Little Richard

Little Richard auf dem Forty Acres Festival der Universität Texas 2007

Little Richard (* 5. Dezember 1932 als Richard Wayne Penniman in Macon, Georgia) ist ein amerikanischer Rock-’n’-Roll-Sänger, Pianist, Songwriter und Schauspieler. Der afroamerikanische Musiker wurde durch die schwarzen Genres Blues, Gospel und Rhythm and Blues beeinflusst, deren Stilelemente er Mitte der 1950er in seinen Rock-’n’-Roll-Aufnahmen kombinierte und in den Mainstream überführte. Little Richards Lieder sind für den überdrehten und wilden Gesang und für das harte Pianospiel bekannt. Seine Auftritte zeichnen sich durch eine selbstdarstellerische Extravaganz aus.

Während der erfolgreichsten Phase seiner Karriere bei Specialty Records spielte er eine Vielzahl von Songs wie Tutti Frutti, Long Tall Sally, Lucille, Good Golly Miss Molly oder Keep A Knockin’ ein, denen der Crossover in den weißen Popmarkt gelang und die zu Standards der Rockmusik wurden. Aufgrund dieser frühen Erfolge gilt Little Richard als einer der Wegbereiter des Rock ’n’ Roll.

Inhaltsverzeichnis

Leben und musikalisches Werk

Kindheit, Jugend und erste Aufnahmen (1932–1955)

Kindheit in Macon

Richard Wayne Penniman wurde als drittes Kind von Leava Mae und Charles „Bud“ Penniman geboren und wuchs mit sieben Brüdern und fünf Schwestern auf.[1] Bud Penniman konnte als Clubbesitzer mit dem Handel schwarzgebrannten Schnapses für ein bescheidenes Auskommen der Familie sorgen. Richard litt aufgrund seines großen Kopfes und verschieden langer Beine sowie der sich andeutenden homosexuellen Neigungen unter dem Spott seines Umfeldes, weshalb er sich sein ausgeprägtes Selbstbewusstsein durch die Rolle des frechen Clowns erst erarbeiten musste.[1]

Richards Jugend war von Religiosität und einer Vorliebe für die Gospelmusik geprägt. Bei Auftritten in Kirchen und in den Straßen der Umgebung mit den Tiny Tots und im Familienverbund mit den Penniman Singers machte er bereits als Kind Erfahrungen als Sänger. Dabei entstand auch erstmals der Wunsch, Priester zu werden. Bei einem Konzert von Sister Rosetta Tharpe im Macon City Auditorium hatte der junge Sänger einen Gastauftritt, der vom Publikum wohlwollend aufgenommen wurde. Von der Gospel-Sängerin Marion Williams übernahm Richard das hohe falsetthafte „Whoooo!“, das später zu einem seiner Markenzeichen werden sollte.[1]

RCA Records

Mit 14 Jahren verließ Richard sein Elternhaus, das er aufgrund seiner extrovertierten Persönlichkeit als beengend empfand, und schloss sich mehreren Vaudeville- und Medicine-Shows an, die es ihm ermöglichten, seine Erfahrungen als Sänger zu vertiefen und an seiner Bühnenpräsenz zu arbeiten. So legte er sich den Künstlernamen „Little Richard“ zu und pflegte seine Haare zu einer mächtigen Pompadour-Frisur aufzutürmen. Schließlich konnte er in Atlanta, einem Zentrum der damaligen Rhythm-and-Blues-Szene, bei Billy Wrights Show anheuern. Durch den Einfluss des Jump-Blues-Sängers übernahm er nicht nur Travestie-Show-Elemente wie Frauenkostüme und Make-ups, sondern kam auch zu seinen ersten Blues-Aufnahmen bei RCA Records im Jahr 1951.

Um diese Zeit gastierte der Rhythm-and-Blues-Musiker Esquerita in Macon, von dem sich Little Richard das wilde Pianospiel abschaute. 1951 hatte Richard mit Every Hour einen ersten regionalen Radiohit. Das versöhnte ihn mit seinem Vater, der bislang gegen die Homosexuellenszene, in der sich sein Sohn bewegte, Vorbehalte geäußert hatte.[2] Der Vater kam kurz darauf bei einer Schießerei vor seinem Lokal ums Leben. Little Richard musste daraufhin im Restaurant der örtlichen Greyhound-Busstation arbeiten, um die Familie zu unterstützen. Die unbefriedigende Arbeit als Tellerwäscher veranlasste Richard, seine Ambitionen als Musiker zu intensivieren.

Peacock Records

Mit der neu formierten Band The Tempo Toppers spielte Richard in Clubs der Südstaaten und kam dabei bis New Orleans wo er von Earl King den typischen kreolischen Bluesstil der Stadt am Mississippi-Delta erlernte. 1953 entdeckte der Produzent Johnny Otis in Houston die Gruppe und deren Frontmann, der sich bereits als „King and Queen“ (König und Königin) des Blues vermarktete, und ermöglichte die nächsten Aufnahmen bei Peacock Records. Diese Zusammenarbeit, die neben Directly From My Heart To You einige weitere bluesige und gospelhafte Nummern hervorbrachte, endete in einer Schlägerei um Tantiemen zwischen dem selbstbewussten Richard und dem resoluten Labelboss Don Robey.[3]

Nach einiger Zeit als Solokünstler stellte sich Richard mit dem Schlagzeuger Charles „Chuck“ Connor und dem Saxophonisten Wilbert „Lee Diamond“ Smith aus New Orleans den Kern seiner zukünftigen Live-Band The Upsetters zusammen. Die anschließenden Tourneen durch Kentucky, Georgia und Tennessee kamen mit einem gegenüber den Tempo Toppers deutlich härteren Rhythm-and-Blues-Programm – darunter auch einer frühen Version von Richards Tutti Frutti – beim Publikum ausgesprochen gut an.[4]

Little Richards Good Golly, Miss Molly auf Specialty 624 vom Januar 1958

Durchbruch und Höhepunkt der Karriere (1955–1957)

Rock ’n’ Roll bei Specialty Records

Auf einen Rat des erfolgreichen Sängers Lloyd Price sandte Richard im Frühjahr 1955 ein Demotape an Art Rupe, den Chef des kalifornischen Independent-Labels Specialty Records nach Los Angeles. Dessen A&R-Manager und Produzent Bumps Blackwell ließ sich durch Richards hartnäckige telefonische Nachfragen zu einer ersten Aufnahmesession im J&M Recording Studio von Cosimo Matassa in New Orleans überzeugen und buchte hierfür mit Earl Palmer am Schlagzeug, Lee Allen und Alvin „Red“ Tyler an den Saxophonen sowie Frank Fields am Bass die renommierte Studioband Fats Dominos. In dieser Konstellation und mit wechselnden Gitarristen entstanden in den kommenden zwei Jahren Little Richards größte Hits und Verkaufserfolge. Tutti Frutti, Long Tall Sally, Ready Teddy, Rip It Up, Good Golly Miss Molly, Jenny Jenny und The Girl Can’t Help It gehören seitdem zum Grundrepertoire vieler Rock-’n’-Roll- und Rockmusiker.

Unter dem Produzenten Blackwell entstand für Specialty in den Jahren 1955 bis 1957 Material für knapp 20 Singles, mehrere EPs und die drei Alben Here’s Little Richard, Little Richard und The Fabulous Little Richard.[5] Little Richard erarbeitete sich seinen Erfolg, indem er mit den Upsetters auf ausgiebige Tourneen ging und seine Songs bei Kurzauftritten in Musikfilmen promoten ließ. Mit seinem Vertrag bei Specialty Records war Richard unzufrieden, da durch die Vermarktung der Lieder durch den label-eigenen Musikverlag Venice Music der Großteil der Einnahmen bei Art Rupe verblieb. Diese Übervorteilung sollte den baldigen Bruch der Zusammenarbeit mit Specialty Records fördern.[6]

Liedstruktur und Rhythmik

Die erfolgreichen Rock-’n’-Roll-Stücke Little Richards ähneln sich im Bezug auf Aufbau, Instrumentierung und Inhalt in markanter Weise.[7] Als Grundlage der Kompositionen dient zumeist ein 12-Takt-Blues, der in drei Akkorden die Hauptfunktionen der Harmonielehre variiert.

