Lateinische Deklination

Die lateinische Sprache lässt sich dem italischen Zweig des Indogermanischen zuordnen und ihre Grammatik zeigt viele Ähnlichkeiten mit modernen und historischen Sprachen dieser Familie. Sie ist darüber hinaus die Grundlage der romanischen Sprachen, die sich aus ihr entwickelten. Verglichen mit der rekonstruierten Grammatik des Urindogermanischen lassen sich Prozesse wie etwa Kasussynkretismus, Kategorienabbau und interparadigmatischer Ausgleich erkennen, die meist als Vereinfachungen angesehen werden. Dies schlägt sich etwa in den einheitlichen Suffixen zur Bildung der Tempora nieder, der Verringerung auf fünf Verb- und sechs Substantivklassen oder der Reduktion von acht bis neun Kasus der Ursprache auf fünf im Lateinischen. Die Termini, die zur Beschreibung und Diskussion der klassischen Sprachen einschließlich des Lateinischen dienen, haben sich im allgemeinen Sprachgebrauch selbst für nicht-indogermanische Sprachen durchgesetzt.

Das hier vorgestellte System bezieht sich auf das „klassische“ Latein, eine normierte literarische Kunstsprache, die so im Wesentlichen nur im ersten Jahrhundert vor Christus von den zeitgenössischen römischen Autoren gebraucht wurde und heute im Lateinunterricht an den Schulen gelehrt wird. Siehe hierzu auch den Artikel Altlatein.

Inhaltsverzeichnis

Phonologie

→ Hauptartikel: Lateinische Aussprache

Die Substantive

Substantive werden im Lateinischen wie im Deutschen, in Kasus (Fall), Numerus (Anzahl) und Genus (Geschlecht) unterschieden. Adjektive sind mit dem zugehörigen Substantiv in allen diesen Punkten übereinstimmend (KNG-Kongruenz).

Singular und Plural (die zur Kategorie Numerus gehören) und die drei Geschlechter Maskulinum, Femininum und Neutrum sind ebenso im Deutschen vorhanden.

Das Lateinische kennt fünf ausgeprägte Kasus: Nominativ, Genitiv, Dativ, Akkusativ und Ablativ. Hinzu kommt der Vokativ, der jedoch nur bei einer einzigen Substantivklasse im Singular Maskulinum eine eigene Form hat, sonst ist er stets gleich dem jeweiligen Nominativ. Bei Städtenamen der a/o-Klasse erscheinen überdies Reste des Lokativs.

Nominativ

Im Nominativ ist das Subjekt eines Satzes anzugeben. Meist hat dieser im Singular die Endung -s (z. B.: dominus „Herr“, rēs „Sache“, portus „Hafen“, turris „Turm“, plebs „einfaches Volk“ (Plebejer) für Neutra und a-Stämme ist er endungslos (bspw.: domina „Herrin“, mare „Meer“, caput „Kopf“). Nur die Neutra der o-Deklination haben die Endung -um (z. B.: donum „Geschenk“).

Im Plural steht meist die Endung -ēs, die mit vorausgehendem Vokal verschmilzt (bspw.: portūs, turrēs, plebēs); Neutra haben immer die Endung -a (z. B.: maria, capita).

Das Lateinische hat die indogermanischen Nominativendungen „-s“ bzw. „-es“ bewahrt. Nur bei a/o/e-Stämmen wurden im Plural die Formen des Pronomens übernommen (bspw.: illī „jene, Nom. Pl. Mask.“ – dominī’ „Herren“, Nom. Pl. Mask.; illae „jene“, Nom. Pl. Fem. – dominae „Herrinnen“, Nom. Pl. Fem.).

Genitiv

Der Genitiv gibt den Besitz oder die Beziehung zu einem anderen Wort an. Er kommt im Lateinischen in verschiedenen Kontexten vor, kann in manchen Fällen sowohl attributiv als auch prädikativ verwendet werden und verhält sich manchmal wie ein Adjektiv.

Der Genitiv hat die Endungen (verschmilzt mit a und o zu ae bzw. oe) bzw. -is im Singular, -rum bzw. -um im Plural (z. B.: dominae – dominārum, domini – dominōrum, reī – rērum, portūs – portuum, turris – turri-um, plebis – plebium, capitis – capitum).

Die ursprüngliche indogermanische Genitiv-Singular-Endung war „-os“, das Lateinische hat dagegen die ablautige Form „-es > -is“; auch bei den a-Stämmen stand ursprünglich „-ās“ – diese Endung ist jedoch nur bei Wendungen wie pater familiās erhalten geblieben; heute sind sie durch die Endungen des Dativ Singular ersetzt worden. Im Plural hat das Lateinische die Endung „-um < -om“. Die a/o/e-Stämme haben im Plural die Endungen der Pronomen übernommen (bspw.: illōrum „von jenen, Gen. Pl. Mask.“ – dominōrum „der Herren“, Gen. Pl. Mask.).

Der Genitiv kann in folgenden Kasus-Funktionen auftreten:

KonstruktionLateinisches BeispielÜbersetzung
Genitivus subiectivusamor patrisdie Liebe des Vaters
Genitivus obiectivusamor patrisdie Liebe zum Vater
Genitivus possessivus
(Genitiv des Besitzes)
domus patrisdas Haus des Vaters
Domus patris est.Das Haus gehört dem Vater. (prädikative Verwendung)
Genitivus qualitatis
(Genitiv der Eigenschaft, der Beschaffenheit)
puer novem annorumein neunjähriger Junge
Amicus erat corporis parvi.Der Freund war von kleinem Körperbau. (prädikative Verwendung)
Genitivus pretii
(Genitiv der Wert- oder Preisangabe)
aestimare parvifür wenig wertvoll halten
Genitivus partitivus (totius)
(Genitiv des Teils bzw. des geteilten Ganzen)
multum laborisviel Mühe
Genitivus explicativus
(Genitiv zur näheren Bestimmung eines allgemeinen Begriffs)
verbum libertatisdas Wort „Freiheit“
Genitivobjekt
(bei Verben des Gedenkens und Vergessens, der gerichtlichen Handlung und bei unpersönlichen Verben der Gefühlsäußerung)
noli oblivisci meiVergiss mich nicht!
aliquem stultitiae arguerejemanden der Dummheit beschuldigen
me taedet istius sermonismich ekelt dieses Geschwätz an
Genitiv in Abhängigkeit von einigen Adjektiven
(begierig, kundig, eingedenk, teilhaftig, mächtig, voll und bei deren Gegenteilen)
cupidus contionisstreitsüchtig
ignarus linguae Latinaeohne Lateinkenntnisse
expers rationisohne Vernunft

Dativ

Der Dativ kommt als Richtung oder Empfänger im Dativobjekt (indirektes Objekt) vor. Er hat im Singular die Endung verschmelzende (z. B.: dominae, reī, portuī, turrī, plebī, capitī), die o-Stämme haben (bspw.: dominō).

Im Plural steht bei a/o-Stämmen -īs, sonst -(i)bus (z. B.: dominīs, rēbus, portibus, turribus, plebibus, capitibus). Da dominīs der Dativ von dominus oder domina sein kann, findet sich gelegentlich die Endung -ābus für die a-Stämme (bspw.: deīs deābusque „den Göttern und Göttinnen“). → u-Stämme hatten ursprünglich die Endung -ubus, die jedoch nur bei arcubus, tribubus (und eventuellen Archaismen) erhalten ist.

Im Dativ Singular steht lateinisch „-ī < -*ei“; bei den o-Stämmen wurde altlateinisch „-ōi“ zu „-ō“. Im Plural steht lateinisch „-bus < -*bhjos“.

Akkusativ

Der Akkusativ kommt als Tatleidender im Akkusativobjekt (direktem Objekt) oder mit Akkusativ verlangender Präposition vor. Er steht als Kasus der Richtung nach den Präpositionen ad, super, sub, in „zu, auf, unter, in/an“.

