966 sukzessive eingestellt wurde. Der verbliebene Güterverkehr zum Südbahnhof wurde um das Jahr 2000 eingestellt. Ebenfalls aufgelassen wurden zwischenzeitlich der Haltepunkt in Klingenberg und der Böckinger Bahnhof an der Frankenbahn sowie mit dem Ausbau der Stadtbahn Richtung Öhringen der Haltepunkt Karlstor an der Hohenlohebahn.
Öffentlicher Personennahverkehr
Der öffentliche Personennahverkehr (ÖPNV) im Stadtgebiet wird durch Busse der Stadtwerke Heilbronn (Verkehrsbetriebe) und verschiedene andere Verkehrsunternehmen bedient. Die Stadt gehört dem Heilbronner Hohenloher Haller Nahverkehr an. Darüber hinaus verkehrt die Stadtbahn (siehe oben) nach dem Karlsruher Modell. Von 1897 bis 1955 hatte Heilbronn ein eigenes Straßenbahnnetz.
Schifffahrt
Der Hauptarm des Neckars wurde 1333 längs der Stadtmauer umgeleitet, gleichzeitig aber durch Wehre und Mühlen versperrt, so dass bis ins 19. Jahrhundert die vom Rhein kommende Schifffahrt hier endete und ein Passieren des Neckars bei Heilbronn nur Flößern möglich war. Am 17. Juli 1821 wurde zur Umgehung dieses Engpasses der Wilhelmskanal eröffnet. Im Rahmen der Industrialisierung wurden ab der Mitte des 19. Jahrhunderts die Hafenanlagen entlang des Flusses immer weiter ausgebaut. 1875 wurde der Floßhafen erbaut, wo per Eisenbahn aus dem Schwarzwald angeliefertes Holz zu Floßverbänden zusammengefügt wurde, um es so weiter in Richtung Rhein zu transportieren. Der Holzumschlag in Heilbronn begründete die Heilbronner Sortierung, eine heute noch in Bayern und Rheinland-Pfalz übliche Klassifizierung von Stammholz.
Ab 1878 war Heilbronn Endpunkt der Neckar-Kettenschifffahrt von Mannheim aus, die von der Heilbronner Neckar-Ketten-Schleppschifffahrt betrieben wurde. 1886 wurde der Salzhafen als Umschlagzentrum für das Bergwerk erbaut, 1888 der Karlshafen. Entscheidend für die weitere Entwicklung der Neckarschifffahrt im Allgemeinen war die ab 1921 in Angriff genommene Kanalisierung des Neckars von Mannheim bis Heilbronn, die 1935 fertiggestellt wurde. Die Kettenschifffahrt wurde danach aufgegeben.
Mit der Kanalisierung des Neckars ging 1935 die Eröffnung des Heilbronner Kanalhafens einher. 1952 wurde die Kanalisierung bis Stuttgart vollendet, 1968 wurde Plochingen erreicht. Mit einem Umschlag von ca. 5 Mio. t ist der Heilbronner Kanalhafen heute der siebtgrößte deutsche Binnenhafen und mit einem Umschlags-Anteil von 50% der wichtigste Hafen entlang des Neckars. Die Länge der Kaianlagen beträgt insgesamt ca. 7,2 km, verteilt auf den Kanalhafen sowie auf den Osthafen, den Salzhafen und die östliche Seite des alten Neckars, die Gesamtfläche beträgt ca. 107 ha. Das Netz der Industrie- und Hafenbahn hat eine Länge von ca. 18 km, insgesamt wird der Umschlag durch 38 Krananlagen ermöglicht. 80% des Umschlags werden durch die Güter Salz (durch das Salzbergwerk), Kohle (durch das Kohlekraftwerk) und Baustoffe generiert. Teil der Hafenanlagen ist auch ein zuletzt 2003 erweiterter Schwergutkai, der den Umschlag von Material mit einem Gewicht von 350 t ermöglicht.[12]
Ortsansässige Unternehmen
Heilbronn ist ein Wirtschaftsstandort mit (Stand 2006) über 90.000 Arbeitsplätzen.[13]
Bekannte Unternehmen
- Der 1838 in Heilbronn gegründete Lebensmittel verarbeitende Betrieb Knorr wurde inzwischen nach mehrmaligem Verkauf eine Marke des internationalen Konzerns Unilever, der in Heilbronn weiterhin Produktion und Forschung betreibt.
