Jenseits des Lustprinzips
Jenseits des Lustprinzips ist eine Abhandlung von Sigmund Freud, die 1919/1920 entstand und 1920 veröffentlicht wurde. Sie gilt als zentrales Werk der metapsychologischen Schriften Freuds. Er formuliert hier seine Theorie des Dualismus von Lebens- und Todestrieb, den er später in seiner Schrift Das Ich und das Es (1923) ausarbeitete.
Laut Fritz Wittels, dem ersten Biographen Freuds, sei die Schrift durch den Tod seiner Tochter Sophie Halberstadt mitveranlasst worden, die 1920 starb und nur 27 Jahre alt wurde, Aussage mit der Freud selbst nicht einverstanden war [1] sowie auch vor dem Hintergrund der grausamen Erfahrungen der Ersten Weltkriegs zu sehen. Ausgehend von einer Analyse des Wiederholungszwangs konzipiert Freud mit der Formulierung der Polarität von Lebens- und Todestrieb eine neue Triebtheorie, die auch Phänomene wie Aggression und Destruktivität systematisch deutet. Auch das „Unbehagen in der Kultur“ wird Freud später (1930) in der gleichlautenden Schrift als Resultante dieses grundlegenden Dualismus deuten. Die von Freud selbst als „Spekulation“ bezeichnete Abhandlung gipfelt in der radikalen Aussage: Das Ziel alles Lebens ist der Tod. [2]
Textausgabe
Sigmund Freud: Jenseits des Lustprinzips. Studienausgabe Bd. 3: Psychologie des Unbewußten. Fischer, Frankfurt a.M. 2000, S. 213 ff.
Quellen
- ↑ Vgl. dazu: Elisabeth Roudinesco und Michel Plon: Dictionnaire de la Psychanalyse (1997). Aus dem Französischen übersetzt von: Christoph Eissing-Christophersen u. a.: Wörterbuch der Psychoanalyse. Springer, Wien 2004, S.495f, ISBN 3-211-83748-5
- ↑ Sigmund Freud: Jenseits des Lustprinzips. Studienausgabe Bd. 3: Psychologie des Unbewußten. Fischer, Frankfurt a. M. 2000, S. 248