PayPal

PayPal, Inc.
UnternehmensformCorporation
Gründung1998
UnternehmenssitzSan José (Kalifornien)
Unternehmensleitung

Scott Thompson (Präsident) [1])

Website

paypal.com

PayPal [peɪpæl] (engl. wörtlich Bezahlfreund, angelehnt an pen pal, Brieffreund) ist eine Tochtergesellschaft des US-Unternehmens eBay (im Oktober 2002 erworben[2]), die unter ihrem Markennamen ein Online-Bezahlsystem betreibt. Dieses kann als Micropayment-System und zur Begleichung von Mittel- und Kleinbeträgen zum Beispiel beim Ein- und Verkauf im Online-Handel genutzt werden. Mit rund 193 Millionen Mitgliedskonten[3] in 190 Nationen ist PayPal weltweit der größte Online-Zahlungsdienstleister. Der Hauptsitz von PayPal ist San José (Kalifornien)[4], das europäische Tochterunternehmen ist PayPal (Europe) S.à r.l. & Cie, S.C.A. mit Sitz in Luxemburg.

PayPal-Mitglieder können Geld an jede beliebige Person in den unterstützten Ländern senden, sofern diese über eine E-Mail-Adresse verfügt. Hat der Zahlungsempfänger kein PayPal-Konto, wird er von PayPal per E-Mail benachrichtigt, dass unter dieser E-Mail-Adresse eine Zahlung eingegangen ist. Damit er über den gesendeten Betrag verfügen kann, muss sich der Zahlungsempfänger bei PayPal registrieren. Des Weiteren kann PayPal über ein webfähiges Mobiltelefon verwendet werden. Für die Zukunft ist die Unterstützung von webfähigen Pagern und anderen Handheld-Geräten geplant. Die Informationen der Teilnehmer werden bei jeder Überweisung mit SSL geschützt. Die Finanzdaten des Senders, wie beispielsweise die Kreditkarten- oder Kontonummer, bleiben dem Empfänger verborgen, wodurch ein Missbrauch dieser Daten durch den Zahlungsempfänger vermieden werden soll. Das Forderungsmanagement hat PayPal in Deutschland der Hamburger Kanzlei ksp. Rechtsanwälte übertragen.

Inhaltsverzeichnis

Änderungen zum 2. Juli 2007

PayPal hat von der luxemburgischen Bankbehörde eine Banklizenz für Europa erhalten und wechselte zum 2. Juli 2007 seinen eigenen Status zu einer Bank. Alle Konten von PayPal wurden an diesem Tage von PayPal (Europe) Ltd. nach PayPal Luxemburg transferiert. Dies hatte auch eine Überarbeitung der Nutzungsbedingungen zur Folge. PayPal wird seitdem von der Commission de Surveillance du Secteur Financier (CSSF) reguliert. Der Wechsel des Kontos von PayPal (Europe) Ltd. zu PayPal Luxemburg erfolgte automatisch. Die genaue Bezeichnung der neuen Firma lautet „PayPal (Europe) S.à r.l. & Cie, S.C.A.“. Die Gebühren und der Käuferschutz waren von dem Wechsel nicht betroffen.

Funktionsweise

Um mit PayPal Geld an einen anderen Teilnehmer zu senden, gibt es mehrere Einzahlungsmöglichkeiten:

  • Man kann Geld direkt von einem PayPal-Guthaben versenden. Das PayPal-Konto kann zum Beispiel via normaler Banküberweisung unter Verwendung eines spezifischen Einzahlungscodes mit einem Guthaben aufgeladen werden. Der von PayPal vorgegebene, kontospezifische Code muss im Feld „Verwendungszweck“ der Überweisung eingetragen werden. Die Aufladung via Überweisung nimmt in der Regel etwa drei Tage in Anspruch, manchmal dauert es allerdings deutlich länger.
  • Man kann seine Kreditkarte zur Zahlung verwenden. Hierzu muss das Geld nicht erst auf das PayPal-Konto eingezahlt werden, sondern wird sofort dem Empfänger gutgeschrieben.

