Jangtsekiang

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Jangtse
DatenVorlage:Infobox Fluss/KARTE_fehlt
LageTibet-China
Länge6.380 kmdep1 Vorlage:Infobox Fluss/NACHWEIS-LÄNGE_fehlt
QuelleGletschertor des Gangjajubu-Gletschers (westlicher Tanggula Shan)
33° 28′ 5″ N, 91° 11′ 45″ O33.46805555555691.1958333333335405Koordinaten: 33° 28′ 5″ N, 91° 11′ 45″ O
Quellhöhe5.405 m
MündungNördlich von Shanghai in das Ostchinesische MeerVorlage:Infobox Fluss/MÜNDUNGSKOORDINATE_fehlt
Mündungshöhe0 mdep1Vorlage:Infobox Fluss/HÖHENBEZUG-MÜNDUNG fehlt
Höhenunterschied5.405 mdep1
FlusssystemJangtse
Einzugsgebiet1.722.155 km²dep1 Vorlage:Infobox Fluss/NACHWEIS-EINZUGSGEBIET_fehlt
Rechte NebenflüsseBu Chu (Quelle am nördl. Tanggula-Pass)
Linke NebenflüsseTuotuo He (Quelle südwestl. des Tanggula-Peaks (6.598 m) im westl Tanggula Shan
GroßstädtePanzhihua, Yibin, Luzhou, Chongqing, Yichang, Jiangling (Jingzhou), Shishou, Yueyang, Xianning, Wuhan, Ezhou, Huangshi, Jiujiang, Anqing, Tongling, Wuhu, Ma’anshan, Nanjing, Yangzhou, Zhenjiang, Nantong, Shanghai
MittelstädteBatang (Sichuan) u. weitere
Einwohner im Einzugsgebiet350 Mio
Bekannte BrückenWuhan First Bridge
Schiffbar2.800 km (Shanghai bis Panzhihua)

Der Jangtse (chin. 揚子江 / 扬子江,  Yángzǐ Jiāng?/i oder chin. 長江 / 长江,  Cháng Jiāng?/i „Langer Fluss“) ist der längste Fluss Chinas. Mit 6.380 Kilometern, von denen nur 2.800 Kilometer schiffbar sind, ist er auch der längste Fluss Asiens und nach dem Nil und dem Amazonas der drittlängste Strom der Welt. Sein Quellgebiet liegt im Qinghai-Plateau von Tibet. An seiner Mündung ins Ostchinesische Meer führt er im Jahresdurchschnitt 31.900 m³ Wasser pro Sekunde.

Der Jangtse spielt im Selbstverständnis der Chinesen eine große Rolle. Er teilt China in Nord- und Südchina und war Ort zahlreicher wichtiger Ereignisse der chinesischen Geschichte. Dazu zählt etwa seine Überquerung durch die Volksbefreiungsarmee während des Chinesischen Bürgerkrieges am 21. April 1949 und das bis Mitte des 20. Jahrhunderts bestehende Recht westlicher Mächte, den Fluss mit Kanonenbooten zu befahren.

Inhaltsverzeichnis

Flussname

  • Die offizielle Bezeichnung ist Changjiang.
  • Der tibetische Name ist Dri Chu, deutsch ‚Kuh-Fluss‘ (Dri ist der weibliche Grunz-Ochse oder Yak).
  • Vor dem Eintritt ins Rote Becken heißt der Jangtse Jinshajiang (金沙江, Jīnshājiāng „Goldsandfluss“), ein Hinweis auf Goldvorkommen in dieser Region.
  • Chuan Jiang (chin. 川江, Chuān Jiāng) heißt er von Yibin (Sichuan) bis Yichang (Hubei)
  • Vom chinesischen 扬子江, Yángzǐjiāng, das nur für das Mündungsgebiet gilt (im chinesischen Sprachgebrauch die Bezeichnung für den Unterlauf des Chang Jiang von den Städten Yizheng und Yangzhou abwärts) und nicht sehr geläufig ist, leitet sich die frühere deutsche Benennung Jangtsekiang ab.
  • Etwas weiter stromab heißt er Tongtian-Fluss. Letzteres bedeutet „Fluss, der den Himmel durchquert“.

Flusslauf

Mündung des Jangtse nördlich von Shanghai

Der Jangtse entspringt in etwa 5.405 m Höhe im tibetischen Tanggula Shan, innerhalb eines mehrere hundert Kilometer umfassenden Quellgebiets im Westen der Provinz Qinghai. Die Quelle des dort Dri Chu genannten Flusses wurde im August 1989 von dem deutschen Geologen und Glaziologen D. Ortlam (Bremen) an einem zurückschmelzenden Gletschertor des Gangjajubu-Gletschers in 5.405 m Höhe südöstlich des Geladandong-Peaks (6.621 m) im westlichen Tangula Shan entdeckt.[1]

Knapp 1500 Kilometer stromabwärts bildet der Fluss eine scharfe Haarnadelkurve (28.26722222222299.287777777778); im weiteren Verlauf, abgelenkt durch ein Kalksteinmassiv, kehrt sich der bisher in südöstliche Richtung fließende Fluss nach mehreren Richtungswechseln an der Großen Biegung von Shigu (26.8717599.959861111111) um und fließt weiter in nordöstlicher Richtung.