In der Rhythmik dominiert der 4/4-Takt, der im Blues und im Swing verbreitet ist und sich durch einen deutlichen Backbeat von den Stücken der konkurrierenden Popbranche der 1950er Jahre absetzt. Diese rhythmische Betonung auf dem zweiten und vierten Schlag des Taktes ist bereits im Rhythm and Blues etabliert.[8] Diesen „Rockbeat“[7] betont die gesamte Rhythmusgruppe notwendigerweise, um gegen Richards Lautstärke am Mikrofon und an den Tasten bestehen zu können. Earl Palmer koppelt bei den Aufnahmen in New Orleans am Schlagzeug den Backbeat mit einem swingenden Shuffle, das heißt einer Verschiebung der Achtel hin zur nächsten Viertel. Charles Connor entwickelt bei den Studio-Aufnahmen Little Richards mit den Upsetters in Los Angeles den „Choo-Choo-Train“-Stil, bei dem die Achtel durchgehend zwischen den durch den Backbeat akzentuierten Vierteln geschlagen werden, was dem Stampfen eines Zuges ähneln soll. Ein Beispiel hierfür ist Keep A Knockin’ vom Januar 1957.[9] Bei den seltenen langsamen Blues-Balladen wie I’m Just A Lonely Guy, Send Me Some Lovin’ oder Can’t Believe You Wanna Leave kommt ein entspannter, triolisch gespielter 12/8-Takt zum Einsatz, der typisch für viele Pianisten aus New Orleans ist.

Im Shuffle spielt auch der Rock-’n’-Roll-Bass für gewöhnlich eine rollende Acht-Ton-Figuration, die dem Boogie-Woogie entnommen ist und aufgrund ihrer konsequenten harmonischen Zuordnung zum Akkordschema die Lieder zusammenhält, gerade dann, wenn zusätzliche Songstrukturen des Gospels oder der Popmusik das Bluesschema variieren.[8]

Instrumentierung und Arrangement

Während im Rock ’n’ Roll des Mainstreams die elektrische Gitarre für den neuartigen, da aggressiv lärmenden akkordischen Grundklang sorgt,[10] tritt diese bei Little Richard in den Hintergrund, so dass deren Aufgabe durch ein intensives und dominantes Pianospiel übernommen wird. Die Instrumentierung von Little Richards Hits verweist durch eine prominente Holzbläsersektion einmal mehr auf die zu dieser Zeit ausklingende Swing-Ära. So sind auf den Aufnahmen aus dem J&M-Studio mit Lee Allen und Alvin „Red“ Tyler zumindest zwei Saxophonisten zu hören, die den Gesangsphrasen antwortende, mehrstimmige Riffs einwerfen. Lee Allens Tenorsaxophonsoli wurden aufgrund des treibenden, glissandierenden und röhrenden Stils zu einem wichtigen Markenzeichen von Little Richards Specialty-Aufnahmen.[11] Die Upsetters warteten bei Konzerten und Aufnahmen mit bis zu vier Saxophonisten auf.[5]

Die im Rhythm and Blues häufig eingesetzte Vokalharmonik fehlt weitgehend, lediglich auf The Girl Can’t Help It wird Little Richard durch eine männliche Gesangsgruppe unterstützt. Das dritte Album The Fabulous Little Richard präsentiert zudem Blues-Aufnahmen, die von Specialty Records zur nachträglichen Veröffentlichung während Richards Theologie-Studium mit einem weiblichen Hintergundchor mittels Overdub-Technik versehen wurden.

Beispiel für das Pianospiel von Little Richard in Tutti-FruttiHörbeispiel?/i)

Richards Pianospiel

Little Richards Klavierspiel ist durch den Boogie-Woogie- und Rhythm-and-Blues-Stil aus New Orleans geprägt, den er besonders hart und schnell darbietet. Entweder imitiert er dabei mit der linken Hand den Basslauf in der Funktion eines Basso ostinato[4] oder variiert in punktierten Akkorden Formen des Boogie-Woogie. Mit der rechten Hand hämmert Richard hingegen meist hohe, enorm schnelle Akkorde in durchlaufenden Achteln (Eight-To-The-Bar-Boogie) oder in Triolen.[12] Besonders bei Soli traktiert Little Richard die hohen Oktaven seines Pianos, eine Spielweise, die den Vergleich mit Maschinengewehrsalven provoziert.[13]

Richards Gesang

Das dichte Instrumentalarrangement sorgt – auch aufgrund der bescheidenen Studiotechnik des Toningenieurs Matassa – für eine gleichbleibend hohe Lautstärke der Aufnahmen. Eine musikalische Dynamik findet kaum statt, abgesehen vom typischen Merkmal des instrumentalen Breaks, bei dem Schlagzeug und Piano über mehrere Takte nur den ersten Schlag markieren, ansonsten schweigen und Little Richard im rhythmischen Staccato den Text eher spricht oder ruft als singt. Solche Stop-Times sind beispielsweise in Rip It Up, She’s Got It oder Good Golly Miss Molly zu hören.[12]

Dabei orientierte sich Little Richards Gesang zuerst an Roy Brown und anderen Blues-Shoutern des Jump-Blues, die bezüglich ihres härteren Gesangstils als Belters von den Crooners, den Schnulzensängern der Popmusik unterschieden werden. Innerhalb des Beltings zeichnet sich Richard zudem durch einen sehr emotionalen und inspirierten Stil aus, weshalb Arnold Shaw ihn eher zu den Emoters denn zu den reinen Screamers zählt.[14] Der Musikjournalist Nik Cohn beschreibt Richards Gesang wie folgt: „Er kreischte und kreischte. Seine Stimme war freakish, unermüdlich, hysterisch und absolut nicht unterzukriegen. Nie war sein Gesang leiser als das Brüllen eines wütenden Stieres. Jede Phrase garnierte er mit Wimmern, Schnarren oder Sirenentönen. Seine Vitalität und sein Drive waren grenzenlos.“[15]

Songinhalte

Die Texte der Stücke geben klassische Themen des Rock ’n’ Roll vor: Sex und Spaß. Während Little Richards Eigenkompositionen oft zu derber Schlüpfrigkeit neigten und für die Plattenaufnahmen durch versierte Texter entschärft werden mussten,[4] spielen andere Komponisten von Richards Hits gerne mit den Zweideutigkeiten, die der Begriffsvorrat der Rock-’n’-Roll-Sprache zur Verfügung stellt. So formuliert die Songwriterin Dorothy La Bostrie die erste Strophe von Tutti Frutti:[16]

I got a girl, named Sue
She knows just what do to.
She rocks to the east, she rocks to the west
But she’s the girl that I love best.
Ich habe ein Mädchen namens Sue,
die genau weiß, was zu tun ist.
Sie bewegt sich von der einen zur anderen Seite,
sie ist allerdings das Mädchen, das ich am meisten liebe.

Dabei umspannt die mögliche Bedeutung des englischen Prädikats to rock ein rhythmisches Bewegen vom Tanz bis zum Geschlechtsakt.[17] Neben dieser Liebeslyrik geht es auch um das Bedürfnis der jugendlichen Hörerschaft nach Spaß und Unterhaltung. So texten die Komponisten Bumps Blackwell und John Marascalco 1957 in Rip It Up:[4]

Well, it’s Saturday night and I just got paid,
Fool about my money, don’t try to save.
My heart says, go go,
Have a time
’Cause it’s Saturday night, and I feel fine.
Nun, es ist Samstagabend und ich bekam gerade meinen Lohn,
Ich verschleudere mein Geld und versuche nicht, es zu sparen.
Mein Herz sagt mir, auf geht’s,
Viel Spaß!
Denn es ist Samstagabend und ich fühle mich gut.

Rückzug in die Religiosität (1957–1964)

Berufung zum Prediger

Anlässlich eines unruhigen Inlandsflugs während einer Australien-Tournee an der Seite Eddie Cochrans und Gene Vincents im Sommer 1957 beschloss Little Richard, das wilde Leben eines Rock-’n’-Roll-Musikers zu beenden und seinem Kindheitswunsch entsprechend Priester zu werden. Während seine Entscheidung in seinem Umfeld und bei seiner Anhängerschaft auf Unverständnis stieß, begründete Richard seinen Rückzug mit einem bereits seit längerer Zeit empfundenen schlechten Gewissens aufgrund der Lasterhaftigkeit des Rock ’n’ Roll. Vor allem die musikalische Verrohtheit der Musik und der ausschweifenden Lebensstil eines Rockstars samt dessen verschiedenen sexuellen Erfahrungen vertrügen sich nicht mit seinen religiösen Überzeugungen.[6]

Richard begann – nun in seriöser Erscheinung – in verschiedenen Kirchen der Erweckungsbewegung zu predigen. Dabei schätzte die Kirche besonders Richards Popularität und dessen im Show-Geschäft erworbene Begeisterungsfähigkeit. Im Herbst 1958 trat Richard eine dreieinhalbjährige Ausbildung zum Priester der Siebenten-Tags-Adventisten im Oakwood Bible College in Huntsville, Alabama an. Im Juli 1959 heiratete Richard Ernestine Campbell, eine Sekretärin aus Washington D.C., die er eineinhalb Jahre zuvor während einer Predigtreise in deren Gemeinde kennengelernt hatte. Sowohl die Ausbildung als auch die Ehe litten unter Richards Extrovertiertheit und Unzuverlässigkeit.[18]

Gospelaufnahmen

Musikalisch wandte sich Little Richard zurück zum Gospel seiner Kindheit. Für George Goldners Plattenlabel End Records nahm Richard Mitte 1959 mehrer Gospelsongs auf, die schließlich in Albenform als Pray Along With Little Richard Vol.1 und Vol.2 bei der assoziierten Plattenfirma Golddisc Records erschienen. Der zwischenzeitlich zu Mercury Records gewechselte Bumps Blackwell konnte Richard 1961 zu einigen Aufnahmesessions unter der Orchesterleitung von Quincy Jones überzeugen, die als LP It’s Real, später genannt Little Richard. King of Gospel Singers veröffentlicht wurden.

