Miao

Dieser Artikel beschäftigt sich mit dem Volk der Miao; zur Sprache der Miao siehe Hmong (Sprache), zur gleichnamigen Großgemeinde (庙镇) im Kreis Chongming, Stadt Shanghai, siehe Miao (Chongming).

Die Miao (chin. 苗族, Miáozú; viet. Mẹo), außerhalb Chinas auch Hmong genannt, sind ein indigenes Volk Ostasiens. Sie leben hauptsächlich in den bewaldeten Berggebieten Südchinas, Laos, Vietnams und Thailands. Sie gehören zu den Miao-Yao-Völkern und zählen allein in China deutlich über neun Millionen Menschen.

Laos: Heiratsfähige Hmong-Frauen in Phonsavan warten auf potentielle Ehemänner.

Während des Vietnamkrieges bildeten die USA Hmong-Truppen aus, die mit ihnen gemeinsam gegen die Truppen der südvietnamesischen FNL und der Pathet Lao kämpften.

2004 haben die USA ein Umsiedlungsprojekt in Angriff genommen: Die meisten der staatenlosen Flüchtlinge sollen binnen zwei Jahren in die USA überführt werden, vorwiegend nach Fresno und Merced (California) sowie St. Paul (Minnesota).

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Die Wurzeln der Miao (Hmong)

Die Geschichte der Miao (Hmong) ist schwer zu erforschen, da sie hauptsächlich aus mündlichen Überlieferungen, vor allem Mythen und Sagen abgeleitet werden muss. Darüber hinaus gibt es seit etwa 2000 Jahren reichhaltige schriftliche Aufzeichnungen über die Miao in den chinesischen Chroniken und Geschichtsbüchern. Eigene schriftliche Überlieferungen sind erst seit dem 17. Jahrhundert vorhanden, als europäische Missionare ihre Arbeit in China aufnahmen. Die ethnischen Wurzeln der Miao (Hmong) gehen vermutlich 4000 Jahre zurück.

Es ist nicht bekannt wo die Miao (Hmong) ihren Ursprung haben, aber Wissenschaftler glauben, dass sie ursprünglich aus dem Westen Eurasiens, über Sibirien und die Mongolei, bis ans Gelbe Meer und ins Einzugsgebiet des Huang He wanderten. Als Beweis für diese Theorie wird die blonde Haarfarbe einiger Miao (Hmong) angesehen, was unter ostasiatischen Menschen sonst nur bei Mongolen, Kasachen und einigen sibirischen Völkern hin und wieder vorkommt.[1]

Weiter heißt es, dass sich zur gleichen Zeit die Han-Chinesen an diesen Orten niederließen und beide ethnischen Gruppen über einige Jahrtausende miteinander co-existierten. Während die Han-Chinesen einen expandierenden Agrarstaat errichteten wurden die Miao von der schnell wachsenden han-chinesischen Bevölkerung immer weiter nach Süden und in die Berggebiete zurückgedrängt. So wurden sie zu einer ethnischen Minderheit Chinas. Besonders während der Qing-Dynastie (1644–1911) kam es immer wieder zu Aufständen der Miao, die blutig niedergeschlagen wurden. Erst mit Gründung der Volksrepublik China erlangten die Miao eine gleichberechtigte Stellung in der chinesischen Gesellschaft.

Heutzutage sind die Miao (Hmong) eine der zerstreutesten Bevölkerungsgruppen weltweit. Sie leben vor allem in China, Vietnam, Laos und Thailand. Sie wanderten aber auch in die USA, nach Kanada, Australien und Europa aus.

