Konservendose

Dreiteilige Konservendose mit zur Versteifung gesicktem Dosenkörper (Zarge) und geschweißter Längsnaht
Zweiteilige (tiefgezogene) konische Konservendose aus einer Aluminiumlegierung mit Aufreißdeckel
Konservendosen im Supermarkt

Konservendosen sind Lebensmitteldosen aus Blech (z. B. Weißblech oder verzinktem Stahl), die nach dem Befüllen durch Verlöten oder Bördeln hermetisch verschlossen werden. Einmal geöffnet, lassen sie sich nicht wieder verschließen.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Die entscheidende Idee, Nahrungsmittel in luftdicht verschlossenen Behältnissen zu erhitzen und dadurch zu konservieren, kam dem Pariser Konditor und Zuckerbäcker Nicolas Appert. Allerdings verwendete er dazu Glasflaschen. Erst der britische Kaufmann Peter Durand kam 1810 auf die Idee, die Methode von Appert mit Blechkanistern durchzuführen und erfand damit die Konservendose. Diese Erfindung wurde am 25. April 1810 patentiert. Durand selbst befasste sich nicht mit der Produktion, dies geschah erstmals durch die Engländer Bryan Donkin und John Hall, die 1813 eine Konservenfabrik eröffneten und damit die britische Armee versorgten.

Technischer Aufbau

Vor allem Weißblech und Aluminiumblech wird als Material für Konservendosen verwendet. Weißblech ist ein dünnes Stahlblech mit einer Dicke von bis zu 0,49 Millimetern, dessen Oberfläche durch ein Schmelztauchverfahren oder elektrolytisch mit Zinn beschichtet wurde, um den Stahl vor Korrosion zu schützen. Etwa 70 Prozent des hergestellten Weißblechs werden im Lebensmittelbereich für die Herstellung von Konservendosen und Getränkedosen verwendet. In neuerer Zeit wird dafür auch chromatiertes (elektrolytisch verchromtes) Stahlblech verwendet.

Es gibt dreiteilige Konservendosen, bestehend aus dem röhrenförmigen und an der Längsnaht geschweißten oder gebördelten (und eventuell zusätzlich gelötetem) Dosenkörper (der “Zarge”) und den beiden Deckeln. Zweiteilige Konservendosen bestehen aus dem tiefgezogenen (und eventuell zusätzlich abgestreckten) Dosenkörper und dem Deckel.

Frühe Konservendosen wurden durch Verlöten mit Blei verschlossen. Dies konnte unter ungünstigen Umständen zu einer Bleivergiftung führen. Bekannt geworden ist hier vor allem die Arktisexpedition des Briten Sir John Franklin von 1845, deren Mitglieder nach drei Jahren Dosennahrung an schwerer Bleivergiftung litten.

Heutige Konservendosen werden nach dem Befüllen durch Bördeln luftdicht verschlossen. Hierzu sind Dosenverschließmaschinen im Einsatz, die z. T. über 20 Verschließstationen verfügen.

Nach dem Verschließen werden die Dosen in einem Autoklaven pasteurisiert oder sterilisiert, um sie haltbar zu machen.

Auf der Innenseite sind heutige Dosen gewöhnlich mit einem Kunststoffüberzug versehen. Vor der Einführung des Kunststoffüberzugs war das Umfüllen in andere Gefäße erforderlich, da nach Luftzutritt durch Öffnen die Doseninnenseite mit dem (sauren) Doseninhalt reagierte.

Die Außenlackierung bzw. der (Offset-)Druck und die Prägung werden bei größeren Stückzahlen vor der eigentlichen Dosenfertigung auf das Ausgangsmaterial (Blechtafel oder Blechband) aufgebracht. Kleine Stückzahlen von Promotiondosen können auch nachträglich geprägt werden, oder mit Tampondruck bedruckt werden. Eher neu ist das inzwischen verfügbare Verfahren der Laserbeschriftung von verschlossenen Blechdosen.

Sogar mikrowellengeeignete Dosen sind inzwischen verfügbar. Hierzu wurde ein Verfahren entwickelt, das Metall und Kunststoff so verbindet, dass eine Metalldose mit einem Kunststoffdeckel versehen wird. Durch den Kunststoffdeckel als elektromagnetisch durchlässiges Fenster gelangt die Energie der Mikrowellen in die Dose und erhitzt dort das Produkt.[1]

Verwendung

Typische durch Erhitzen in Konservendosen haltbar gemachte Lebensmittel sind Obst wie Pfirsiche, Birnen und Ananas, Gemüse, insbesondere Hülsenfrüchte wie gekochte Linsen und Bohnen, Fisch wie Sardinen, Makrelen und Heringe sowie Corned Beef, Wurst und Fertiggerichte mit und ohne Fleisch. Sofern die Lebensmittel, wie z. B. Gemüse, frisch verarbeitet abgefüllt werden, garantiert eine Konservendose die Bewahrung von Aroma und einem Teil der Vitamine über etliche Jahre. Aufgeblähte Konservendosen – mit aufgewölbten Deckeln, Bombagen – müssen weggeworfen werden. Der Verzehr des Inhalts kann eine lebensbedrohliche Vergiftung (Botulismus) bewirken. Von dieser Regel gibt es jedoch auch Ausnahmen: Surströmming wird grundsätzlich in Bombagen angeboten.

Auch Milchpulver wird in Konservendosen verpackt. Vor dem Verschließen wird in diesem Fall in der Dose ein Vakuum erzeugt, anschließend Stickstoff als Schutzatmosphäre aufgegeben, um ein Verderben des Inhalts zu vermeiden, da Pasteurisieren bei pulverförmigen Produkten nicht möglich ist.

Bei der Konservierung von Lebens- oder Genussmitteln werden unterschieden:

  • Vollkonserven mit unbegrenzter, mindestens zweijähriger Haltbarkeit,
  • Halbkonserven (Präserven), die durch chemische Zusätze beschränkt haltbar gemacht wurden,
  • Dreiviertelkonserven, die bis zu 12 Monate haltbar sind (bei max. 20 °C).

Dosenöffner

Um die Konservendosen zu öffnen, mussten sie mit dem Beil, Hammer und Meißel oder einem großen Messer mühsam aufgebrochen werden. Der zu den Dosen passende Dosenöffner wurde erst 1855 von Robert Yeates erfunden.

Dosenbrot nach 50 Jahren noch eßbar

Einzelnachweise

  1. Packaging Europe. Volume 2.2, 2007, S. 7.

Siehe auch

 Commons: Dosen – Sammlung von Bildern und/oder Videos und Audiodateien
 Wiktionary: Konservendose – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen und Grammatik

© Dieser Artikel zu Konserv stammt von Wikipedia und ist lizensiert
unter GFDL. Hier können Sie den Original-Artikel zu Konserv , die Versionsgeschichte
und die Liste der Autoren einsehen.
© Dieser Artikel zu stammt von Wikipedia und ist lizensiert
unter GFDL. Hier können Sie den Original-Artikel zu , die Versionsgeschichte
und die Liste der Autoren einsehen.