Für deutsche PayPal-Konten gibt es weitere Einzahlungsmöglichkeiten:

  • Weiterhin ist es möglich, Zahlungen über das Lastschriftverfahren direkt vom eigenen Konto aus zu tätigen. In diesem Fall wird der Betrag dem PayPal-Konto des Zahlungsempfängers sofort gutgeschrieben und PayPal bucht den Betrag innerhalb der nächsten Tage vom Bankkonto des Zahlenden ab.
  • Man kann die Einzahlung direkt über Giropay vom eigenen Bankkonto durchführen. Die Wertstellung auf dem PayPal-Konto des Zahlungsempfängers erfolgt sofort.
  • Des Weiteren sind manche Zahlungen nur via Lastschrift mit Sicherheitsprüfung möglich. Wird der Betrag von PayPal erfolgreich vom Bankkonto des Zahlenden abgebucht, erfolgt die Wertstellung nach Zahlungseingang auf dem PayPal-Konto des Zahlungsempfängers.
  • Zahlungen via Überweisung unter Umgehung des Aufladeprozesses sind ebenso möglich. Hier wird ein transaktionsspezifischer Code vorgegeben. Wird der transaktionsspezifische Code im Feld „Verwendungszweck“ der Überweisung eingetragen, erfolgt die Wertstellung nach Überweisungseingang auf dem PayPal-Konto des Zahlungsempfängers.

Guthaben von deutschem PayPal-Konto abbuchen (auf Referenzkonto überweisen)

  • Ein Guthaben auf einem deutschen PayPal-Konto kann auf das im PayPal-Konto hinterlegte deutsche Referenzkonto abgebucht werden. Der Abbuchungsbetrag wird laut PayPal innerhalb von 2 bis 4 Arbeitstagen dem Bankkonto gutgeschrieben.[5]

Eine mögliche Erklärung für die Entstehung von PayPal sind die Eigenheiten des Zahlungsverkehrs in den USA. Dort herrschen wegen des langen Verbots des bundesstaatenübergreifenden Überweisens im bargeldlosen Zahlungsverkehr Schecks und Kreditkarten vor, welche für die Begleichung von Verpflichtungen aus Onlinetransaktionen wenig geeignet sind. Im Vergleich dazu wird zum Beispiel in Deutschland eine Rechnung meistens per Überweisung ausgeglichen. Durch die Regulierung des europäischen Zahlungsverkehrs (IBAN/SWIFT) sind EU-Überweisungen großteils gebührenfrei möglich.

Unternehmensgeschichte

PayPal-Hauptsitz in San Jose

PayPal, so wie es heute besteht, geht auf den Zusammenschluss von Confinity und X.com im März 2000 zurück.[6] Confinity wurde im Dezember 1998 von Max Levchin, Peter Thiel und Luke Nosek in Palo Alto, Kalifornien, gegründet. Ursprünglich war es eine Firma für Bezahlmethoden und Kryptografie für den Palm Pilot.[7] Sowohl Confinity als auch X.com starteten ihre Webseiten Ende 1999. X.com wurde von Elon Musk im März 1999 gegründet, zunächst als Internet-Finanzdienstleister. Beide Firmen hatten ihre Büros an der University Avenue in Palo Alto. Confinitys Webseite war ursprünglich fokussiert auf „reconciling beamed payments“ von Palm Pilots[8] mit Bezahlung per E-Mail als Merkmal. X.coms Webseite umfasste zunächst Finanzdienstleistungen mit Bezahlung per E-Mail.

Bei Confinity waren viele der ersten Angestellten ehemalige Mitarbeiter der Studentenzeitung „The Stanford Review“, die ebenfalls von Peter Thiel gegründet worden war. Die meisten der ersten Techniker kamen von der University of Illinois at Urbana-Champaign, wo sie von Max Levchin geworben worden waren. Auf Seiten von X.com rekrutierte Elon Musk ein breites Spektrum an technischem und Geschäftspersonal, einschließlich vieler, die aufs Engste mit dem Geschäftserfolg der Firma verbunden waren, wie zum Beispiel Amy Klement, Sal Giambanco, Roelof Botha, Sanjay Bhargava und Jeremy Stoppelman.[9]

Um potenziell betrügerischen Zugriff durch automatische Systeme zu blockieren, erdachten die Leute bei PayPal ein Captcha-System, bei dem die Benutzer Zahlen eingeben müssen, die ihnen auf einem unscharfen Bild angezeigt werden, das sie den Gausebeck-Levchin-Test nannten.

eBay beobachtete das Wachsen einer Reihe von Online-Bezahlfirmen und sah, dass sie zu Online-Auktionen passten. eBay kaufte im Mai 1999 Billpoint, also bevor es PayPal gab. eBay machte Billpoint zu seinem offiziellen Bezahlsystem, es „eBay Payments“ nennend, beschnitt aber die Funktionalität von Billpoint, indem es dies nur noch für Zahlungsvorgänge für eBay-Auktionen zuließ.

