La Spezia
| La Spezia | ||
|---|---|---|
| Staat: | Italien | |
| Region: | Ligurien | |
| Provinz: | La Spezia (SP) | |
| Koordinaten: | 44° 6′ N, 9° 49′ O44.1069444444449.82222222222220Koordinaten: 44° 6′ 25″ N, 9° 49′ 20″ O | |
| Höhe: | 0 m s.l.m. | |
| Fläche: | 51 km² | |
| Einwohner: | 95.588 (1. Juli 2009) | |
| Bevölkerungsdichte: | 1860,05 Einw./km² | |
| Postleitzahl: | 19100, 19121 bis 19126, 19131 bis 19139 | |
| Vorwahl: | 0187 | |
| ISTAT-Nummer: | 011015 | |
| Demonym: | Spezzini | |
| Schutzpatron: | San Giuseppe | |
| Website: | http://www.comune.sp.it | |
La Spezia (im Ligurischen: Spèza) ist eine Stadt in der norditalienischen Region Ligurien und Hauptstadt der gleichnamigen Provinz. Mit 95.588 Einwohnern[1] ist sie die zweitgrößte Gemeinde der Region, nach der Regionalhauptstadt Genua.
Die Stadt liegt am östlichen Ende der Riviera di Levante und der Region Ligurien, wenige Kilometer von der Regionalgrenze zur Toskana entfernt. Sie liegt an einem tiefen Naturgolf, der ihr seinen Namen verdankt. Dieser Golf, der auch unter dem Namen Golfo dei Poeti (zu deutsch: Golf der Poeten) bekannt ist, ist von einer Hügelkette umgeben, deren höchster Punkt vom Monte Parodi (673 Meter), westlich des Stadtzentrums, gebildet wird.
Das Gemeindegebiet stellt einen Teil der Verwaltungszone Autorità di Bacino Interregionale del Fiume Magra dar, und ein kleiner Abschnitt des Territoriums von La Spezia (die Siedlung Tramonti) gehört zum Nationalpark der Cinque Terre.
Inhaltsverzeichnis |
Geographie
La Spezia liegt auf einem engen Landstreifen, der im Norden und Westen von Bergen und im Süden von Meer begrenzt wird. Eine Folge davon ist, dass eine größere Anzahl von Stadtvierteln auf den umliegenden Hügeln entstanden sind und die urbane Struktur ein relativ unregelmäßiges Bild abgibt. Um dem Stadtkern die Expansion in östlicher Richtung zu ermöglichen, wurde in den Dreißiger Jahren sogar der Hügel Colle dei Cappuccini abgetragen. An dessen Stelle befindet sich heute der Piazza Europa. Die Entwicklung in westlicher Richtung wird vom Marinearsenal verhindert.
Im Laufe der Stadtentwicklung wurden zahlreiche Urbarmachungsarbeiten notwendig - so bestand die Zone des heutigen Hafens weitestgehend aus Sumpfland (im Volksmund: Stagnoni).
Der Golf von La Spezia, mit einer Ausdehnung von circa 150 Hektar, wird von einem 2210 Meter langem Wellenbrecher vom Ligurischen Meer abgetrennt. Zwei Öffnungen von ungefähr 400 und 200 Metern ermöglichen den Zugang. Die Bucht selbst hat eine Länge von 4,6 Kilometern und eine Breite von 3,2 Kilometern.
Die besondere Beschaffenheit des Golfes, die Schutz vor Unwettern und feindlichen Angriffen bietet, war Grund dafür, dass in La Spezia eines der größten Marinearsenale gebaut wurde und sich dort im Laufe der Zeit einer der bedeutendsten Handelshäfen des Mittelmeers entwickeln konnte.
Klima
La Spezias liegt in einer gemäßigt warmen Klimazone; charakteristisch ist das Mittelmeerklima mit atlantischen Einflüssen. Die Winter sind relativ mild, was durch die ablindernden Eigenschaften des Ligurischen Meers und des aus Afrika stammenden Scirocco bedingt ist. Trotzdem sind, durch balkanische Kaltluftströme hervorgerufene, Kälteeinbrüche nicht selten, so dass La Spezia im Winter mitunter Minusgrade verzeichnet. Der Temperaturdurchschnitt des kältesten Monats, dem Januar, beträgt 7,6°C[2]. Der Sommer ist im Mittel relativ warm, mit 24°C im Juli.
