Michel Portal

Michel Portal, Brügge, Concertgebouw, 2006

Michel Portal (* 27. November 1935 in Bayonne) ist ein französischer Musiker.

Inhaltsverzeichnis

Wirken

Michel Portal hatte eine klassische Ausbildung als Klarinettist am Pariser Konservatorium und schloss diese mit einem ersten Preis im Jahre 1958 ab. Portal engagierte sich zu Beginn seiner musikalischen Karriere für die Klassische Musik und war von 1967 an Mitglied des Ensembles Musique Vivante für die zeitgenössische europäische Konzertmusik (u.a. wegweisende Interpretationen von Luciano Berio und Karlheinz Stockhausen).

Daneben widmete er sich u. a. als Begleiter von Édith Piaf auch der populären Musik. Mitte der 1960er Jahre interessierte ihn zunehmend auch der Jazz und er spielte Bassklarinette und Altsaxophon bei u.a. Jef Gilson, François Tusques, Jean-Luc Ponty und André Hodeir. Später kam noch das Bandoneon hinzu (erstmals zu hören in Mauricio Kagels “Exotica”). Seit Anfang der 1970er Jahre ist er einer der profilierten Vertreter des französischen Free Jazz. Neben dem Komponisten und Posaunisten Vinko Globokar, Jean-Pierre Drouet und Carlos Roqué Alsina war er Mitbegründer des Improvisations-Quartetts New Phonic Art. In der Folge erweitert Michel sein Repertoire und den Blick auf den Jazz, indem er mit vielen internationalen Musikern spielt. So setzt er seine in den 1960ern begonnene Kooperation mit Joachim Kühn fort, spielt aber ebenso mit Musikern wie Jack DeJohnette, Daniel Humair, Barre Phillips, John Surman, Dave Liebman, Nguyên Lê oder Yaron Herman. Portal spielt auch im Duo mit dem Akkordeon-Spieler Richard Galliano.

Neben der musikalischen Praxis, die sich in vielen Veröffentlichungen dokumentiert, schrieb Michel Portal viele Filmmusiken und ist als Interpret der “Neuen Musik” und klassischer Klarinettenkonzerte aktiv.

Preise und Auszeichnungen (Auswahl)

Diskographische Hinweise (Auswahl)

  • 1966 André Hodeir: Anna Livia Plurabelle
  • 1969 Our meanings and our feelings; Karlheinz Stockhausen: Aus den sieben Tagen
  • 1970 Alan Silva and the Celestrial Communication Orchestra: Seasons; Mauricio Kagel: Exotica
  • 1971 Splendid Yzlment; New Phonic Art
  • 1972 Michel Portal Unit: A Chateauvallon – No, no but it may be
  • 1974/81 L’ombre rouge
  • 1976 Chateauvallon ‘76
  • 1979 Dejarmé Solo
  • 1983 Le retour de Martin Guerre/Balles perdues.
  • 1984 Les Cavaliers de L’Orage
  • 1985 Bras de fer
  • 1987 Turbulence; Men’s Land
  • 1988 Portal/Kühn/Humair/Solal/Jenny-Clark: 9-11 p.m. at the Town Hall
  • 1991/92 Any way
  • 1994/95 Musiques de Cinemas
  • 1995 Michel Portal – Richard Galliano: Live
  • 1997 Dockings
  • 2000 Michel Portal/Steven Kent/Mino Cinelu: Burundi
  • 2001/02 Minneapolis We Insist!
  • 2004 Michel Portal – Richard Galliano: Concerts

Zitate

„(Auf die Frage, was denn für ihn der Unterschied zwischen Jazz und Neuer Musik sei:) „Wenn ich Neue Musik spiele, wohne ich in einem guten Hotel“

M.Portal: nach: Jazz in Nordrhein-Westfalen seit 1946, S. 327 (hrsg. v. Robert von Zahn)

„Ich will kein Stan Getz sein, der sich drei Sklaven nimmt, damit sie ihn – natürlich sehr gut – begleiten. Ich will Musik mit Typen machen, die sich verstehen, die spielen.“

M.Portal

„Jazz bietet mir die einzige Möglichkeit, frei zu sein, zu schweben, zu träumen.“

M.Portal

Gesamtdiskografie

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