Je nachdem auf welches Territorium man sich bezieht, dienen die Namen “Hmung, “Hmu”, “Meo” oder “Meau” als Synonym für “Miao” und “Hmong”. Viele Miao(Hmong) außerhalb Chinas bevorzugen Varianten von “Hmong” als Eigenbezeichnung. Einige glauben, dass “Miao” im Chinesischen “Barbaren” bedeute. Tatsächlich war “Miao” vor Gründung der Volksrepublik China eine Sammelbezeichnung für verschiedene Völker Südchinas, unter der auch viele ethnische Gruppen geführt wurden, die sich nicht zu den Miao zählen. Miaozu (苗族), also “Miao-Volk” hat aber überhaupt nichts mit den chinesischen Begriffen für Barbaren zu tun und würdigt die Miao auch in keiner Weise herab. Aus diesem Grund ist auch von den Miao Chinas keinerlei Unzufriedenheit mit ihrer Bezeichnung bekannt. Aus der Sicht vieler Miao außerhalb Chinas bedeutet Hmong “freie Menschen”. (siehe: Hmong Women and Reproduction), was ihren Wunsch nach einem Leben in Freiheit zum Ausdruck bringt. Die tatsächliche Bedeutung des Wortes ist allerdings unklar, vermutlich handelt es sich – so wie “Meo” und “Meau” – einfach nur um eine andere Aussprache des chinesischen Schriftzeichens miao (苗).

Weltweit sind 70–80 verschiedene Gruppen bekannt, die sich vor allem an der Kleidung unterscheiden.[2]

Indochinakriege (1946–1975)

Bereits die zurückkehrenden französischen Kolonialherren begannen unter den Hmong mit der Rekrutierung von Söldnergruppen. Betrieben wurde dies von einer speziell zu diesem Zweck gegründeten Geheimdiensteinheit MACG. Zur Zeit der Indochinakonferenz standen 40000 einheimische Bewaffnete unter dem Kommando von rund 400 französischen Offizieren. Die Aktion, ausdrücklich von General Raoul Salan genehmigt, finanzierte sich aus dem Verkauf des von den Hmong angebauten Opiums, das unter strengster Geheimhaltung (Operation X) zunächst von der französischen Luftwaffe, abtransportiert wurde.[3]

“The Secret War” werden Kampfhandlungen im Königreich von Laos während des amerikanisch geführten Vietnamkriegs genannt. Zu diesem Zeitpunkt wurde die Neutralität von Laos ausgerufen, was durch mehrere Abkommen mit den Vereinigten Staaten sichergestellt wurde. Daher war es für amerikanische Streitkräfte nicht möglich, offen an den Kampfhandlungen teilzunehmen, als Truppen der Demokratischen Republik Vietnam Operationen in Laos begannen.[4]

Daraus ergab sich, dass die amerikanische “Central Intelligence Agency” (CIA) ebenfalls, ohne das Wissen der Öffentlichkeit, in diesem Gebiet zu operieren begann. Dies diente dazu, öffentlicher Kritik auszuweichen und offiziell die Neutralität von Laos zu wahren. Daher bekam dieser Krieg den Namen “The Secret War”. Zur Finanzierung wurde von den lokalen Potentaten weiterhin auf den illegalen Opiumexport gesetzt, zu Transportzwecken dienten nun private Charterfluggesellschaften, die kollektiv als Air Opium bekannt sind.[5]

Im Jahr 1961 bildete die CIA rund 9.000 Hmong zu Kampfzwecken gegen die Truppen der Demokratischen Republik Vietnam aus, da diese mit dem Territorium vertraut waren.[6] Als die Kampfhandlungen 1963 außer Kontrolle zu geraten drohten, rekrutierte die CIA weitere 20.000 Hmong. Alles in allem kämpften etwa 30.000 Hmong während des Krieges auf der Seite der Vereinigten Staaten von Amerika.[7] Im Jahre 1964 nahmen Hmong an einem Luftkrieg teil, was allerdings nur durch die Unterstützung der CIA möglich war. Die Verluste der Truppen der Hmong in Vietnam sind im Vergleich mit den amerikanischen Truppen um das Zehnfache höher. Das ist darauf zurückzuführen, dass immer wieder Hmong-Soldaten geopfert wurden, um mit Flugzeugen abgestürzte amerikanische Soldaten zu retten.