Durch die Lage im ligurischen Bogen mit dem Apennin direkt an der Rückenseite der Stadt wird das Abregnen der gesättigten Meeresluft begünstigt, so dass La Spezia relativ hohe Niederschlagsmengen im Jahr verzeichnet. Maximale Niederschläge werden im Herbst und Frühling erreicht. Das jährliche Niederschlagsmittel beträgt 1343 Millimeter[2]. Obwohl Schneefall untypisch für das Mittelmeerklima ist, hat trat dieser insbesondere in den letzten Jahren gehäuft auf.
Stadtgliederung
Die 39 Stadtviertel La Spezias sind in fünf Munizipien zusammengefasst[3]. Die Viertel der Stadt sind: Antoniana, Buggi, Buonviaggio, Canaletto, Chiappa, Cittadella, Colli, Fabiano, Favaro, Felettino, Foce, Fossitermi, Fossamastra, Isola, La Lizza, La Pianta, La Pieve, Limone, Marinasco, Mazzetta, Melara, Migliarina, Montepertico, Pagliari, Pegazzano, Pianazze, Poggio, Porta Rocca, Prione, Rebocco, Ruffino, San Bartolomeo, Sant’Anna, Scorza, Spallanzani, Termo, Umbertino, Valdellora und Vicci.
Der Ballungsraum La Spezia hat eine Bevölkerung von über 180.000 und fasst die angrenzenden Gemeinden Vezzano Ligure, Lerici, Santo Stefano di Magra, Arcola, Follo, Riccò del Golfo di Spezia und Portovenere ein.
Geschichte
Der Name Spezia taucht erstmals im 13. Jahrhundert in der Geschichte auf, als die Stadt unter die Herrschaft Genuas geriet. Ihre Bedeutung blieb jedoch lange Zeit gering, bis sie unter Napoleon zum Militärhafen wurde. Nach dem Anschluss an das Königreich Sardinien durch den Wiener Kongress nahm die Stadt einen Aufschwung, der durch die Verlegung der Kriegsmarine aus Genua und dem Bau des Arsenals Mitte des 19. Jahrhunderts unterstützt wurde. Das Stadtbild wurde von dieser Epoche stark geprägt. 1923 wurde La Spezia Provinzhauptstadt. Im Zweiten Weltkrieg wurde die Stadt und besonders der auch von den Deutschen genutzte Kriegshafen durch alliierte Bomberangriffe schwer beschädigt. La Spezia ist nach Tarent der zweitwichtigste Stützpunkt der italienischen Marine.
Östlich von La Spezia an der Magra-Mündung finden sich die Ruinen der römischen Stadt Luni, der die Bucht den alten Namen Portus Lunae verdankt.
Toponym
Der Name der Stadt taucht als Spezam zum ersten Mal im Jahre 1256 in einem Dokument auf. Andere Quellen beziehen sich auf eine Schrift vom 25. Juli 1071 in der Spezia erwähnt worden sei. Als historischer Ortskern wird das Stadtviertel Poggio in der Altstadt angegeben.
Neben der bis heute ungeklärten Herkunft des Toponyms hat in der Geschichte der Stadt vor allem der vorgestellte Artikel La, zu deutsch also Die Spezia, nicht wenig Kontroversen und Verwirrung in der italienischen Bevölkerung ausgelöst.
Der Artikel tauchte schon in den ersten in italienisch verfassten Dokumenten mit Bezug zur Stadt auf.
Nach der Einverleibung der Region Ligurien in das Königreich Sardinien 1815 beschloss die Verwaltungsbehörde jedoch den Artikel zu streichen, da eine derartige Schreibweise der Regel zuwiderläuft, nach der Toponyme ohne Artikel stehen. Diese Änderung stieß jedoch auf den Unwillen der Einwohner, die mehrmals Beschwerde bei der Zentralregierung einreichten – jedoch ohne Erfolg. Mit der Bildung der Provinz La Spezia im Jahr 1923 kam es jedoch vermehrt zu Problemen mit der Namensgebung, da trotz klarer Regelung der Artikel weiterhin im Gebrauch geblieben war. Mit diesem Hintergrund entschied der Gemeinderat 1926 einen Antrag auf die Wiedereinführung des Artikels zu stellen.