- Die Brüggemann-Gruppe wurde 1868 in Heilbronn gegründet und ist ein bedeutendes Chemie-Unternehmen.
- Der 1877 in Heilbronn gegründete Schreibwarenhersteller Baier & Schneider vertreibt von dort aus seine unter dem Markennamen Brunnen bekannten Produkte.
- Seit 1914/15 besteht das Unternehmen KACO, ein weltweit aktiver Hersteller von Spezial-Dichtungen und Wechselrichtern, der inzwischen zur brasilianischen Sabó-Gruppe gehört.
- Das milchverarbeitende Unternehmen Campina GmbH & Co. KG (ehemals Südmilch), eine Tochter der niederländischen Firma Campina Melkunie, hat ebenfalls seinen Sitz in Heilbronn.
- Ab 1925 bestand in Heilbronn ein Automobilwerk des Neckarsulmer Unternehmens NSU, das 1928 von Fiat übernommen wurde und fortan NSU-Fiat-Pkw baute. In den Jahren 1952 bis 1955 wurde dort ein Modell des Fiat 500 gefertigt, 1960 das Modell 1100 D. Ab 1973 war Fiat Deutschland eine reine Vertriebsgesellschaft mit Firmensitz in Heilbronn, die Firmenzentrale wurde 1996 nach Frankfurt am Main verlegt. In Heilbronn sind weitere Unternehmen des Konzerns wie die Fiat Bank GmbH ansässig.
- Die seit 1950 in Heilbronn ansässige Läpple-Gruppe, ein Automobilzulieferer und Werkzeugbauer, beschäftigt weltweit etwa 5000 Mitarbeiter, davon etwa 1350 in Heilbronn.
- Die Deutsche Post AG betreibt seit 9. Dezember 1997 in Heilbronn das Briefzentrum 74.
- Die Atmel Germany GmbH mit Sitz in Heilbronn entwickelt, produziert und vertreibt als Funktionsspezialist innovative Halbleiterprodukte für Kommunikations-, Automobil- und Identifikationsanwendungen.
- Die ZEAG Energie AG ist einer der ältesten deutschen Energieversorger. Das Unternehmen hat seinen Sitz in Heilbronn und betreibt das Wasserkraftwerk Heilbronn.
- Die Firma Wolffkran wurde im Jahr 1854 von Friedrich August Wolff in Heilbronn ursprünglich als Eisengießerei gegründet und ist einer der ältesten Kranhersteller in Deutschland. Heute sitzt die Firmenzentrale des inzwischen internationalen Kranherstellers in Zug in der Schweiz. Hergestellt werden die Baukrane von Wolffkran nach wie vor in Heilbronn und seit 2008 auch in Luckau.
- Pflanzen-Kölle ist ein 1812 gegründetes Handelsunternehmen für Gärtnereiartikel mit gegenwärtig etwa 1200 Beschäftigten. Der Hauptsitz der Gesellschaft ist seit 1890 in Heilbronn.
Banken
Annähernd 30 Banken sind im Stadtkreis Heilbronn vertreten, und das Bankgeschäft blickt auf eine lange Tradition zurück. Schon im 11. Jahrhundert sollen sich in Heilbronn Bankiers aufgehalten haben, die sog. südfranzösischen „Kawerschen“.[14] Seit der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts spielt Heilbronn wieder eine wichtige Rolle als Bankenstandort. Die erste Bank in Heilbronn war die Privatbank Rümelin & Co mit guten Verbindungen zu Instituten in Frankfurt (Rothschild) und einst in Württemberg die einzige Bank außerhalb Stuttgarts.[15] Heute sind drei der vier Ecken der zentralen Innenstadtkreuzung von Allee und Kaiser-/Moltkestraße mit Bankgebäuden bebaut.
