Praseodym

Eigenschaften
Allgemein
Name, Symbol, OrdnungszahlPraseodym, Pr, 59
SerieLanthanoide
Gruppe, Periode, BlockLa, 6, f
Aussehensilbrig weiß,
gelblicher Farbton
CAS-Nummer7440-10-0
Massenanteil an der Erdhülle5,2 ppm[1]
Atomar
Atommasse140,90765 u
Atomradius (berechnet)185 (247) pm
Kovalenter Radius165 pm
Elektronenkonfiguration[Xe] 4f36s2
Elektronen pro Energieniveau2, 8, 18, 21, 8, 2
1. Ionisierungsenergie527 kJ/mol
2. Ionisierungsenergie1020 kJ/mol
3. Ionisierungsenergie2086 kJ/mol
4. Ionisierungsenergie3761 kJ/mol
Physikalisch
Aggregatzustandfest
Kristallstrukturhexagonal
Dichte6,64 g/cm3
Schmelzpunkt1204 K (931 °C)
Siedepunkt3793 K (3520 °C)
Molares Volumen20,8 · 10-6 m3/mol
Verdampfungswärme296,8 kJ/mol
Schmelzwärme6,89 kJ/mol
Dampfdruck1,33 · 10-6 Pa bei 1070 K
Schallgeschwindigkeit2280 m/s bei 293,15 K
Spezifische Wärmekapazität193 J/(kg · K)
Elektrische Leitfähigkeit1,486 · 106 A/(V · m)
Wärmeleitfähigkeit12,5 W/(m · K)
Chemisch
Oxidationszustände3, 4
Normalpotential-2,35 V (Pr3+ + 3e- %rarr; Pr)
Elektronegativität1,13 (Pauling-Skala)
Isotope
IsotopNHt1/2ZMZE MeVZP
137Pr

{syn.}

1,28 hε2,702137Ce
138Pr

{syn.}

1,45 minε4,437138Ce
139Pr

{syn.}

4,41 hε2,129139Ce
140Pr

{syn.}

3,39 minε3,388140Ce
141Pr

100 %

Stabil
142Pr

{syn.}

19,12 hβ2,162142Nd
ε0,745142Ce
143Pr

{syn.}

13,57 dβ0,934143Nd
144Pr

{syn.}

17,28 minβ2,997144Nd
145Pr

{syn.}

5,984 hβ1,805145Nd
Weitere Isotope siehe Liste der Isotope
NMR-Eigenschaften
 Spinγ in
rad·T−1·s−1
EfL bei
B = 4,7 T
in MHz
141Pr5/27,8366 · 1070,29358,6
Sicherheitshinweise
Gefahrstoffkennzeichnung [2]
Leicht-
entzündlich
(F)
R- und S-SätzeR: 17
S: 17
Soweit möglich und gebräuchlich, werden SI-Einheiten verwendet.
Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen.

Praseodym ist ein chemisches Element im Periodensystem der Elemente mit dem Symbol Pr und der Ordnungszahl 59. Von der Grünfärbung seiner Verbindungen kommt auch der Name: das griechische Wort prásinos bedeutet „lauchgrün“, didymos „doppelt“ oder „Zwilling“. Das Element wird den Metallen der seltenen Erden zugeordnet.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Praseodym

1841 extrahierte Carl Gustav Mosander die seltene Erde Didym aus Lanthanoxid. 1874 bemerkte Per Teodor Cleve, dass es sich bei Didym eigentlich um zwei Elemente handelte. Im Jahr 1879 isolierte Lecoq de Boisbaudran Samarium aus Didym, das er aus dem Mineral Samarskit gewann. 1885 gelang es Carl Auer von Welsbach, Didym in Praseodym und Neodym zu trennen, die beide Salze mit verschiedenen Farben bilden.

Vorkommen

Praseodym kommt als Begleiter in den typischen Seltenen-Erd-Mineralien Cerit, Monazit und Bastnäsit vor. Die weltweiten Reserven werden auf 4 Millionen Tonnen geschätzt.