Der Akkusativ hat meist die Endung -m (bspw.: dominam, dominum, rem, portum, turrim, plebem); im Plural hat er die Endung -s mit Längung (z. B. dominās, dominōs, rēs, portūs, turrīs, plebēs). i-Stämme haben in späterer Zeit auch den Akkusativ Plural -ēs. Bei allen Neutra ist er in Singular und Plural stets gleich dem jeweiligen Nominativ!

Das Lateinische hat die indogermanischen Akkusativendungen „-m“ und „-s“ unverändert bewahrt.

Ablativ

Der Ablativ kommt als adverbiale Bestimmung alleine oder mit einer den Ablativ verlangenden Präposition vor. Er hat die drei Grundfunktionen Tatmittel, Begleitung und Trennung. Bei Verben des geschäftlichen Verkehrs steht der Ablativus pretii: denariō „um einen Denar“.

Im Singular endet er auf den gelängten Stammvokal, die konsonantischen Stämme haben -e (z. B.: dominā, dominō, , portū, turrī, plebe, cápite). Im Plural sind seine Formen immer gleichlautend mit den Formen des jeweiligen Dativs!

Im Ablativ des klassischen Lateins sind die Funktionen und Endungen des indogermanischen Ablativs, Lokativs und Instrumentals vermischt worden (um Verwechslungen zu vermeiden, werden mehr Präpositionen verwendet, vor allem zum Ausdruck des Lokativs). Im Altlateinischen war die gemeinsame Singularendung -d, zum Beispiel mēd „von mir“, lupod „vom Wolf“ usf.; die Endung -e im Singular der konsonantischen Deklination ist jedoch ursprünglich die alte Lokativendung gewesen.

Vokativ

Der Vokativ wird verwendet, wenn die Person direkt in der wörtlichen Rede angesprochen wird. Er stimmt meistens mit dem Nominativ überein, nur im Singular der maskulinen o-Stämme hat er die besondere Endung -e: Augustus > Auguste! „Augustus > [oh] Augustus!“; Maskulina auf -ius haben im Vokativ : Gāius > Gāī! „Gaius > [oh] Gaius!“; ebenso: Mī filī! „Mein Sohn!“

Ursprünglich existierte der Vokativ auch im Singular anderer Stammklassen als selbstständige Form (aber nie bei Neutra!), erhalten geblieben ist er jedoch nur bei o-stämmigen Maskulina.

Lokativ

Der Lokativ gibt den Ort eines Geschehens an. Außer bei einigen Ortsnamen und wenigen anderen Wendungen der a- und o-Deklination (bei denen er stets gleich dem jeweiligen Genitiv ist, z. B. Romae “Roms/in Rom”, Delī „von Delos/auf Delos“) wird er durch den Ablativ des Ortes ersetzt (z. B. Carthagine „in Karthago“).

Der altlateinische Lokativ lautete „Romai“ und „Deloi“. Er existierte auch in anderen Stammklassen; heute übernimmt der Ablativ die Funktion des Lokativs, meist mit einer Präposition.

Reste des alten Lokativs sind darüber hinaus in zu Adverbien erstarrten Wörtern wie domi (zu Hause) oder humi (auf dem Boden) erhalten.

Deklinationen (Klassen/Stämme)

Die Substantive werden in fünf verschiedene Gruppen (Deklinationsklassen) eingeteilt. Diese werden traditionell auch – allerdings für eine synchrone Betrachtungsweise unangemessen – nach dem (ursprünglichen) Stammauslaut benannt, der jedoch im klassischen Latein mit der früheren Endung verschmolzen ist. In mehr als einer Hinsicht eine Ausnahme bildet die 3. Deklinationsklasse, in der frühere konsonantische Stämme und i-Stämme zusammengefallen sind, wobei sich generell feststellen lässt, dass im Laufe der Zeit bei den Substantiven die Konsonantstämme immer häufiger werden.

Deklinationsüberblick

Kasusa-Deklinationo-Deklinatione-Deklinationu-Deklinationi-Deklinationkonsonantische Deklination
Nominativ Sgdominadominusr’ēsportusturrisimperator
Genitiv Sg.dominaedominīrportūsturrisimperatoris
Dativ Sgdominaedominōrportturrīimperatorī
Akkusativ Sg.dominamdominumremportumturrimimperatorem
Ablativ Sg.dominādominōrēportūturrīimperatore
Nominativ Pldominaedominīrēsportūsturrēsimperatorēs
Genitiv Pl.dominārumdominōrumrērumportuumturriumimperatorum
Dativ Pl.dominīsdominīsrēbusportibusturribusimperatoribus
Akkusativ Pl.domināsdominōsrēsportūsturrīsimperatorēs
Ablativ Pl.dominīsdominīsrēbusportibusturribusimperatoribus

Für regelmäßige Neutra gelten folgende Abweichungen:

Kasuso-Stämmeu-Stämmei-Stämmekonsonantisch
Nominativ Singular
Akkusativ Singular
donumcornūmarevās
Nominativ Plural
Akkusativ Plural
donacornuamariavāsa

Neben diesen Stammklassen gibt es auch noch die gemischte Deklination (Mischdeklination). Substantive aus dieser Klasse haben die gleichen Formen wie die mit i-Stamm, im Akkusativ und Ablativ jedoch haben sie die gleichen Endungen wie die mit konsonantischem Stamm.

Beispiel: classis „Flotte“:

Singularclassisclassisclassīclassemclasse
Pluralclassēsclassiumclassibusclassēsclassibus

Zu ihnen gehören die weitaus meisten Substantive mit der Nominativ-Singular-Endung -is.

Die häufigsten Unregelmäßigkeiten entstehen durch folgende Phänomene:

  • besondere Schreibweise (bspw.: rēx „König“ statt *regs, lūx „Licht“ statt *luks)
  • Ablaut (z. B.: homō - hominis „Mensch“, caput - capitis „Kopf“)
  • Ausfall d und t vor „s“ oder nach Konsonant am Wortende, wie zum Beispiel bei laus – laudis „Lob“, sors – sortis „Schicksal“, cor – cordis „Herz“, lac – lactis „Milch“)
  • Ausfall von n im Nominativ bei Maskulina und Femina (bspw.: sanguis – sanguinis „Blut“, ōrdō – ōrdinis „Ordnung“)
  • Rhotazismus (Umwandlung von „s“ in „r“, z. B.: corpus – corporis „Körper“, honos - honoris „Ehre“, iūs - iūris „Recht“)
  • Umwandlung von „e/o“ und „i/u“ (bspw.: milēs – militis „Soldat“, cinis – cineris „Asche“, mare – maris „Meer“, robus – roboris „Kraft“)
  • kein „s“ im Nominativ Singular nach l und r (z. B. sōl – sōlis „Sonne“, carcer – carceris „Kerker“).

1. Deklination (a-Deklination)

Die 1. Deklination umfasst meist feminine Substantive, die im Nominativ Singular auf -a enden, bspw.: fēmina „Frau“. Ein Beispiel für ein maskulines Substantiv ist nauta „Seemann“.

KasusSingularPlural
Nominativfēminafēminae
Genitivfēminaefēminārum
Dativfēminaefēminīs
Akkusativfēminamfēminās
Ablativfēmināfēminīs
Vokativfēminafēminae
LokativRōmaeAthenīs

Der Vokativ ist in der 1. Deklination der Form nach dem Nominativ gleich.

2. Deklination (o-Deklination)

Die 2. Deklination umfasst maskuline und neutrale sowie einige feminine Substantive, z. B.: dominus „Herr“ rsp. forum „Marktplatz“, „Forum“.

Im klassischen Latein ist vom „o“ der o-Deklination nicht allzu viel erhalten geblieben: erstens wurden „-os“ und „-om“ zu -us und -um, zweitens wurde der altlateinische Diphthong „-oi“ zu gewandelt. Die o-Deklination ist die einzige Stammklasse mit besonderem Vokativ. Die Endung -e ist der indogermanische Ablaut zum Stammvokal „o“.