Deshalb wurde PayPal in Auktionen um Größenordnungen häufiger genannt als Billpoint. Im Februar 2000 gab es ungefähr 200.000 Auktionen täglich, die für den Service von PayPal warben. PayPal schaffte es die erste Dotcom zu werden, die nach den Terroranschlägen am 11. September 2001 einen erfolgreichen Börsengang durchführte.

Erwerb durch eBay

Im Oktober 2002 wurde PayPal von eBay erworben. PayPal war zuvor die beliebteste Bezahlmethode von mehr als der Hälfte der eBay-Benutzer und der Service konkurrierte mit eBays Tochtergesellschaft Billpoint. eBay hat seitdem seinen Billpoint-Service zu Gunsten von PayPal auslaufen lassen. Die meisten der Hauptkonkurrenten von PayPal sind eingestellt worden oder wurden verkauft; Citibanks c2it-Service wurde Ende 2003 geschlossen und Yahoos PayDirect-Service schloss Ende 2004. Western Union machte im Dezember 2005 die Schließung seines BidPay-Services bekannt, verkaufte ihn dann aber 2006 an die CyberSource Corporation. Eine Anzahl von Mitbewerbern, die einige mit PayPal vergleichbare Services anbieten, wie zum Beispiel Wirecard und Moneybookers, sind weiterhin im Geschäft.

PayPals gesamtes Bezahlvolumen, der Gesamtwert der Transaktionen im vierten Quartal 2006 betrug 11 Milliarden US-Dollar mit einer Steigerungsrate von 36 % pro Jahr. Die Firma fokussiert sich weiterhin auf internationales Wachstum und das Wachstum seiner Händlerserviceabteilung, Onlinebezahlservices auch außerhalb eBays anbietend.

Seit Oktober 2008 ist die Zahlung auf eBay in den USA nicht mehr mit Scheck oder Überweisung möglich. Die Kunden müssen nun per Kreditkarte oder mit PayPal zahlen. eBay begründet diesen Schritt mit einem erhöhten Käuferschutz.[10] Damit erhöhen sich allerdings auch die Umsätze eBays und der Tochtergesellschaft PayPal.

PayPal in Deutschland

Es steht seit Februar 2004 eine deutschsprachige PayPal-Website zur Verfügung. In den Online-Marktplatz eBay wurde PayPal im Juni 2004 integriert. PayPal hat alleine in Deutschland inzwischen über 10 Millionen Kundenkonten.

PayPal-Nutzer können in Deutschland mittels Lastschrift, Kreditkarte, Online-Überweisung (mittels giropay) und Guthaben auf dem PayPal-Konto bezahlen.

Unternehmertum ehemaliger Mitarbeiter

Etliche Firmen wurden von ehemaligen PayPal-Mitarbeitern gestartet und gegründet. Dieser Trend veranlasste die New York Times einen Artikel mit dem Titel „It Pays to Have Pals in Silicon Valley“ („Es lohnt sich, Kumpel im Silicon Valley zu haben“) zu veröffentlichen, der die Beziehungen zwischen mehreren PayPal-Mitarbeitern analysiert, die weiterhin einflussreich sind[11].

Gebühren

PayPal offeriert in Deutschland drei Kontotypen: PayPal-Käuferkonto, PayPal-Privatkonto und PayPal-Geschäftskonto.

Der Empfang von Zahlungen in Deutschland kostet sowohl für Zahlungen aus dem Inland als auch solche aus dem Ausland Gebühren. Dabei sind die Gebühren bei allen Zahlungsarten identisch. Auch Kreditkartenzahlungen können von allen Kontoinhabern ohne weitere Zusatzkosten empfangen werden. Hierbei gelten für Privat- und Geschäftskonten die gleichen Konditionen, eine Unterscheidung hinsichtlich der Gebühren zwischen den Kundengruppen gibt es also nicht; das Geschäftskonto hat lediglich einen größeren Funktionsumfang zum komfortableren Verwalten von Zahlungen.

