Karatschai-Tscherkessien

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Karatschai-Tscherkessien

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Subjekt der Russischen Föderation
Republik Karatschai-Tscherkessien
Карачаево-Черкесская республика
Къарачай-Черкес Республика (karatsch.)
Къэрэшей-Шэрджэс Республикэ (tscherk.)
FlaggeWappen
FöderationskreisNordkaukasus
Fläche14.277 km²
Bevölkerung427.194 Einw. (Stand: 2009[1])
Bevölkerungsdichte30 Ew./km²
HauptstadtTscherkessk
Offizielle Sprachenkaratschaiisch, kabardinisch,
abasinisch, nogaisch, russisch
Ethnische
Zusammensetzung
Karatschaier (38,5 %)
Russen (33,6 %)
Tscherkessen (11,3 %)
Abasinen (7,4 %)
Nogaier (3,4 %)
(Stand: 2002)
PräsidentBoris Ebsejew
Gegründet9. Dezember 1992 (12. Januar 1922)
ZeitzoneUTC+3 (Sommerzeit: UTC+4)
Telefonvorwahlen(+7) 878xx
Postleitzahlen369000–369999
Kfz-Kennzeichen09
OKATO91
Webseitewww.kchr.info

Das im Nordkaukasus gelegene Karatschai-Tscherkessien (russ. Карачаево-Черкесия/ Karatschajewo-Tscherkessija, karatschaiisch Къарачай-Черкес Республика, tscherkessisch Къэрэшей-Шэрджэс Республикэ) ist seit 1991 eine Republik im südlichen Teil des europäischen Russland.

Inhaltsverzeichnis

Geographie

Karatschai-Tscherkessien liegt am Nordabhang des Kaukasus. Den Süden nimmt das bis zu 5000 m hohe Gebirgsland des Großen Kaukasus ein, im Norden wird das Land flacher. Die Republik grenzt im Süden an die umstrittene georgische Region Abchasien.

Bevölkerung

Die Bevölkerung der Republik zählte bei der Volkszählung 2002 439.470 Einwohner. Die beiden namensgebenden Völker, die 169.198 (= 38,50 %) Karatschaier und die 49.591 (= 11,28 %) Tscherkessen stellen zusammen nur knapp die Hälfte der Bewohner. Die größte Minderheit bilden die 147.878 (= 33,65 %) Russen; bedeutende Minderheiten sind auch die 32.346 (= 7,36 %) Abasinen und die 14.873 (= 3,38 %) Nogaier. Während die karatschaische Sprache und die Nogaische Sprache zu den Turksprachen gehören, sind die tscherkessischen Sprachen (Adygeisch und Kabardinisch) und das Abasinische kaukasische Sprachen. Die Sprachen dieser fünf Ethnien sind in der Republik als „Staatssprachen“ offiziell, Amtssprache ist aber nur das Russische.[2] Die Mehrheit der Bevölkerung ist islamischen Glaubens, eine Minderheit gehört zur Russisch-Orthodoxen Kirche.

Verwaltungsgliederung

Karatschai-Tscherkessien im regionalen Zusammenhang

(Einwohner am 1. Januar 2006)

StadtkreisEinwohnerStadtbevölkerungDorfbevölkerung
Tscherkessk116.947116.947
Karatschajewsk35.22331.6643.559
RajonEinwohnerStadtbevölkerungDorfbevölkerungVerwaltungssitz
Adyge-Chabl26.89326.893Adyge-Chabl
Chabes32.22332.223Chabes
Karatschajewsk25.0684.77220.296Karatschajewsk
Malokaratschajewsk39.68039.680Utschkeken
Prikubansk34.7331.09133.642Kawkasski
Selentschukskaja51.25851.258Selentschukskaja
Urupskaja18.0694.21513.854Pregradnaja
Ust-Dscheguta51.39431.77119.623Ust-Dscheguta

Städte

Die Hauptstadt Tscherkessk ist die einzige Großstadt. Weitere bedeutende Siedlungen sind Ust-Dscheguta, Karatschajewsk und Selentschukskaja.

