Herrenchiemsee

Herrenchiemsee

Die Insel Herrenchiemsee (auch als Herreninsel bekannt) ist mit einer Gesamtfläche von 238 ha mit Abstand die größte der drei im Chiemsee liegenden Inseln. Gemeinsam mit der Frauen- und der Krautinsel bildet sie die Gemeinde Chiemsee, die nach der Landfläche die kleinste in Bayern ist.

Über Jahrhunderte bis zur Säkularisation in Bayern war die Insel im Besitz von Kloster Herrenchiemsee. Die Insel wurde 1873 von König Ludwig II. für 350.000 Gulden von einem Konsortium Württembergischer Holzspekulanten erworben, worauf er hier sein Schloss Herrenchiemsee erbaute. Dadurch unterblieb auch die geplante Abholzung der Insel.

Inhaltsverzeichnis

Bebauung und Nutzung

Herrenchiemsee ist im Gegensatz zur Fraueninsel, die von ca. 300 Personen permanent bewohnt wird, nur von wenigen Personen ganzjährig bewohnt, kann aber dafür mit einer weithin bekannten Touristenattraktion aufwarten: dem als Kopie von Schloss Versailles erbauten Neuen Schloss Herrenchiemsee des bayerischen „Märchenkönigs“ Ludwig II.

Außer dem Neuen Schloss Herrenchiemsee befindet sich auf der Insel auch das als Altes Schloss Herrenchiemsee bekannte ehemalige Chorherrenstift (Kloster Herrenchiemsee). Hier tagte vom 10. bis 23. August 1948 der Verfassungskonvent zur Ausarbeitung eines Diskussionsentwurfes des Grundgesetz für die Bundesrepublik Deutschland für den Parlamentarischen Rat.

Forstabteilungen

Rund zwei Drittel der Insel (mit Ausnahme der Schlossanlagen und dem Nordteil mit dem alten Schloss) wird in 10 Forstabteilungen (11 einschl. Altes Schloss) gegliedert, mit insgesamt 156,8 ha, also 65,9 % der Inselfläche. Das Gebiet hat einen parkähnlichen Charakter und besitzt ein Wildgehege.

AbteilungNameFläche [ha]Anmerkungen
1Schwarzholz11,4-
2Sägau10,2-
3Randau24,9
4Mooswiese20,4-
5Steinwand14,0Die Abteilung Steinwand erstreckt sich mehr als 1.800 m über das gesamte südliche Ufer der Insel, bei einer Breite zwischen 20 und 270 m.

Der Flurname leitet sich her vom Ufer, welches besonders im Westen sehr steil ist und vom See aus als hohe Wand erscheint, die sich bis 25 Meter über das Ufer erhebt (höchste Erhebung der Herreninsel, 544 m ü. NN). Beim Untergrund handelt es sich um locker geschichteten Kalksandstein, eine eiszeitliche Aufschüttung. Dieses Gestein kommt sonst nirgends auf den Chiemseeinseln vor. Aus einen früherem Steinbruch wurde das Baumaterial für die Klosterkirche und für das Untergeschoss des neuen Schlosses gewonnen.

6Mögelholz29,8Größte Forstabteilung.
7Garten15,0Die Fläche war ehemals eine Wiese mit Blumen und Obstbäumen, daher der Name. Sie schließt sich im Zentrum der Insel unmittelbar südlich an die Gartenanlagen des Neuen Schlosses an.
8Geiwitz6,6-
9Leite7,4-
10Neptunshügel11,4-
11Altes Schloss5,7Kleinste Forstabteilung.

Literatur

  • Bayerisches Flurnamenbuch, Band 1: Gemeinde Chiemsee. Hrsg. von Michael Henker und Wolf-Armin Frhr. v. Reitzenstein. München, Haus der Bayerischen Geschichte, 1992. ISBN 3-927233-21-8

 Commons: Herrenchiemsee – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

  • Bayerische Schlösserverwaltung
  • Herrenchiemsee-Bibliographie (PDF-Datei; 479 kB)
  • Privat erstellter Film vom Herrenchiemsee (RealVideo / 11,2 MB)
  • 47.86055555555612.398055555556
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