Maskulina:

KasusSingularPlural
Nominativdominusdominī
Genitivdominīdominōrum
Dativdominōdominīs
Akkusativdominumdominōs
Ablativdominōdominīs
Vokativdominedominī
LokativCorinthīPompeiīs

Neutra:

KasusSingularPlural
Nominativforumfora
Genitivforīforōrum
Dativforōforīs
Akkusativforumfora
Ablativforōforīs
LokativHerculānei

Zur 2. Deklination gehören auch Substantive mit dem Nominativ Singular auf -(e)r, wie bspw.: puer „Junge“ oder ager „Land“, „Acker“. Sie weichen nur im Nominativ und Vokativ Singular vom Normalschema ab. Einige dieser Substantive können bei der Deklination das -e- verlieren (es ist in diesem Fall ein Hilfsvokal), so z. B.: ager, welches im Akk. Sg. nur noch agr-um heißt.

3. Deklination (konsonantische, i- und gemischte Deklination)

In dieser Klasse werden die konsonantische Deklination, die i-Deklination sowie ein Mischtypus (Mischdeklination bezw. gemischte Deklination) aus beiden zusammengefasst. Die 3. Deklination ist eine sehr umfangreiche Deklination. Sie umfasst Substantive aller Genera. Im Gegensatz zur 1. und 2. Deklination ist es fast nicht möglich, das Genus eines Wortes aus dessen Nominativform abzuleiten. Da zu den häufig zu lesenden „Regeln“ die Zahl der Ausnahmen beträchtlich ist, bleibt nichts anderes übrig, als das Genus zu jedem Substantiv eigens zu lernen.

Wichtig ist weiter, dass bei sehr vielen Wörtern die Form des Nominativ Singular anders aussieht als der Stamm der restlichen Kasus. Sehr oft kann man also vom Nominativ Singular aus den Stamm der anderen Kasus nicht erraten (und auch umgekehrt). Die zahlreichen hierfür als „hilfreich“ angegebenen Regeln stimmen jeweils nur für so kleine Gruppen von Wörtern, dass es sich auch in diesem Falle empfiehlt, Nominativ und Genitiv Singular zu jedem Wort separat zu lernen.

KasusSingularPlural
Nominativmercātormercātōrēs
Genitivmercātōrismercātōrum
Dativmercātōrīmercātōribus
Akkusativmercātōremmercātorēs
Ablativmercātōremercātōribus
KasusSingularPlural
Nominativmercēsmercēdēs
Genitivmercēdismercēdum
Dativmercēdīmercēdibus
Akkusativmercēdemmercēdēs
Ablativmercēdemercēdibus

Neutra:

KasusSingularPlural
Nominativcorpuscorpora
Genitivcorporiscorporum
Dativcorporīcorporibus
Akkusativcorpuscorpora
Ablativcorporecorporibus

Wie stets in den indogermanischen Sprachen sind auch hier bei den Neutra Nominativ und Akkusativ identisch.

Zur i-Deklination gehören nur wenige feminine Substantive wie turris „Turm“ sowie eine Anzahl Neutra, wie z. B.: mare „Meer“. Kennzeichen all dieser Substantive sind der Genitiv Plural auf -ium, der Ablativ Singular auf , der Akkusativ Plural auf -īs (neben -ēs) bzw. bei den Neutra, der Nominativ/Akkusativ Plural auf -ia.

Feminina:

KasusSingularPlural
Nominativturristurrēs oder turrīs
Genitivturristurrium
Dativturrīturribus
Akkusativturrimturrēs oder turrīs
Ablativturrīturribus

Neutra:

KasusSingularPlural
Nominativmaremaria
Genitivmarismarium
Dativmarimaribus
Akkusativmaremaria
Ablativmarimaribus

Ein Merkwort für die Neutra der i-Deklination:

Areal, d. h.: Substantive, die auf -ar, -e oder -al enden. – Beispiele: exemplar „Beispiel“, mare „Meer“, animal „Lebewesen“.

Die Wörter der Mischklasse – wie bspw.: navis „Schiff“ – haben dieselben Endungen wie die i-Stämme, doch beschränken sich der Ablativ Singular auf und der Akkusativ Plural auf -īs auf die vorklassische sowie auf die poetische Sprache.

KasusSingularPlural
Nominativnavisnavēs
Genitivnavisnavium
Dativnavīnavibus
Akkusativnavemnavēs oder navīs
Ablativnave oder navīnavibus

4. Deklination (u-Deklination)

Die meisten Substantive der 4. Deklination mit Nominativ Singular -us sind Maskulina, z. B.: casus „Fall“. Ausnahmen sind z. B. die Feminina domus, -ūs („Haus“) und manus, -ūs „Hand“.

KasusSingularPlural
Nominativcasuscasūs
Genitivcasūscasuum
Dativcascasibus
Akkusativcasumcasūs
Ablativcasūcasibus

Die Neutra der 4. Deklination lauten im Nominativ und Akkusativ Singular auf -u aus, bspw.: genu „Knie“. Sonst unterscheiden sie sich von den Maskulina dadurch, dass der Dativ Singular auf -u endet. Außerdem sind – wie bei den anderen Neutra auch – Nominativ und Akkusativ identisch und Nominativ und Akkusativ Plural enden auf -(u)a.

KasusSingularPlural
Nominativgenugenua
Genitivgenūsgenuum
Dativgenū/gengenibus
Akkusativgenūgenua
Ablativgenūgenibus

Das Substantiv domus „Haus“ hat in einigen Kasus die Formen der o-Deklination übernommen: Genitiv Plural domōrum, Ablativ Singular domō, Akkusativ Plural domōs. Der Lokativ lautet domī „zu Hause“.

5. Deklination (e-Deklination)

So gut wie alle Substantive der 5. Deklination sind Feminina, z. B.: rēs „Sache“, „Angelegenheit“, „Ereignis“. Maskuline Ausnahmen sind diēs, diēī „Tag, Termin“ (auch feminin) und meridies, meridiēī „Mittag“. Neutra gibt es keine.

Zur e-Deklination gehören die indogermanischen Substantive auf Diphthong.

KasusSingularPlural
Nominativrēsrēs
Genitivrrērum
Dativrrēbus
Akkusativremrēs
Ablativrērēbus

Adjektive

Adjektive werden im Lateinischen ebenfalls wie Substantive in Kasus, Numerus und Genus unterschieden. Sie passen sich in allen drei Eigenschaften an das Substantiv an, auf welches sie sich beziehen (KNG-Kongruenz). Sie werden ebenfalls in allen Fällen nach Numerus und Genus dekliniert.

a- und o-Deklination

Die Adjektive auf -us (maskulin), -a (feminin) und -um (neutral) entsprechen in ihrer Deklinationsweise jeweils den Substantiven der a- und o-Deklinationen.

MaskulinFemininNeutrumMaskulinFemininNeutrum
KasusSingularSingularSingularPluralPluralPlural
Nominativmagnusmagnamagnummagnīmagnaemagna
Genitivmagnīmagnaemagnīmagnōrummagnārummagnōrum
Dativmagnōmagnaemagnōmagnīsmagnīsmagnīs
Akkusativmagnummagnammagnummagnōsmagnāsmagna
Vokativmagnemagna-magnīmagnae-
Ablativmagnōmagnāmagnōmagnīsmagnīsmagnīs

Die Adjektive auf -(e)r verhalten sich wie die Substantive auf -(e)r.

Adjektive der konsonantischen, i- und gemischten Deklination (3. Deklination)

Zweiendig

Bei den zweiendigen Adjektiven in der 3. Deklination gibt es nur zwei Formen, da maskuline und feminine Formen identisch sind. Die Endung -is steht für maskulin und feminin, die Endung -e für neutrum

MaskulinMaskulin
u. FemininNeutrumu. FemininNeutrum
KasusSingularSingularPluralPlural
Nominativhilarishilarehilarēshilaria
Genitivhilarishilarishilariumhilarium
Dativhilarīhilarīhilaribushilaribus
Akkusativhilaremhilarehilarēshilaria
Ablativhilarīhilarīhilaribushilaribus

Dreiendig

Es gibt auch dreiendige Adjektive der 3.  Deklination. Sie entsprechen in allen Formen den zweiendigen Adjektiven der 3. Deklination, außer im Nominativ Singular. Hier gibt es für jedes Geschlecht eine eigene Form, wie z. B.: bei acer, acris, acre (scharf). Hierbei hat der Nominativ Singular Maskulinum eine besondere Form.

