Inn

Wikipedia:Hauptseite
Dieser Artikel behandelt den Fluss Inn; zu dem gleichnamigen schweizerischen Bezirk im Kanton Graubünden siehe Inn (Bezirk); für die Abkürzung INN siehe INN.

Vorlage:Infobox Fluss/DGWK_fehltVorlage:Infobox Fluss/KARTE_fehlt

Inn

Flussverlauf des Inns

Daten
LageSchweiz, Österreich, Deutschland
Länge517 km
QuelleAm Malojapass, aus mehreren Quellen südwestlich des Lunghinsees
46° 24′ 50″ N, 9° 40′ 0″ O46.4138888888899.66666666666672484
Quellhöhe2′484 m ü. M.
MündungIn Passau in die Donau48.573613.478138888889291Koordinaten: 48° 34′ 25″ N, 13° 28′ 41″ O
48° 34′ 25″ N, 13° 28′ 41″ O48.573613.478138888889291
Mündungshöhe291 m ü. NN
Höhenunterschied2193 m
FlusssystemDonau
Einzugsgebiet25700 (lt. IHD 26976)dep1
AbflussmengeMQ: 164 m³/s am Pegel Innsbruck
358 m³/s Wasserburg
738 m³/s Passau-Inglingdep1
Rechte NebenflüsseÖtztaler Ache, Sill, Ziller, Alz, Salzach
Linke NebenflüsseSanna, Mangfall, Attel
GroßstädteInnsbruck
MittelstädteRosenheim, Passau
KleinstädteLandeck, Imst, Hall in Tirol, Schwaz, Rattenberg, Wörgl, Kufstein, Wasserburg, Mühldorf, Töging, Altötting, Neuötting, Simbach, Braunau, Schärding
SchiffbarNicht schiffbar, örtlich Fahrgastschifffahrt

Der Inn (lat. Aenus, rätoroman. En), ist ein rechter, 517 km langer Nebenfluss der Donau in der Schweiz, in Österreich und Deutschland. Der mittlere Abfluss beträgt 738 m³/s an der Mündung bei Passau.
Zeitweilig, jedoch auch im Mittel, führt er hier mehr Wasser als die ihn aufnehmende Donau, was mit seinem Charakter als Gebirgsfluss zusammenhängt.

Inhaltsverzeichnis

Flusslauf

Als Quellbach stürzt der Inn (Sela) vom Lunghinsee in die Engadiner Talung am Malojapass
Der Inn bei Susch im Unterengadin
Der Inn bei Wasserburg

Der Fluss entspringt beim Malojapass im Schweizer Engadin in 2.484 m Höhe nahe dem Lunghinsee. In der Nähe des Ursprungs liegt der wichtigste Wasserscheidepunkt Europas (Nordsee, Schwarzes Meer, Adria).

Im Oberengadin wird der Inn bis zum Zusammenfluss mit der größeren Flaz auch Sela genannt und durchfließt zunächst den Silser-, den Silvaplaner- und den St. Moritzersee. Im Unterengadin durchfließt er mit deutlich stärkerem Gefälle mehrere Schluchten.

Unterhalb der österreichischen Grenze am Engpass von Finstermünz wird sein Tal im Bundesland Tirol Oberinntal genannt und unterhalb der Landeshauptstadt Innsbruck Unterinntal. Zwischen Kufstein und Erl verläuft die deutsch-österreichische Staatsgrenze in Flussmitte. Danach durchquert der Inn die südöstliche Ecke Bayerns und markiert ab der Mündung der Salzach wieder die deutsch/österreichische Grenze. Am unteren Inn befinden sich mehrere große Stauwerke. Hier erstreckt sich über eine Länge von 55 Kilometern das Europareservat Unterer Inn.

Der Inn mündet in der „Dreiflüssestadt“ Passau in die Donau. Noch ein längeres Stück nach dem Zusammenfluss bleiben das grüne Gletscherschmelzwasser des Inn, das blaue Donauwasser und das dunkle Moorwasser der von Norden mündenden Ilz in der Donau unvermischt unterscheidbar. Auffallend ist, wie stark das grüne Wasser des Inn das Wasser der Donau beiseite drängt. Dies hängt mit der zeitweise sehr großen Wassermenge des Inn und den stark unterschiedlichen Tiefen der beiden Gewässer zusammen (Inn: 1,90 Meter / Donau: 6,80 Meter) – „der Inn überströmt die Donau“. Zwar führt der Inn im Jahresmittel auch etwa fünf Prozent mehr Wasser als die Donau, doch rührt dies hauptsächlich von den stärkeren Hochwässern des Inn bei der Schneeschmelze her, während die Wasserführung der Donau deutlich konstanter ist – sie führt die meiste Zeit des Jahres (Oktober bis April) mehr Wasser. Auch wenn also optischer Eindruck und Gesamtwasserführung nahelegen, von der Mündung der Donau in den Inn zu sprechen, ist die Namensgebung „Donau“ für den sich ergebenden Strom zu rechtfertigen – zumal die Donau bis dahin mit 547 km länger ist als der Inn mit 510 km.

