Promethium

Eigenschaften
Allgemein
Name, Symbol, OrdnungszahlPromethium, Pm, 61
SerieLanthanoide
Gruppe, Periode, BlockLa, 6, f
Aussehenmetallisch
CAS-Nummer7440-12-2
Massenanteil an der Erdhülle1,5 · 10−15 ppm[1]
Atomar
Atommasse(147Pm) 146,9151 u
Atomradius (berechnet)185 (205) pm
Kovalenter Radius164 pm
Elektronenkonfiguration[Xe] 4f5 6s2
Elektronen pro Energieniveau2, 8, 18, 23 ,8, 2
1. Ionisierungsenergie540 kJ/mol
2. Ionisierungsenergie1050 kJ/mol
3. Ionisierungsenergie2150 kJ/mol
Physikalisch
Aggregatzustandfest
KristallstrukturHexagonal
Dichte7,22 g/cm3[1]
Schmelzpunkt1373 K (1100 °C)
Siedepunkt3273 K (3000 °C)
Molares Volumen20,10 · 10-6[1] m3/mol
Schmelzwärme86,7 kJ/mol
Spezifische Wärmekapazität180 J/(kg · K)
Wärmeleitfähigkeit17,9 W/(m · K)
Chemisch
Oxidationszustände3
Normalpotential−2,423 V
(Pm3+ + 3e → Pm)[1]
Elektronegativität1,13 (Pauling-Skala)
Isotope
IsotopNHt1/2ZMZE MeVZP
143Pm

{syn.}

265 dε1,041143Nd
144Pm

{syn.}

363 dε2,332144Nd
145Pm

{syn.}

17,7 aε2,322145Nd
α0,163141Pr
146Pm

{syn.}

5,53 aε1,472146Nd
β1,542146Sm
147Pm

in Spuren %

2,6234 aβ0,224147Sm
148Pm

{syn.}

5,370 dβ2,468148Sm
149Pm

{syn.}

53,08 hβ1,071149Sm
Weitere Isotope siehe Liste der Isotope
Sicherheitshinweise
Gefahrstoffkennzeichnung [2]
keine Einstufung verfügbar
R- und S-SätzeR: siehe oben
S: siehe oben
weitere Sicherheitshinweise
Radioaktivität

Radioaktives Element
Soweit möglich und gebräuchlich, werden SI-Einheiten verwendet.
Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen.

Promethium (von Prometheus, einem Titanen der griechischen Mythologie) ist ein chemisches Element im Periodensystem der Elemente mit dem Symbol Pm und der Ordnungszahl 61. Es gehört zu den Lanthanoiden und damit auch zu den Metallen der Seltenen Erden.

Alle Promethium-Isotope sind radioaktiv, das heißt, sämtliche Atomkerne, die 61 Protonen enthalten, sind instabil und zerfallen. Promethium und das leichtere Technetium (43) sind die einzigen Elemente mit kleinerer Ordnungszahl als Bismut (83), die diese Eigenschaft besitzen.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Die Existenz des „Elements 61“ wurde 1902 vorhergesagt. Es wurde 1945 im Oak Ridge National Laboratory (Tennessee, USA) von Jacob A. Marinsky, Lawrence E. Glendenin und Charles D. Coryell als Spaltprodukt des Urans entdeckt.[3][4] Den Namen Promethium wählten sie in Anlehnung an den griechischen Titanen Prometheus, der den Menschen das Feuer brachte und so den Zorn der Götter erweckte. Dies war als Warnung an die Menschheit gedacht, die zu diesem Zeitpunkt mit dem nuklearen Wettrüsten begann.

1963 konnte Fritz Weigel erstmals metallisches Promethium durch Erhitzen von Promethium(III)-fluorid (PmF3) mit Lithium im Tantal-Tiegel herstellen.[5]

Vorkommen

Obwohl Promethium eine kleinere Kernladungszahl als Blei besitzt, existieren fast nur künstlich hergestellte, radioaktive Isotope der Massenzahlen 141 bis 156 mit Halbwertszeiten von maximal 17,7 Jahren (für 145Pm). Promethium entsteht zum Beispiel bei Kernspaltungsprozessen. Auch wurde Promethium im Emissionsspektrum des Sterns GY Andromedae nachgewiesen.[6]

Eigenschaften

Physikalische Eigenschaften

Da das Isotop 147Pm künstlich als Spaltprodukt in wägbaren Mengen gewonnen werden kann, ist es möglich, die Eigenschaften recht gut zu untersuchen. Als Metall ist es ein typischer Vertreter der Lanthanoide. Das silberweiße, relativ weiche Metall wird an der Luft recht rasch oxidiert und reagiert langsam mit Wasser.