Das größte Institut der Stadt ist die aus der 1856 gegründeten Oberamtssparkasse entstandene Kreissparkasse Heilbronn mit einem Geschäftsvolumen von 7 Milliarden Euro, 101 Filialen und 1638 Mitarbeitern. Die Heilbronner Filiale der Dresdner Bank steht bezüglich ihrer langen Tradition an zweiter Stelle und geht auf das 1860 gegründete Bankgeschäft Max Gumbel-Kiefe zurück, das 1918 von der Darmstädter Bank übernommen wurde[16], die 1930 mit der Dresdner Bank fusionierte. Die Volksbank in Heilbronn geht auf den Heilbronner Bankier Abraham Gumbel zurück, der im Jahre 1909 den Heilbronner Bankverein gründete. 1956 nahm das Haus die genossenschaftliche Rechtsform an und erhielt 1982 den Namen Volksbank Heilbronn. Die Volksbank Heilbronn ist heute mit einem Geschäftsvolumen von 1,3 Milliarden Euro die größte Kreditgenossenschaft in der Region.
In Heilbronn vertretene Banken sind außerdem u. a. die Südwestbank, Sparda-Bank, die Norisbank, die Citibank, die Santander Consumer Bank (Deutschland), die Commerzbank, die Baden-Württembergische Bank, die Hoerner Bank, die GE Money Bank, die SEB AG, die Landesbank Baden-Württemberg, die Fürstlich Castell’sche Bank und die Fiat Bank.[17]
Bergbau
Heilbronn ist Sitz der Südwestdeutsche Salzwerke AG, die in der Stadt seit 1883 ein Salzbergwerk betreibt, das mit dem 1994 stillgelegten Bergwerk in Bad Friedrichshall-Kochendorf durch einen Stollen verbunden ist. Für das Heilbronner Bergwerk, dessen Salzabbau im Laufe der Zeit weit nach Westen fortgeschritten ist, wurde 2004 der neue Schacht „Konradsberg“ beim Heilbronner Ortsteil Biberach fertiggestellt. Das Heilbronner Steinsalzbergwerk ist nach Unternehmensangaben das größte in Westeuropa.[18]
Brauereien
Heilbronn war lange Zeit auch bedeutender Brauerei-Standort. 1816 wurden bereits sechs Brauereien in der Stadt gezählt. Zur bekanntesten und langlebigsten Marke sollte die 1865 gegründete Brauerei Cluss werden, die 1982 an Dinkelacker verkauft wurde. Heute bestehen in Heilbronn nur noch einige wenige Hausbrauereien. Unter den südwestdeutschen Großstädten hat Heilbronn dennoch die größte Dichte an Biergarten-Sitzplätzen pro Einwohner, woraufhin die Stadt von Marketing-Strategen zur baden-württembergischen Biergarten-Hauptstadt erkoren wurde.
Dampfkraftwerk
Im Industriegebiet von Heilbronn betreibt die EnBW AG ein großes mit Steinkohle befeuertes Kraftwerk mit 7 Blöcken, das Kraftwerk Heilbronn. Es ist durch seine beiden 250 Meter hohen Kamine, die zu den höchsten freistehenden Bauwerken Baden-Württembergs zählen, und seinen 140 Meter hohen Kühlturm weithin sichtbar. In einem stillgelegten Block des Kraftwerks befindet sich seit 1998 das Veranstaltungszentrum Block-E.
Medien
Heilbronn ist Sitz eines Studios des Südwestrundfunks (SWR). Von hier wird das Regionalprogramm Frankenradio bei SWR4 Baden-Württemberg ausgestrahlt. Der Privatsender L-TV produziert ein regionales Nachrichtenfenster für den Großraum Heilbronn/Ludwigsburg. Der private Rundfunksender Radio Ton hat seinen Sitz in Heilbronn.
