Republik Altai

Subjekt der Russischen Föderation
Republik Altai
Республика Алтай
Алтай Республика
FlaggeWappen
FöderationskreisSibirien
Fläche92.960 km²
Bevölkerung209.207 Einw. (Stand: 2009[1])
Bevölkerungsdichte2,3 Ew./km²
HauptstadtGorno-Altaisk
Offizielle Sprachenaltaisch, russisch
Ethnische
Zusammensetzung
Russen (57,4 %)
Altaier (30,6 %)
Kasachen (5,97 %)
(Stand: 2002)
PräsidentAlexander Berdnikow
Gegründet3. Juli 1991
(1. Juni 1922)
ZeitzoneUTC+6 (Sommerzeit: UTC+7)
Telefonvorwahlen(+7) 3884x
Postleitzahlen649000–649999
Kfz-Kennzeichen04
OKATO84
Webseitewww.altai-republic.com

Die Republik Altai (russ. Республика Алтай/Respublika Altai, altaisch Алтай Республика) – nicht zu verwechseln mit der größeren Region Altai im Nordwesten – ist eine autonome Republik im asiatischen Teil Russlands.

Inhaltsverzeichnis

Geografie

Die Republik liegt im südwestlichen Sibirien im nördlichen Altaigebirge (Russischer oder Hoher Altai). Sie grenzt an Kasachstan, China und die Mongolei. Aufgrund der malerischen Lage im Gebirge mit vielen Seen und Flüssen wurde der Region die Bezeichnung „Russisches Tibet“ gegeben. Im Bergmassiv der Belucha erreicht das Gebirge an der Grenze zu Kasachstan eine Höhe von 4.506 m. In der Republik haben die zwei Quellflüsse des Ob ihren Ursprung, der dem gleichnamigen Gletscher an der Südwestflanke der Belucha entfließende Katun sowie die Bija als Abfluss des Telezker Sees, eines der tiefsten Seen Russlands.

Klima

Das Klima der Republik Altai ist als gemäßigt kontinental einzustufen. Die altaischen Sommer sind meist kurz und heiß, während die Winter lang und sehr kalt sind.

Bevölkerung

Die gebirgige Republik ist dünn besiedelt. Die letzte Volkszählung im Jahr 2002 ergab eine Bevölkerungszahl von 202.947 Einwohnern. Von diesen wohnt ein Viertel in der Hauptstadt Gorno-Altaisk. Namensgebendes Volk sind die Altaier, ein Turkvolk, dessen Sprache Altaisch zu den Turksprachen gehört. Sie machen jedoch nur 62.192 (= 30,64 %) der Bevölkerung aus. Die Mehrheit bilden mit 116.510 (= 57,41 %) die Russen. Die einzig nennenswerte weitere Minderheit sind nach Abwanderung der Ukrainer, Russlanddeutschen, Letten und Esten die 12.108 (= 5,97 %) Kasachen. Amtssprachen sind Russisch und Altaisch. 2002 lebte ein Drittel der Bevölkerung unter der Armutsgrenze.

Religionen

Die Bevölkerung gehört verschiedenen Religionen an. Die meisten Altaier bekennen sich zum Buddhismus tibetischer Prägung, einige auch zum Christentum. Die Mehrheit der Russen sind russisch-orthodoxe Christen, die Kasachen sunnitische Muslime. Die deutschstämmige Minderheit, die in den letzten Jahrzehnten zum größten Teil nach Deutschland ausgesiedelt ist, ist protestantisch.

Geschichte

Nach einer wechselvollen Geschichte kam das Gebiet 1756 unter russische Herrschaft.

Am 1. Juni 1922 wurde das Oirotische Autonome Gebiet (Oblast) gegründet (nach der damaligen Bezeichnung Oiroten für die Ethnie der Altaier), das später der Region Altai unterstellt und am 7. Januar 1948 in Autonomes Gebiet Gorno-Altaisk umbenannt wurde. Am 25. Oktober 1990 wurde das Gebiet der Russischen SFSR direkt unterstellt und erhielt den Status einer Autonomen Sozialistischen Sowjetrepublik (ASSR), ab 3. Juli 1991 nur noch unter der Bezeichnung Sozialistische Sowjetrepublik (SSR), aber weiterhin als Teil der RSFSR. Seit Mai 1992 nannte sich das Gebiet Republik Gorny Altai (Berg-Altai), seit 12. Dezember 1993 trägt es die heutige Bezeichnung.

Präsident der Republik Altai ist seit dem 20. Januar 2006 der parteilose Alexander Berdnikow (* 1953).

Wirtschaft

Die Republik ist vorwiegend landwirtschaftlich geprägt, diese Entwicklung kam aus den Reformen der sowjetischen Machthaber, die ihre Getreideproduktion erhöhen wollten. Bekannt ist die dortige Schafs- und Ziegenfellproduktion. Zu den Industriezweigen zählt die Lebensmittelverarbeitung und die Leichtindustrie. Eine wichtige Rolle nimmt der Fremdenverkehr ein. Es gibt mittlerweile viele touristische Infrastrukturprojekte in der Region, besonders im Bereich Wintersport.

Verwaltungsgliederung

Die Republik Altai untergliedert sich in einen Stadtkreis, der die einzige Stadt Gorno-Altaisk umfasst, und 10 Rajons mit heute ausschließlich ländlichen Siedlungen (die ehemaligen Siedlungen städtischen Typs Aktasch, Seika und Tschemal verloren diesen Status in den 1980er bis 1990er Jahren). Die insgesamt 244 Ortschaften der Republik sind zu 92 Ländlichen Siedlungen (Selskoje posselenije, etwa Landgemeinden entsprechend) zusammengefasst. Mit Abstand zweitgrößerer Ort ist Maima mit 15.344 Einwohnern (2002).

StadtkreisEinwohner
Gorno-Altaisk54.314
RajonEinwohnerVerwaltungs-
zentrum
Ländliche
Siedlungen
Ortschaften
Kosch-Agatsch18.551Kosch-Agatsch1215
Maima27.991Maima725
Ongudai15.415Ongudai1029
Schebalino14.688Schebalino1324
Tschemal10.021Tschemal719
Tschoja8.764Tschoja721
Turotschak12.610Turotschak932
Ulagan12.141Ulagan713
Ust-Kan15.103Ust-Kan1124
Ust-Koksa17.524Ust-Koksa942

Anmerkung: Einwohner am 1. Januar 2008 (Berechnung)

 Commons: Republik Altai – Sammlung von Bildern und/oder Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Föderaler Dienst für staatliche Statistik Russlands
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