Am 2. April 1930 wurde schließlich mittels eines königlichen Erlasses der Name der Stadt mit La Spezia festgeschrieben. Da der Erlass jedoch in einigen Punkten vage formuliert worden war, kam es in der Folge erneut zu Unstimmigkeiten – so wurde der Artikel im Dokument nicht wie alle Artikel klein geschrieben sondern in der Großschreibweise quasi als Namensbestandteil angegeben.
Bis heute taucht in der italienischen Literatur und im Sprachgebrauch häufig der Fehler auf, den Artikel La undekliniert zu gebrauchen. Beispielsweise wird statt dem korrekten „dalla Spezia“ oft „di La Spezia“ oder statt „nella Spezia“ oft „in La Spezia“ verwendet.
Das Statut der Stadt hält fest: „In der Denominierung der Gemeinde wird dem Namen Spezia nach der historisch fundierten Tradition der bestimmte Artikel vorangestellt. Dieser ist in jeder Rechtsbeziehung den allgemeinen Gebrauchsregeln unterworfen und stets deklinierbar.“[4]
Ein weiteres Problem stellt die Großschreibweise des Artikels dar. Dieser darf nach den Regeln der italienischen Grammatik lediglich am Satzanfang groß geschrieben werden. Zudem wird die Stadt in alphabetischen geordneten Verzeichnissen oft nicht unter S sondern fälschlicherweise unter L eingeordnet.
Interessanterweise findet der Artikel im lokalen Dialekt keinen Gebrauch. So heisst es hier im Italienischen oft „Sono di Spezia“ oder „Vado a Spezia“, was zu deutsch etwa „Ich bin aus Spezia“ beziehungsweise „Ich gehe nach Spezia“ bedeutet.
Wirtschaft
La Spezia verdank seine wirtschaftliche und soziale Entwicklung in erster Linie dem Marinearsenal, das in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts auf Veranlassung von Camillo Benso von Cavour errichtet wurde. Der Marinestützpunkt, der bis heute zu den wichtigsten der italienischen Marine gehört, begünstigte die Wandlung des kleinen Fischerorts La Spezia zu einer größeren Provinzhauptstadt mit Sitz zahlreicher Industrien. Von besonderer Bedeutung für die Militärbasis ist das ansässige Rüstungsunternehmen Oto Melara. Weitere wichtige Industrieunternehmen sind Termomeccanica im Bereich Metallverarbeitung, das Wärmekraftwerk „Eugenio Molante“ des Energiekonzerns ENEL und die Werften der Fincantieri und der Cantieri navali del Muggiano.
Mit dem zunehmenden Abzug der Marine, die seit den neunziger Jahren verschiedene Abteilungen schloss und einige Einheiten in die Militärbasis von Tarent verlegte, traten für die Wirtschaft La Spezias ernste Probleme auf, was sich auch in einem demographischen Rückgang widerspiegelte.
Aktuell sind zahlreiche wirtschaftsfördernde Initiativen im Gange. In erster Linie wurden die leerstehenden Räumlichkeiten der Marine für den zivilen Gebrauch umfunktioniert, was vor Allem der, in letzter Zeit stark expandierenden, Sportschifffahrt zu Gute kam. Von besonderer Bedeutung ist in den letzten Jahren der Tourismus für die Stadt geworden. Von diesem profitiert nicht nur die Riviera mit den vielbesuchten Cinque Terre, sondern auch das Hinterland, und hier insbesondere das Val di Vara.
Unter diesem Gesichtspunkt entstanden an der Küste und in den Tälern der Provinz diverse Agrotourismusbetriebe, was zu einer Wiederbelebung der ländlichen Region führte. Durch die Renovierung der vielen, in Verfall geratenen Landhäuser konnte das traditionelle Bild der Umgebung La Spezias bewahrt, beziehungsweise wiederhergestellt werden. Das gesteigerte Interesse an biologischen und hochwertigen Landwirtschaftprodukten hat auch den weingastronomischen Tourismus ansteigen lassen.