Als Tageszeitung erscheint in Heilbronn seit 1946 die Heilbronner Stimme. Kostenlos werden die Anzeigenblätter Neckar Express (wöchentlich) und echo (zweimal pro Woche) verteilt. Außerdem gibt es die monatlichen Stadtmagazine Freizeit Journal, Moritz und Phonk.
Behörden, Gerichte und Einrichtungen
Heilbronn ist Sitz des Regionalverbands Heilbronn-Franken, des Landratsamts Heilbronn sowie der Handwerkskammer Heilbronn-Franken und der IHK Heilbronn-Franken, deren Kammerbezirke jeweils die Region Heilbronn-Franken ist. Ferner gibt es eine Agentur für Arbeit, ein Finanzamt und ein Hauptzollamt. Das Klinikum am Gesundbrunnen in Heilbronn ist mit 850 Betten das größte der vier Krankenhäuser der regionalen Krankenhaus-Holding Stadt- und Landkreis Kliniken Heilbronn GmbH (SLK-Kliniken).
Heilbronn verfügt über ein Amtsgericht und das Landgericht Heilbronn, die beide zum Oberlandesgerichts-Bezirk Stuttgart gehören. Ferner gibt es das Arbeitsgericht Heilbronn (mit Kammern in Crailsheim) und das Sozialgericht Heilbronn, dessen Gerichtsbezirk umfasst den Stadtkreis Heilbronn, die Landkreise Heilbronn, Ludwigsburg und Schwäbisch Hall sowie den Hohenlohekreis und den Main-Tauber-Kreis. Die Justizvollzugsanstalt Heilbronn, das Heilbronner Gefängnis, befindet sich in 1867 bis 1870 errichteten Gebäuden auf einem 3,5 Hektar großen Gelände am Rande der Innenstadt. Außerdem gibt es eine Außenstelle der JVA in Talheim, die Staatsdomäne Hohrainhof, wo im offenen Vollzug neben Ackerbau und Viehzucht auch Weinbau betrieben wird. Das Heilbronner Gefängnis ist (Stand 2008) mit durchschnittlich knapp über 320 Gefangenen belegt.[19]
Die Stadt ist auch Sitz der Prälatur Heilbronn und des Kirchenbezirks Heilbronn der Evangelischen Landeskirche in Württemberg sowie des Dekanats Heilbronn des Bistums Rottenburg-Stuttgart.
In Heilbronn befindet sich ebenfalls eine Betriebsstätte der Kommunalen Informationsverarbeitung Baden Franken (KIVBF), die als Systemhaus für den Kommunalen Bereich den westlichen und nördlichen Teil Baden-Württembergs abdeckt.
Bildung
Hochschulen
Die Hochschule Heilbronn wurde im April 1961 als Staatliche Ingenieurschule gegründet und bietet Technik-, Wirtschafts- und Informatik-Studiengänge an. Das Studienangebot der 2005 gegründeten, privat getragenen Stiftungshochschule German Graduate School of Management and Law umfasst verschiedene betriebswirtschaftliche Studiengänge. Im Herbst 2010 soll eine Außenstelle der Studienakademie Mosbach in Heilbronn ihren Betrieb aufnehmen; Heilbronn wird damit ein Standort der Dualen Hochschule Baden-Württemberg werden.[20] Neben diesen Hochschulen gibt es in Heilbronn noch zwei Staatliche Seminare für Didaktik und Lehrerbildung, an denen angehende Lehrer an Grundschulen, Hauptschulen und Gymnasien die zweite Phase der Lehrerausbildung absolvieren.