Einendig

Zudem gibt es auch noch einendige Adjektive der 3. Deklination, diese haben im Nominativ Singular nur eine Form, wie z. B. felix (glücklich). Auch hier entspricht die Deklination der der zweiendigen Adjektive. Bei der neutralen Form im Nominativ und Akkusativ Plural tritt eine Stammveränderung auf, so heißt diese bspw.: felicia.

Steigerung

Neben der Grundstufe der Adjektive (dem Positiv) gibt es im Lateinischen – wie im Deutschen und Englischen:

  • den Komparativ (die Steigungs-/Vergleichsstufe) sowie
  • den Superlativ (die Höchststufe).

Zur Bildung dieser Formen werden an den Wortstamm angefügt:

  • im Komparativ -ior (m./f.), -ius (n.) und
  • im Superlativ issimus, a, um.

Ausnahmen:

  • Bei Adjektiven auf „-er“ wird der Superlativ mit -rimus, a, um gebildet, z. B.: miser, miserrimus.
  • Einige Adjektive auf „-lis“ bilden den Superlativ auf -limus, a, um, bspw.: facilis, facillimus.

Komparativ

Der Komparativ ist die erste Steigerungsform nach der Grundform (genannt: Positiv). Um den Komparativ zu bilden, müssen die Komparativendungen an den Wortstamm des Adjektivs angefügt werden. Für die maskulinen und femininen Formen wird „-ior“ angehängt, für die neutralen Formen „-ius“. Wie z. B. beim Adjektiv dūrus „hart“. Aus dem Positiv dūrus, dūra, dūrum folgt der Komparativ dūrior, dūrius (härter). Die Komparativformen werden wie die Substantive der 3. Deklination dekliniert.

KasusSingularSingularPluralPlural
Nominativdūriordūriusdūriōrēsdūriōra
Genitivdūriōrisdūriōrisdūriōrumdūriōrum
Dativdūriōrīdūriōrīdūriōribusdūriōribus
Akkusativdūriōremdūriusdūriōrēsdūriōra
Ablativdūriōredūriōredūriōribusdūriōribus

Superlativ

Der Superlativ ist die höchste Steigerungsform. Mit ihm eng verwandt ist der Elativ, auch absoluter Superlativ genannt. Um den Superlativ zu bilden, müssen die Superlativendungen an den Wortstamm des Adjektivs angefügt werden: -issimus, issima, issimum. Sie entsprechen in ihren Endungen den Adjektiven der a- und o-Deklination und werden auch genauso dekliniert: dūrissimus im Nominativ Singular m., dūrissimum im Akkusativ Singular m. etc.

Bei den Adjektiven auf -er muss man beachten, dass sich die Superlativendungen unterscheiden. Hier wird -rimus, -rima, -rimum an den Wortstamm des Adjektivs angefügt.

Unregelmäßige Steigerungsformen

Wie das Deutsche kennt auch das Lateinische unregelmäßige Steigerungsformen von Adjektiven. Dazu gehören Formen wie bonus, melior, optimus (gut, besser, der beste oder auch im Elativ sehr gut); malus, peior, pessimus (schlecht, schlechter, der schlechteste); magnus, maior, maximus (groß, größer, der größte); parvus, minor, minimus (klein, kleiner, der kleinste); multum, plus, plurimum (viel, mehr, das meiste); multi, plures, plurimi (viele, mehrere, die meisten).

Adverbien

Ein Adverb kann auf drei verschiedene Arten, abhängig vom Adjektiv, von dem es abgeleitet wird, gebildet werden. Handelt es sich beim Adjektiv um eines der a- und o-Deklination, wie z. B.: dūrus „hart“, so wird das Adverb auf „-ē“ gebildet: dūrē. Handelt es sich bei dem Adjektiv um eines der 3. Deklination, bspw.: hilaris „fröhlich“, so wird das Adverb auf -iter gebildet: hilariter. Und wenn der Wortstamm des Adjektivs auf „-nt“ lautet, wie z. B.: vehemens „wild“ (Genitiv Singular: vehementis), dann wird „-er“ verwendet: vehementer. Ausnahmen bilden z. B. die Adjektive facilis (Adverb: facile) und difficilis (Adverb: difficulter). Diese sind jedoch in jedem gängigen Wörterbuch vermerkt.

Adverbien können nicht flektiert werden. Sie ändern ihre Form daher nicht.

Steigerung

Komparativ

Der Komparativ der Adverbien wird, wie der Nominativ Singular Neutrum Komparativ von Adjektiven, mit der Endung -ius gebildet, die an den Wortstamm angefügt wird: dūrē „hart“, dūrius „härter“ oder hilariter „fröhlich“, hilarius „fröhlicher“.

Superlativ

Der Superlativ der Adverbien wird mit der Endung „-ē“ gebildet, welche an den Superlativstamm des Adjektivs angefügt wird: dūrissimus („am härtesten“, Adjektiv im Nominativ Singular Maskulinum) wird zu dūrissimē („am härtesten“, Adverb). Dies geschieht bei den anderen Adjektivformen genauso.

Unregelmäßige Steigerungsformen

Auch bei den Adverbien gibt es unregelmäßige Steigerungsformen, wie bspw.: multum, plus, plurimum („viel“, „mehr“, „am meisten“). Es existieren auch Steigerungsformen von Adverbien, die es als Adjektive nicht gibt: saepe, saepius, saepissimē („oft“, regelmäßige Bildung).

Verben

Bestimmung von Verben (PNMTG)