Während weitere Einspielungen mit religiösem Material für Atlantic Records wenig erfolgreich blieben, vermarktete Specialty Records nach und nach alle Aufnahmen von Little Richard aus den eigenen Archiven, darunter die seinerzeit für zu schwach befundenen frühen Blues-Nummern, und konnte so bis 1960 regelmäßig Platten mit Originalmaterial veröffentlichen.[5]

Zwei Rock-’n’-Roll-Tourneen in England

Der englische Musikpromoter Don Arden lud Little Richard zu einer England-Tournee mit dessen ehemaligen Specialty-Kollegen Sam Cooke ein, der inzwischen im Pop-Genre sehr erfolgreich war. Arden verschwieg einerseits gegenüber Richard, dass das europäische Publikum dessen Gospel-Platten weitgehend ignorierte, andererseits machte er die britischen Fans glauben, Little Richard sei für eine Rock-’n’-Roll-Tour gebucht. Als Richard zu seiner ersten Show im Oktober 1962 mit Unterstützung des jungen Billy Preston an der Orgel begann, spirituelle Lieder wie I Believe und Peace in the Valley zu spielen, reagierte das Publikum enttäuscht und unwillig. Daher organisierte Richard mit den Begleitmusikern ein spontanes Rock-’n’-Roll-Comeback, welches so enthusiastisch gefeiert wurde, dass Richard die folgende Tour ganz im alten Genre und in altbekannter Inszenierung durchzog. Brian Epstein, Manager der Beatles, verhandelte einige gemeinsame Konzerte in Nordengland sowie eine anschließende, zweimonatige Tour durch Hamburger Clubs.[19]

Bei einer zweiten England-Tournee Mitte 1963, zu der Arden neben Richard die Everly Brothers und Bo Diddley buchte, standen die noch nahezu unbekannten Rolling Stones auf derselben Bühne. In der amerikanischen Heimat blieb Little Richards Abkehr von der Musik und der Lebensführung eines Priesters vorerst unbemerkt. Die Sehnsucht nach dem wilden Leben des Rock ’n’ Roll und die Verdienstmöglichkeiten, die ihm durch die anklingenden Erfolge der Beatles in Amerika vor Augen geführt wurden, besiegelten Richards Entschluss, in die Rockmusik zurückzukehren.[19]

Das Comeback (1964–1977)

Zurück bei Specialty Records

Die Entscheidung, sich auch in den USA wieder der Öffentlichkeit als „King of Rock ’n’ Roll“ zu präsentieren, kam zu einem ungünstigen Zeitpunkt, da sich der Musikgeschmack Mitte der 1960er Jahre bereits geändert hatte und Little Richards ehemalige Bewunderer in Form der British Invasion die amerikanischen Charts dominierten.[19]

Mit Bama Lama Bama Loo startete Richard sein Studio-Comeback bei seinem alten Label Specialty Records, welches speziell zu diesem Anlass wiedereröffnet wurde. Obwohl es sich um Richards erste Rock-’n’-Roll-Aufnahme nach sieben Jahren handelte und zugunsten eines modernen Gitarren-Arrangements der alte, Bläser dominierte Sound aufgegeben wurde, erreichte die Single in den Charts lediglich den 82. Platz. Richard betrieb daher einigen Aufwand, um an die alten Erfolge anzuknüpfen. So engagierte er seinen ehemaligen Mentor Bumps Blackwell als Manager, formierte aus den Upsetters mit den „Crown Jewels and the Royal Guard“ eine neue, noch aufwändigere Bühnenshow und tourte ausgiebig in den USA.

Seine Konzerte waren in der Phase seines Comebacks hinsichtlich der Showeinlagen und dem Spiel mit Rollen und Klischees unterschiedlicher sexueller Ausrichtungen von einer bis ins Groteske reichenden Opulenz und Selbstdarstellung gekennzeichnet.[20]

Soul und Funk bei Vee-Jay, Modern, Okeh und Reprise Records

Der zweite Studio-Anlauf seines Comebacks erfolgte beim Blues-Label Vee-Jay Records. Auf den beiden offiziellen Alben Little Richard is Back und Little Richard’s Greatest Hits zeigt sich eine Weiterentwicklung des Sounds in Richtung Soul: prominente Bläser, neben den Saxophonen nun auch eine aus Blechbläsern bestehende Horn-Sektion und die elektronische Orgel passen Richards Neueinspielungen alter Specialty-Hits sowie einige neue Titel den Publikumserwartungen der 1960er an.[21] Richard weitete zudem seinen originären Gesangsstil noch aus, indem er lang anhaltende, textlose Phrasen als Songintros oder Zwischenrufe moduliert. Zwischen Dezember 1963 und Juni 1964 gehörte der junge, noch unbekannte Jimi Hendrix als Helfer und Gitarrist zum Tross, wurde aber aufgrund seiner Unzuverlässigkeit[20] beziehungsweise Little Richards Dominanz[22] nicht lange geduldet.

Ab Ende 1965 war Little Richard für wenige, aber sehr ergiebige Monate bei Modern Records unter Vertrag. Wieder findet sich eine Auswahl an Neueinspielungen alter Hits neben Coverversionen und neuem Material. Das erste Album Little Richard Sings His Greatest Hits – Recorded Live! sollte durch überdrehten, aber eingespielten Applaus eine temporeiche Live-Atmosphäre suggerieren und wagte sich mit Do You Feel It in den Funk-Sound. Das zweite Album The Wild And Frantic Little Richard vereint entspanntere Aufnahmen einer Live-Session mit solchen aus dem Studio.[23] Mit dem Jimmy-Reed-Klassiker Baby, What You Want Me To Do startete Richard unter Beteiligung einer unbekannten Sängerin eine Folge von Duetten, die er in den kommenden Jahren einspielen sollte.

Bereits zu Beginn des Jahres 1966 wechselte Richard zu Okeh Records aus New York. Sein zweijähriger Vertrag sah weder Mitsprache in der Auswahl der Stücke noch im Arrangement vor. Als Produzent wurde Richards ehemaliger Specialty-Kollege Larry Williams engagiert, für die Gitarre konnte Johnny Guitar Watson gewonnen werden. An keiner der Kompositionen des ersten Albums The Explosive Little Richard war Richard beteiligt.[20] Durch einen dominanten Einsatz von Trompeten und eine funkige Rhythmusgruppe wurde die musikalische Strategie entlang des aktuellen schwarzen Mainstreams beibehalten. Für das zweite Album Little Richard’s Greatest Hits – Recorded Live! wurde ein kleines, begeistertes Publikum in das zum virtuellen „Club Okeh“ umfunktionierten Studio des Okeh-Mutterlabels CBS Records in Los Angeles geladen. Der Sound der Neuaufnahmen alter Hits entspricht dem des Vorgängeralbums, hinzu kommen ein durchgehendes Rhythmus-Arrangement sowie egozentrische und euphorische Zwischenansagen des Sängers.[24] Wegen des ausbleibenden Erfolgs, für den Richard Larry Williams’ „Motown“-Sound verantwortlich machte,[20] nahm er um den Jahreswechsel 1967/1968 nur noch drei Singles für Brunswick Records auf und ließ seinen Vertrag mit Okeh auslaufen.[25]

Von 1970 bis 1972 feierte Little Richard bei Reprise Records im Zuge des Rock-’n’-Roll-Revivals den Höhepunkt seines Comebacks. Erneut mit Bumps Blackwell als Manager und Co-Produzent neben namhaftem Personal wie Jerry Wexler, Tom Dowd, H. B. Barnum und Quincy Jones an den Studio-Mischpulten wollte Richard mit neuen Songs zurück zum alten, mit Gitarren-Rock angereicherten Sound der 1950er. So gelangen einige kleinere Charterfolge mit Singleauskopplungen der drei programmatisch betitelten Alben The Rill Thing, King of Rock And Roll und The Second Comin. Da Richard seinen Vertrag im August 1972 nicht verlängerte, konnte das mit Country-Musik-Elementen angereicherte vierte Album Southern Child zunächst nicht erscheinen und wurde erst 2005 veröffentlicht.[26]