Schulen
Die Stadt Heilbronn unterhält als Schulträger 35 Schulen an 36 Standorten, in denen im Schuljahr 2007/2008 insgesamt 20.882 Schüler in 939 Klassen unterrichtet wurden.[21]
Allgemeinbildende Schulen
- In Heilbronn gibt es fünf Gymnasien: Elly-Heuss-Knapp-Gymnasium, Justinus-Kerner-Gymnasium, Mönchsee-Gymnasium, Robert-Mayer-Gymnasium und Theodor-Heuss-Gymnasium. Das Robert-Mayer-Gymnasium beherbergt auch die gleichnamige Robert-Mayer-Volks- und Schulsternwarte. Das Katholische Freie Bildungszentrum St. Kilian Heilbronn unterhält auch einen gymnasialen Zug.
- Es bestehen vier Realschulen: Dammrealschule, Helene-Lange-Realschule, Heinrich-von-Kleist-Realschule Böckingen und Mörike-Realschule (Sontheim). Außerdem gibt es einen Realschulzug am Katholischen Freien Bildungszentrum St. Kilian Heilbronn.
- Im Stadtgebiet sind sechs Sonderschulen. Die Stadt ist Träger vier dieser Schulen: Wilhelm-Hofmann-Förderschule, Pestalozzi-Förderschule, Paul-Meyle-Schule für Geistig- und Körperbehinderte sowie die Gebrüder-Grimm-Schule für Sprachbehinderte. Träger der Hermann-Herzog-Schule für Sehbehinderte ist der Landkreis Heilbronn, und Träger der Lindenparkschule Heilbronn – Staatliche Schule für Hörgeschädigte und Sprachbehinderte mit Internat und Beratungszentrum ist das Land Baden-Württemberg.
- An Grundschulen bzw. Grund- und Hauptschulen bestehen:
- Grundschulen: Dammgrundschule, Deutschorden-Grundschule Kirchhausen, Grundschule Horkheim, Grundschule Klingenberg, Grünewaldschule Grundschule Böckingen, Reinöhlschule Grundschule Böckingen, Silcherschule Grundschule und Uhlandschule Grundschule Sontheim
- Grund- und Hauptschulen (teilweise mit Werkrealschule): Albrecht-Dürer-Schule Neckargartach, Elly-Heuss-Knapp-Schule Böckingen, Fritz-Ulrich-Schule Böckingen, Gerhart-Hauptmann-Schule, Grund- und Hauptschule mit Werkrealschule Biberach, Grund- und Hauptschule mit Werkrealschule Frankenbach, Ludwig-Pfau-Schule, Rosenauschule, Staufenbergschule Sontheim, Wartbergschule und Wilhelm-Hauff-Schule. Das Katholische Freie Bildungszentrum St. Kilian Heilbronn hat auch Grund- und Hauptschulklassen.
Berufsbildende Schulen
Berufsschulen in der Trägerschaft der Stadt Heilbronn sind die Gustav-von-Schmoller-Schule (Kaufmännische Schule mit Wirtschaftsgymnasium) sowie das Technische Schulzentrum Heilbronn, bestehend aus der Johann-Jakob-Widmann-Schule und der Wilhelm-Maybach-Schule (mit Technischem Gymnasium). Der Landkreis Heilbronn ist Träger der Andreas-Schneider-Schule (Kaufmännische Schule mit Wirtschaftsgymnasium) und der Christiane-Herzog-Schule (Hauswirtschaftliche und Landwirtschaftliche Schule mit Ernährungswissenschaftlichem Gymnasium und Biotechnologischem Gymnasium). Seit Herbst 2005 gibt es eine weitere Berufliche Schule, die Peter-Bruckmann-Schule (für die Berufsfelder Gesundheit, Hauswirtschaft, Nahrung und Pflege).
Privatschulen
In Heilbronn besteht ein großes Angebot an privaten Schulen, u. a.:
- Abendrealschule Heilbronn e.V.
- Alice-Salomon-Schule für Erziehungshilfe (Träger ist die Diakonische Jugendhilfe Region Heilbronn e.V., ehemals Kleingartacher e.V.)
- Berufskolleg für Grafik Heilbronn
- Diakonisches Institut für Soziale Berufe – Berufsfachschule für Altenpflege, Fortbildung, Weiterbildung
- Freie Waldorfschule Heilbronn (Träger ist der Verein für Waldorfpädagogik Unterland e.V.)