150.000 Tonnen Bomben wurden während dieser Zeit in Laos abgeworfen. Das ist mehr als die gesamte Bombenlast, die während des Zweiten Weltkriegs abgeworfen wurde. Weiterhin wurde ein Viertel der laotischen Bevölkerung obdachlos.[8]

Quincy, ein Autor, der über die Hmong schreibt, fasst den Krieg folgendermaßen zusammen: „Nach dreißig Jahren von mehr oder weniger anhaltenden Kriegen und dem Verlust von ungefähr einem Drittel des Bevölkerunganteils, sind die laotischen Hmong dort angekommen wo alles begann; arm, unterdrückt, und nach Freiheit strebend.“

Der Journalist Thomas Fuller veröffentlichte 2007 in der International Herald Tribune[9] eine Reportage über das heutige Leben der ehemaligen Dschungelkämpfer[10]

Verbreitung

Weltweit

Die Miao leben zum größten Teil in der Volksrepublik China. Ihre Zahl dort liegt deutlich über neun Millionen. Weitere Verbreitungsgebiete sind:

Volksrepublik China

Beim Zensus im Jahre 2000 wurden in China 8.940.116 Miao gezählt. Verteilung der Miao-Bevölkerung in China (Provinzebene):

VerwaltungsgebietAnteil 2000Anteil 1990
Provinz Guizhou48,1 %49,84 %
Provinz Hunan21,49 %21,05 %
Provinz Yunnan11,67 %12,12 %
Stadt Chongqing5,62 %
Autonomes Gebiet Guangxi5,18 %5,75
Provinz Hubei2,4 %2,71 %
Provinz Sichuan1,65 %7,24 % (inkl. Chongqing)
Provinz Guangdong1,35 % ?
Provinz Hainan0,69 % ?
Rest Chinas1,85 % ?

In der Provinz Guizhou sind 12,2 % (1990: 11,38 %) der Gesamtbevölkerung Miao, in Hunan 3,04 % (2,57 %), in Yunnan 2,46 % (2,43 %), in Chongqing 1,65 % und in Guangxi 1,06 % (1,01 %).

Verbreitungsgebiete der Miao Chinas auf Kreisebene (2000)

Hier wurden nur Werte ab 0,25 % berücksichtigt. AG = Autonomes Gebiet; AB = Autonomer Bezirk; AK = Autonomer Kreis.