Nachlassende Erfolge

Obwohl keine der Veröffentlichungen dieser Zeit die innovative Kraft und Popularität seines Hauptwerks aus den 1950ern erreichte, fanden sie – auch in Form verschiedener Wiederveröffentlichungen und Low-Budget-Pressungen − eine weltweite Käuferschaft. Chart-Platzierungen in den wichtigen Musikmärkten beiderseits des Atlantiks blieben jedoch die Ausnahme. Allerdings war Little Richard weiterhin ein Garant für ausverkaufte Konzerthallen. Little Richard zeigte sich durch die Jahre fast täglich dem amerikanischen und europäischen Publikum, häufig in berühmten Konzerthallen oder auf Festivals an der Seite Chuck Berrys, Jerry Lee Lewis’ und Bo Diddleys. Er spielte aber auch auf denselben Bühnen mit aktuellen Größen wie Janis Joplin, John Lennon und Yoko Ono, denen er nicht selten die Schau stahl. Zur Promotion seiner Konzerte und Veröffentlichungen war Richard auch ein häufiger Gast in Fernsehshows unter anderem bei den Gastgebern Merv Griffin, Mike Douglas, Johnny Carson, Steve Allen und Dick Clark.[20]

Reprise war das letzte Plattenlabel, bei dem Little Richard für eine längere Zeit unter Vertrag stand. Es folgten einzelne Aufnahmen für die kleinen Firmen ALA Records, Greene Mountain, Manticore Records, Mainstream Records und Creole Records. Alleine eine eintägige Session für Kent Records im Januar 1973 erbrachte genug Material für das Album Right Now, das bei Kents Schwesterlabel United Records erschien und als traditionelle Reaktion auf das letzte, sich schlecht verkaufende, etwas progressivere Reprise-Album The Second Coming gelten kann.[27] Zudem kamen neue Live-Aufnahmen seiner größten Hits für S. J. Productions und die Konzert-Dokumentation Let The Good Times Roll auf den Markt. Ab 1970 tauchte Little Richard zunehmend als Gastmusiker bei anderen Künstlern auf, darunter Jefferson Starship, Delaney & Bonnie, die James Gang, Canned Heat und Bachman Turner Overdrive.

Der zweite Rückzug (1977–1985)

Krise

Little Richard steuerte zunehmend in eine persönliche und künstlerische Krise. Neben den geringen Plattenverkäufen begannen nun auch Konzerte zu misslingen. Bereits im August 1972 hatte Richard nach einem technisch desaströsen Auftritt im Londoner Wembley-Stadion harte Kritiken von der britischen Presse bekommen. Da zudem das Rock-’n’-Roll-Revival wieder abflaute, musste Richard bei einer weiteren Tour durch England vor halbleeren Häusern spielen. Richard baute aufgrund der strapaziösen Konzertreisen und eines intensiven Drogenkonsums körperlich ab und musste sich einige Male stationär wegen Magenproblemen behandeln lassen. 1974 verließ ihn erneut sein langjähriger Mentor Bumps Blackwell.[28]

Rock-’n’-Roll-Abstinenz

Am 1. Januar 1977 gab Richards neues Management bekannt, dass Little Richard zum zweiten Mal der Rockmusik entsagen und seine Tätigkeit als Prediger wiederaufnehmen wolle. Die Gründe, die Little Richard bei diesem Rückzug angab, ähnelten stark jenen aus dem Jahr 1957: das wilde Leben im Rock ’n’ Roll wären unvereinbar mit seinen religiösen Überzeugungen. Ebenso wolle er sich von seiner Homosexualität, die er bisher nie öffentlich thematisiert hatte, lossagen und erhoffe sich dabei Unterstützung durch die Religion.[29] In der Folgezeit stützte Richard seine Entscheidung auf verschiedene Todesfälle, darunter den Herzinfarkt seines Bruders Horace und Elvis Presleys Tod im August 1977.[30]

Im März 1979 veröffentlichte World Records in einer sehr kleinen Auflage das Gospel-Album God’s Beautiful City. Die weiterhin regelmäßigen Auftritte in Fernsehshows nutzte Richard für Predigten und Gebete mit dem Publikum, meist musikalisch ausgestaltet durch ein oder zwei seiner Gospel-Songs. Zu Beginn der 1980er wurde es ruhig um Little Richard. Gemeinsam mit Bumps Blackwell und Charles „Dr. Rock“ White arbeitete er an seiner Biografie The Quasar of Rock, in der er sehr offen über seine Vergangenheit und seine persönliche Einstellungen unter anderem zum Rock ’n’ Roll, zur Homosexualität und zum Rassismus spricht. Das Buch erschien am 1. Oktober 1985 und sorgte für erneutes Interesse an Leben und Werk des Künstlers, in dessen Folge Richard häufig im Fernsehen, unter anderem wieder bei Merv Griffin und Johnny Carson, aber auch bei David Letterman, Pat Robertson und Phil Donahue zu sehen war.[30]

Little Richard als Gast bei der Oscarverleihung 1988

Little Richard als lebende Legende (1985–heute)

Das Spätwerk

Im Sommer 1985 begann Richard, seine schauspielerische Karriere zu intensivieren, die allerdings nie die Aufmerksamkeit erhielt, die seinem musikalischen Werk zuteil wurde. Mit Lifetime Friend veröffentlichte Richard ein neues Gospel-Album auf Warner Brothers. Der Sound entspricht dem Pop-Jahrzehnt seiner Entstehung und führte zu guten Verkäufen der Singleauskopplung von Great Gosh A’Mighty, ein Erfolg seines neuen Managements, das versuchte, Richards Anliegen der religiösen Botschaft und seine Pop-Ambitionen zu verbinden. Sein nächstes Album Shake It All About mit Rock-’n’-Roll-Versionen von populären Kinderliedern erschien aber erst 1992 beim Musiklabel der Walt Disney Company und verkaufte sich gut.[31]

Die beginnende Aufbereitung seines Werkes in den 1990ern in Form von aufwändigen CD-Ausgaben, die jeweilig die kompletten Aufnahmesessions bei einem Label zusammenstellen, sowie die häufigen, guten Platzierungen in den in die Mode gekommenen Bestenlisten zum Jahrhundertwechsel weckten das Interesse der Öffentlichkeit an Little Richards frühem Werk. Durch die Beteiligung an der TV-Dokumentation Little Richard im Jahr 2000, in der der Schauspieler Leon Robinson Szenen seines Lebens nachspielt, gibt Richard weitere Einblicke in seine lebhafte Geschichte.

Auf Tour

Seit den 1990ern ist Little Richard häufig in Amerika und Europa auf Tournee, oft an der Seite der alten Weggefährten Jerry Lee Lewis und Chuck Berry, die sich mit entsprechendem Programm gemeinsam als „Lebende Legenden des Rock ’n’ Roll“ präsentieren. Zudem ist Richard gelegentlich als Gastmusiker zu hören, für Kompilationen und Soundtracks spielt Richard auch neue Titel ein. Trotz mehrmaliger Ankündigung seines endgültigen Ausscheidens aus dem Rock-’n’-Roll-Geschäft und trotz körperlicher Gebrechen ist Litte Richard noch aktiv und sich sicher: „I am the only thing left!“ (etwa: Ich bin das letzte Überbleibsel!).[31]

Little Richard als Schauspieler

Little Richard stand Zeit seiner Karriere auch vor der Kamera. So spielte er 1956 in The Girl Can’t Help It, wozu er auch den Titelsong beisteuerte, und in Don’t Knock The Rock sowie 1957 in Mister Rock and Roll jeweils sich selbst als Rock-’n’-Roll-Musiker auf der Bühne. Sind diese Auftritte der 1950er Jahre noch mit der damaligen Popularität seiner Musik zu begründen, begann er zu seinem zweiten Comeback ab 1985 auch Rollen zu spielen.

So mimte er 1986 den Orvis Goodnight in Zoff in Beverly Hills, 1988 den Bürgermeister in Purple People Eater und den Alphonso in Goddess of Love. 1990 war er als Old King Cole in Mother Goose Rock ’n’ Rhyme, 1991 als Brandon in Sunset Heat, 1992 als Airborne Mustard Lover in The Naked Truth und 1993 in der Rolle des Präsidenten in The Pickle zu sehen.