Freizeit

Der Inn bietet im Oberlauf vielfältige Möglichkeiten für den Wassersport, vor allem für Wildwasserpaddeln und Rafting, auf den Oberengadiner Seen (Silsersee, Silvaplanersee und St. Moritzersee) auch für Wind- und Kitesurfen.

Entlang der Hochwasserdämme führen auf weiten, zusammenhängenden Strecken Radwege. Entlang des Inn liegen viele Baggerseen, die durch Kiesgewinnung entstanden sind. Örtlich verkehren linienmäßig Personenschiffe. Das Inn-Museum in Rosenheim dokumentiert die Geschichte des Inn und der Innschifffahrt.

Der Inn vom Oberlauf bis zur Mündung

Wichtige Orte am Inn

Nebenflüsse

Kranebitter Innbrücke

Schifffahrt

Schifffahrt auf dem Inn gab es schon zur Zeit der Römer. Im Jahr 1190 gewährte Kaiser Heinrich IV. die Einrichtung einer Salzstapelniederlassung in Mühldorf am Inn. Es folgten weitere Innstädte mit verschiedenen Rechten zum Handel auf dem Inn. Neben dem Salz aus Tirol wurden besonders Eisenerz, Silber, Kupfer, Kalk, Holz, Tuche und Tiroler Wein in Schiffszügen flussabwärts bis Wien geschifft. Bei der Rückfahrt transportierte man besonders Weizen, Fleisch, Fett und österreichischen Wein. Dabei zog unter Führung des Stangenreiters auf dem Treidlweg ein Pferdevorspann die Schiffe. Wasserburg am Inn war die bedeutendste Stadt der Innschifferei. Dort und in den anderen Städten brachten es die Schiffsmeisterfamilien zu erheblichem Wohlstand.

Mit der Eröffnung der Unterinntalbahn von Kufstein nach Innsbruck im Jahre 1858 kam das jähe Ende für die Innschifffahrt. Mit dem Bau von Staustufen mit Wasserkraftwerken, die nicht über Schleusen verfügen, wurde eine durchgehende Schifffahrt unmöglich. Nur örtlich, beispielsweise in Passau, Wasserburg am Inn oder zwischen Kufstein und Oberaudorf/Niederndorf, findet auf dem Inn noch Fahrgastschifffahrt statt.

Der Brückenzoll

Da es am Inn früher nur wenige Brücken gab, verlangte man seit dem Mittelalter für Bau und Erhalt Brückenzoll, meist von Fuhrwerken, etwa in Zams.

Blick auf das Inntal. In der rechten Hälfte des Bildes der Zugang zum Zillertal.


Elektrizitätswerke

Am Oberlauf des Inns vom Schweizer Gebiet bis ins österreichische Landeck in Tirol befinden sich mehrere Wasserkraftwerke. Staustufen im Unterlauf ab Kufstein dienen sowohl der Energiegewinnung als auch dem Hochwasserschutz. Da diese Kraftwerke nicht über Schleusen verfügen, wird die Schiffbarkeit des Inns durch diese Kraftwerke stark eingeschränkt.

kmOrtNennleistung
in MW
erbautBetreiberBemerkung
5Passau861962Grenzkraftwerke GmbH
19Schärding961961Grenzkraftwerke GmbH
35Egglfing80,71944E.ON Wasserkraft GmbH
48Ering72,91942E.ON Wasserkraft GmbH
61Simbach1001953Grenzkraftwerke GmbH
75Stammham23,21955E.ON Wasserkraft GmbH
83Perach19,41977E.ON Wasserkraft GmbH
91Neuötting26,11951E.ON Wasserkraft GmbH
100Töging85,31924E.ON Wasserkraft GmbHam Innkanal
~119Jettenbach 10,41994E.ON Wasserkraft GmbH
~119Jettenbach 25,01994E.ON Wasserkraft GmbH
137Gars am Inn251938E.ON Wasserkraft GmbH
147Teufelsbruck bei Soyen251938E.ON Wasserkraft GmbH
160Wasserburg24,11938E.ON Wasserkraft GmbH
173Feldkirchen38,21970E.ON Wasserkraft GmbH
187Rosenheim35,11960E.ON Wasserkraft GmbH
198Nußdorf47,91982E.ON Wasserkraft GmbH 53%
211Oberaudorf/Niederndorf591992Grenzkraftwerke GmbH
~220Langkampfen/Kufstein311998TIWAG
~231Kirchbichl231941TIWAGAusleitkraftwerk
~341Imst891956TIWAGAusleitkraftwerk
~425Scuol2881970/1994Engadiner Kraftwerke AGAusleitkraftwerk
~466S-chanf/Ova-Spin501970Engadiner Kraftwerke AGAusleitkraftwerk
~486St. Moritz4,361932E-Werke St. Moritz

Weblinks zu zu und Literatur

 Wiktionary: Inn – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen und Grammatik
 Commons: Inn – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
© Diese Definition / dieser Artikel zu Inn stammt von Wikipedia und ist lizensiert unter GFDL. Hier können Sie den Original-Artikel zu Inn , die Versionsgeschichte und die Liste der Autoren einsehen. © Dieser Artikel zu stammt von Wikipedia und ist lizensiert
unter GFDL. Hier können Sie den Original-Artikel zu , die Versionsgeschichte
und die Liste der Autoren einsehen.