Mitarbeiter-Aktienindex

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Mitarbeiter-Aktienindex

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Der Mitarbeiter-AktienindeX (kurz MAX) ist ein Instrument zur Führung und Bewertung von Mitarbeitern im Bereich des Personalwesens eines Unternehmens. Mit ihm werden Stärken und Schwächen der Mitarbeiter erfasst, analysiert und bewertet. Das besondere an MAX ist, dass die Mitarbeiter selbst reflektieren und sich mit ihrer Leistung im Erfassungszeitraum auseinandersetzen.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Der MAX wurde 2002 von Markus Wiesmann und Prof. Dr. Scheiper nach einer Idee von Klaus Kobjoll entwickelt[1]. Er wird in etwa 100 europäischen Unternehmen eingesetzt und steht den Nutzern als Online-Programm in drei Versionen zur Verfügung.

Idee und Beschreibung

Beim MAX werden die Mitarbeiter als wertschöpfendes und wertbestimmendes Bestandteil eines Unternehmens gesehen. Um dabei eine einheitliche Bewertung zu erreichen, wird der Mitarbeiter quasi als Aktie gesehen. Jeder Mitarbeiter, in der MAX-Terminologie „Player“ genannt, erhält zu Beginn analog Aktienkurs am Kapitalmarkt) einen fiktiven Aktien-Nennwert von 1000 Pixel. Der Kurswert verändert sich von Monat zu Monat anhand von Bewertungskriterien, welche der Mitarbeiter in einem monatlich auszufüllenden Bewertungsbogen angeben muss. Dabei kann der Kurswert steigen oder fallen. Jedes im Bogen hinterlegte Kriterium vermindert oder erhöht den Pixel-Wert des aktuellen Monats. Die Summe der monatlichen Bewertungen erhöht oder vermindert also den Kurswert des jeweiligen Mitarbeiters. Zudem erfolgt eine “laufende Abschreibung” des eigenen Nennwertes, so dass Mitarbeiter dem automatisch fortschreitenden Abwärtstrend der eigenen Aktie durch positive Faktoren begegnen müssen. Beim MAX beurteilen die Mitarbeiter sich selbst und nehmen so Einfluss auf ihren den Kurs. Die Eingaben werden vom Teamleiter gegengelesen. Nur starke Abweichungen werden besprochen.

Die Einflussfaktoren (Bewertungskriterien) auf den Kurs, eine Mischung aus harten und weichen Faktoren, sowie deren Gewichtung werden unternehmensindividuell und eindeutig festgelegt. Errechnet werden der Player-Index PIX für einzelne Mitarbeiter, der Team-Index TIX für die Teams sowie der Community-Index CIX für das gesamte Unternehmen. An den Kursverläufen lassen sich die Entwicklungen der jeweiligen Einheiten ablesen. Auch die Situation des Unternehmens lässt sich darstellen. Bei der Verwendung des MAX werden Transparenz, Offenheit und Ehrlichkeit bei Mitarbeitern und Führungskräften im Unternehmen vorausgesetzt.

Bewertungskriterien

Die zu verwendenden Kriterien werden unternehmsindividuell festgelegt. Im Einzelnen können dies beispielsweise sein:

  • Mitarbeit am kontinuierlichen Verbesserungsprozess - dem Vorschlagswesen
  • Abschreibung - jeder Player wird moderat “abgeschrieben” (als eine Art Kompetenzverlust zu sehen, dem aktiv entgegnet werden muss!)
  • Fehlzeiten, - Krankenhausaufenthalte und Betriebsunfälle sind ausgenommen
  • Verstoß gegen Spielregeln - hausinterne Regeln, die jedem Player bestens bekannt sind
  • Körperliche Fitness - BMI (Body Mass Index)
  • Ergebnisse aus regelmäßigen Beurteilungsgesprächen
  • Betriebszugehörigkeit
  • Pixelprämie bei Erreichung gesondert vereinbarter Ziele
  • Freiwillige Mitarbeit an Projekten - Projektarbeit findet grundsätzlich in der Freizeit statt
  • subjektive Fehlerquote
  • Pünktlichkeit
  • aktive Arbeit mit einem Zeitplansystem
  • Herzlichkeit
  • Teamfähigkeit
  • Eigenmotivation
  • Identifikation mit dem Unternehmen
  • Fort- und Weiterbildung
  • Rauchen/Nichtrauchen

Kritik

Als positive Aspekte dieses Führungsinstrumentes werden benannt:

  • Erzielung eines Umsatzplus
  • Steigerung des Anzahl der Verbesserungsvorschläge
  • Steigerung des Interesses an Weiterbildung
  • Senkung des Krankenstandes

Als negative Aspekte dieses Führungsinstrumentes werden benannt:

  • Permanente Mitarbeiterüberwachung
  • Kopplung des Verdienstes an das Bewertungssystem
  • Eingriff in die Mitarbeiterfreizeit durch “erzwungene” Weiterbildungen
  • Art der Bewertungsfaktoren (z.B. BMI, Krankheit)
  • Mitarbeiter werden dazu verleitet, Urlaub zu nehmen, wenn sie krank sind. Im Schindlerhof sank der gemeldete Krankenstand nach der Einführung von MAX von elf auf vier Tage im Jahr, was ein Sprecher der Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten auf diesen Effekt zurückführt.[2]

Einsatz bei exemplarischen Unternehmen

[3]

  • Schindlerhof
  • Pflegezentrum Steinheim „Mainterrasse” GmbH
  • Kronacher Kunststoffwerk GmbH[4]

Adaptierungen

Das Grundsystem MAX wurde auch für andere Bereiche (z.B. in Schulen [5]) übernommen bzw. modifiziert und unter anderem Namen eingesetzt.

Literatur

  • Klaus Kobjoll, Ulrich Scheiper, Markus Wiesmann: MAX: Das revolutionäre Motivationskonzept, 2. Auflage 2008, ISBN 3280051134
  • Marco De Micheli: Nachhaltige und wirksame Mitarbeitermotivation, 2005, ISBN 3952295833, Seite 228-229
  • Jörg Rabe von Pappenheim: Das Prinzip Verantwortung: Die 9 Bausteine nachhaltiger Unternehmensführung, 2008, ISBN 3834914312, Seite 80

MAX GmbH - Internetpräsenz des Entwicklers
  • MAX in der Diskussion
  • Deutsche Gesellschaft für Personalführung e.V.
  • Einzelnachweise

    1. Klaus Kobjoll, Ulrich Scheiper, Markus Wiesmann: MAX: Das revolutionäre Motivationskonzept, 2. Auflage 2008, ISBN 3280051134
    2. Günter Hoffmann: Menschen als Aktien. In: Publik-Forum. Nr. 7, 2007 April 2007, S. 31. 
    3. Komplette Liste unter [1]
    4. Anwendung beim Kronacher Kunststoffwerk GmbH
    5. Schüleraktienindex

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