In weiteren Filmen spielte er sich selbst oder Rockmusiker in Form kleiner Cameo-Rollen, namentlich 1993 in Last Action Hero. Ebenso häufig trat er in Nebenrollen von Fernsehserien auf, darunter in Miami Vice, Baywatch und Night Man. Auch für filmische Dokumentationen über Rockmusiker stand er als Interviewpartner zur Verfügung oder spielte sich selbst in Realdokumentationen, darunter 1973 in einem Film über Jimi Hendrix und 1998 in Why Do Fools Fall in Love über Frankie Lymon. Nicht zuletzt stand er 1980 für die dokumentarische Umsetzung seines eigenen Lebens in der Little Richard Story vor der Kamera. Zudem sprach er 2003 sich selbst in einer Folge der Zeichentrick-Serie Die Simpsons.[32]

Wirkung

Musikalische Wirkung

Das Musikmagazin Rolling Stone führt Little Richard in seiner „Liste der 100 größten Künstler aller Zeiten“ aus dem Jahr 2004 auf dem achten Platz. Wenigstens sechs der besser platzierten Musiker bestätigen den starken Einfluss, den Richard und seine Musik auf ihr Werk und somit auf die Entwicklung der Rockmusik insgesamt hatte.[33] War Little Richard in seiner frühen Werksphase bei RCA und Peacock selbst noch Imitator der im schwarzen Musikmarkt populären Rhythm-and-Blues-Shouter, entwickelte er bereits mit Tutti Frutti zur ersten Aufnahmesession für Specialty Records einen eigenen Stil, der kennzeichnend für das junge Genre Rock ’n’ Roll werden sollte.

Das erste wichtige Kennzeichen ist die Schlichtheit der Lieder, die sich in ihrer gewollten Einfachheit der musiktheoretischen Analyse aufgrund Unergiebigkeit weitgehend entziehen.[34] So macht Nik Cohn in Little Richards Repertoire „totale Nicht-Songs, […] ohne Melodie, ohne Text“[15] aus und spitzt seine These soweit zu, dass er das Scat-Intro von Tutti Frutti „AWopBopALooBopALopBamBoom“ als „Nenner der Popmusik“ im Jahr 1956 identifiziert.[35] Prominente Musiker wählten 2007 im Musikmagazin Mojo den Nicht-Song dennoch zur Platte, die die Welt am meisten veränderte.[36]

Kann Little Richards Erfolg aber nicht mit einem originellen und komplexen Songwriting begründet werden, so muss als Kern des künstlerischen Ausdrucks die Darbietung selbst gelten, das heißt der auf Tonträgern und bei Auftritten präsentierte „Sound“ als zweites wichtiges Kennzeichen seiner Musik.[34] Hierbei tritt insbesondere Little Richards originärer Gesangsstil hervor, den viele seiner Nachfolger aus Rock ’n’ Roll und Rock loben oder sich zu eigen machen suchen: John Lennon und Paul McCartney, der bei der gemeinsamen Tour 1963 Richards „Woooh!“ übernahm,[19] weiter Jon Lord, Mitch Ryder, Screaming Lord Sutch, Ry Cooder und viele mehr. Sogar Instrumentalisten eiferten Richards Stimme nach, wie zum Beispiel Jimi Hendrix mit seiner Gitarre.[37]

Mit dem stetigen Wechsel zwischen Rock ’n’ Roll und Gospel ist als drittes Merkmal von Little Richards Musik die Emotionalität und religiöse Inbrunst des Ausdrucks zu nennen. Zwar war religiöse Musik bereits durch Gospel- und Spiritual-Gruppen weithin verbreitet, die Popularisierung und die Verknüpfung mit den säkularen Inhalten und den Stilmitteln der Rockmusik war Ende der 1950er Jahre durch wenige Musiker wie Ray Charles gerade erstmals vollzogen. Während Arnold Shaw in diesem Zusammenhang in der Retrospektive von „Gospel-Blues“ spricht,[38] attestierte Quincy Jones als Arrangeur der Mercury-Aufnahmen Little Richards diesem einen „Rock ’n’ Soul“ und zeichnet damit eine Entwicklung der schwarzen Popmusik nach, die sich parallel zum Rock ’n’ Roll des Mainstreams als Soul und später Funk etablieren sollte.[18]

Einige der wichtigen Vertreter des Soul wie James Brown, Otis Redding oder Sam Cooke stellen sich in die direkte Nachfolge Little Richards und profitierten von der Zusammenarbeit mit ihm zu Beginn ihrer Karriere.[37] Wenn sich auch der ursprüngliche Soul als Verknüpfung von Rock und Gospel auch in Little Richards Biografie bestens nachzeichnen lässt und er somit einen großen Einfluss auf das junge Soul-Genre übte,[39] blieb Richard in seiner eigenen musikalischen Entwicklung während seines Comebacks bezüglich der Innovationskraft und des kommerziellen Erfolgs hinter seinen ehemalige Nacheiferern zurück. Davon unberührt bleibt Richards, von religiöser Überzeugung getriebene Eigenwahrnehmung: „Ich nenne es die Musik, die heilt. […] Die Musik, die Blinde sehen macht, die Lahmen, die Tauben und die Stummen gehen, hören und sprechen! Die Musik der Freude, die Musik, die deine Seele hochfliegen lässt. Ja, ja, denn ich bin die lebendige Flamme, und Little Richard ist mein Name…“[38]

Wirkung auf den amerikanischen Musikmarkt

Mitte der 1950er Jahre war der amerikanische Musikmarkt durch die Popmusik der Tin Pan Alley dominiert, in der Komponisten und Verleger ihre professionell arrangierten Songs mit möglichst vielen etablierten Entertainern für die bürgerliche weiße Käuferschaft produzierte. Daneben existierten Spartenmärkte für Country-Musik und den schwarzen Rhythm and Blues, der vormals auch als Race Music bezeichnet wurde, mit jeweils eigenen Musiklabeln, Charts, Plattenläden, Radiostationen und Publikum. Hatte ein Titel in einem Spartengenre Erfolg, wurde häufig eine entschärfte Coverversion im Pop-Sound von einem etablierten Crooner eingespielt, seltener auch umgekehrt.[40]

Little Richards Aufnahmen für Specialty Records erregten schnell die Aufmerksamkeit der im Popmarkt agierenden Major Labels. Vor allem Pat Boone coverte 1955 zeitnah Tutti Frutti und konnte mit den größeren Vermarktungsmöglichkeiten des weißen Marktes erheblich mehr Platten verkaufen. Mit dem Nachfolge-Cover Long Tall Sally gelang dies 1957 nicht mehr, was eine Verschiebung innerhalb der segregierten Musikmärkte andeutet.[41] Little Richard war der Crossover in den Popmarkt gelungen.

Zwischenzeitlich hatte sich der Rock ’n’ Roll als Musik der jungen Generation etabliert, die in den jugendkonformen Inhalten und tanzbaren Rhythmen eine geeignete Ausdrucksform ihres Lebensgefühls erkannte. Neue technische Produktions- und Marketingmethoden sowie die Entwicklung der Massenmedien Kino, Fernsehen und tragbare Radioapparate arbeiteten dieser Entwicklung zu.[42] Das schwarze Original erschien auch für den weißen Teenager attraktiver als das langweilige Cover-Arrangement der Pop-Interpreten, befördert durch Radio-DJs wie Alan Freed, der zudem die Bezeichnung des neuen rassenübergreifenden Genres „Rock ’n’ Roll“ mitprägte und populär machte.[43]

Little Richard selbst äußerte sich stets zwiegespalten zum rassengetrennten Musikmarkt. Einerseits begrüßte er die Begeisterung seiner weißen Fans und negierte die Bedeutung der Hautfarbe für die Musik, andererseits beschwerte er sich mit deutlichen Worten sowohl über immer noch latent rassistische Strukturen in der Popbranche als auch über deren schwarze Gegenbewegung im Umfeld der Soul-Musik, als sein Comeback in den 1960ern und 1970ern im Hinblick auf ausbleibende Charterfolge misslang.[28] Die Debatte über den Crossover – Gewinn von ökonomischer und musikalischer Freiheit auf der einen und Verlust von Identität und latente Ausbeutung auf der anderen Seite – ist dabei in Little Richards Werk und Biographie in besonderer Weise nachzuzeichnen.[44] Bei einer Anhörung vor dem Kongress der Vereinigten Staaten am 20. September 1984, die die Ausbeutung afroamerikanischer Künstler durch die Musikbranche klären sollte, nahm Little Richard für sich in Anspruch, in den 1950ern eben diese Rassenschranken überwunden zu haben.[30]

Zweifellos bleibt es der frühen Rock-’n’-Roll-Werksphase Little Richards vorbehalten, einen entscheidenden Beitrag zur Annäherung der verschiedenen Musikmärkte geleistet zu haben,[44] nicht nur durch Richard eigene Aufnahmen, sondern auch durch die Vielzahl der Coverversionen. Vor allem die jungen englischen Beatgruppen der British Invasion füllten ihre Repertoires in den 1960ern mit einer Vielzahl an Little-Richard-Songs, aber auch viele Rock- und Hardrockmusiker der späteren Dekaden nahmen Neueinspielungen von Little Richards Standards vor.[45]