Die aktuellen Gebühren betragen für ein deutsches PayPal-Konto: Zahlungen innerhalb Deutschlands und der EU in Euro: 1,9% + 0,35 EUR/Zahlung. Diese Gebühren gelten auch für Euro-Zahlungen aus Norwegen, Island und Liechtenstein auf ein deutsches PayPal-Konto. Alle anderen Zahlungen: 3,9% + 0,35 EUR/Zahlung (Stand 09/2008).[12] Ab 5001 EUR Umsatz im Vormonat können sowohl Privatkonto- als auch Geschäftskontoinhaber gestaffelte Vorzugskonditionen beantragen.

Kritiken

Kritik an PayPal richtet sich vor allen Dingen dahingehend, dass Handlungsweisen des Unternehmens vom Kunden nicht nachvollzogen werden können und negative Auswirkungen für ihn nach sich ziehen können. Auch hinsichtlich der Behandlung des Datenschutzes[13], Identitätsprüfung[14] und Rechte der einzelnen Länder bestehen teilweise Bedenken.[15], [16], [17], [18], [19], [20], [21]

Weitere Kritik richtet sich an den Käufer- und Verkäuferschutz der nur bei materiellen Waren gilt.[22] Insbesondere Entscheidungen über Schutzgewähren auch Kreditkartenrückbuchungen[23] werden einfach von Paypal allein entschieden.[24], [25], [26], [27] [28]

Unterstützte Länder

Außer in den USA steht PayPal auch in folgenden Ländern zur Verfügung:


Literatur

Quellen

  1. Stand: April 2009.[1]
  2. [2]
  3. laut offizieller deutsche Website von PayPal unter https://www.paypal-deutschland.de/presse/unternehmen.html
  4. [3]
  5. Guthaben von PayPal-Konto auf Bankkonto abbuchen [4].
  6. Dokumentation des Zusammenschlusses von Confinity und X.com zu PayPal bei „Findlaw“ (englisch) (31. Dezember 2006).
  7. Artikel über Confinity im „Wired“ (englisch) (31. Dezember 2006).
  8. Artikel über Confinity im „Wired“ (27. Juli 1999).
  9. Artikel über X.com im „Valleywag“ (Februar 2007).
  10. http://www.heise.de/newsticker/eBay-will-in-den-USA-keine-Ueberweisungen-mehr-zulassen–/meldung/116444
  11. Helft, Miguela (17. Oktober 2006). Artikel „It Pays to Have Pals in Silicon Valley“ in der „The New York Times“. New York Times.
  12. Die aktuelle PayPal-Gebührenübersicht für den Zahlungsempfang ist auf [5] zu ersehen.
  13. PayPal Datenschutzgrundsätze: [6]
  14. PayPal-Identitätsprüfung [7]
  15. Vorsicht Kunde! Hintergrund: „Sicher“ bezahlen mit PayPal - und 2200 Euro sind futsch. c’t TV (15. November 2008).
  16. „Eigenmächtig“, Georg Schnurer am 3. September 2007 in: c’t Magazin für Computertechnik, Heft 19 (2007), Seiten 76ff., ISSN 0724-8679
  17. Dr. Martina Krügel, Juristin an der Universität Hannover, zitiert in: „Eigenmächtig“, Georg Schnurer am 3. September 2007 in: c’t Magazin für Computertechnik, Heft 19 (2007), Seite 77, ISSN 0724-8679
  18. PayPal-AGB: Subscriptions and Recurring Payment Guide
  19. PayPal-Identität: [8]
  20. PayPal Länderrechte: [9]
  21. PayPal Banklizenz: [10]
  22. Nutzungsbedingungen - PayPal-Käuferschutzrichtlinie. Paypal (1. September 2008).
  23. PayPal-Kreditkartenrückbuchung verhalten: [11]
  24. PayPal Risikoschutz: [12]
  25. Paypal: [13]
  26. PayPal Käuferbeschwerderichtlinien: [14]
  27. Nutzungsbedingungen: [15]
  28. Paypal Käuferschutzantrag: [16]

Weblinks zu zu

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