übergeordnete Provinzebeneübergeordnete BezirksebeneKreis, Stadt, StadtbezirkAnzahl der Miao % aller Miao Chinas
Provinz GuizhouAB Qiandongnan der Miao und DongStadt Kaili (凯里市)274.2383,07 %
Stadt ChongqingkeineAK Pengshui der Miao und Tujia (彭水苗族土家族自治县)273.4883,06 %
Provinz HunanStadt HuaihuaAK Mayang der Miao (麻阳苗族自治县)263.4372,95 %
Provinz GuizhouRegierungsbezirk TongrenAK Songtao der Miao (松桃苗族自治县)228.7182,56 %
Provinz HunanStadt HuaihuaKreis Yuanling (沅陵县)217.6132,43 %
Provinz HunanAB Xiangxi der Tujia und MiaoKreis Huayuan (花垣县)192.1382,15 %
Provinz HunanAB Xiangxi der Tujia und MiaoKreis Fenghuang (凤凰县)185.1112,07 %
Provinz HunanStadt ShaoyangKreis Suining (绥宁县)184.7842,07 %
AG Guangxi der ZhuangStadt LiuzhouAK Rongshui der Miao (融水苗族自治县)168.5911,89 %
Provinz GuizhouAB Qiandongnan der Miao und DongKreis Huangping (黄平县)161.2111,8 %
Provinz GuizhouStadt ZunyiAK Wuchuan der Gelao und Miao (务川仡佬族苗族自治县)157.3501,76 %
Provinz HunanStadt ShaoyangAK Chengbu der Miao (城步苗族自治县)136.9431,53 %
Provinz GuizhouAB Qiandongnan der Miao und DongKreis Taijiang (台江县)135.8271,52 %
Provinz GuizhouAB Qiandongnan der Miao und DongKreis Congjiang (从江县)129.6261,45 %
Provinz GuizhouStadt LiupanshuiKreis Shuicheng (水城县)126.3191,41 %
Provinz HunanStadt HuaihuaAK Jingzhou der Miao und Dong (靖州苗族侗族自治县)114.6411,28 %
Provinz GuizhouStadt AnshunAK Ziyun der Miao und Bouyei (紫云苗族布依族自治县)114.4441,28 %
Provinz GuizhouAB Qiandongnan der Miao und DongKreis Jianhe (剑河县)112.9501,26 %
Provinz HunanAB Xiangxi der Tujia und MiaoStadt Jishou (吉首市)112.8561,26 %
Provinz GuizhouRegierungsbezirk TongrenKreis Sinan (思南县)112.4641,26 %
Provinz GuizhouAB Qiandongnan der Miao und DongKreis Leishan (雷山县)110.4131,24 %
Provinz HunanAB Xiangxi der Tujia und MiaoKreis Luxi (泸溪县)107.3011,2 %
Provinz GuizhouAB Qiandongnan der Miao und DongKreis Tianzhu (天柱县)106.3871,19 %
Provinz GuizhouAB Qiandongnan der Miao und DongKreis Danzhai (丹寨县)104.9341,17 %
Provinz GuizhouAB Qiandongnan der Miao und DongKreis Rongjiang (榕江县)96.5031,08 %
Provinz GuizhouAB Qiannan der Bouyei und MiaoKreis Huishui (惠水县)91.2151,02 %
Provinz YunnanAB Wenshan der Zhuang und MiaoKreis Guangnan (广南县)88.4440,99 %
Stadt ChongqingkeineAK Youyang der Tujia und Miao (酉阳土家族苗族自治县)85.1820,95 %
AG Guangxi der ZhuangStadt BaiseAK Longlin mehrerer Nationalitäten (隆林各族自治县)84.6170,95 %
Provinz GuizhouRegierungsbezirk BijieKreis Zhijin (织金县)81.0290,91 %
Provinz YunnanAB Honghe der Hani und YiAK Jinping der Miao, Yao und Dai (金平苗族瑶族傣族自治县)80.8200,9 %
Provinz GuizhouStadt AnshunStadtbezirk Xixiu (西秀区)79.9060,89 %
Provinz GuizhouAB Qiandongnan der Miao und DongKreis Jinping (锦屏县)78.4410,88 %
Provinz GuizhouStadt ZunyiAK Daozhen der Gelao und Miao (道真仡佬族苗族自治县)76.6580,86 %
Provinz GuizhouAB Qiandongnan der Miao und DongKreis Liping (黎平县)75.7180,85 %
Provinz YunnanAB Wenshan der Zhuang und MiaoKreis Maguan (马关县)73.8330,83 %
Provinz GuizhouRegierungsbezirk BijieKreis Nayong (纳雍县)72.8450,81 %
Provinz GuizhouAB Qiannan der Bouyei und MiaoStadt Duyun (都匀市)71.0110,79 %
Provinz HubeiAB Enshi der Tujia und MiaoKreis Laifeng (来凤县)70.6790,79 %
Provinz GuizhouAB Qiandongnan der Miao und DongKreis Majiang (麻江县)68.8470,77 %
Stadt ChongqingkeineAK Xiushan der Tujia und Miao (秀山土家族苗族自治县)66.8950,75 %
Provinz GuizhouAB Qiandongnan der Miao und DongKreis Shibing (施秉县)66.8900,75 %
Provinz YunnanAB Wenshan der Zhuang und MiaoKreis Qiubei (丘北县)66.8260,75 %
Provinz GuizhouStadt GuiyangStadtbezirk Huaxi (花溪区)62.8270,7 %
Provinz HunanAB Xiangxi der Tujia und MiaoKreis Longshan (龙山县)61.7090,69 %
Provinz GuizhouRegierungsbezirk BijieKreis Qianxi (黔西县)60.4090,68 %
Provinz YunnanAB Honghe der Hani und YiAK Pingbian der Miao (屏边苗族自治县)60.3120,67 %
Provinz GuizhouRegierungsbezirk BijieAK Weining der Yi, Hui und Miao (威宁彝族回族苗族自治县)60.1570,67 %
Stadt ChongqingkeineStadtbezirk Qianjiang (黔江区)59.7050,67 %
Provinz HunanAB Xiangxi der Tujia und MiaoKreis Baojing (保靖县)57.4680,64 %
