Lutetium

Dieser Artikel beschäftigt sich mit dem chemischen Element Lutetium; zur geologischen Stufe Lutetium siehe Lutetium (Geologische Stufe).
Eigenschaften
Allgemein
Name, Symbol, OrdnungszahlLutetium, Lu, 71
SerieLanthanoide
Gruppe, Periode, BlockLa, 6, f
Aussehensilbrig weiß
CAS-Nummer7439-94-3
Massenanteil an der Erdhülle0,7 ppm[1]
Atomar
Atommasse174,967 u
Atomradius (berechnet)173,4 (217) pm
Elektronenkonfiguration[Xe]4f145d16s2
Elektronen pro Energieniveau2, 8, 18, 32, 9, 2
Austrittsarbeit3,3
1. Ionisierungsenergie523,5 kJ/mol
2. Ionisierungsenergie1340 kJ/mol
3. Ionisierungsenergie2022,3 kJ/mol
Physikalisch
Aggregatzustandfest
Modifikationen1
KristallstrukturHexagonal
Dichte9,841 g/cm3
Schmelzpunkt1936 K (1663 °C)
Siedepunkt3668 K (3395 °C)
Molares Volumen17,78 · 10-6 m3/mol
Verdampfungswärme355,9 kJ/mol
Schmelzwärme18,6 kJ/mol
Dampfdruck2460 Pa bei 1936 K
Spezifische Wärmekapazität150 J/(kg · K)
Elektrische Leitfähigkeit1,85 · 106 A/(V · m)
Wärmeleitfähigkeit16,4 W/(m · K)
Chemisch
Oxidationszustände3
Oxide (Basizität)(schwach basisch)
Normalpotential-2,255 V (Lu3+ + 3e- → Lu)
Elektronegativität1,27 (Pauling-Skala)
Isotope
IsotopNHt1/2ZMZE MeVZP
171Lu

{syn.}

8,24 dε1,479171Yb
172Lu

{syn.}

6,70 dε2,519172Yb
173Lu

{syn.}

1,37 aε0,671173Yb
174Lu

{syn.}

3,31 aε1,374174Yb
174mLu

{syn.}

142 dIT0,171174Lu
ε1,545174Yb
175Lu

97,41 %

Stabil
176Lu

2,59 %

3,78 · 1010 aβ1,192176Hf
176mLu

{syn.}

3,6832 hβ1,315176Hf
ε0,229176Yb
177Lu

{syn.}

6,734 dβ0,498177Hf
177mLu

{syn.}

160,4 dβ1,468177Hf
IT0,970177Lu
178Lu

{syn.}

28,4 minβ2,099178Hf
179Lu

{syn.}

4,59 hβ1,405179Hf
Sicherheitshinweise
Gefahrstoffkennzeichnung [2]

Pulver

Leicht-
entzündlich
(F)
R- und S-SätzeR: 11
S: 16-33-36/37/39
Soweit möglich und gebräuchlich, werden SI-Einheiten verwendet.
Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen.

Lutetium ist ein chemisches Element im Periodensystem der Elemente mit dem Elementsymbol Lu und der Ordnungszahl 71. Das Element gehört zur 3. Gruppe und zur 6. Periode, womit es ein Lanthanoid ist und den Metallen der Seltenen Erden zugeordnet wird.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Lutetium wurde 1905[3] von drei Wissenschaftlern unabhängig voneinander entdeckt: Carl Auer von Welsbach, Charles James und dem Franzosen Georges Urbain, der es nach dem römischen Namen von Paris, Lutetia, benannte. Im deutschen Sprachraum wurde es bis 1949 meist als Cassiopeium (chemisches Zeichen Cp) bezeichnet.

Vorkommen

In der Natur kommt Lutetium nur in Verbindungen vor. Lutetiumhaltige Minerale geringer Konzentration sind:

  • Monazit (Ce,La,Th,Nd,Y)PO4 (Lu-Gehalt < 0,01%)

Gewinnung und Darstellung

Nach einer aufwändigen Abtrennung der anderen Lutetiumbegleiter wird das Oxid mit Fluorwasserstoff zum Lutetiumfluorid umgesetzt. Anschließend wird dieses mit Calcium unter Bildung von Calciumfluorid zum metallischen Lutetium reduziert. Abtrennung verbleibender Calciumreste und Verunreinigungen erfolgen in einer zusätzlichen Umschmelzung im Vakuum.

Eigenschaften

Lutetium-Bruchstücke unter Argongas, Reinheit des Metalls: 99,999%

Das silbergraue Metall der Seltenen Erden ist sehr weich, gut dehnbar und schmiedbar.

In trockener Luft ist Lutetium recht beständig, in feuchter Luft läuft es grau an. Bei höheren Temperaturen verbrennt es zum Sesquioxid Lu2O3. Mit Wasser reagiert es sehr langsam unter Wasserstoffentwicklung zum Hydroxid.
In Mineralsäuren löst es sich unter Bildung von Wasserstoff auf.

In seinen Verbindungen liegt es in der Oxidationsstufe +3 vor, die Lu3+-Kationen bilden in Wasser farblose Lösungen.

Verwendung

Lutetium wird in Szintillator-Kristallen für die Positronen-Emissions-Tomographie verwendet. Eines der prominentesten Beispiele ist mit Cer dotiertes Lutetiumoxyorthosilicat (LSO).

Physiologie

Für Lutetium wurde bisher noch keine biologische Funktion gefunden.

Sicherheitshinweise

Lutetium und Lutetiumverbindungen sind gering toxisch. Die Metallstäube sind feuer- und explosionsgefährlich, wie viele andere auch.

Verbindungen

Einzelnachweise

  1. Harry H. Binder: Lexikon der chemischen Elemente, S. Hirzel, Stuttgart 1999, ISBN 3-7776-0736-3
  2. Lutetium bei sigma-aldrich (Pulver)
  3. Dr. E. Pilgrim: Entdeckung der Elemente, Mundus Verlag, Stuttgart 1950

 Wiktionary: Lutetium – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen und Grammatik

 Commons: Lutetium – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien
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