- Internationaler Bund e. V. Bildungszentrum Heilbronn
- Katholisches Bildungszentrum St. Kilian Heilbronn (Grundschule, Hauptschule, Realschule und Gymnasium, Träger ist die Stiftung Katholische Freie Schule der Diözese Rottenburg-Stuttgart)
- Kolping-Bildungszentrum Heilbronn – Berufskolleg für Grafik-Design, Kolping-Abendgymnasium und Kolping-Akademie für Betriebswirtschaft
- Akademie für Kommunikation in der Innovationsfabrik mit den Berufskollegs für Grafik-Design, Mode und Design und Technik und Medien
- Paracelsus-Schule für Heilpraktiker
Kindergärten
In Heilbronn gibt es insgesamt 87 Kindergärten und Kindertageseinrichtungen, 34 davon haben als Träger die Stadt Heilbronn.[22] Seit Januar 2008 ist in Heilbronn der Kindergartenbesuch kostenlos. Dies gilt für alle Kinder vom dritten Geburtstag bis zur Einschulung und in allen Kindergärten aller Träger.[23]
Persönlichkeiten
Ehrenbürger der Stadt Heilbronn
Das Ehrenbürgerrecht in Heilbronn wurde durch das Württembergische Gesetz betreffend die Gemeindeangehörigkeit vom 16. Juni 1885 eingeführt und von späteren ähnlichen Gesetzen fortgeführt. Vor 1885 gab es in Heilbronn den Begriff des „ehrenhalber verliehenen Bürgerrechts“.
- Joseph Christian von Schliz (1780–1861), Oberregierungsrat und erster Oberamtmann in Heilbronn
- Christoph Friedrich Ludwig von Mugler, Oberamtmann
- Ludwig von Schmoller (1795–1865), Finanzrat
- Freiherr Karl von Gemmingen’ (1804–1885), Oberamtsrichter
- Johann Christoph Stephan Reiff (1805–1884), evangelischer Stadtpfarrer
- Wilhelm Happel (1817–1899), Kaufmann
- Christian Jäger (1818–1896), Oberlehrer
- Ludwig Pfau (1821–1894), Schriftsteller und Revolutionär
- Georg Härle (1821–1894), Kaufmann, Mitglied des Landtags und des Reichstags
- Peter Bruckmann (1865–1937), Fabrikant, Mitglied des Landtags von Württemberg
- Gustav Binder (1854–1935), Flaschnermeister und Feuerwehrkommandant
- Max Rosengart (1855–1943), Rechtsanwalt und Gemeinderatsmitglied
- Theodor Heuss (1884–1963), Bundespräsident
- Fritz Ulrich (1888–1969), Innenminister von Baden-Württemberg
- Emil Beutinger (1875–1957), Architekt und Oberbürgermeister
- Paul Meyle (1900–1977), Oberbürgermeister
- Albert Großhans (1907–2005), Schuhkaufmann, Mitglied im Gemeinderat
- Friedrich Niethammer (1942–1996), Staatsanwalt, Mitglied im Gemeinderat
- Paula Fuchs (* 1922), Mitglied im Gemeinderat
- Dieter Schwarz (* 1939), Unternehmer
- Manfred Weinmann (* 1934), Oberbürgermeister
Ehrenringträger
Als zweithöchste städtische Auszeichnung wird seit 1959/60 der Ehrenring der Stadt Heilbronn vergeben. Zu den bisher rund 30 Trägern zählen neben dem Heimatforscher Wilhelm Mattes zumeist langjährige Stadträte und die früheren Oberbürgermeister Paul Meyle, Hans Hoffmann und Manfred Weinmann.
Sonstige mit der Stadt verbundene Personen
Zu den bedeutenden in Heilbronn geborenen Persönlichkeiten zählen der Physiker Robert Mayer, der Architekt Adolf Cluss, der Dichter Wilhelm Waiblinger, der Automobilpionier Wilhelm Maybach und der frühere Generalbundesanwalt Kurt Rebmann.
