Monstranz

Eine Monstranz aus der Eremitenkirche zu Warfhuizen in den Niederlanden

Eine Monstranz (v. lat.: monstrare, „zeigen“) ist ein kostbares, mit Gold und Edelsteinen gestaltetes liturgisches Schaugerät mit einem Fensterbereich, in dem eine konsekrierte Hostie zur Verehrung und Anbetung ausgesetzt wird. Monstranzen sind seit dem 13. Jahrhundert üblich.

Inhaltsverzeichnis

Typen

Die Kunstgeschichte unterscheidet drei Typen: Die Turm/Altarretabel/Laternen-Monstranzen (seit der späten Gotik zur sichtbaren Aufbewahrung im Sakramentshaus), die Scheibenmonstranz der Renaissance und die Sonnen/Strahlen-Monstranzen insbesondere des Barocks, eine Weiterformung der Scheibenmonstranz.

Aufgebaut ist eine Monstranz aus Fuß, Schaft und Aufsatz. Die halbrunde (oder auch kreisrunde) Vorrichtung zur Befestigung der Hostie im Aufsatz heißt wegen ihrer halbmondartigen Form Lunula (v. lat.: luna = Mond).

Die Ausschmückung kann so weit gehen, dass die ganze Monstranz figürlich ausgebildet ist, z. B. als Lebensbaum, Wurzel Jesse oder mit den (Diözesan-)Heiligen. Eine weitere Besonderheit ist diejenige Statuen-Monstranz, bei der Maria dargestellt ist, die Jesus in der Gestalt der Hostie in ihrem Leib birgt. Eine Sonderform ist die bis zu drei Metern hohe, mehrgeschossige Monstranz, die in Spanien und Portugal auf einem Wagen oder von mehreren Personen getragen bei Prozessionen mitgeführt wird. In der Kunst der Gegenwart reduziert sich die Monstranz auf eine Kreisform.

Verwendung

Die Monstranz aus der Kirche Zum Guten Hirten in Berlin aus dem Jahr 1920

Für die Monstranz kann jede konsekrierte Hostie verwendet werden, doch werden häufig besonders große oder mit einem geprägten Bild verzierte Hostien in die Monstranz eingelegt.

Die Katholische Kirche verwendet Monstranzen im Rahmen von Sakramentsprozessionen vor allem an Fronleichnam, bei der eucharistischen Anbetung und zu Segensandachten. Während der Prozession und beim eucharistischen Segen hält der Priester oder der Diakon die Monstranz nicht mit bloßen, sondern mit in einem speziellen Schultertuch - dem Velum - verhüllten Händen. Die Verhüllung der Hände ist ein antiker Ehrfurchtsgestus und dient außerdem zum Schutz der kostbaren Metallgeräte. Außerdem wird die Monstranz auf einem würdig gestalteten Podest erhöht ausgesetzt, so dass sie von allen Anwesenden gesehen werden kann. Mit der Monstranz wird der Eucharistische Segen erteilt. Zuvor wird in der Liturgie das Tantum ergo gesungen.

Wenn das Allerheiligste nicht ausgesetzt ist, wird es in der Custodia im Tabernakel aufbewahrt.

Andechser Dreihostienmonstranz

Eine ganz besondere Monstranz befindet sich in der Kloster- und Wallfahrtskirche St. Maria in Andechs. Darin befinden sich drei in Bergkristall eingelegte Hostien, die auf Papst Leo IX. und Papst Gregor I. den Großen zurückgehen. Auf den konsekrierten Hostien seien folgende blutende Zeichen erschienen: ein Fingerglied, ein Kreuz und die Inschrift IHS. Diese Dreihostienmonstranz bildet den Mittelpunkt des Andechser Reliquienschatzes.

Ähnliche liturgische Gefäße

Es gibt auch Reliquiare, die monstranzförmig sind und in denen Reliquien aufbewahrt und gezeigt werden. Geweihte Andachtsbilder, die keine Reliquien im eigentlichen Sinne sind, werden in einem Ostensorium aufbewahrt, das äußerlich ebenfalls einer Monstranz ähnlich sein kann.

Die Monstranz als ikonographisches Heiligenattribut

Literatur

  • Rudolf Pfleiderer: Die Attribute der Heiligen, Ulm 1898: Heinrich Kerler
  • F. X. Noppenberger: Die eucharistische Monstranz des Barockzeitalters, Dissertation München 1958
  • L. Perpeet-Frech: Die gotische Monstranz im Rheinland, Düsseldorf 1964
  • Lexikon für Theologie und Kirche, Band VII, Sonderauflage, Freiburg i. Br. 2006: Herder, Spalten 432f. (dort weitere Literaturangaben)


 Commons: Monstranz – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
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