Kloster Altzella

Zisterzienserabtei Altzella
Lage:Deutschland
Sachsen
Ordnungsnummer
(nach Janauschek):
439
Patrozinium:Maria
Gründungsjahr:1170
Jahr der Auflösung/
Aufhebung:
1540
Mutterkloster:Kloster Pforta
Tochterklöster:1268: Neuzelle
romanisches Eingangstor
Modell der Klosterkirche, der Konventbauten und des Konversenhauses im Zustand der Erbauungszeit um 1175–1230
Konversenhaus
Mausoleum mit Grabstätte der Wettiner
ehemaliges Schüttgebäude


Das Kloster Altzelle (urspr. Cella, Altenzelle, heute Altzella) befindet sich nahe der Stadt Nossen. Es wird vom Schlossbetrieb Schloss Nossen/Kloster Altzella verwaltet. Im ehemaligen Zisterzienserkloster befindet sich die Erbbegräbnisstätte der Wettiner im Zeitraum von 1190 bis 1381.

Das Kloster Altzella mit seiner teilweise noch gut erhaltenen Klostermauer ist heute eine Mischung aus romantischem Park mit Ruinen und renovierten Gebäuden, es dient verschiedenen kulturellen und religiösen Zwecken (Fronleichnam-Prozession). Im Wirtschaftsbereich können Seminare, aber auch private Feierlichkeiten veranstaltet werden.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

  • 1162 Kaiser Friedrich I. übereignet Markgraf Otto von Meißen einer von diesem gestifteten Abtei 800 Hufen gerodetes Land. Nach dem Silberfund von 1168 wurde ein Teil des Landes umgetauscht
  • 1175 Einzug des Abtes mit seinem Konvent vom Zisterzienserkloster Pforte (Naumburg (Saale)) in das Kloster Cella.
  • ab 1175 Bau der Klosterkirche.
  • 1180–1230 ist rege Bautätigkeit nachzuweisen. Die Gebäude des Klausurbereichs und das romanische Stufenportal entstehen.
  • 1198 Weihe der Stiftskirche.
  • 1190–1381 Kloster Cella ist Erbbegräbnisstätte der Wettiner.
  • 1198 Weihe der Klosterkirche: Dreischiffiges Langhaus mit Querhaus, Backsteinbau. Oberitalienischer Einfluss ist heute noch an der Westfront sichtbar.
  • 1217 wird das Benediktinerinnen-Kloster Heilig Kreuz zu Meißen dem Abt von Zelle unterstellt.
  • 1268 Das Tochterkloster Neuzelle (Cella Nova) wird bei Guben gegründet, der Name Cella Vetus (Altzella) bürgert sich zur besseren Unterscheidung allmählich ein.
  • 1339 bis 1349 wird auf dem Klostergelände die Andreaskapelle als Begräbnisstätte der Wettiner errichtet, in der Friedrich der Ernsthafte und Friedrich der Strenge begraben werden.
  • 14. bis 15. Jahrhundert. Unter den Äbten Vinzenz von Gruner und Martin von Lochau erfährt das Kloster seine Blütezeit.
  • 1436 Das Kloster erwirbt für 4.200 Gulden das Schloss Nossen mit dem Inventar und den Ländereien. Die Schlossgebäude befinden sich in schlechtem Bauzustand. Es wird zum Abtssitz umgebaut.
  • 1501 bis 1522 Abtszeit des Humanisten Martin von Lochau.
  • 1506 Es erfolgt der Umbau des Obergeschosses in Konversenhaus zum Bibliotheksaal.
  • Um 1540 veranlasste der sächsische Herzog Heinrich der Fromme die Säkularisierung des Klosters.
  • Ab 1560 wurden große Teile der Klosterbauten abgebrochen und zur Baumaterialgewinnung verwendet. Das als Schüttboden genutzte Konversenhaus blieb erhalten.
  • Zwischen 1676 und 1787 ließen die sächsischen Kurfürsten Grabungen nach den sterblichen Überresten der Vorfahren durchführen und in einer Gedächtniskapelle, dem heutigen Mausoleum, beisetzen.
  • Um 1800 entstand ein romantischer Landschaftspark, bei dem die Gebäude und Ruinen mit in die Gestaltung einbezogen wurden.

Noch nicht endgültig erwiesen ist die auf dem Rechtshistorikertag 2004 in Bonn vom Kanonist Peter Landau vorgetragene und 2005 publizierte These, dass Eike von Repgow den Sachsenspiegel nicht auf Burg Falkenstein (Harz), sondern im Kloster Altzella geschrieben habe (siehe den Artikel Sachsenspiegel).

Siehe auch

Zellwald, Neuzelle

Weblinks zu zu

 Commons: Klosterpark Altzella – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Literatur

  • Eduard Beyer, Cistercienser-Stift und Kloster Alt-Zelle in dem Bisthum Meißen, Dresden 1855
  • Susanne Geck, Zwischen Klostermauer und Klausur. Neue Erkenntnisse zur Bebauung von Altzella. Arbeits- und Forschungsberichte zur sächsischen Bodendenkmalpflege 45, 2003, 383-442.
  • Heinrich Magirius, Klosterpark Altzella. Sachsens schönste Schlösser, Burgen und Gärten 7 (Leipzig 2000), ISBN 3-361-00525-6.
  • Heinrich Magirius, Die Baugeschichte des Klosters Altzella, Abhandlungen der Sächsischen Akademie der Wissenschaften zu Leipzig. Berlin 1962.
  • Martina Schattkowsky, Das Zisterzienserkloster Altzella 1162 - 1540, Studien zur Organisation und Verwaltung des klösterlichen Grundbesitzes, Studien zur katholischen Bistums- und Klostergeschichte, Band 27, Leipzig 1985
  • Martina Schattkowsky, Zur Bedeutung der Grangienwirtschaft für das Zisterzienserkloster Altzella in der Mark Meißen (1162 - 1540), in Jahrbuch für Geschichte des Feudalismus 10, Berlin 1986
  • Martina Schattkowsky / André Thieme (Hrsg.), Zisterzienserabtei in Mitteldeutschland und Hauskloster der Wettiner. Wissenschaftliche Tagung anlässlich der 825. Wiederkehr des Initium des Klosters Altzelle 5.-6. Mai 2000. Schriften zur sächsischen Landesgeschichte 3 (Leipzig 2002), ISBN 3-935693-55-9.
  • “Altzella - Benediktinerkloster, Stiftskirche und Grablege der Wettiner” in: Helga Wäß: Form und Wahrnehmung mitteldeutscher Gedächtnisskulptur im 14. Jahrhundert: Band 1: Ein Beitrag zu mittelalterlichen Grabmonumenten, Epitaphen und Kuriosa: Ein Beitrag zu mittelalterlichen Grabmonumenten, Epitaphen und Kuriosa in Sachsen, Sachsen-Anhalt, Thüringen, Nord-Hessen, Ost-Westfalen und Südniedersachsen in zwei Bänden,Band 2: Katalog ausgewählter Objekte vom Hohen Mittelalter bis zum Anfang des 15. Jahrhunderts, Bristol u.a. 2006, “Altzella”, siehe S. 26 ff. und Kat. Nr.4-19, zahlr. Abb. der Grabplatten. ISBN 3-86504-159-0

51.06027777777813.276544444444Koordinaten: 51° 3′ 37″ N, 13° 16′ 36″ O

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