Schließlich befindet sich in der Nähe von La Spezia, auf dem Territorium Portoveneres, Italiens einzige Wiederverdampfungsanlage. Diese ermöglicht über den Seeweg den Import von Flüssiggasen, wie beispielsweise Methan. Das Ausbau- und Modernisierungsprojekt der Anlage im Jahr 2007 löste in der Bevölkerung Proteste aus.
Medien
In der Stadt befinden sich die Zeitungsredaktionen des Il Secolo XIX, der La Nazione und der Gazetta della Spezia. Außerdem ist La Spezia Sitz des Fernsehsenders Tele Liguria Sud und der Lokalredaktion des genuesischen Fernsehkanals Primocanale.
Onlinenangebote umfassen Spezialmente.it, Tuttospezia.it, Cittadellaspezia.com und LaSpeziaOggi.it, die täglich oder monatlich über aktuelle Geschehnisse und Veranstaltungen im Bereich Politik, Kultur und Sport informieren.
Demographische Entwicklung
Kultur und Sehenswürdigkeiten
La Spezia verfügt über zahlreiche kulturelle Angebote. Diese umfassen eine große Bandbreite an Sehenswürdigkeiten und Monumenten, sowie improvisierte Kunstinitiativen. Von besonderer Bedeutung sind jedoch die Traditionen und Volksbräuche, die tief in Bevölkerung und Territorium verankert sind. La Spezia ist Mitglied in der Vereinigung der Kunst- und Kulturstädte (Associazione Città d’Arte e Cultura – CIDAC)[5][6]. Im Jahr 2007 gab es im Rahmen des Wissenschaftfestivals (Festival della Scienza) zahlreiche Veranstaltungen in der Stadt.
In der Stadt gibt es keine Diskotheken, dafür jedoch ein mit Dolby Surround ausgestattetes Multiplex-Kino, sowie kleinere Filmtheater.
Befestigungsbauten
Der älteste Festungsbau La Spezias ist das Castello San Giorgio auf den Anhöhen der Stadt. Es stammt aus dem 13. Jahrhundert. Zum Schutz vor islamischen Überfällen errichtete die Republik Genua zahlreiche Festungen in der Golfregion.
Die Entwicklung der Stadt und der gesamten Zone um den Golf von La Spezia ist stets eng an die militärische Funktion der Region gebunden gewesen. Von besonderer Bedeutung für die Bevölkerung ist das im 19. Jahrhundert errichetete Marinearsenal, das zu den ältesten und wichtigsten Militärbasen der italienischen Marine zählt.
Ökologie
Ein derart beliebtes und vielfältiges Territorium, das neben Naturschätzen pittoreske Fischer- und Bergdörfer aufweist und ein ausgesprochener Touristenmagnet in Italien ist, ist konstant in Gefahr durch rücksichtslose Baumaßnahmen und andere Initiativen beschädigt zu werden. Glücklicherweise konnten solche in den letzten Jahrzehnten weitestgehend abgewehrt werden und die Provinz in seiner natürlichen Schönheit bewahrt werden.
Der von der Umweltorganisation Legambiente vorgelegte Bericht Ecosistema Urbano 2007[7] klassifiziert La Spezia neben den Gemeinden Bozen und Mantova als die umweltfreundlichste Stadt Italiens. Der Vorjahresbericht positionierte die Stadt auf dem siebten Platz.
Unter den 104 untersuchten Provinzhauptstädten erreichte La Spezia den 27. Platz bezüglich seiner Luftqualität, den 19. Platz für die niedrige Konzentration von Stickstoffdioxid, den 15. Platz für die Ausdehnung der Fußgängerzonen, den 11. Platz bezüglich verkehrsberuhigter Bereiche, den 27. Platz für die urbanen Grünflächen, den 25. Platz für den Pro-Kopf-Kraftstoffverbrauch, den 21. Platz für umweltfreundliche Energiepolitik und den 13. Platz für die Anzahl gemäß ISO 14001 zertifizierter Unternehmen.