Bedeutung

Tausend Meilen den Jangtse entlang (Wang Hui, um 1700)
Kuimen – Das Tor zur Qutang-Schlucht

Schifffahrt

Der Jangtse ist von der Stadt Yibin[2] auf 305 m Höhe gelegen bis zur Mündung in den Pazifik auf 2800 Kilometer schiffbar. Etwa 400 Kilometer flussabwärts liegt Chongqing, später Wanxian.[3] Unterhalb des Drei-Schluchten-Staudammes sind Yichang, Wuhan-Hankou, Jiujiang, Wuhu und Nanjing wichtige Binnenhäfen. Der Bau des Schiffshebewerks neben der großen fünfstufigen Schleuse wurde wegen finanzieller und technischer Probleme immer wieder verschoben. Bis 2012 soll aber ein 120 Meter langes Schiffshebewerk gebaut sein, das Schiffe von bis zu 3000 Tonnen (∼Klasse_V) befördern kann, um den Höhenunterschied deutlich schneller als durch die fünfstufige Schleuse für Schiffe von bis zu 10.000 Tonnen (∼ Großes KüMo) zu bewältigen. An der Mündung liegt ein älterer Teil des Hafens von Shanghai.

Schluchten und Stauseen

Drei-Schluchten-Damm

An seinem Ober- und Mittellauf bis Yichang weist der Jangtse viele Schluchten auf.

Die bekanntesten sind die Drei Schluchten Qutang, Wuxia und Xiling zwischen Chongqing und Yichang, die inzwischen durch den umstrittenen Bau eines weiteren Großkraftwerkes, des Drei-Schluchten-Damms, geflutet werden, so dass ein 600 km langer und rund 175 m tiefer Stausee entstand. Durch die gewaltige Entwaldung der Berghänge am Yangtse-Mittellauf in Ost-Tibet erfolgen durch Hangrutschungen (Muren) gewaltige Sedimenteinträge in den Fluss (ca. 2 Mrd. m³/Jahr), so dass er ebenfalls zu einem „gelben Fluss“ (Name des Huang He in Nord-China) wurde. Dadurch besteht eine erhebliche Gefahr der Verschlammung des Drei-Schluchten-Stausees. Unterhalb der großen Staumauern fließt der Fluss langsamer und breiter durch die Ebenen Mittelchinas. Das erste große der natürlichen Rückhaltebecken, die eine wichtige Funktion als Schutz vor Überschwemmungen ausüben, ist der Dongting-See. In Abhängigkeit von der im Laufe des Jahres unterschiedlichen Wasserführung ändert er wie auch der größte See Chinas, der Poyang-See, seine Ausdehnung. Über den Kaiserkanal, der den Jangtse bei Yangzhou kreuzt, besteht eine Verbindung zum Gelben Fluss. Bei Shanghai mündet er in einem Delta in das Ostchinesische Meer. Wichtige Städte am Jangtsekiang sind Chongqing, Shashi, Wuhan, Nanjing und Shanghai.

Neben dem Bau des Drei-Schluchten-Staudamms gibt es ein zweites Großprojekt, das Süd-Nord-Wassertransferprojekt, ein Wasserumleitungssystem, durch das der unter Wassermangel leidende Norden Chinas mit Wasser aus dem Jangtse versorgt werden soll. Die erste Trasse entlang des Kaiserkanals wird bereits benutzt, soll aber noch ausgebaut werden; zwei weitere Trassen im Oberlauf des Yangtse befinden sich im Planungsstadium.

Direkt unterhalb des Drei-Schluchten-Damms liegt die Gezhouba-Talsperre.

Brücke in Wuhan

Ökologischer Zustand

Die extreme Verschmutzung des Jangtse bedroht die Trinkwasserversorgung vieler großer Städte entlang des Flusses. Es wird befürchtet, dass der Fluss innerhalb der nächsten fünf Jahre vollständig kippen könnte. Das verschmutzte Wasser wurde von chinesischen Forschern sogar als krebserregend eingeschätzt. Schuld an diesem Zustand sind Experten zufolge Industrieabfälle und -abwasser sowie die Verschmutzung durch Landwirtschaft und Schiffstreibstoff. Doch noch gibt es Hoffnung: Ende 2007 hat in Bern ein chinesisch-schweizerisches Forscherteam die Resultate einer Untersuchung vorgelegt. Der Bericht der „Yangtze Freshwater Dolphin Expedition“ unter der Leitung des Instituts für Hydrobiologie/Chinesische Akademie der Wissenschaften in Wuhan und der Stiftung Baiji.org erstaunt: Die Qualität des Wassers fällt besser aus, als bisher angenommen. Die Chemiker führen dies auf den Effekt der Verdünnung zurück. Der Jangtse mit seinen unzähligen Zubringerflüssen führt riesige Wassermengen mit, welche die Konzentration von Schadstoffen verdünnen, schreiben die Forscher in ihrem Bericht. Im Jahr 2006 gelangten 30,5 Milliarden Tonnen Abfälle aus Industrie, Landwirtschaft und Privathaushalten in den Strom. Dies bedeutet einen Anstieg um 900 Millionen Tonnen im Vergleich zu 2005 gemäß der amtlichen Nachrichtenagentur Xinhua.

Siehe auch

 Commons: Jangtse – Album mit Bildern und/oder Videos und Audiodateien

Literatur

  • Simon Winchester: Der wilde Strom – Eine Reise auf dem Yangtse. Goldmann Verlag, München 2002, ISBN 3-442-72966-1. 

Einzelnachweise

  1. D. Ortlam: Hammerschlag-seismische Untersuchungen in Hochgebirgen Nord-Tibets. In: Z. Geomorphologie, N.F.. 35, Nr. 4, Berlin/Stuttgart 1991, S. 385–399. 
  2. en:Yibin
  3. en:Wanxian Koordinaten30° 49′ N, 108° 23′ O30.811944444444108.37522222222
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