Pers.NumerusModusTempusGenusBildunga-
Konj.
e-
Konj.
i-
Konj.
kons.
Konj.
gem./Misch-
Konj.
1.SingularIndikativFutur IIAktivPerfektstamm + Endung-ero-ero-ero-ero-ero
2.SingularIndikativFutur IIAktivPerfektstamm + Endung-eris-eris-eris-eris-eris
3.SingularIndikativFutur IIAktivPerfektstamm + Endung-erit-erit-erit-erit-erit
1.PluralIndikativFutur IIAktivPerfektstamm + Endung-erimus-erimus-erimus-erimus-erimus
2.PluralIndikativFutur IIAktivPerfektstamm + Endung-eritis-eritis-eritis-eritis-eritis
3.PluralIndikativFutur IIAktivPerfektstamm + Endung-erint-erint-erint-erint-erint
1.SingularIndikativFutur IIPassivPPP + Futur 1 ´esse´eroeroeroeroero
2.SingularIndikativFutur IIPassivPPP + Futur 1 ´esse´eriseriseriseriseris
3.SingularIndikativFutur IIPassivPPP + Futur 1 ´esse´eriteriteriteriterit
1.PluralIndikativFutur IIPassivPPP + Futur 1 ´esse´erimuserimuserimuserimuserimus
2.PluralIndikativFutur IIPassivPPP + Futur 1 ´esse´eritiseritiseritiseritiseritis
3.PluralIndikativFutur IIPassivPPP + Futur 1 ´esse´erunterunterunterunterunt
1.SingularIndikativFutur IAktivPräsensstamm + Endung-bo-bo-am-am-iam
2.SingularIndikativFutur IAktivPräsensstamm + Endung-bis-bis-es-es-ies
3.SingularIndikativFutur IAktivPräsensstamm + Endung-bit-bit-et-et-iet
1.PluralIndikativFutur IAktivPräsensstamm + Endung-bimus-bimus-emus-emus-iemus
2.PluralIndikativFutur IAktivPräsensstamm + Endung-bitis-bitis-etis-etis-ietis
3.PluralIndikativFutur IAktivPräsensstamm + Endung-bunt-bunt-ent-ent-ient
1.SingularIndikativFutur IPassivPräsensstamm + Endung-bor-bor-ar-ar-iar
2.SingularIndikativFutur IPassivPräsensstamm + Endung-beris-beris-eris-eris-ieris
3.SingularIndikativFutur IPassivPräsensstamm + Endung-bitur-bitur-etur-etur-ietur
1.PluralIndikativFutur IPassivPräsensstamm + Endung-bimur-bimur-emur-emur-iemur
2.PluralIndikativFutur IPassivPräsensstamm + Endung-bimini-bimini-emini-emini-iemini
3.PluralIndikativFutur IPassivPräsensstamm + Endung-buntur-buntur-entur-entur-ientur
1.SingularIndikativPräsensAktivPräsensstamm + Endung-o (o ersetzt a)-o-o-o-io
2.SingularIndikativPräsensAktivPräsensstamm + Endung-s-s-s-is-is
3.SingularIndikativPräsensAktivPräsensstamm + Endung-t-t-t-it-it
1.PluralIndikativPräsensAktivPräsensstamm + Endung-mus-mus-mus-imus-imus
2.PluralIndikativPräsensAktivPräsensstamm + Endung-tis-tis-tis-itis-itis
3.PluralIndikativPräsensAktivPräsensstamm + Endung-nt-nt-unt-unt-iunt
1.SingularIndikativPräsensPassivPräsensstamm + Endung-or (or ersetzt a)-or-or-or-ior
2.SingularIndikativPräsensPassivPräsensstamm + Endung-ris-ris-ris-eris-eris
3.SingularIndikativPräsensPassivPräsensstamm + Endung-tur-tur-tur-itur-itur
1.PluralIndikativPräsensPassivPräsensstamm + Endung-mur-mur-mur-imur-imur
2.PluralIndikativPräsensPassivPräsensstamm + Endung-mini-mini-mini-imini-imini
3.PluralIndikativPräsensPassivPräsensstamm + Endung-ntur-ntur-ntur-untur-iuntur
1.SingularIndikativImperfektAktivPräsensstamm + ba + Endung-bam-bam-ebam-ebam-iebam
2.SingularIndikativImperfektAktivPräsensstamm + ba + Endung-bas-bas-ebas-ebas-iebas
3.SingularIndikativImperfektAktivPräsensstamm + ba + Endung-bat-bat-ebat-ebat-iebat
1.PluralIndikativImperfektAktivPräsensstamm + ba + Endung-bamus-bamus-ebamus-ebamus-iebamus
2.PluralIndikativImperfektAktivPräsensstamm + ba + Endung-batis-batis-ebatis-ebatis-iebatis
3.PluralIndikativImperfektAktivPräsensstamm + ba + Endung-bant-bant-ebant-ebant-iebant
1.SingularIndikativImperfektPassivPräsensstamm + ba + Endung-bar-bar-ebar-ebar-iebar
2.SingularIndikativImperfektPassivPräsensstamm + ba + Endung-baris-baris-ebaris-ebaris-iebaris
3.SingularIndikativImperfektPassivPräsensstamm + ba + Endung-batur-batur-ebatur-ebatur-iebatur
1.PluralIndikativImperfektPassivPräsensstamm + ba + Endung-bamur-bamur-ebamur-ebamur-iebamur
2.PluralIndikativImperfektPassivPräsensstamm + ba + Endung-bamini-bamini-ebamini-ebamini-iebamini
3.PluralIndikativImperfektPassivPräsensstamm + ba + Endung-bantur-bantur-ebantur-ebantur-iebantur
1.SingularIndikativPerfektAktivPerfektstamm + Endung-i-i-i-i-i
2.SingularIndikativPerfektAktivPerfektstamm + Endung-isti-isti-isti-isti-isti
3.SingularIndikativPerfektAktivPerfektstamm + Endung-it-it-it-it-it
1.PluralIndikativPerfektAktivPerfektstamm + Endung-imus-imus-imus-imus-imus
2.PluralIndikativPerfektAktivPerfektstamm + Endung-istis-istis-istis-istis-istis
3.PluralIndikativPerfektAktivPerfektstamm + Endung-erunt-erunt-erunt-erunt-erunt
1.SingularIndikativPerfektPassivPPP + Präsens ´esse´sumsumsumsumsum
2.SingularIndikativPerfektPassivPPP + Präsens ´esse´eseseseses
3.SingularIndikativPerfektPassivPPP + Präsens ´esse´estestestestest
1.PluralIndikativPerfektPassivPPP + Präsens ´esse´sumussumussumussumussumus
2.PluralIndikativPerfektPassivPPP + Präsens ´esse´estisestisestisestisestis
3.PluralIndikativPerfektPassivPPP + Präsens ´esse´suntsuntsuntsuntsunt
1.SingularIndikativPlusquamperfektAktivPerfektstamm + era + Endung-m-m-m-m-m
2.SingularIndikativPlusquamperfektAktivPerfektstamm + era + Endung-s-s-s-s-s
3.SingularIndikativPlusquamperfektAktivPerfektstamm + era + Endung-t-t-t-t-t
1.PluralIndikativPlusquamperfektAktivPerfektstamm + era + Endung-mus-mus-mus-mus-mus
2.PluralIndikativPlusquamperfektAktivPerfektstamm + era + Endung-tis-tis-tis-tis-tis
3.PluralIndikativPlusquamperfektAktivPerfektstamm + era + Endung-nt-nt-nt-nt-nt
1.SingularIndikativPlusquamperfektPassivPPP + Imperfekt´esse´eramerameramerameram
2.SingularIndikativPlusquamperfektPassivPPP + Imperfekt´esse´eraseraseraseraseras
3.SingularIndikativPlusquamperfektPassivPPP + Imperfekt´esse´erateraterateraterat
1.PluralIndikativPlusquamperfektPassivPPP + Imperfekt´esse´eramuseramuseramuseramuseramus
2.PluralIndikativPlusquamperfektPassivPPP + Imperfekt´esse´eratiseratiseratiseratiseratis
3.PluralIndikativPlusquamperfektPassivPPP + Imperfekt´esse´eranteranteranteranterant
1.SingularKonjunktivPräsensAktivPräsensstamm + Endung-em (e ersetzt a)-am-am-am-iam
2.SingularKonjunktivPräsensAktivPräsensstamm + Endung-es (e ersetzt a)-as-as-as-ias
3.SingularKonjunktivPräsensAktivPräsensstamm + Endung-et (e ersetzt a)-at-at-at-iat
1.PluralKonjunktivPräsensAktivPräsensstamm + Endung-emus (e ersetzt a)-amus-amus-amus-iamus
2.PluralKonjunktivPräsensAktivPräsensstamm + Endung-etis (e ersetzt a)-atis-atis-atis-iatis
3.PluralKonjunktivPräsensAktivPräsensstamm + Endung-ent (e ersetzt a)-ant-ant-ant-iant
1.SingularKonjunktivPräsensPassivPräsensstamm + Endung-er (e ersetzt a)-ar-ar-ar-iar
2.SingularKonjunktivPräsensPassivPräsensstamm + Endung-eris (e ersetzt a)-aris-aris-aris-iaris
3.SingularKonjunktivPräsensPassivPräsensstamm + Endung-etur (e ersetzt a)-atur-atur-atur-iatur
1.PluralKonjunktivPräsensPassivPräsensstamm + Endung-emur (e ersetzt a)-amur-amur-amur-iamur
2.PluralKonjunktivPräsensPassivPräsensstamm + Endung-emini (e ersetzt a)-amini-amini-amini-iamini
3.PluralKonjunktivPräsensPassivPräsensstamm + Endung-entur (e ersetzt a)-antur-antur-antur-iantur
1.SingularKonjunktivImperfektAktivInfinitiv Präsens + Endung-m-m-m-m-m
2.SingularKonjunktivImperfektAktivInfinitiv Präsens + Endung-s-s-s-s-s
3.SingularKonjunktivImperfektAktivInfinitiv Präsens + Endung-t-t-t-t-t
1.PluralKonjunktivImperfektAktivInfinitiv Präsens + Endung-mus-mus-mus-mus-mus
2.PluralKonjunktivImperfektAktivInfinitiv Präsens + Endung-tis-tis-tis-tis-tis
3.PluralKonjunktivImperfektAktivInfinitiv Präsens + Endung-nt-nt-nt-nt-nt
1.SingularKonjunktivImperfektPassivInfinitiv Präsens + Endung-r-r-r-r-r
2.SingularKonjunktivImperfektPassivInfinitiv Präsens + Endung-ris-ris-ris-ris-ris
3.SingularKonjunktivImperfektPassivInfinitiv Präsens + Endung-tur-tur-tur-tur-tur
1.PluralKonjunktivImperfektPassivInfinitiv Präsens + Endung-mur-mur-mur-mur-mur
2.PluralKonjunktivImperfektPassivInfinitiv Präsens + Endung-mini-mini-mini-mini-mini
3.PluralKonjunktivImperfektPassivInfinitiv Präsens + Endung-ntur-ntur-ntur-ntur-ntur
1.SingularKonjunktivPerfektAktivPerfektstamm + Endung-erim-erim-erim-erim-erim
2.SingularKonjunktivPerfektAktivPerfektstamm + Endung-eris-eris-eris-eris-eris
3.SingularKonjunktivPerfektAktivPerfektstamm + Endung-erit-erit-erit-erit-erit
1.PluralKonjunktivPerfektAktivPerfektstamm + Endung-erimus-erimus-erimus-erimus-erimus
2.PluralKonjunktivPerfektAktivPerfektstamm + Endung-eritis-eritis-eritis-eritis-eritis
3.PluralKonjunktivPerfektAktivPerfektstamm + Endung-erint-erint-erint-erint-erint
1.SingularKonjunktivPerfektPassivPPP + Präsens Konj. ‚esse‘simsimsimsimsim
2.SingularKonjunktivPerfektPassivPPP + Präsens Konj. ‚esse‘sississississis
3.SingularKonjunktivPerfektPassivPPP + Präsens Konj. ‚esse‘sitesitsitsitsit
1.PluralKonjunktivPerfektPassivPPP + Präsens Konj. ‚esse‘simussimussimussimussimus
2.PluralKonjunktivPerfektPassivPPP + Präsens Konj. ‚esse‘sitissitissitissitissitis
3.PluralKonjunktivPerfektPassivPPP + Präsens Konj. ‚esse‘sintsintsintsintsint
1.SingularKonjunktivPlusquamperfektAktivInfinitiv Perfekt + Endung-m-m-m-m-m
2.SingularKonjunktivPlusquamperfektAktivInfinitiv Perfekt + Endung-s-s-s-s-s
3.SingularKonjunktivPlusquamperfektAktivInfinitiv Perfekt + Endung-t-t-t-t-t
1.PluralKonjunktivPlusquamperfektAktivInfinitiv Perfekt + Endung-mus-mus-mus-mus-mus
2.PluralKonjunktivPlusquamperfektAktivInfinitiv Perfekt + Endung-tis-tis-tis-tis-tis
3.PluralKonjunktivPlusquamperfektAktivInfinitiv Perfekt + Endung-nt-nt-nt-nt-nt
1.SingularKonjunktivPlusquamperfektPassivPPP + Imperfekt Kon. ‚esse‘essemessemessemessemessem
2.SingularKonjunktivPlusquamperfektPassivPPP + Imperfekt Kon. ‚esse‘essesessesessesessesesses
3.SingularKonjunktivPlusquamperfektPassivPPP + Imperfekt Kon. ‚esse‘essetessetessetessetesset
1.PluralKonjunktivPlusquamperfektPassivPPP + Imperfekt Kon. ‚esse‘essemusessemusessemusessemusessemus
2.PluralKonjunktivPlusquamperfektPassivPPP + Imperfekt Kon. ‚esse‘essetisessetisessetisessetisessetis
3.PluralKonjunktivPlusquamperfektPassivPPP + Imperfekt Kon. ‚esse‘essentessentessentessentessent
SingularImperativPräsensAktivPräsensstamm+-e
PluralImperativPräsensAktivPräsensstamm+-te-te-te-ite-ite