In den vergangenen Jahren kam La Spezia in das Licht der Öffentlichkeit, als der Verbleib mehrerer Giftmüllfässer nicht aufgeklärt werden konnte. Die Fässer stammten von dem Transportschiff Jolly Rosso und enthielten neben Dioxin und anderem Giftmüll abgereichertes Uran und Asbest. Die Abfälle waren für die Deponien bei Marola (La Spezia) und Seveso bestimmt, wo ihr Verbleib jedoch nicht geklärt werden konnte. Weitere Untersuchungen wurden ergebnislos abgebrochen.
Das Wärmekraftwerk
Im Stadtgebiet befindet sich das Wärmekraftwerk „Eugenio Montale“ des italienischen Energiekonzerns ENEL. Es ist das zweitgrößte Kraftwerk seiner Art in Europa und produziert als Gasturbinenkraftwerk über zwei Methangas- und eine Kohle/Ölanlagen Strom und Wärme. Mit einer Leistung von circa einem Gigawatt erzeugt es fünf Prozent des nationalen Energieverbrauchs.
Zum Schutz gegen Lärm, Staub und Abgase erhalten die Anwohner des Hafengebietes Vergünstigungen beim Kauf von Doppelverglasten Fenstern und Klimaanlagen. Trotz dieser Maßnahme hat La Spezia, auch durch andere Faktoren bedingt, die höchste Sterblichkeitsrate an Pleuratumoren in Italien. Ein Hauptgrund dafür liegt in der hohen Belastung durch Asbest, was zu einer starken Erhöhung der Inzidenz von Pleuramesotheliomen führt[8].
Kanalisationssystem
Durch verstärkte Investierung in die Erneuerung des Kanalisationssystem konnte in den Jahren um die Jahrtausendwende der Prozentsatz der an die Kanalisation angeschlossenen Haushalte von 38 auf 76% erhöht werden. Trotzdem bleibt die Anzahl der nichtangeschlossenen Haushalte hoch. Die Kläranlage der Stadt befindet sich bei Stagnoni.
Mülltrennung
Die Müllabfuhr wird von der ACAM Ambiente, einer Tochtergesellschaft der ACAM S.p.A, betrieben und garantiert auf dem gesamten Gemeindegebiet ein Mülltrennungssystem für feste Abfälle.
Am 4. Dezember 2006 wurde im Palazzo della Regione in Genua von der Naturschutzorganisation Legambiente der 17. Preis für „Recyclinggemeinden“ vergeben. La Spezia kam mit 32,14% getrenntem Hausmüll (ein Anstieg von 6% im Vergleich zum Vorjahr[9]) in der Rangliste auf den ersten Platz unter den anderen Provinzhauptstädten der Region. Unter allen Kommunen Liguriens kam die Stadt auf Rang 21. Damit liegt La Spezia unter der im Dekret Ronchi gesetzlich vorgeschriebenen Quote von 35%[10].
Im November 2006 wurden der Stadt 350.000 Euro von der Region Ligurien bereitgestellt um die Entsorgung organischen Abfalls zu verbessern.
Im Jahr 2007 wurde ein Rückgang um einige Prozentpunkte in der Mülltrennung registriert. Trotzdem stieg La Spezia in der regionalen Rangliste um sieben Plätze auf.
| Jahresmittel 2005[11] | Jahresmittel 2006[11] | Jahresmittel 2007[11] | |
|---|---|---|---|
| Gemeinde La Spezia | 27% | 32,14% | 29,90% |
| Provinz La Spezia | 25,09% | 30,80% | keine Daten |
| Positionierung in der Region (insgesamt 235 Gemeinden) | keine Daten | 21. Platz | 14. Platz |
Im Vergleich hierzu lag die nationale Mülltrennungsquote in Italien im Jahr 2009 bei 47% und die von Deutschland bei 68%[12].
Infrastruktur
Öffentliche Verkehrsmittel
Der öffentliche Nahverkehr wird von der Gesellschaft ATC (La Spezia) (Azienda Trasporto Consortile) bereitgestellt. Neben den urbanen Buslinien betreibt diese auch Überlandlinien in der Provinz La Spezia, sowie das Schulbussystem und ein Beförderungsangebot für behinderte Personen. Der Preis einer einfachen Fahrkarte beträgt derzeit 0,9 Euro.
