Mafia Insel

Lage von Mafia.

Mafia ist eine tansanische Insel, die östlich des Rufiji-Flussdeltas vor der ostafrikanischen Küste im Indischen Ozean liegt. Sie ist die südlichste Insel des Archipels Sansibar, gehört administrativ zur Verwaltungsregion Pwani und hat eine Fläche von etwa 518 km². Die Koralleninsel ist aufgrund ihrer geschützten Lage, der vielen kleinen Inseln und des Korallenriffs ein Paradies für Taucher und Schnorchler.

Tierwelt

Der 17 km breite Mafia-Kanal, der die Insel vom Festland trennt, gehört zum Verbreitungsgebiet der Gabelschwanzseekühe (Dugongs), an der Ostküste legen Meeresschildkröten ihre Eier ab. In den Korallenriffen rund um die Insel sind Königsfische, Marline, Bastardmakrelen, Fächerfische und der Große Felsendorsch zu finden.

Tourismus

Die Insel ist am sinnvollsten per Flugzeug zu erreichen. Flüge kann man am besten am Airport in Daressalam buchen. Eine Anreise mit den unregelmäßig verkehrenden Dhows ist zwar möglich, für Touristen jedoch aufgrund der unsicheren Witterungsverhältnisse und der fragwürdigen Sicherheitseinrichtungen an Bord dieser Holzsegler eher nicht empfehlenswert. Gute Unterkünfte finden sich im südöstlichen Teil der Insel. Diese befinden sich innerhalb des Territoriums des Mafia Island Marine Park. Durch die schlechte Verkehrsanbindung zum Festland ist die Insel noch relativ unberührt. Es bestehen ausgezeichnete Schnorchel- und Tauchmöglichkeiten. Über die Hotels und private Anbieter können vor Ort Tauchtouren gebucht werden. Im Meer finden sich neben den „normalen“ Riffbewohnern auch Walhaie, Meeresschildkröten und Buckelwale. Auf der kleinen vorgelagerten Insel Chole kann man Flughunde in Kolonien zu Hunderten von Tieren beobachten.

Geschichtliches

Die ältesten archäologischen Funde belegen bereits für das 8. Jahrhundert Handelsbeziehungen zwischen Mafia und den umliegenden Gebieten (Madagaskar, Mosambik, Arabische Halbinsel).

Während des 16. und 17. Jahrhunderts war Portugal die vorherrschende Kolonialmacht im ostafrikanischen Raum, unterhielt jedoch nur an strategisch wichtigen Punkten (Beispiel: Mombasa) befestigte Anlagen zur Kontrolle des Handels und zur Sicherung der Seewege nach Indien und den Molukken. 1698 unterlagen die Portugiesen omanischen Arabern, die von nun an das Gebiet zwischen Lamu und Kilwa, einschließlich Mafias, kontrollierten.

Im deutsch-britischen Helgoland-Sansibar-Vertrag von 1890 wurde die Insel der deutschen Interessenssphäre zugeordnet. Jedoch konnte erst 1892 nach einer Zahlung von 4 Millionen Reichsmark an den damaligen Sultan von Oman, Syed Ali ben Saad, das Deutsche Reich die Insel und ein Territorium an der gegenüberliegenden Küste übernehmen, die später zusammen mit weiteren Erwerbungen die Kolonie Deutsch-Ostafrika bildeten. Einige Monate nach Ausbruch des Ersten Weltkrieges besetzten am 10. Januar 1915 britische Einheiten die Insel Mafia, 1918 den Rest der deutschen Kolonie. Der Völkerbund überantwortete anschließend beides als Mandatsgebiet an Großbritannien, das die Gebiete als Tanganjika am 9. Dezember 1961 in die Unabhängigkeit entließ (seit 1964: Tansania).

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