Kontrafaktur
Kontrafaktur
Die Kontrafaktur (aus lat. contra „gegen“ und facere „machen“) ist die Umdichtung eines weltlichen Gedichts für geistliche (kirchliche, religiöse) Zwecke – ein Verfahren, das besonders häufig im Kirchenlied, meist unter Beibehaltung der Melodie, angewendet wurde.
Da die Definition des parallelen englischsprachigen Begriffs („contrafact“) etwas weiter gefasst ist, spricht man in der modernen Musiktheorie häufig auch von Kontrafaktur, wenn über das Harmonieschema eines Musikstückes eine neue Melodie komponiert wird. Diese Praxis findet sich vor allem im modernen Jazz (vergleiche hierzu bebop head).
Der Begriff wird auch für den umgekehrten Vorgang benutzt: die Umdichtung bzw. die (banale, triviale) Verwendung religiöser Texte zu „weltlichen“ Zwecken. Verwandte Begriffe: Parodie, Palinodie und Travestie
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