La Spezia nimmt außerdem an dem europäischen Umweltprojekt BEST[13] teil, das den Gebrauch von Bioethanol als Kraftstoff fördern soll. Das Projekt sieht vor 100 entsprechende Busse für La Spezia anfertigen zu lassen, sowie drei Bioethanoltankstellen zu bauen.
Der Bahnhof La Spezia Centrale liegt an zwei überregionalen Bahnlinien:
- die Bahnstrecke Pisa–Genua (auch Ferrovia Tirrenica)
- die Bahnstrecke Parma–La Spezia (auch Ferrovia Pontremolese)
Der Zentralbahnhof von La Spezia ist der größte zwischen Genua, Pisa und Parma. Daneben befinden sich im Stadtgebiet drei weitere Bahnhöfe: der Bahnhof La Spezia Migliarina, Ca’ di Boschetti und La Spezia Marittima. Letzterer liegt innerhalb des Handelshafens und wird ausschließlich als Hafenbahnhof genutzt. Außerdem befindet sich im Stadtteil Valdellora ein Güterbahnhof.
Straßenverkehr
La Spezia wird von der Provinzstraße 1 (S.P.1/S.S.1), der Via Aurelia, durchquert. Weitere kleinere Verbindungsstraßen führen von der Stadt ins umliegende Territorium:
- S.S.330 di Buoviaggio - Verbindungsstraße zur S.S.62 bei Caprigliola
- S.S.331 di Lerici - Verbindungsstraße zur S.P.1 und der S.S.430 bei Romito Magra
- S.S.370 Litoranea delle Cinque Terre - Verbindungsstraße nach Manarola (Cinque Terre)
- S.S.530 di Porto Venere - Verbindungsstraße nach Porto Venere
La Spezia ist an folgende Autobahnen angeschlossen:
- Autobahn A12 (Genua–Rom)
- Autobahn A15 (Parma–La Spezia)
Beide Fernverkehrsstraßen sind über die Tangentiale zu erreichen, die eine der Hauptstraßen (die Via Carducci) mit der Mautstelle „La Spezia“ verbindet. Von dieser erreicht man das Autobahndreieck A12/A15.
Die Tangente
Die Stadt verfügt noch nicht über eine voll funktionsfähige Umfahrung. Diese, mit dem Namen Variante Aurelia, ist seit geraumer Zeit im Bau und soll den Bezirk Ospedale Felettino mit dem Stadtviertel Foce verbinden. Die Straße, die die Innenstadt entlasten soll, ist weitestgehend fertiggestellt, jedoch noch nicht vollständig an die Stadt angeschlossen.
Am 15. Januar 2006 wurde ein erster Abschnitt der Tangente für den allgemeinen Verkehr freigegeben. Dieser ermöglicht eine schnelle Verbindung mit dem Val di Vara und ist über einen 2,4 Kilometer langen Tunnel an die Piazzale Ferro und das Viertel San Benedetto angebunden. Dadurch wird die Via Aurelia (S.S.1/S.P.1) in der Zone Foce umgangen.
Die Fertigstellung der Tangentialstraße ist für das Jahr 2010 vorgesehen. Momentan wird an der Zubringerstraße Via Fontevivo gearbeitet, welche die zweite Ausfahrt der Tangente mit der Innenstadt verbinden wird.
Flughäfen
La Spezia verfügt über keinen eigenen Flughafen. Im Umkreis von 100 Kilometern befinden sich jedoch drei große, internationale Flughäfen:
- der Flughafen Cristoforo Colombo, bei Genua
- der Flughafen Galileo Galilei, bei Pisa
- der Flughafen Giuseppe Verdi, bei Parma
Der nächste Luftfahrt-Drehkreuz ist der Flughafen Mailand-Malpensa. Bei Luni (Stadt) befindet sich ein militärischer Flughafen.
Schifffahrt
Neben dem Handelshafen und dem Marinestützpunkt verfügt La Spezia über mehrere Anlegeplätze, die sowohl von Sportbooten, wie auch den Verbindungsschiffen zu den Küstendörfern der Provinz genutzt werden.