Provinz YunnanAB Wenshan der Zhuang und MiaoKreis Wenshan (文山县)57.3030,64 %
Provinz HunanAB Xiangxi der Tujia und MiaoKreis Guzhang (古丈县)54.5540,61 %
Provinz HubeiAB Enshi der Tujia und MiaoStadt Lichuan (利川市)53.5900,6 %
Provinz GuizhouAB Qianxi’nan der Bouyei und MiaoKreis Qinglong (晴隆县)53.2050,6 %
AG Guangxi der ZhuangStadt LiuzhouAK Sanjiang der Dong (三江侗族自治县)53.0760,59 %
Provinz GuizhouRegierungsbezirk BijieKreis Dafang (大方县)52.5470,59 %
Provinz YunnanAB Wenshan der Zhuang und MiaoKreis Yanshan (砚山县)51.6240,58 %
Provinz GuizhouStadt LiupanshuiSondergebiet Liuzhi (六枝特区)50.8330,57 %
Provinz GuizhouAB Qiannan der Bouyei und MiaoKreis Changshun (长顺县)48.9020,55 %
Provinz GuizhouAB Qiannan der Bouyei und MiaoStadt Fuquan (福泉市)48.7310,55 %
Provinz YunnanAB Honghe der Hani und YiKreis Mengzi (蒙自县)48.1320,54 %
Provinz GuizhouRegierungsbezirk TongrenStadt Tongren (铜仁市)47.0800,53 %
Provinz YunnanAB Wenshan der Zhuang und MiaoKreis Malipo (麻栗坡县)45.6550,51 %
Provinz YunnanStadt ZhaotongKreis Yiliang (彝良县)44.7360,5 %
Provinz GuizhouStadt AnshunKreis Pingba (平坝县)44.1070,49 %
Provinz GuizhouAB Qiannan der Bouyei und MiaoAK Sandu der Sui (三都水族自治县)43.4640,49 %
Provinz GuizhouAB Qiannan der Bouyei und MiaoKreis Guiding (贵定县)42.4500,47 %
Provinz GuizhouRegierungsbezirk TongrenAK Yinjiang der Tujia und Miao (印江土家族苗族自治县)42.4310,47 %
Provinz GuizhouAB Qiannan der Bouyei und MiaoKreis Longli (龙里县)40.0960,45 %
Provinz GuizhouStadt GuiyangStadt Qingzhen (清镇市)39.8450,45 %
Provinz GuizhouAB Qianxi’nan der Bouyei und MiaoKreis Wangmo (望谟县)39.4910,44 %
Provinz GuizhouRegierungsbezirk BijieStadt Bijie (毕节市)38.5080,43 %
Provinz HunanAB Xiangxi der Tujia und MiaoKreis Yongshun (永顺县)37.6760,42 %
Provinz GuizhouRegierungsbezirk BijieKreis Hezhang (赫章县)37.1280,42 %
Provinz YunnanStadt ZhaotongKreis Weixin (威信县)36.2930,41 %
Provinz GuizhouAB Qiandongnan der Miao und DongKreis Sanhui (三穗县)35.7450,4 %
Provinz GuizhouAB Qiannan der Bouyei und MiaoKreis Luodian (罗甸县)35.4630,4 %
Provinz GuizhouStadt AnshunAK Zhenning der Bouyei und Miao (镇宁布依族苗族自治县)34.3790,38 %
Provinz HubeiAB Enshi der Tujia und MiaoKreis Xuan’en (宣恩县)34.3540,38 %
Provinz HunanStadt HuaihuaKreis Huitong (会同县)33.9770,38 %
Provinz GuizhouAB Qianxi’nan der Bouyei und MiaoKreis Anlong (安龙县)32.9260,37 %
Provinz GuizhouRegierungsbezirk BijieKreis Jinsha (金沙县)31.8840,36 %
Provinz SichuanStadt LuzhouKreis Xuyong (叙永县)30.3620,34 %
Provinz GuizhouStadt AnshunKreis Puding (普定县)30.2540,34 %
Provinz SichuanStadt YibinKreis Xingwen (兴文县)30.0200,34 %
Provinz GuizhouStadt AnshunAK Guanling der Bouyei und Miao (关岭布依族苗族自治县)29.7460,33 %
AG Guangxi der ZhuangStadt BaiseKreis Xilin (西林县)28.9670,32 %
AG Guangxi der ZhuangStadt GuilinKreis Ziyuan (资源县)27.8270,31 %
Provinz HubeiAB Enshi der Tujia und MiaoKreis Xianfeng (咸丰县)27.6680,31 %
Provinz GuizhouStadt GuiyangStadtbezirk Nanming (南明区)27.4600,31 %
Provinz YunnanStadt ZhaotongKreis Zhenxiong (镇雄县)26.9630,3 %
Provinz YunnanAB Wenshan der Zhuang und MiaoKreis Funing (富宁县)26.3960,3 %
Provinz GuangdongStadt DongguanStadtbezirk (市辖区)26.2410,29 %
Provinz GuizhouRegierungsbezirk TongrenKreis Jiangkou (江口县)25.5880,29 %
Provinz GuizhouStadt LiupanshuiKreis Pan (盘县)25.4280,28 %
AG Guangxi der ZhuangStadt GuilinAK Longsheng mehrerer Nationalitäten (龙胜各族自治县)24.8410,28 %
Provinz GuizhouAB Qianxi’nan der Bouyei und MiaoKreis Xingren (兴仁县)24.1300,27 %
Provinz HunanStadt HuaihuaAK Zhijiang der Dong (芷江侗族自治县)23.6980,27 %
Provinz YunnanAB Honghe der Hani und YiStadt Kaiyuan (开远市)23.5040,26 %
Provinz GuizhouAB Qianxi’nan der Bouyei und MiaoKreis Zhenfeng (贞丰县)23.0540,26 %
Provinz GuizhouAB Qiannan der Bouyei und MiaoKreis Pingtang (平塘县)22.9800,26 %
Provinz GuizhouAB Qiandongnan der Miao und DongKreis Zhenyuan (镇远县)22.8830,26 %
Provinz GuizhouAB Qianxi’nan der Bouyei und MiaoKreis Pu’an (普安县)22.6830,25 %
Provinz GuizhouStadt GuiyangStadtbezirk Wudang (乌当区)22.4680,25 %
Rest Chinas1.246.04013,94 %