Lateinische und deutsche Verben kommen in finiten ([hinsichtlich Person-Numerus] bestimmten) und infiniten ([hinsichtlich Person-Numerus] unbestimmten) Formen vor.

Die finiten Verbformen können konjugiert ([hinsichtlich Tempus, Modus, Person etc.] verändert, gebeugt) werden,
bspw.: voc-o, „ich ruf-e“; voca-s, „du ruf-st“; voca-t, „er ruf-t“ &c.

Sie werden als Prädikate verwendet.

Verbmorphologie

Die Verben im Lateinischen verändern sich morphologisch.

Verben werden im Latein nach Person (1., 2., 3. Person), Numerus (Anzahl), Modus (Form), Diathese und Tempus (Zeit) unterschieden.

Wie im Deutschen gibt es drei Personen, zwei Numeri (Singular und Plural), drei Modi (Indikativ, Konjunktiv und Imperativ), sechs Tempora (Präsens, Imperfekt, Futur I, Perfekt, Plusquamperfekt und Futur II) und zwei Diathesen (Aktiv und Passiv).

Die folgende Tabelle zeigt, wie die Wortbestandteile aneinander gereiht werden. Da der Tempus- und Modusgebrauch vom Deutschen abweicht, hat eine Übersetzung der einzelnen Formen keinen Sinn.

WortFormPräsens- oder PerfektstammTempus- und ModuszeichenPersonalendung
audiebamini2. Person Plural Indikativ Imperfekt Passivaudi--(e)ba--mini
servaretur3. Person Singular Konjunktiv Imperfekt Passivserva--re--tur

Finite Verbformen

Sie sind nach Person, Numerus, Modus, Tempus und Diathese markiert. Wie im Deutschen gibt es drei Personen, zwei Numeri (Singular und Plural), drei Modi (Indikativ, Konjunktiv und Imperativ), sechs Tempora (Präsens, Imperfekt, Futur I, Perfekt, Plusquamperfekt und Futur II) und zwei Diathesen (Aktiv und Passiv). Tempus- und Modusgebrauch weichen vom Deutschen ab; die unten gegebenen Übersetzungen haben daher nur Beispielscharakter.

Bildungsschemata

Gebildet werden die finiten Verbformen nach drei Schemata:

Finite Präsensstamm-Formen: Präsens, Imperfekt und Futur I

Nach dem Schema: Präsensstamm – Tempus- oder Moduszeichen – Personalendung – Diathesenmarkierung (Aktiv/Passiv), z. B.:

dele-Ø*-t (3. Person Singular Indikativ Präsens Aktiv von „zerstören“)
dele-ba-t (dasselbe im Indikativ Imperfekt)
dele-ba-tur (dasselbe im Indikativ Imperfekt Passiv)
dele-a-tur (3. Person Singular Konjunktiv Präsens Passiv)
dele-re-t (3. Person Singular Konjunktiv Imperfekt Aktiv)
dele-bi-t (3. Person Singular Indikativ Futur I Aktiv)
dele-bi-tur (3. Person Singular Indikativ Futur I Passiv)

*) Ø = Auslassungszeichen

Beim Imperativ signalisiert die spezielle Personalendung den Modus: Im Singular dele! (zerstöre!) und im Plural dele-te! (zerstört!). Der verneinte Imperativ wird in der Regel umschrieben: entweder mit der Verneinungspartikel ne und dem Konjunktiv Perfekt oder durch noli/nolite („wolle/wollt nicht“) plus Infinitiv.

Futur I ist die einzige Form im lateinischen Präsensstamm, die keinen Konjunktiv besitzt. Dies gleicht man aber durch das Partizip Futur I Aktiv (PFA) zum Teil aus.