Chemische Eigenschaften

In wässriger Lösung kommt es nur als positiv dreiwertiges Ion vor. Die Lösungen sind violettstichig rosa gefärbt. Es bildet unter anderem ein schwerlösliches Fluorid, Oxalat und Carbonat.

Verwendung

Aufgrund der kurzlebigen Isotope und der sehr geringen Verfügbarkeit findet dieses Element nur in kleinsten Mengen technische Verwendung. Die Nuklide 146Pm und 147Pm werden als anregender Betastrahler in Leuchtziffern von Uhren und in Kaltlichtquellen von Signalanlagen verwendet.

Außerdem wird die Betastrahlung des Promethiums zur radiometrischen Dickenmessung und Füllstandsmessung herangezogen.

In der Raumfahrt werden kleine Radionuklidbatterien mit Promethium verwendet.

Verbindungen

Oxide

Promethium(III)-oxid (Pm2O3) besitzt drei verschiedene Modifikationen: eine hexagonale A-Form (violettbraun), eine monokline B-Form (violettrosa) und eine kubische C-Form (korallenrot). Der Schmelzpunkt beträgt 2130 °C.[7][8]

Halogenide

Sämtliche Halogenide von Fluor bis Iod sind für die Oxidationsstufe +3 bekannt.

  • Promethium(III)-fluorid (PmF3) ist in Wasser schwerlöslich; man erhält es aus einer salpetersauren Pm3+-Lösung durch Zugabe von HF-Lösung, der Niederschlag besitzt eine blassrosa Farbe.[9] Der Schmelzpunkt der wasserfreien Verbindung beträgt 1338 °C.[10] Wird PmF3·x H2O erhitzt, dann entsteht Promethium(III)-oxifluorid (PmOF), das violettrosa gefärbt ist.[11][12]
  • Promethium(III)-iodid (PmI3) ist nicht aus Pm2O3 durch Reaktion mit HI-H2-Gemischen darstellbar, es bildet sich stattdessen Promethium(III)-oxiiodid (PmOI). Durch Reaktion von Pm2O3 mit geschmolzenem AlI3 bei 500 °C entsteht das gewünschte Produkt.[17][18] Es ist rot und hat einen Schmelzpunkt von 695 °C.[10]

Einzelnachweise

  1. a b c d Harry H. Binder: Lexikon der chemischen Elemente, S. Hirzel Verlag, Stuttgart 1999, ISBN 3-7776-0736-3, S. 487–491.
  2. In Bezug auf ihre Gefährlichkeit wurde die Substanz von der EU noch nicht eingestuft, eine verlässliche und zitierfähige Quelle hierzu wurde noch nicht gefunden.
  3. Jacob A. Marinsky, Lawrence E. Glendenin, Charles D. Coryell: “The Chemical Identification of Radioisotopes of Neodymium and of Element 61″, in: J. Am. Chem. Soc. 1947, 69 (11), 2781–2785; doi:10.1021/ja01203a059.
  4. : Discovery of Promethium. In: ORNL Review. 36, Nr. 1, 2003.
  5. Fritz Weigel: “Darstellung von metallischem Promethium”, in: Angewandte Chemie 1963, 75 (10), 451–451; doi:10.1002/ange.19630751009.
  6. M. F. Aller: “Promethium in the star HR 465″, in: Sky & Telescope 1971, 41, 220–222.
  7. Weigel: “Chemie des Promethiums”, S. 591–594.
  8. Gmelin, 39 C 1, S. 312–313.
  9. Gmelin, 39 C 3, S. 194.
  10. a b c d Arnold F. Holleman, Nils Wiberg: Lehrbuch der Anorganischen Chemie, 102. Auflage, de Gruyter, Berlin 2007, ISBN 978-3-11-017770-1, S. 1942.
  11. Weigel: “Chemie des Promethiums”, S. 588.
  12. Gmelin, 39 C 3, S. 257.
  13. Weigel: “Chemie des Promethiums”, S. 588–589.
  14. Gmelin, 39 C 5, S. 31.
  15. Weigel: “Chemie des Promethiums”, S. 590.
  16. Gmelin, 39 C 6, S. 61–62.
  17. Weigel: “Chemie des Promethiums”, S. 591.
  18. Gmelin, 39 C 6, S. 192.

Literatur

 Wiktionary: Promethium – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen und Grammatik

 Commons: Promethium – Album mit Bildern und/oder Videos und Audiodateien
© Dieser Artikel zu Promethium stammt von Wikipedia und ist lizensiert
unter GFDL. Hier können Sie den Original-Artikel zu Promethium , die Versionsgeschichte
und die Liste der Autoren einsehen.
© Dieser Artikel zu stammt von Wikipedia und ist lizensiert
unter GFDL. Hier können Sie den Original-Artikel zu , die Versionsgeschichte
und die Liste der Autoren einsehen.