Kultur

Familienleben

Eine Familie zu haben bedeutet glücklich zu sein. Keine zu haben, bedeutet verloren zu sein.

Dieses Sprichwort der Miao (Hmong) verdeutlicht die Rolle der Familie in der Kultur der Miao. Sozial- und Familienzusammenhalt sind das Wichtigste in der Kultur der Miao und nehmen daher eine wesentlich höhere Bedeutung als in westlichen Kulturen ein. Das ist auch der Grund, warum jeder Miao einem Stamm angehört. Der Stamm ist ein Zusammenschluss aus mehrerer Familien, der dafür sorgen soll, dass soziale Bindungen, Sicherheit, Wohlergehen und nicht zuletzt Machtpositionen der Gruppe gefestigt werden. Die Zugehörigkeit zu einem Stamm wird mit der Geburt festgelegt. Lediglich weibliche Miao können die Zugehörigkeit zu einem Stamm durch Einheiraten wechseln.

Hochzeiten zwischen Angehörigen des gleichen Stammes sind nicht üblich, wohl auch, um Inzucht vorzubeugen. In der Regel heiratet dabei ein Mann so viele Frauen, wie er ernähren kann. Stammesmitglieder bezeichnen sich untereinander als Geschwister. Benötigt ein Mitglied Hilfe, so wird ihm diese von seinem Stamm gestellt, auch wenn keine persönliche Beziehung zwischen den Betroffenen bestehen sollte.