Finite aktivische Perfektstamm-Formen: aktive Formen von Perfekt, Plusquamperfekt und Futur II

Nach dem Schema: Perfektstamm (regelmäßig oder unregelmäßig aus dem Grundstamm hergeleitet) – Tempus-/Moduszeichen – Personalendung, bspw.:

delev-i-t (3. Person Singular Indikativ Perfekt Aktiv)
delev-isse-t (dasselbe im Konjunktiv Plusquamperfekt)
delev-eri-t (dasselbe im Indikativ Futur II)

Finite passivische analytische Formen: Perfekt, Plusquamperfekt und Futur II Passiv

Nach dem Schema: Partizip Perfekt Passiv (Supinstamm + Genusendung) und Präsens-, Imperfekt- oder Futur-Form von esse „sein“, z. B.:

deletus est (3. Person Singular Indikativ Perfekt Passiv Maskulinum)
deletus erit (dasselbe im Indikativ Futur II)
deletus esset (dasselbe im Konjunktiv Plusquamperfekt)

Futur II ist die einzige Form im lateinischen Perfektstamm, die keinen Konjunktiv besitzt.

Konjugationsklassen

Nach dem Auslaut des Stammes unterscheidet man beim Präsens- oder Grundstamm fünf Konjugationsklassen (a-, e- sowie konsonantische, ĭ- und ī-Konjugation).

Schaut man in ein lateinisches Wörterbuch, sieht es in etwa so aus:

a: vocare, voco, vocavi, vocatum; rufen, nennen
e: videre, video, vidi, visum: sehen
i: audire, audio, audivi, auditum; hören
konsonantische: agere, ago, egi, actum; handeln, treiben
kons. mit -i- im Präsensstamm: capere, capio, cepi, captum; fassen, nehmen

Die erste Form gibt den Infinitiv Präsens, die zweite die 1. Person Singular Indikativ Präsens Aktiv, die dritte die 1. Person Singular Indikativ Perfekt Aktiv, die vierte das PPP, also das Partizip Perfekt Passiv an.

Tempus- und Moduszeichen sowie nach bestimmten Regeln auftretende Gleitvokale sind bei Schema (1) zwischen den Konjugationsklassen verschieden, bspw.:

duc-e-t (3. Person Singular Indikativ Futur I Aktiv von ducere „führen“)
lauda-bi-t (dasselbe von laudare „loben“)

Ferner gibt es einige unregelmäßige Verben, z. B.:

es-t (3. Person Singular Indikativ Präsens Aktiv von esse „sein“)
s-u-nt (dasselbe im Plural).

Coniugatio periphrastica

In seltenen Kontexten reichen die nach Schema gebildeten Verbformen nicht zur Bedeutungsklärung aus; insbesondere da, wo futurische Konjunktive gebraucht werden müssten, ist eine sekundäre Füllung dieser Funktionsstelle vonnöten; hier treten dann umschreibende Formen (die sogenannte coniugatio periphrastica) ein. In der lateinischen Grammatik werden im weitesten Sinne alle Verbalkomplexe, die esse als finiten und ein Partizip als infiniten Bestandteil haben, als periphrastische/umschreibende Konjugation oder coniugatio periphrastica bezeichnet, im engeren Sinne werden nur die mit den Konjugationsformen des Verbs esse (sum, eras, fuit, erimus, fueritis, fuerant …) verbundenen Futurpartizipien als Formen der coniugatio periphratica angesehen.

Letztere Formen drücken aus:

  • unmittelbar Bevorstehendes: Te visitaturus sum – „Ich bin im Begriff, dich zu besuchen“,
  • eine Intension (Absicht), einen Willen (siehe Optativ und Voluntativ): Te visurus eram – „Ich wollte dich sehen, hatte vor, dich zu sehen, war willens dich zu sehen“ oder auch
  • in der Funktion eines Konditionalis eine Bedingung: Si amici futuri sumus – „Wenn wir Freunde sein wollen“

Infinite Verbformen

Das sind im Lateinischen der Infinitiv, das Partizip, das Gerundium, das Gerundivum und das Supinum.

Der Infinitiv tritt auf als Infinitiv der Gleichzeitigkeit (Infinitiv Präsens), der Vorzeitigkeit (Infinitiv Perfekt) und der Nachzeitigkeit (Infinitiv Futur), im Aktiv und im Passiv, z. B.: delere „zerstören“, deleri „zerstört werden“, delevisse „zerstört haben“, deletum esse „zerstört worden sein“, deleturum esse „künftig zerstören“, deletum iri „künftig zerstört werden“.

Das Partizip (ein Verbaladjektiv) gibt es in den Varianten Gleichzeitigkeit/Aktiv (PPA) (Signal -nt-), Vorzeitigkeit/Passiv (PPP) (Signal meist -t- oder -s-) und Nachzeitigkeit/Aktiv (PFA) (Signal fast ausnahmslos -ur- an den sog. Supinstamm), bspw.: delens (aus *delent-s) „zerstörend“, deletus „zerstört“, deleturus „künftig zerstörend“.

Das Gerundium ist ein Verbalsubstantiv, nämlich ein substantivierter Infinitiv; außer im Nominativ hat es das Signal „-nd-“; z. B.: in delendo „beim Zerstören“, ad delendum/delendi causa „um zu zerstören“.

Das Gerundivum (ebenfalls ein Verbaladjektiv) hat im Deutschen keine genaue Entsprechung; es wird mit der Endung „-ndus“, „-a“, „-um“ gebildet und nach der a/o-Deklination gebeugt. Es drückt, als Prädikatsnomen oder Attribut gebraucht, eine Notwendigkeit, eine Empfehlung oder ein Verbot aus und entspricht dann der deutschen Konstruktion „zu“ + erstes Partizip. Bei prädikativem Gebrauch entspricht es der Bedeutung nach dem Gerundium, bspw.: in delenda Carthagine „bei der Zerstörung Karthagos“.

Das Supinum (ebenfalls ein Verbalsubstantiv) hat keine Entsprechung im Deutschen. Es wird gebildet wie das Partizip Perfekt Passiv – jedoch nach der u-Deklination – und hat die Endung „-um“ (Supinum I) rsp. „-ū“ (Supinum II) und stellt erstarrte Fälle mit finalem Sinn dar; z. B.: deletum venio „ich komme, um zu zerstören“, horribile dictū „schrecklich zu sagen“.

Verkürzte Verbformen und Archaismen

Des Öfteren erscheinen folgende Kurzformen oder Archaismen:

  • Im Perfekt entfällt das Infix -ve/vi- vor einer mit „r“ oder „s“ anlautenden Endung, bspw.: laudā(vi)sti „du hast gelobt“, laudā(vē)runt oder lauda(vē)re „sie haben gelobt“, laudāsse „gelobt (zu) haben“ usw. usf.,
  • die du-Form im präsentischen Passiv erscheint als -re, z. B.: laudāre „du wirst gelobt“ (→ gleichlautend mit dem Infinitiv laudāre „loben“) sowie
  • bei den Imperativen Dic!, Dūc!, Fac!, Fer(te)! „Sag(e)!“, „Führ(e)!“, „Tu(e)!“, „Trag(t)!“ entfällt stets der Bindevokal.

Zahlwörter

Grundzahlen und Ordnungszahlen

→ Hauptartikel: Lateinische Zahlwörter

Alle Grundzahlen ab „vier“ sind unveränderlich. Die Ordnungszahlen werden wie Adjektive auf -us/-a/-um dekliniert.