Einflüsse auf den Show-Aspekt der Rockmusik

Little Richard und sein frühes Management entwickelten bewusst das Image eines Freaks in der Hoffnung, im weißen Musikmarkt als verrückt genug zu gelten, um nicht wie andere afroamerikanische Musiker mit sexuell aufgeladenen Performances wie James Brown[46] oder Nat King Cole rassistischen Anfeindungen ausgesetzt zu sein.[47] Zu diesen Verrücktheiten gehörte die Wildheit seiner Auftritte, darunter energiegeladene und artistische Einlagen am und sogar auf dem Piano, dazu Striptease und intensiver Publikumskontakt, aber auch außergewöhnliche Bühnenoutfits, mit denen er eine selbstdarstellerische und egozentrische Rolle als „King of Rock ’n’ Roll“ für sich in Anspruch nahm.[48]

Auf den anderen populären King Elvis Presley angesprochen, wich Richard gerne auf den Titel der „Queen of Rock ’n’ Roll“ aus und eröffnete sich und seiner Bühnenpräsenz Elemente der Travestie, die er aufgrund der eigenen homosexuellen Erfahrungen bereits seit früher Jugend ausgebaut und kultiviert hatte. Waren seine persönlichen und allgemeinen Aussagen und Bewertungen der Homosexualität auch stets ambivalent,[29] ist seine diesbezügliche Pionierarbeit für spätere Künstler der Rockmusik von großer Bedeutung: So stellen sich Sylvester James[49] sowie Elton John und David Bowie selbst in Little Richards Nachfolge.[37] Während Mick Jagger, Marc Bolan oder Freddie Mercury noch auf gesellschaftliche Vorbehalte stießen, als sie sich in den 1970er Jahren eine androgyne Extrovertiertheit nach Little Richards Vorbild aneigneten,[50] fiel ein entsprechendes Auftreten anderen afroamerikanischen Musikern wie Prince und Michael Jackson in den 1980ern bereits leichter. Der Musikjournalist Olaf Karnik sieht einen Grund dafür in der Minstrel-Tradition, die den schwarzen Unterhaltungskünstler zum komödiantischen Schauobjekt verharmloste.[51] Dieses „gender-bending[49] (etwa Dehnen des sozialen Geschlechts), das in der Tradition des Dandytums und der Camp-Ästhetik liegt, ist mittlerweile fester Bestandteil der Ausdrucksmöglichkeiten in der musikalischen Show geworden und wird aktuell von Künstlern wie André 3000 verkörpert.[52]

Erfolge und Auszeichnungen

Little Richards Chartplatzierungen konzentrieren sich auf den US-amerikanischen und britischen Markt. Little Richard wurde für seine über eine Millionen Mal verkauften Singles Tutti Frutti, Long Tall Sally/Slippin’ And Slidin’, Rip It Up/Ready Teddy, Lucille/Send Me Some Lovin, Jenny Jenny/Miss Ann, Keep A Knockin’ und Good Golly Miss Molly mit Goldenen Schallplatten ausgezeichnet,[57] das Musikmagazin Cashbox verlieh ihm bereits 1956 seine Cashbox Triple Crown für Long Tall Sally.

Neben der Vielzahl an Charterfolgen und daraus resultierenden Auszeichnungen der Plattenindustrie wurde Little Richard für sein Werk durch namhafte Institutionen und Medien der Musikbranche prämiert. So war er unter den ersten sieben Künstlern, die 1986 in die gerade gegründete Rock and Roll Hall of Fame einzogen,[58] seine Aufnahme in die Songwriters Hall of Fame folgte 2003.[59] Bereits 1990 wurde ihm zu Ehren ein Stern am Hollywood Walk of Fame verlegt.[60] 1994 erhielt Richard den Lifetime Achievement Pioneer Award der Rhythm and Blues Foundation.[61]

Das Musikmagazin Rolling Stone führt in seiner populären Liste der 500 besten Songs aller Zeiten Little Richard mit Long Tall Sally, Good Golly Miss Molly, The Girl Can’t Help It und Keep A Knockin’ vier Mal.[62] Sein Debütalbum auf Specialty Records Here’s Little Richard schaffte es in der Liste der 500 besten Alben aller Zeiten auf den 50. Platz.[63]

Diskografie

Singles

Folgende Liste führt Little Richards offizielle Single-Ausgaben, die zu den Laufzeiten der Verträge oder kurz darauf erschienen. Es fehlen teilweise alternative Versionen und Stücke, die lange Zeit nach Vertragsende erschienen, Ausgaben zu Promotionszwecken und Serien von Live-Singles aus der Zeit des Comebacks, die lediglich das Material der zugehörigen Alben beinhalten.

  • 1951 – Taxi Blues / Every Hour, RCA 4392
  • 1952 – Get Rich Quick / Thinkin’ About My Mother, RCA 4582
  • 1952 – Ain’t Nothing Happening / Why Did You Leave Me, RCA 4772
  • 1952 – I Brought It All On Myself / Please Have Mercy On Me, RCA 5025
  • 1953 – Ain’t That Good News / Fool at the Wheel, Peacock 1616
  • 1954 – Rice, Red Beans & Turnip Greens / Always, Peacock 1628
  • 1955 – Tutti-Frutti / I’m Just a Lonely Guy, Specialty 561
  • 1956 – Long Tall Sally / Slippin’ and Slidin’ (Peepin’ and Hidin’), Specialty 572
  • 1956 – Little Richard’s Boogie / Directly From My Heart To You, Peacock 1658
  • 1956 – Ready Teddy / Rip It Up, Specialty 579
  • 1956 – She’s Got It / Heeby-Jeebies, Specialty 584
  • 1956 – The Girl Can’t Help It / All around the World, Specialty 591
  • 1957 – Lucille / Send Me Some Lovin’,Specialty 598
  • 1957 – Maybe I’m Right / I Love My Baby, Peacock 1673
  • 1957 – Jenny, Jenny / Miss Ann - Specialty 606
  • 1957 – Keep A-Knockin’ / Can’t Believe You Wanna Leave, Specialty 611
  • 1958 – Good Golly, Miss Molly / Hey-Hey-Hey-Hey, Specialty 624
  • 1958 – True, Fine Mama / Ooh! My Soul, Specialty 633
  • 1958 – I’ll Never Let You Go / Baby Face, Specialty 645
  • 1958 – She Knows How To Rock / Early In The Morning, Specialty 652
  • 1959 – Wonderin’ / By the Light of the Silvery Moon, Specialty 660
  • 1959 – Kansas City / Lonesome and Blue, Specialty 664
  • 1959 – All Night Long / Shake a Hand, Specialty 670
  • 1959 – Save Me Lord / Troubles Of The World, End 1057
  • 1959 – Milky White Way / I’ve Just Come From The Fountain, End 1058
  • 1959 – Whole Lotta Shakin’ Goin’ On / Maybe I’m Right, Specialty 680
  • 1960 – I Got It / Baby, Specialty 681
  • 1960 – Directly From My Heart / The Most I Can Offer, Specialty 686
  • 1962 – He Got What He Wanted (But He Lost What He Got) / Change Your Ways, Mercury 71965
  • 1964 – Bama Lama Bama Loo / Annie Is Back, Specialty 692
  • 1964 – Whole Lotta Shakin’ / Goodnight Irene, Vee-Jay 612
  • 1964 – Blueberry Hill / Cherry Red, Vee-Jay 625
  • 1965 – It Ain’t What You Do (It’s The Way How You Do It) / Cross Over, Vee-Jay 652
  • 1965 – Dance What You Wanna / Without Love, Vee-Jay 665
  • 1965 – I Don’t Know What You’ve Got, But It’s Got Me, Part 1 / Part 2, Vee-Jay 698
  • 1966 – Holy Mackarel / Baby Don’t You Want A Man Like Me, Modern 1018
  • 1966 – Do You Feel It, Part 1 / Part 2, Modern 1019
  • 1966 – Poor Dog (Who Can’t Wag His Own Tail) / Well, Okeh 4-7251
  • 1966 – I Need Love / The Commandments Of Love, Okeh 4-7262
  • 1966 – I’m Back / Directly From My Heart To You, Modern 1022
  • 1967 – Slippin’ And Slidin’ / Bring It Back Home To Me, Modern 1030
  • 1967 – Hurry Sundown / I Don’t Want To Discuss It, Okeh 4-7271
  • 1967 – Don’t Deceive Me / Never Gonna Let You Go, Okeh 4-7278
  • 1967 – A Little Bit Of Something / Money, Okeh 4-7286
  • 1967 – Baby What You Want Me To Do, Part 1 / Part 2, Modern 1043
  • 1968 – Try Some Of Mine / She’s Together, Brunswick 55362
  • 1968 – Baby Don’t You Tear My Clothes / Stingy Jenny, Brunswick 55377
  • 1968 – Soul Train / Can I Count On You, Brundwick 55386
  • 1970 – Poor Boy Paul / Wonderin’, Specialty 699
  • 1970 – Freedom Blues / Dew Drop Inn, Reprise 0907
  • 1970 – Greenwood, Mississippi / I Saw Her Standing There, Reprise 0942
  • 1971 – Shake A Hand / Somebody Say You, Reprise 1005
  • 1971 – Dancin’ In The Street / Green Power, Reprise 1043
  • 1972 – Mockingbird Sally / Nuki Suki, Reprise 1130
  • 1973 – In The Name / Don’t You Know I, Kent 4568
  • 1973 – In the Middle of the Night / Where Will I Find a Place to Sleep This Evening, Greene Mountain 413
  • 1975 – Call My Name / Steal Miss Liza (Steal Liza Jane), Manticore 7007
  • 1983 – Chicken Little Baby / Oh Why?, Specialty 734
  • 1986 – Great Gosh A’Mighty (It’s a Matter of Time) / The Ride, MCA 52780
  • 1986 – Somebody’s Comin’ / Big House Reunion, WEA 28491