Von der Pier Italia legen in den Frühlings- und Sommermonaten Linienschiffe nach Lerici, Porto Venere, der Insel Palmaria, den Cinque Terre, Portofino und Genua ab. Einige der angrenzenden Gemeinden haben mit der Verwaltung La Spezias und den Personenbeförderungsunternehmen ein Abkommen zum weiteren Ausbau dieser Wasserwege beschlossen. Zudem ist seit einigen Jahren ein Projekt aktiv, welches den Golf als Zwischenstopp für größere Kreuzfahrtschiffe vorsieht. Dadurch soll das Touristenaufkommen weiter erhöht werden.
Bildung
La Spezia ist Sitz folgender Schulen:
- Staatliche Berufsoberschule für das Hotel- und Gaststättengewerbe „Giuseppe Casini“
- Liceo Classico „L. Costa“, ein humanistisch geprägtes Gymnasium
- Liceo Scientifico „A. Pacinotti“, eine naturwissenschaftlich ausgerichtetes Gymnasium
- Liceo „G. Mazzini“, Gymnasium
- Staatliche Berufsoberschule für Industrie und Handwerk „D. Chiodo“ / Staatliche Berufsoberschule für Nautik „N. Sauro“
- Staatliche Berufsoberschule für Handel, Tourismus und Werbung „L. Einaudi“
- Istituto di Istruzione Secondaria Superiore „Fossati – Da Passano“, Gymnasium
- Technisches Institut für Industrie „G. Capellini“, Berufsoberschule
- Technisches Institut für Landvermessung „V. Cardarelli“, Berufsoberschule
Daneben konnte in der Stadt auf Initiative des Bürgermeisters Lucio Rosaia eine kleinere Universität eröffnet werden. Diese befindet sich auf dem Kampus „Guglielmo Marconi“ im hügeligen Abschnitt der Stadt und ist seit dem akademischen Jahr 2001/2002 in Betrieb. Es werden fünf Diplomkurse angeboten:
- Schiffbau
- Maschinenbau
- Angewandte Informatik
- Spezialisierungskurs in Schiffbau
- Spezialisierungskurs in Schiffsentwurf
Aktuell wird über den Umzug der Universität in die Räumlichkeiten der Kaserne „Duca degli Abruzzi“ diskutiert.
Söhne und Töchter der Stadt
- Giorgio Bambini, italienischer Boxer
- Toto Cutugno, italienischer Sänger
- Giancarlo Giannini, italienischer Schauspieler
- Markus Hinterhäuser, österreichischer Pianist und Kulturmanager
- Federico Munerati, italienischer Fußballspieler und Fußballtrainer
- Alessandro Petacchi, italienischer Radrennfahrer
- Gino Rossetti, italienischer Fußballspieler
- Giacinto Scelsi, italienischer Komponist
- Sauro Tomà, italienischer Fußballspieler
- Bruno Visintin, italienischer Boxer
- Simone Vergassola, italienischer Fußballspieler
Städtepartnerschaften
La Spezia ist mit folgenden Städten[14] partnerschaftlich verbunden:
- Toulon (Frankreich), seit 1959
- Bayreuth (Deutschland)
Einzelnachweise
- ↑ ISTAT - Stand: 1. Juli 2009
- ↑ a b Klimatabelle bei ENEA.it
- ↑ Circoscrizioni bei Spezia.net
- ↑ Statut der Gemeinde La Spezia (Artikel 3, Abschnitt 5)
- ↑ Internetpräsenz der CIDAC
- ↑ Mitgliederverzeichnis CIDAC
- ↑ Ecosistema Urbano 2007 bei Legambiente.eu
- ↑ Mesotelioma pleurico: la triste eredità dell’amianto – Bericht bei Molecularlab.it
- ↑ Daten der Legambiente La Spezia
- ↑ Detaillierte Angaben zu den „Recyclinggemeinden“ bei Ecosportello.org
- ↑ a b c Daten bei www.acamspa.com
- ↑ de.statista.com
- ↑ BEST - Participants
- ↑ Città Gemellate bei Spezia.net
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Siehe auch
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