Lebensstandard

Lebensstandard: Arbeitszeit für Reis und Brot
Lebensstandard: Arbeitszeit für 1 kg Äpfel und Butter in Deutschland im Zeitverlauf
Entwicklung der Kaufkraft der Lohnminute in Deutschland von 1991 zu 2005

Der Lebensstandard beschreibt den materiellen Wohlstand von Personen, normalerweise im Verhältnis zu Vergleichspersonen.

Nach Artikel 25 der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte hat jeder Mensch ein Recht auf „einen Lebensstandard, der seine und seiner Familie Gesundheit und Wohl gewährleistet“. Dabei sind Nahrung, Kleidung, Wohnung, ärztliche Versorgung und notwendige soziale Leistungen ausdrücklich eingeschlossen.

Inhaltsverzeichnis

Erhalt des Lebensstandards

In Deutschland orientierte sich die soziale Absicherung (insbesondere Arbeitslosengeld, Hinterbliebenenrente, Unterhalt), am Erhalt des Lebensstandards. Von diesem Prinzip ist bei Langzeitarbeitslosigkeit (Orientierung des Arbeitslosengelds II am Existenzminimum statt am früheren Erwerbseinkommen) und bei Scheidung (Gesetz zur Reform des Unterhaltsrechts) abgerückt worden.

Indikatoren

Der Lebensstandard wird in der Volkswirtschaft mit Indikatoren gemessen. Hierbei werden je nach Methode wirtschaftliche und soziale Indikatoren berücksichtigt. Oft als Maßstab genommen werden:

Seltener findet man:

Auf individueller Ebene gelten normalerweise Güter wie z. B. ein modernes Auto, schöne Kleidung oder ein komfortabler Platz zum Wohnen als Ausdruck des Lebensstandards (Lebensstil).

Kritik

Kritiker einer am Wirtschaftswachstum orientierten Gesellschaft argumentieren für einen Wandel vom Begriff Lebensstandard zum Begriff Lebensqualität. Aus ihrer Sicht führt Wirtschaftswachstum zu Problemen wie Ressourcenkonflikten, militärischen Expansionsbestrebungen und Umweltverschmutzung. Sie bevorzugen daher Definitionen, die vom Wirtschaftswachstum unabhängig sind, wie z. B. das Vorhandensein von sozialen Einrichtungen, der Zugang zu Bildung, eine naturbelassene Umwelt, eine ausgefüllte Freizeit usw.

Einige der Kriterien, die Vertreter dieser Position heranziehen, sind qualitativer und nicht quantitativer Art. Daher ist dieser Position die mangelnde Messbarkeit der Ergebnisse vorgehalten worden. Der Streit, ob die Abkehr vom Wirtschaftswachstum als Maß des Lebensstandards zu einer Beschränkung der individuellen Freiheit und zum Verlust an internationaler Wettbewerbsfähigkeit führt, ist unentschieden.

Siehe auch

Literatur

Bigmäc, Brot und Reis in Arbeitszeit (S.7)

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