Nuklid

Ein Nuklid (von lat. nucleus, Kern) ist in der Physik eine durch ihre Massenzahl und Ordnungszahl festgelegte Atomsorte. Teilweise wird in die Definition des Begriffs auch der Energiezustand des Atomkerns mit eingeschlossen, sofern dieser hinreichend langlebig ist.[1][2]

Zur Kurzbezeichnung eines Nuklids schreibt man links oben neben das Symbol des chemischen Elements die Massenzahl, links unten die Ordnungszahl, z. B. für das häufigste Kohlenstoff-Isotop. In früheren Zeiten wurde die Massenzahl rechts oben geschrieben. Die Ordnungszahl links unten kann weggelassen werden, da sie durch das Elementsymbol bereits eindeutig bestimmt ist.

Die verschiedenen Nuklide ein und desselben chemischen Elements, also mit gleicher Zahl von Protonen, werden als Isotope dieses Elements bezeichnet. Bis zur internationalen Einführung des Begriffs Nuklid (ca. 1950) wurde „Isotop“ verwirrend auch in der allgemeinen Bedeutung Atomsorte gebraucht. Nuklide mit gleicher Massenzahl (Anzahl an Nukleonen) heißen Isobare: gleich schwer. Isotone sind Nuklide gleicher Neutronenzahl.

Isomere sind Nuklide, deren Atomkerne sich bei gleicher Ladung und gleicher Massenzahl in einem unterschiedlichen inneren Zustand befinden. Instabile Nuklide sind radioaktiv und werden Radionuklide genannt.

BezeichnungCharakteristikumBeispieleBemerkungen
Isotopegleiche ProtonenzahlC , C
Isotonegleiche NeutronenzahlC , N
Isobaregleiche MassenzahlN , O , Fsiehe Betazerfall
SpiegelkerneNeutronenzahl und Protonenzahl vertauschtH , HeSpezialfall der Isobare
Isodiapheregleicher NeutronenüberschussC, N
IsomereUnterschiedliche innere ZuständeTcnur langlebige Zustände

In der Natur existieren 256 Nuklide, die nach derzeitigem Kenntnisstand für stabil gehalten werden, und etwa 80 radioaktive Nuklide. Weit über tausend wurden künstlich erzeugt.

Nuklidkarten geben eine Übersicht über die Masse, die Kernladung und die Zerfallszeiten der bekannten Nuklide.

Siehe auch

Nuklidkarte mit allen bekannten Nukliden
  • Details zu den Nukliden
  • Tabellarisches Periodensystem mit Nuklidinformationen
  • Einzelnachweise

    1. Truman Paul Kohman: Proposed New Word: Nuclide. In: American Journal of Physics. Bd. 15, Nr. 4, 1947, S. 356–357 (doi:10.1119/1.1990965).
    2. A. D. McNaught, A. Wilkinson (Hrsg.): Compendium of Chemical Terminology (the “Gold Book”). 2. Auflage. Blackwell Scientific Publications, Oxford 1997, ISBN 0865426848 (doi:10.1351/goldbook.N04257).

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