GrundzahlOrdnungszahl
1Iunus,a,umprimus
2IIduo, duae, duosecundus
3IIItres, triatertius
4IIII (IV)quáttuorquartus
5Vquinquequintus
6VIsexsextus
7VIIseptemséptimus
8VIIIoctooctávus
9VIIII (IX)novemnonus
10Xdecemdécimus
11XIúndecimundécimus
12XIIduódecimduodécimus
13XIIItredecimtredecimus
14XIVquattuordecimquattuordecimus
15XVquindecimquindecimus
16XVIsedecimsedecim
17XVIIseptendecimseptendecim
18XVIIIduodevigintiduodēvīcēsimus
19XIXundevigintiundēvīcēsimus
20XXvigintivicesimus
21XXIviginti unus, unus et vigintivicesimus primus
30XXXtrigintatricesimus
40XLquadragintaquadrāgēsimus
50Lquinquagintaquīnquāgēsimus
60LXsexagintasexāgēsimus
70LXXseptuagintaseptuāgēsimus
80LXXXoctogintaoctogēsimus
90XCnonagintanōnāgēsimus
100Ccentumcentēsimus
500Dquingentiquīngentēsimus
1000Mmille, Plural: milliamīllēsimus

Deklinationstabellen

duo, duae, duo
„zwei“
MaskulinumFemininumNeutrum
Plural
Nominativduoduaeduo
Akkusativduōsduāsduo
Genitivduōrumduārumduōrum
Dativ
Ablativ
duōbusduābusduōbus

ambō „beide“ wird wie duo dekliniert (jedoch mit langem „ō“).

trēs, tria
„drei“
Maskulinum + FemininumNeutrum
Plural
Nominativtrēstria
Vokativtrēstria
Akkusativtrēs, trīstria
Genitivtriumtrium
Dativ
Ablativ
tribustribus

mīlle „tausend“ ist ein singularisches, undeklinierbares Adjektiv. Es hat je doch die regelmäßige i-stämmige Pluralform mīlia.

mīlia, mīlium
„tausend“
Plural
Nominativmīlia
Genitivmīlium
Dativmīlibus
Akkusativmīlia
Ablativmīlibus

Pronomen

Die Deklination der vielen lateinischen Pronomen weist einige Unregelmäßigkeiten auf, besonders im Nominativ sowie im Genitiv Singular (der hier immer auf -īus endet) und Dativ Singular (der hier immer auf endet).

Demonstrativpronomen

Die lateinischen Demonstrativpronomen sind is, ea, id („dieser“, „diese“, „dieses“), hic, haec, hoc („dieser“, „diese“, „dieses“), ille, illa, illud („jener“, „jene“, „jenes“), iste, ista, istud („dieser da/dort“, „diese da“, „dieses da“), ipse, ipsa, ipsum („selbst“, „persönlich“) und idem, eadem, idem („derselbe“, „dieselbe“, „dasselbe“).

KasusSingularPlural
Mask.Fem.Neut.Mask.Fem.Neut.
Nom.iseaidei (ii)eaeea
Gen.eiuseiuseiuseorumearumeorum
Dat.eieieieis (iis)eis (iis)eis (iis)
Akk.eumeamideoseasea
Abl.eoeaeoeis (iis)eis (iis)eis (iis)
KasusSingularPlural
Mask.Fem.Neut.Mask.Fem.Neut.
Nom.hichaechochihaehaec
Gen.huiushuiushuiushorumharumhorum
Dat.huichuichuichishishis
Akkhunchanchochoshashaec
Abl.hochachochishishis
KasusSingularPlural
Mask.Fem.Neut.Mask.Fem.Neut.
Nom.illeillailludilliillaeilla
Gen.illiusilliusilliusillorumillarumillorum
Dat.illiilliilliillisillisillis
Akk.illumillamilludillosillasilla
Abl.illoillailloillisillisillis
KasusSingularPlural
Mask.Fem.Neut.Mask.Fem.Neut.
Nom.isteistaistudistiistaeista
Gen.istiusistiusistiusistorumistarumistorum
Dat.istiistiistiistisistisistis
Akk.istumistamistudistosistasista
Abl.istoistaistoistisistisistis
KasusSingularPlural
Mask.Fem.Neut.Mask.Fem.Neut.
Nom.ipseipsaipsumipsiipsaeipsa
Gen.ipsiusipsiusipsiusipsorumipsarumipsorum
Dat.ipsiipsiipsiipsisipsisipsis
Akk.ipsumipsamipsumipsosipsasipsa
Abl.ipsoipsaipsoipsisipsisipsis
KasusSingularPlural
Mask.Fem.Neut.Mask.Fem.Neut.
Nom.idemeademidemiidemeaedemeadem
Gen.eiusdemeiusdemeiusdemeorundemearundemeorundem
Dat.eidemeidemeidem(e)isdem(e)isdem(e)isdem
Akk.eundemeandemidemeosdemeasdemeadem
Abl.eodemeademeodem(e)isdem(e)isdem(e)isdem

is, ea, id hat die Funktion eines Demonstrativpronomens (übersetzt mit „der/die/das“ bzw. „dieser/diese/dieses“), wenn es vor einem Bezugswort steht, es hat die Funktion eines Personalpronomens, wenn es ohne Bezugswort in einem Satz steht (übersetzt mit „er/sie/es“).

hic, haec, hoc hat die Funktion, die zeitliche und räumliche Nähe (in Kommunikationssituationen: zum Sprecher) zu beschreiben.

ille, illa, illud die gegenteilige Funktion, die zeitliche und räumliche Ferne zu beschreiben.

iste, ista, istud bezieht sich in Kommunikationssituationen auf jemanden/etwas in der Nähe des Angesprochenen; bisweilen hat es einen abwertenden Sinn („der da“).

ipse, ipsa, ipsum ist auch stärker als is, ea, id. Sie heben eine Person hervor.

idem, eadem, idem hat mit der Übersetzung derselbe eine rückwirkende Wirkung auf eine wieder vorkommende Person.

Relativpronomen

Das adjektivische Interrogativpronomen quī/quae/quod dient im Lateinischen ebenfalls als Relativpronomen. Es kann auch am Satzanfang bestehen und bezieht sich dann auf ein Substantiv im vorausgehenden Satz.

KasusSingularPlural
Mask.Fem.Neut.Mask.Fem.Neut.
Nom.quiquaequodquiquaequae
Gen.cuiuscuiuscuiusquorumquarumquorum
Dat.cuicuicuiquibusquibusquibus
Akk.quemquamquodquosquasquae
Abl.quoquaquoquibusquibusquibus

Syntax

Der Satzbau des Lateinischen ist in vieler Hinsicht frei, da man die einzelnen Satzglieder häufig an ihren Endungen eindeutig einordnen kann. Besonders in Dichtung und Literatur werden die wenigen, kaum verbindlichen Regeln eher bedeutungslos. Wie in den meisten romanischen Sprachen kann ein Personalpronomen als Subjekt weggelassen werden (B.: venīmus „wir kommen“, nōs venīmuswir kommen“). Ebenso entfallen häufig „sagte/sprach“ usw. vor der wörtlichen Rede (bspw.: tum ille: „cras veniam“ „dann [sagte] jener: ‚morgen komme ich‘“).

An erster Stelle im Satz stehen gewöhnlich betonte Satzteile (je nachdem Subjekt, Objekt oder Adverb), Fragepronomen (z. B.: quis, quid, quando …), Imperative und die Fragepartikel num „etwa?“ und nōnne „etwa nicht?“. Verben stehen häufig am Satzende (zum Beispiel ego te absolvo „ich spreche dich los“).

Adjektive, Partizipien, Possessivpronomen und Genitivattribute stehen gewöhnlich hinter dem zugehörigen Substantiv (zum Beispiel Carolus Magnus „Karl der Große“, homo sapiens „der weise Mensch“, domus mea „mein Haus“).

 Wikibooks: Lateinische Grammatik – Lern- und Lehrmaterialien

© Dieser Artikel zu Lateinische_Deklination stammt von Wikipedia und ist lizensiert
unter GFDL. Hier können Sie den Original-Artikel zu Lateinische_Deklination , die Versionsgeschichte
und die Liste der Autoren einsehen.
© Dieser Artikel zu stammt von Wikipedia und ist lizensiert
unter GFDL. Hier können Sie den Original-Artikel zu , die Versionsgeschichte
und die Liste der Autoren einsehen.