Gewinnung und Herstellung

Wie bei allen Lanthanoiden werden zuerst die Erze durch Flotation angereichert, danach die Metalle in entsprechende Halogenide umgewandelt und durch fraktionierte Kristallisation, Ionenaustausch oder Extraktion getrennt. Das Metall wird durch Schmelzflusselektrolyse oder Reduktion mit Calcium gewonnen.

Eigenschaften

Praseodym ist ein weiches, silberweißes paramagnetisches Metall, welches zu den Lanthanoiden und Metallen der Seltenen Erden gehört. Es ist in Luft etwas korrosionsbeständiger als Europium, Lanthan oder Cer, bildet aber leicht eine grüne Oxidschicht aus, die an Luft abblättert. Bei 798 °C wandelt sich das hexagonale α-Pr in das kubisch-raumzentrierte β-Pr um.

Verwendung

Isotope

Natürliches Praseodym besteht nur aus dem stabilen Isotop Pr-141. 38 weitere radioaktive Isotope sind bekannt, wobei Pr-143 und Pr-142 mit einer Halbwertszeit von 13,57 Tagen beziehungsweise 19,12 Stunden die langlebigsten sind. Alle anderen Isotope haben Halbwertszeiten von weniger als 5,985 Stunden, die meisten sogar weniger als 33 Sekunden. Es gibt auch 6 metastabile Zustände, wobei Pr-138m (t½ 2,12 Stunden), Pr-142m (t½ 14,6 Minuten) und Pr-134m (t½ 11 Minuten) die stabilsten sind.

Die Isotope bewegen sich einem Atommassenbereich von 120,955 (Pr-121) bis 158,955 (Pr-159).

Sicherheitshinweise

Wegen seiner Luftempfindlichkeit sollte Praseodym unter Benzin oder in Kunststoff oder Glas versiegelt aufbewahrt werden.

Eine biologische Bedeutung ist nicht bekannt, Praseodymverbindungen sollen aber leicht leberschädigend wirken. Es gibt allerdings keine Toxizitätswerte.

Verbindungen

Praseodym tritt in seinen Verbindungen drei- und vierwertig auf, wobei die dreiwertige Oxidationszahl die häufigere ist. Pr(III)-Ionen sind gelbgrün, Pr(IV)-Ionen farblos. Unter besonderen reduktiven Bedingungen kann auch zweiwertiges Praseodym realisiert werden, z. B. im Pr2I5.

Bekannt sind von allen Stufen mehrere Halogenide beispielsweise PrF3, PrF4, PrCl3, PrBr3, PrI3, Pr2I5. Die dreiwertigen Halogenide bilden verschiedene Hydrate.

Es gibt auch diverse Verbindungen mit Chalkogenen: das normale braun-schwarze Praseodym(III,IV)-oxid Pr6O11, das fast schwarze PrO2, das grüne Pr2O3, Pr2S3, Pr2Te3 und andere binäre Verbindungen wie PrN, PrP. Daneben ist Praseodym in diversen Salzen, wie dem hygroskopischem Praseodymnitrat Pr(NO3)3 · x H2O, dem schön kristallisierenden Praseodymsulfat Pr2(SO4)2 · 8 H2O und anderen vertreten.

Außerdem bildet es mehrere Fluoridokomplexe wie z. B. das K2[PrF6] mit vierwertigem Pr.

Einzelnachweise

  1. Harry H. Binder: Lexikon der chemischen Elemente, S. Hirzel Verlag Stuttgart 1999, ISBN 3-7776-0736-3
  2. Praseodym bei sigma-aldrich
  3. “Special Effects - The History and Technique” von Richard Rickitt - Billboard Books, 2000, ISBN 0-8230-7733-0

 Wiktionary: Praseodym – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen und Grammatik

 Commons: Praseodym – Album mit Bildern und/oder Videos und Audiodateien
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