Eine detaillierte Übersicht über die Ehrenbürger der Stadt Heilbronn und der früheren Gemeinden sowie bedeutender Personen, die in Heilbronn geboren sind oder mit der Stadt in Bezug stehen, findet sich in der Liste der Heilbronner Persönlichkeiten.
Siehe auch
Literatur
- Chronik der Stadt Heilbronn. Stadtarchiv Heilbronn, Heilbronn 1895–2004, bislang erschienen sind die Bände I – VII (741 bis 1957) und X (1970 bis 1974)
- Marianne Dumitrache, Simon M. Haag: Archäologischer Stadtkataster Baden-Württemberg. Bd. 8.: Heilbronn. Landesdenkmalamt Baden-Württemberg, Stuttgart 2001, ISBN 3-927714-51-8
- Julius Fekete: Kunst- und Kulturdenkmale im Stadt- und Landkreis Heilbronn. Theiss, Stuttgart 2002, ISBN 3-8062-1662-2
- Uwe Jacobi: Heilbronn so wie es war. Droste, Düsseldorf 1987, ISBN 3-7700-0746-8
- Helmut Schmolz, Hubert Weckbach: Heilbronn. Geschichte und Leben einer Stadt. 2. Auflage. Konrad, Weißenhorn 1973, ISBN 3-87437-062-3
- Christhard Schrenk, Hubert Weckbach, Susanne Schlösser: Von Helibrunna nach Heilbronn. Eine Stadtgeschichte. (Veröffentlichungen des Archivs der Stadt Heilbronn; Bd. 36). Theiss, Stuttgart 1998, ISBN 3-8062-1333-X
Commons: Heilbronn – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien
Einzelnachweise und Anmerkungen
- ↑ Bevölkerungsentwicklung in den Gemeinden Baden-Württembergs 2008 (Hilfe dazu)
- ↑ Umgangssprachlich hat sich aus der Bezeichnung „Freie und Reichsstädte“ auch der historisch falsche Begriff Freie Reichsstadt gebildet.
- ↑ Quellen für die geographische Lage:
Topographische Karte 1:25 000. Blatt 6821 Heilbronn. 3. Auflage. Landesvermessungsamt Baden-Württemberg, Stuttgart 2001, ISBN 3-89021-059-7
Geologische Karte von Baden-Württemberg. 1:25 000. 3. Auflage. Geologisches Landesamt Baden-Württemberg, [Freiburg] 1986
Horst Brunner: Geologische Karte 1:25 000 von Baden-Württemberg. Erläuterungen zu Blatt 6821 Heilbronn. Unveränderter Nachdruck der 3. Auflage von 1986. Geologisches Landesamt Baden-Württemberg, Freiburg 1995. S. 4 - ↑ Quelle für Höhenlagen sowie Ausdehnung: Amtlicher Stadtplan Heilbronn. Maßstab 1 : 15.000. 40. Auflage, Ausgabe 2007. Stadt Heilbronn, Vermessungs- und Katasteramt, Heilbronn 2007. Karte sowie Beilage S. 2
- ↑ Quellen für den Abschnitt Geologie:
Otto Linck und Helmut Wild: Geologischer Aufbau und erdgeschichtliche Entwicklung. In: Stadt- und Landkreis Heilbronn. Theiss, Stuttgart und Aalen 1974, ISBN 3-8062-0121-8. S. 91–117
Geologische Karte von Baden-Württemberg. 1:25 000. 3. Auflage. Geologisches Landesamt Baden-Württemberg, [Freiburg] 1986
Horst Brunner: Geologische Karte 1:25 000 von Baden-Württemberg. Erläuterungen zu Blatt 6821 Heilbronn. Unveränderter Nachdruck der 3. Auflage von 1986. Geologisches Landesamt Baden-Württemberg, Freiburg 1995. S. 4–76 - ↑ Quellen für den Abschnitt Stadtgliederung:
Das Land Baden-Württemberg. Amtliche Beschreibung nach Kreisen und Gemeinden. Band IV: Regierungsbezirk Stuttgart, Regionalverbände Franken und Ostwürttemberg. Kohlhammer, Stuttgart 1980, ISBN 3-17-005708-1. S. 1–19
Hauptsatzung der Stadt Heilbronn vom 15. Juni 2000 (PDF; abgerufen 23. Dezember 2007)
Werner Heim: Die Ortswüstungen des Kreises Heilbronn. In: Historischer Verein Heilbronn. 22. Veröffentlichung. Heilbronn 1957. S. 72 - ↑ Gedenkstätten für die Opfer des Nationalsozialismus. Eine Dokumentation. Band 1. Bundeszentrale für politische Bildung, Bonn 1995, ISBN 3-89331-208-0. S. 47
- ↑ Quellen für den Abschnitt Wappen und Flagge:
Heinz Bardua: Die Kreis- und Gemeindewappen im Regierungsbezirk Stuttgart. Theiss, Stuttgart 1987, ISBN 3-8062-0801-8 (Kreis- und Gemeindewappen in Baden-Württemberg, 1). S. 21
Eberhard Gönner: Wappenbuch des Stadt- und des Landkreises Heilbronn mit einer Territorialgeschichte dieses Raumes. Archivdirektion Stuttgart, Stuttgart 1965 (Veröffentlichungen der Staatlichen Archivverwaltung Baden-Württemberg, 9). S. 45ff. - ↑ http://www.heilbronn.de/index.php?f=cont_bild_text_mittig.htm&d=/kul_frei/kultureinrichtungen/harmonie/&s=& Besucherzahl lt. www.heilbronn.de
- ↑ http://www.kunstverein-heilbronn.de/cms/front_content.php?idcat=53 Daten zum Kunstverein lt. www.kunstverein-heilbronn.de
- ↑ Verwaltungsbericht Stadt Heilbronn 1975–78, S. 54 ff.
- ↑ Christof Krämer: Regionales Entwicklungskonzept Verkehr. Regionalverband Heilbronn-Franken, Heilbronn 2004
- ↑ Strukturdaten der Region Heilbronn-Franken auf regionalverband-heilbronn-franken.de (abgerufen am 20. Juli 2008)
- ↑ http://www.stadtarchiv-heilbronn.de dort: Geschichte im Archiv – Geschichte der Stadt Heilbronn – Stadtgeschichte Teil 1: 741 bis etwa 1200, von Christhard Schrenk
- ↑ Festschrift zum 100 jährigen Bestehen der Industrie und Handelskammern Stuttgart Heilbronn Reutlingen und Ulm 1855–1955
- ↑ Hans Franke: Geschichte und Schicksal der Juden in Heilbronn. Stadtarchiv Heilbronn, Heilbronn 1963 (Veröffentlichungen des Archivs der Stadt Heilbronn, 11) (hier als PDF mit 1,2 MB)
- ↑ Stadtzeitung: Neckarexpress Nr. 34 Stadt und Landkreis Heilbronn Serie Bankenstadt Heilbronn: Gründer-Nachfolger-Wirtschaftsfaktor (1) Mittwoch 18. August 2004
- ↑ Selbstdarstellung des Unternehmens Südsalz (abgerufen am 23. April 2008)
- ↑ Geschichte und Gebäude auf jva-heilbronn.de (abgerufen am 22. Februar 2009)
- ↑ Iris Baars-Werner: Schwarz-Stiftung setzt 70 Millionen Euro. In: Heilbronner Stimme. 4. Februar 2009 (bei stimme.de, Abgerufen am 4. Februar 2009).
- ↑ Schulbericht der Stadt Heilbronn 2007/2008, Seite 6(PDF)
- ↑ Datenbank der Stadt Heilbronn zu Betreuungsangeboten für Kinder
- ↑ Angelika Dietrich: »Was nix kostet, ist nix«. In: Die Zeit vom 27. Dezember 2007
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