Alben

Little Richard nahm seit 1951 für mindestens 30 verschiedene Plattenlabels auf. Es existieren eine Vielzahl von Kompilationen, Low-Budget-Ausgaben, Wiederveröffentlichungen und Bootlegs. Die folgende Albenliste führt daher nur die offiziellen Albenausgaben, die während der Vertragslaufzeiten mit den Plattenfirmen entstanden und die das Werk Little Richards weitgehend abdecken.

  • 1957 – Here’s Little Richard, Specialty LP-100 beziehungsweise 2100
  • 1958 – Little Richard – Vol. 2, Specialty LP-2103
  • 1959 – The Fabulous Little Richard, Specialty LP-2104
  • 1960 – Pray Along with Little Richard, Vol. 1, Golddisc LP-4001
  • 1960 – Pray Along with Little Richard, Vol. 2, Golddisc LP-4002
  • 1961 – It’s Real, Mercury MG-20656
  • 1964 – Little Richard Is Back, Vee-Jay LP-1107
  • 1964 – Little Richard’s Greatest Hits, Vee-Jay LP-1124
  • 1966 – Little Richard Sings His Greatest Hits – Recorded Live!, Modern-LP 1000
  • 1967 – The Wild and Frantic Little Richard, Modern LP-1003
  • 1967 – The Explosive Little Richard, Okeh LP-14117
  • 1967 – Little Richard’s Greatest Hits – Recorded Live!, Okeh LP-14121
  • 1970 – The Rill Thing, Reprise LP-6406
  • 1971 – The King Of Rock ’n’ Roll, Reprise LP-6462
  • 1972 – The Second Coming, Reprise LP-2017
  • 1972 – Southern Child, (bis 2005 unveröffentlichte Reprise-Aufnahmen), Rhino Records
  • 1973 – Right Now!, United LP-7791
  • 1979 – God’s Beautiful City, World LP-1001
  • 1986 – Lifetime Friends, Warner Bros. 4-22529
  • 1992 – Shake It All About, Disney 60849

Literatur

  • John Garodkin: Little Richard Special. 2. Auflage. Mjoelner Edition, Praestoe 1984, ISBN 87 87721 14 7. 
  • Paul MacPhail: Little Richard: The Originator Of Rock. Selbstverlag, 2008. 
  • Charles White: The Life And Times Of Little Richard. The Authorised Biography. Omnibus Press, London, New York, Paris, Sydney, Copenhagen, Berlin, Madrid, Tokyo 2003 (1984), ISBN 0-7119-9761-6. 

Little Richard beim Allmusic Guide
  • Little Richard bei der Rock ’n’ Roll AG
  • Little Richard in der deutschen und englischen Version der Internet Movie Database
  • Einzelnachweise

