Neodym

Eigenschaften
Allgemein
Name, Symbol, OrdnungszahlNeodym, Nd, 60
SerieLanthanoide
Gruppe, Periode, BlockLa, 6, f
Aussehensilbrigweiß, gelblicher Farbton
CAS-Nummer7440-00-8
Massenanteil an der Erdhülle22 ppm[1]
Atomar
Atommasse144,24 u
Atomradius (berechnet)185 (206) pm
Kovalenter Radius164 pm
Elektronenkonfiguration[Xe]4f46s2
Elektronen pro Energieniveau2, 8, 18, 22, 8, 2
Austrittsarbeit3,2 eV
1. Ionisierungsenergie533,1 kJ/mol
2. Ionisierungsenergie1040 kJ/mol
3. Ionisierungsenergie2130 kJ/mol
Physikalisch
Aggregatzustandfest
KristallstrukturHexagonal
Dichte6,8 g/cm3
Mohshärte2 - 3
Schmelzpunkt1297 K (1024 °C)
Siedepunkt3373 K (3100 °C)
Molares Volumen20,59 · 10-6 m3/mol
Verdampfungswärme273 kJ/mol
Schmelzwärme7,14 kJ/mol
Dampfdruck6,03 · 10-3 Pa bei 2890 K
Schallgeschwindigkeit2330 m/s bei 293,15 K
Spezifische Wärmekapazität190 J/(kg · K)
Elektrische Leitfähigkeit1,57 · 106 A/(V · m)
Wärmeleitfähigkeit16,5 W/(m · K)
Chemisch
Oxidationszustände3 , 4
Oxide (Basizität)(leicht basisch)
Normalpotential-2,431 V (Nd3+ + 3e- → Nd)
Elektronegativität1,14 (Pauling-Skala)
Isotope
IsotopNHt1/2ZMZE MeVZP
140Nd

{syn.}

3,37 dε0,222140Pr
141Nd

{syn.}

2,49 hε1,823141Pr
142Nd

27,13 %

Stabil
143Nd

12,18 %

Stabil
144Nd

23,8 %

2,29 · 1015 aα1,905140Ce
145Nd

8,3 %

Stabil
146Nd

17,19 %

Stabil
147Nd

{syn.}

10,98 dβ0,896147Pm
148Nd

5,76 %

Stabil
149Nd

{syn.}

1,728 hβ1,691149Pm
150Nd

5,64 %

1,1 · 1019 aββ3,367150Sm
NMR-Eigenschaften
 Spinγ in
rad·T−1·s−1
EfL bei
B = 4,7 T
in MHz
143Nd-7/21,455 · 1070,0033810,9
145Nd-7/28,949 · 1060,0007866,69
Sicherheitshinweise
Gefahrstoffkennzeichnung [2]
Leicht-
entzündlich
Reizend
(F)(Xi)
R- und S-SätzeR: 11-36/37/38
S: 16-26-33-36/37/39
Soweit möglich und gebräuchlich, werden SI-Einheiten verwendet.
Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen.

Neodym (Nomenklaturempfehlung war zeitweise: Neodymium) ist ein chemisches Element im Periodensystem der Elemente mit dem Symbol Nd und der Ordnungszahl 60. Die Elementbezeichnung leitet sich von den griechischen Worten υεός neos für „neu“ und διδίμος didymos für „Zwilling“ (als Zwilling von Lanthan) ab. Das Element wird den Metallen der seltenen Erden zugeordnet.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Neodym

Neodym wurde zusammen mit Praseodym 1885 durch Carl F. Auer von Welsbach aus dem von Carl Gustav Mosander entdeckten Didym isoliert. Reines metallisches Neodym wurde erst 1925 dargestellt.

Vorkommen

Neodym kommt in natürlicher Form nur in chemischen Verbindungen vergesellschaftet mit anderen Lanthanoiden, vorzugsweise Mineralien, vor:

  • Monazit (Ce, La, Th, Nd, Y)PO4
  • Bastnäsit ((Ce,La,Th,Nd,Y)(CO3)F)

Mischmetall enthält bis zu 18 % Neodym.

Der wichtigste Lieferant mit 97 % der Weltproduktion ist China[3]. Weitere wirtschaftlich verwertbare Vorkommen finden sich in Australien. Diese werden aber noch nicht abgebaut, sondern erst in Zukunft von den Firmen Lynas Corp. und Arafura Resources erschlossen. Da die Patente zu gesinterten Permanentmagneten auf Neodymbasis abgelaufen sind, wird der Markt derzeit von billigen Magneten aus China überschwemmt.

Gewinnung und Herstellung

Nach einer aufwändigen Abtrennung der anderen Neodymbegleiter wird das Oxid mit Fluorwasserstoff zu Neodymfluorid umgesetzt. Anschließend wird dieses mit Calcium unter Bildung von Calciumfluorid zu Neodym reduziert. Die Abtrennung verbleibender Calciumreste und Verunreinigungen erfolgt in einer zusätzlichen Umschmelzung im Vakuum.

Die Herstellung durch Elektrolyse von Neodymhalogenen wird heute selten angewandt.

Eigenschaften

Das silbrigweiß glänzende Metall gehört zu den Lanthanoiden und Metallen der Seltenen Erden. Es ist an der Luft etwas korrosionsbeständiger als Europium, Lanthan, Cer oder Praseodym, bildet aber leicht eine rosaviolette Oxidschicht aus, die an Luft abblättert. Bei hohen Temperaturen verbrennt es zum Sesquioxid Nd2O3.
Mit Wasser reagiert es unter Bildung von Wasserstoff zum Neodymhydroxid Nd(OH)3. Mit Wasserstoff setzt es sich zum Hydrid NdH2 um. Neben der Hauptwertigkeit/Oxidationszahl 3 kommen unter besonderen Bedingungen auch die Oxidationszahlen 2 und 4 vor.

Verwendung

Verbindungen

Sonstige Stoffe

Neodym-Eisen-Bor (Nd2Fe14B) ist derzeit der stärkste Werkstoff für Dauermagnete. Sie erreichen eine Remanenz von bis zu 1,4 Tesla. Die Koerzitivfeldstärke jHc schwankt im Bereich von 870 bis 2750 kA/m.

Einzelnachweise

  1. Harry H. Binder: Lexikon der chemischen Elemente, S. Hirzel Verlag Stuttgart 1999, ISBN 3-7776-0736-3
  2. Eintrag zu Neodym in der GESTIS-Stoffdatenbank des BGIA, abgerufen am 28.4.2008 (JavaScript erforderlich)
  3. Spiegel Online, 10.04.2009: Das neue Gold

Weblinks zu zu

 Commons: Neodym – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien
 Wiktionary: Neodym – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen und Grammatik
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