Die Familie ist die wichtigste Institution im Leben der Miao. Verantwortung und Autorität einzelner Familienangehörigen sind altersabhängig. Je älter eine Person, desto mehr Autorität besitzt sie. Entscheidungen der Familienältesten werden daher immer – im Gegensatz zu Entscheidungen anderer Stammesangehöriger – hingenommen und nicht hinterfragt. In dieses System gehört auch, dass sich jedes ältere Kind für das nächst jüngere innerhalb der Familie zu verantworten hat. Letztendlich ist bei dieser Art der Pflichtenverteilung das älteste Kind für alle jüngeren vor seinen Eltern verantwortlich. Im gesellschaftlichen Kontext haben Eltern daher weniger Einzelverantwortung für ihre Kinder als in anderen menschlichen Ordnungssystemen.

Jedes Familienmitglied hat eine spezielle Funktion auszufüllen. Dies gilt auch für die Ältesten, denn diese werden wegen ihrer großen Lebenserfahrung geschätzt. Ratschläge werden daher zumeist bei den Großeltern eingeholt. Diese und die anderen Ältesten helfen auch bei der Kindererziehung.

Traditionell sind die Männer und ihren ältesten Kindern für die Nahrungsbeschaffung zuständig. Dazu gehen sie entweder Jagen, oder betreiben Landwirtschaft. Außer Näharbeiten müssen sich die Frauen um eventuell vorhandene Tiere kümmern sowie alle anderen Arbeiten erledigen, die ihnen von ihren Männern oder engeren Verwandten, aufgetragen werden.

Sprache

Hauptartikel: Sprachen der Miao (Hmong)

Die Sprachen der Miao (Hmong) gehören zur Sprachgruppe der Hmong-Mien-Sprachen (Miao-Yao-Sprachen). Es gibt mehrere Schriftsprachen.

Chinesische Wissenschaftler zählen die Miao-Yao-Sprachen in der Regel zur Sprachfamilie der sinotibetischen Sprachen.

In China werden auch Menschen der Miao-Nationalität hinzu gerechnet, die nicht Miao sprechen. In Chengbu und Suining (Hunan), in Longsheng und Ziyuan (Guangxi) und in Jinping (Guizhou) gibt es Miao, die Chinesisch sprechen (insgesamt etwa 100.000); in Sanjiang (Guangxi) werden Sprecher der Dong/Gaeml-Sprache den Miao zugerechnet (über 30.000); in der Inselprovinz Hainan werden Yao-Sprecher den Miao zugerechnet (über 100.000).

Siehe auch: Völker Vietnams

Literatur

  • Nusit Chindarsi: The Religion of the Hmong Njua. The Siam Society, Bangkok 1976
  • Pranee Liamouttong Rice: Hmong Women and Reproduction. Bergin & Garvey, Westport/Conn. 2000, ISBN 0-89789-679-3, S. 4.
  • Wu Xinfu 伍新福, Long Boya 龙伯亚: Miaozu shi 苗族史 (Geschichte der Miao). Sichuan minzu chubanshe 四川民族出版社 (Nationalitätenverlag Sichuan), Chengdu 1992, ISBN 7540908572.

Weblinks zu zu

Einzelnachweise

  1. http://www.north-by-north-east.com/articles/05_04_2.asp 1. April 2007.
  2. http://www.britannica.com/eb/article-9052436/Miao 9. April 2007.
  3. McCoy, Alfred; The Politics of Heroin; New York 1991 (rev. ed.; Orig. 1972); ISBN 1-55652-126-X, Vielzahl Stellen
  4. https://www.cia.gov/csi/studies/winter99-00/art7.html 6. April 2007.
  5. McCoy, Alfred (1991), S 134
  6. http://www.jefflindsay.com/hmong.shtml 17. März 2007.
  7. http://secret-war.foosquare.com/ 9. April 2007.
  8. http://encarta.msn.com/encyclopedia_761552642_3/Vietnam_War.html#p100 9. April 2007.
  9. http://www.iht.com/articles/2007/12/16/asia/laos.php 16. Dezember 2007.
  10. Bildergalerie New York Times
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