    1. a b c Charles White: The Life and Times of Little Richard. The Authorised Biography. Omnibus Press, London, New York, Paris, Sydney, Copenhagen, Berlin, Madrid, Tokyo 2003 (1984), ISBN 0-7119-9761-6, The Georgia Peach, S. 3–19 (Viele Veröffentlichungen nennen auch 1935 als Geburtsdatum. In Little Richards Biografie wird seine Mutter Leava Mae Penniman mit dem 5. Dezember 1932 zitiert.). 
    2. Charles White: The Life and Times of Little Richard. The Authorised Biography. Omnibus Press, London, New York, Paris, Sydney, Copenhagen, Berlin, Madrid, Tokyo 2003 (1984), ISBN 0-7119-9761-6, Get Rich Quick, S. 20–33. 
    3. Charles White: The Life and Times of Little Richard. The Authorised Biography. Omnibus Press, London, New York, Paris, Sydney, Copenhagen, Berlin, Madrid, Tokyo 2003 (1984), ISBN 0-7119-9761-6, Thinkin’ About My Mother, S. 34–42. 
    4. a b c d Charles White: The Life and Times of Little Richard. The Authorised Biography. Omnibus Press, London, New York, Paris, Sydney, Copenhagen, Berlin, Madrid, Tokyo 2003 (1984), ISBN 0-7119-9761-6, Tutti Frutti, S. 55–79. 
    5. a b c John Garodkin: Little Richard Special. 2. Auflage. Mjoelner Edition, Praestoe 1984, ISBN 87 87721 14 7, Specialty Records, S. 23-66. 
    6. a b Charles White: The Life and Times of Little Richard. The Authorised Biography. Omnibus Press, London, New York, Paris, Sydney, Copenhagen, Berlin, Madrid, Tokyo 2003 (1984), ISBN 0-7119-9761-6, Don’t Knock The Rock, S. 80–95. 
    7. a b Tony Scherman: Beackbeat. Earl Palmer’s Story. Smithsonian Institution Press, Washington, London 1999, ISBN 1-56098-844-4, S. 89–91. 
    8. a b Arnold Shaw: Rock ’n’ Roll. Die Stars, die Musik und die Mythen der 50er Jahre. 1. Auflage. Rowohlt Taschenbuch Verlag, Reinbek bei Hamburg 1978 (1974) (Originaltitel: The Rockin’ ’50s, übersetzt von Teja Schwaner), ISBN 3 499 17109 0, S. 97. 
    9. Charles Connor Biography. Abgerufen am 12. September 2008. (amerikanisch, Charles Connors offizielle Homepage. Der Autor der Texte ist unbekannt.)
    10. Nik Cohn: AWopBopaLooBopALopBamBoom. Piper, Schott, München, Mainz 1995 (1969) (Originaltitel: Pop from the Beginning, übersetzt von Teja Schwaner), ISBN 3-492-18402-2, S. 11. 
    11. Billy Vera: Remembering Lee Allen. : „Allen was a very important member of the studio band at Cosimo’s. His solos appeard on hundreds of Crescent City classics. In 1958, Allen also recorded his own instrumental record on Ember titled “Walking With Mr. Lee” which charted #54. However, it was his hard-driving solos on Little Richard and Fats Domino hits that inspired a new generation of sax players in the 1950s and 1960s. His unique and distinctive tone is still respected and often copied to this day. Allen’s use of note bending and the “growl” technique were key factors in his style.“. Abgerufen am 01. Januar 2006. (englisch, Seite aktuell nicht mehr erreichbar.)
    12. a b Dörte Hartwich-Wiechell: Pop-Musik. Analysen und Interpretationen.. Hans Gerig KG, Köln 1974, ISBN 3-87252-078-4, Rock ’n’ Roll, S. 64–72. 
    13. Eric Starr: The Everything Rock&Blues Piano Book. Adams Media, Cincinnati 2007, ISBN 978-1598692600, Little Richard, S. 192–194. 
    14. Arnold Shaw: Rock ’n’ Roll. Die Stars, die Musik und die Mythen der 50er Jahre. 1. Auflage. Rowohlt Taschenbuch Verlag, Reinbek bei Hamburg 1978 (1974) (Originaltitel: The Rockin’ ’50s, übersetzt von Teja Schwaner), ISBN 3 499 17109 0, Die Beats und die Belters. Howl!, S. 67–68. 
    15. a b Nik Cohn: AWopBopaLooBopALopBamBoom. Piper, Schott, München, Mainz 1995 (1969) (Originaltitel: Pop from the Beginning, übersetzt von Teja Schwaner), ISBN 3-492-18402-2, Klassischer Rock, S. 32–52. 
    16. Charles White: The Life and Times of Little Richard. The Authorised Biography. Omnibus Press, London, New York, Paris, Sydney, Copenhagen, Berlin, Madrid, Tokyo 2003 (1984), ISBN 0-7119-9761-6, Awop-Bop-A-Loo-Mop Alop-Bam-Boom, S. 43–51. 
    17. Nick Tosches: Unsung Heroes of Rock ′n′ Roll. 1. Auflage. Da Capo Press, New York 1999 (1991, 1984), ISBN 0-306-80891-9, Introduction, S. 1–11. 
    18. a b Charles White: The Life and Times of Little Richard. The Authorised Biography. Omnibus Press, London, New York, Paris, Sydney, Copenhagen, Berlin, Madrid, Tokyo 2003 (1984), ISBN 0-7119-9761-6, The Most I Can Offer, S. 96–107. 
    19. a b c d Charles White: The Life and Times of Little Richard. The Authorised Biography. Omnibus Press, London, New York, Paris, Sydney, Copenhagen, Berlin, Madrid, Tokyo 2003 (1984), ISBN 0-7119-9761-6, I’m Back, S. 111-121. 
    20. a b c d e Charles White: The Life and Times of Little Richard. The Authorised Biography. Omnibus Press, London, New York, Paris, Sydney, Copenhagen, Berlin, Madrid, Tokyo 2003 (1984), ISBN 0.7119.9761.6, The King Of Rock ‘n’ Roll, S. 122-144. 
    21. John Garodkin: Little Richard Special. 2. Auflage. Mjoelner Edition, Praestoe 1984, ISBN 87 87721 14 7, Vee-Jay Records, S. 83-104. 
    22. Harry Shapiro, Caesar Glebbeek: Jimi Hendrix. Electric Gypsy. Die Biographie. 1. Auflage. vgs verlagsgesellschaft, Köln 1993 (Originaltitel: Jimi Hendrix – electric gypsy, übersetzt von Ingeborg Schober), ISBN 3-8025-2243-5, S. 100f.. 
    23. John Garodkin: Little Richard Special. 2. Auflage. Mjoelner Edition, Praestoe 1984, ISBN 87 87721 14 7, Modern Records, S. 106-113. 
    24. Ken Harris: Little Richard: Greatest Hits. In: Rolling Stone. 26. Juli 1969. Abgerufen am 20. November 2008. (englisch, Das Review des Albums ist auf der Homepage des Rolling Stone unter falschem Titel und falschem Cover abgelegt.)
    25. John Garodkin: Little Richard Special. 2. Auflage. Mjoelner Edition, Praestoe 1984, ISBN 87 87721 14 7, OKeh Records, S. 115-122. 
    26. John Garodkin: Little Richard Special. 2. Auflage. Mjoelner Edition, Praestoe 1984, ISBN 87 87721 14 7, Reprise Records, S. 127-134. 
    27. John Garodkin: Little Richard Special. 2. Auflage. Mjoelner Edition, Praestoe 1984, ISBN 87 87721 14 7, Kent Records, S. 143. 
    28. a b Charles White: The Life and Times of Little Richard. The Authorised Biography. Omnibus Press, London, New York, Paris, Sydney, Copenhagen, Berlin, Madrid, Tokyo 2003 (1984), ISBN 0-7119-9761-6, Slippin’ And Slidin’, S. 165-179. 
    29. a b Charles White: The Life and Times of Little Richard. The Authorised Biography. Omnibus Press, London, New York, Paris, Sydney, Copenhagen, Berlin, Madrid, Tokyo 2003 (1984), ISBN 0-7119-9761-6, From Rock ’n’ Roll to the Rock of Ages, S. 203–214. 
    30. a b c Paul MacPhail: Little Richard: The Originator Of Rock. 2008, S. 94ff.. 
    31. a b Charles White: The Life and Times of Little Richard. The Authorised Biography. Omnibus Press, London, New York, Paris, Sydney, Copenhagen, Berlin, Madrid, Tokyo 2003 (1984), ISBN 0-7119-9761-6, Postscript – Lifetime Friend, S. 215-226. 
    32. Little Richard. In: IMDb The Internet Movie Database. Abgerufen am 23. September 2008. (englisch, von verschiedenen Autoren gepflegte Datenbank)
    33. Little Richard: The Immortals – The Greatest Artists of All Time: Little Richard. In: Rolling Stone. 15. April 2004. Abgerufen am 23. September 2008. (englisch)
    34. a b Peter Wicke: Rock Music. Culture, Aesthetics and Sociology. Cambridge University Press, Cambridge 1993 (1990) (Originaltitel: Rockmusik: zur Ästhetik und Soziologie eines Massenmediums, übersetzt von Rachel Fogg), ISBN 0 521 39914 9, ‚Roll Over Beethoven‘: new experiences in art, S. 1–27. 
    35. Nik Cohn: AWopBopaLooBopALopBamBoom. Piper, Schott, München, Mainz 1995 (1969) (Originaltitel: Pop from the Beginning, übersetzt von Teja Schwaner), ISBN 3-492-18402-2, S. 250. 
    36. 100 Records That Changed The World. In: Rocklist.net. Juni 2007. Abgerufen am 23. September 2008. (englisch, verschiedene Musiklisten, ursprünglich veröffentlicht im Mojo Magazin, darunter „100 Records That Changed the World“)
    37. a b c Charles White: The Life and Times of Little Richard. The Authorised Biography. Omnibus Press, London, New York, Paris, Sydney, Copenhagen, Berlin, Madrid, Tokyo 2003 (1984), ISBN 0-7119-9761-6, Testimonials, S. 227–231. 
    38. a b Arnold Shaw: Rock ’n’ Roll. Die Stars, die Musik und die Mythen der 50er Jahre. 1. Auflage. Rowohlt Taschenbuch Verlag, Reinbek bei Hamburg 1978 (1974) (Originaltitel: The Rockin’ ’50s, übersetzt von Teja Schwaner), ISBN 3 499 17109 0, Teenage-Ausbruch, S. 171–173. 
    39. Arnold Shaw: Black Popular Music in America. From the Spirituals, Minstrels and Ragtime to Soul, Disco and Hip-Hop. Schirmer Books, New York 1986, ISBN 978-0028723105, Black Is Beautiful, S. 209–248. 
    40. Arnold Shaw: Rock ’n’ Roll. Die Stars, die Musik und die Mythen der 50er Jahre. 1. Auflage. Rowohlt Taschenbuch Verlag, Reinbek bei Hamburg 1978 (1974) (Originaltitel: The Rockin’ ’50s, übersetzt von Teja Schwaner), ISBN 3 499 17109 0, Ende einer Ära. Tin Pan Alley 1950–1953, S. 23–79. 
    41. Charles Hamm: Putting Popular Music in it’s Place. Cambridge University Press, Cambridge 1995, ISBN 0 521 47198 2, Some Thoughts on the Measurement of Popularity in Music, S. 116–130. 
    42. Reinhard Flender, Hermann Rauhe: Popmusik. Aspekte ihrer Geschichte, Funktionen, Wirkung und Ästhetik. Wissenschaftliche Buchgesellschaft, Darmstadt 1989, Rock ’n’ Roll revolutioniert die Popmusik, S. 84–98. 
    43. Nelson George: Der Tod des Rhythm & Blues. Hannibal, Wien 1990 (Originaltitel: The Death of Rhythm & Blues, übersetzt von Lore Boas), ISBN 3-85445-051-6, Der neue Schwarze (1950–1965), S. 79–120. 
    44. a b Reebee Garofalo: Black Popular Music: Crossing Over or Going Under?. In: Tony Bennett, Simon Fritt, Lawrence Grossberg, John Sheperd, Greame Turner (Hrsg.): Rock and Popular Music. Politics, Policies, Institutions. Routledge, New York 1993, ISBN 0-415-06368-X, S. 231–248. 
    45. John Garodkin: The Influence of Little Richard. 1. Auflage. Garodkin Productions, Praestoe 1995. 
    46. Bruce Vilanch: The gay race card – Little Richard – Column. In: Bnet Business Network. 1. April 2007. Abgerufen am 26. September 2008. (englisch)
    47. Hanspeter Künzler: Nur nicht als schwul gelten. Rap, Reggae und Homophobie – eine unsausweichliche Kombination?. In: NZZ online. Neue Zürcher Zeitung, 28. Juni 2001. Abgerufen am 25. September 2008.
    48. Charlie Gillett: The Sound of the City. Die Geschichte der Rockmusik. 1. Auflage. Zweitausendeins, Frankfurt am Main 1978 (Originaltitel: The Sound of the City, übersetzt von Teja Schwaner), Fünf Stile des Rock ’n’ Roll. II, S. 47–50. 
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