In Karatschai-Tscherkessien gibt es vier Städte und sieben Siedlungen städtischen Typs.

Stadt*/Städt. SiedlungRussischer NameRajonEinwohner
(1. Januar 2006)
DombaiДомбайKaratschajewsk (Stadtkreis)385
ElbrusskiЭльбрусскийKaratschajewsk (Stadtkreis)226
Karatschajewsk*КарачаевскKaratschajewsk (Stadtkreis)20.458
MednogorskiМедногорскийUrupskaja4.215
Nowy KaratschaiНовый КарачайKaratschajewsk2.110
OrdschonikidsewskiОрджоникидзевскийKaratschajewsk (Stadtkreis)3.041
PrawokubanskiПравокубанскийKaratschajewsk2.662
Teberda*ТебердаKaratschajewsk (Stadtkreis)7.554
Tscherkessk*Черкесскkreisfrei116.947
UdarnyУдарныйPrikubansk1.091
Ust-Dscheguta*Усть-ДжегутаUst-Dscheguta31.771

Geschichte

Am 12. Januar 1922 wurde das Autonome Gebiet der Karatschaier und Tscherkessen innerhalb der Südöstlichen Region (Krai) formiert; am 26. April 1926 wurde das Gebiet in das Karatschaische Autonome Gebiet, den Tscherkessischen Nationalbezirk und zwei Rajons aufgeteilt. Durch einen Erlass des Präsidiums des Obersten Sowjets der UdSSR wurde das Karatschaische Autonome Gebiet am 12. Oktober 1943 liquidiert und die Karatschaier wegen angeblicher Kollaboration mit den deutschen Besatzern deportiert. Der südliche Teil des Karatschai-Gebietes wurde Georgien angegliedert, der größere nördliche Teil mit der Region Stawropol vereinigt.

Während und in Folge der Deportation kamen viele Karatschaier (nach einigen Schätzungen 50 %) ums Leben.[3] Die Deportation der Karatschaier, vorwiegend nach Sibirien, dauerte bis 1957 an; in dieser Zeit existierte die Republik nicht. 1957 wurden den Karatschaiern die Rückkehr gestattet und die Republik mit dem früheren Doppelnamen und den alten Grenzen als Autonome Sowjetrepublik (ASSR) im Bestand der Russischen SFSR wieder hergestellt. Mit Auflösung der Sowjetunion wurde sie zu einer Republik innerhalb Russlands. Staatsoberhaupt wurde der seit 1979 als Vorsitzender des Republiksowjets und 1990-92 zugleich als Regierungschef amtierende Wladimir Chubijew.

Nach den Regionalpräsidentenwahlen in Karatschai-Tscherkessien 1999 drohte die Spaltung dieser autonomen Republik. Die den zahlreicheren und traditionell moskautreuen Karatschaiern unterlegenen Tscherkessen und Abasinen (zu einem großen Teil christlich) wollen ihre eigene autonome Republik wieder errichten, die bereits bis 1957 bestanden hatte. Staatschef war bis 2003 Präsident Wladimir Semjonow, danach bis 2008 Mustafa Batdyjew. Im August 2008 wurde Boris Ebsejew - gemäß der russischen Verfassung auf Vorschlag Staatspräsident Dmitri Medwedews - zum neuen Präsidenten Karatschai-Tscherkessiens gewählt. Als Regierungschef führt Alik Kardanow seit 2005 die Republik (bereits 2000-2003 Regierungschef).

Wirtschaft

Die Industrie ist in der Hauptstadt Tscherkessk konzentriert, dazu gehören unter anderem die chemische und die Lebensmittelindustrie. Wichtiger Wirtschaftszweig sind auch die vielen Flüsse, aus denen teilweise Mineralwasser gewonnen wird.

 Commons: Karatschai-Tscherkessien – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Föderaler Dienst für staatliche Statistik Russlands
  2. Verfassung der Republik Karatschai-Tscherkessien, Artikel 11 (1, 2) (russisch)
  3. Isabelle Kreindler The Soviet Deportated Nationalities: A Summary and an Update, in: Soviet Studies, Vol 38, no 3, July 1986. p. 391
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