Spiel des Jahres
Der Kritikerpreis Spiel des Jahres ist ein vom Verein Spiel des Jahres e.V. seit 1979 vergebener Spielepreis für deutschsprachige Brett- und Kartenspiel-Neuheiten. Er gilt als die weltweit bedeutendste Spieleauszeichnung. Die Siedler von Catan und Carcassonne gelten mit ihren Millionenauflagen als die beiden populärsten Spiele, die diesen Preis erhalten haben. Seit 2001 wird auch das Kinderspiel des Jahres ausgezeichnet.
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Jury
Der Preis wird von einer Jury vergeben, die sich aus (zurzeit zwölf) Fachjournalisten zusammensetzt, die für deutschsprachige Publikumsmedien als Spielekritiker arbeiten. Die Jury-Mitglieder werden von der Jury selbst berufen. Vorsitzender der Jury ist seit Februar 2009 Bernhard Löhlein. Der 1965 geborene Löhlein arbeitet als Redakteur bei “radio K1″, dem kirchlichen Hörfunk für die Diözese Eichstätt. Sein Vorgänger war Stefan Ducksch.
Die Entscheidungen der Jury haben einen sehr großen Einfluss auf den Brettspielemarkt. Der Bekanntheitsgrad der Spiel des Jahres-Auszeichnung führt dazu, dass sich vom prämierten Spiel innerhalb eines Jahres regelmäßig zwischen 200.000 und 400.000 Exemplare verkaufen lassen. Das bedeutet jeweils mindestens eine Verzehnfachung der ursprünglichen Auflage des Spiels.
Die ausgezeichneten Spiele tragen einen roten Pöppel (der auch als Halmakegel bezeichnet wird), der 2001 eingeführte Kinderspielpreis einen blauen Pöppel. Für die Verwendung dieses Logos nimmt die Jury eine Lizenzgebühr, die sich an der Zahl der verkauften Spiele bemisst. Die Jury ist ein gemeinnütziger Verein, dessen Einnahmen in erster Linie der Öffentlichkeitsarbeit für das Spiel im Allgemeinen und für die ausgezeichneten Spiele im Besonderen zukommen. Dazu gehören Messeauftritte, bei denen Besucher firmenunabhängig beraten werden, Ausstellungen, Vorträge und Symposien. Auch das Deutsche Spiele-Archiv e. V. in Marburg profitiert von den Lizenzeinnahmen.
Über die Auswahl der Preisträger gab und gibt es regelmäßig Diskussionen, die im Jahr 2001 zum Rücktritt von drei Mitgliedern der Jury geführt haben. Kern der Debatte sind die Chancen komplexer Spiele, die sich an eine kleinere Zielgruppe richten, gegenüber Familienspielen, die keine längere Einarbeitung in Regelwerk und Strategien erfordern und auch von Kindern der Altersgruppe um zehn Jahren gespielt werden können. Die Jury versucht beiden Gruppen gerecht zu werden, in der Nominierungsliste sind jedes Jahr auch aufwändige Spiele enthalten, das Spiel des Jahres selbst muss aber für Familien und lockere Spielrunden geeignet sein.
Mitglieder der Jury (Auswahl)
Immer wieder waren bekannte Autoren und Journalisten Mitglieder der Jury, so unter anderen auch:
- Dieter Hasselblatt 1979–1988
- Michael Knopf 1997–2001
- Gilbert Obermair 1979–1980
- Bernward Thole 1979–2004
- Tom Werneck 1979–1983, seit 1987
Das Wahlverfahren
Bis 1998 stellte die Jury zunächst eine Bestenliste auf, die zwischen fünf und zwölf Titel umfasste. Aus diesen Spielen wurde dann ein Spiel als Spiel des Jahres ausgewählt, die übrigen nominierten Spiele wurden mit einem Platz auf der Auswahlliste Spiel des Jahres ausgezeichnet.
Zwischen 1999 und 2003 wurde als erstes eine Auswahlliste mit bis zu 13 Spielen erstellt. Jeweils drei dieser Titel wurden für das Spiel des Jahres nominiert, einer davon schlussendlich zum Sieger gekürt.
Seit 2004 gibt es keine Auswahlliste mehr. Stattdessen gibt es – sowohl beim Spiel des Jahres als auch beim seit 2001 vergebenen Kinderspiel des Jahres – eine Nominierungsliste mit fünf Titeln. Zusätzlich wird eine Empfehlungsliste veröffentlicht.
Prämiert werden Spiele des aktuellen Jahrgangs, das heißt in der Regel Titel, die zwischen Mitte des Vorjahres und März des laufenden Jahres erschienen sind. Maßgebend für die Bewertung eines Spieles sind Spielidee, Spielregel sowie Layout und Funktionalität des Spieles und Spielmaterials. Neben den Hauptpreisen kann die Jury Sonderpreise vergeben.
Die Preisträger
Kritikerpreis Spiel des Jahres
- 1979: Hase und Igel (David Parlett/Ravensburger)
- 1980: Rummikub (Ephraim Hertzano/Intelli/Arxon, aktuelle Neuauflage bei Jumbo)
- 1981: Focus (Sid Sackson/Parker)
- 1982: Sagaland (Alex Randolph/Michel Matschoss/Ravensburger)
- 1983: Scotland Yard (Werner Schlegel u.a./Ravensburger)
- 1984: Dampfross (David Watts/Schmidt)
- 1985: Sherlock Holmes Criminal-Cabinet (Anthony Uruburu/Franckh-Kosmos)
- 1986: Heimlich & Co. (Wolfgang Kramer/Ravensburger, aktuelle Neuauflage bei Amigo)
- 1987: Auf Achse (Wolfgang Kramer/F.X. Schmid)
- 1988: Barbarossa und die Rätselmeister (Klaus Teuber/ASS, aktuelle Neuauflage bei Catan)
- 1989: Café International (Rudi Hoffmann/Mattel, aktuelle Neuauflage bei Amigo)
- 1990: Adel verpflichtet (Klaus Teuber/F.X. Schmid, aktuelle Neuauflage bei Alea)
- 1991: Drunter & Drüber (Klaus Teuber/Hans im Glück)
- 1992: Um Reifenbreite (Rob Bontenbal/Jumbo)
- 1993: Bluff (Richard Borg/F.X. Schmid, aktuelle Neuauflage bei Ravensburger)
- 1994: Manhattan (Andreas Seyfarth/Hans im Glück)
- 1995: Die Siedler von Catan (Klaus Teuber/Kosmos)
- 1996: El Grande (Wolfgang Kramer/Richard Ulrich/Hans im Glück)
- 1997: Mississippi Queen (Werner Hodel/Goldsieber)
- 1998: Elfenland (Alan R. Moon/Amigo)
- 1999: Tikal (Wolfgang Kramer/Michael Kiesling/Ravensburger, aktuelle Neuauflage bei Rio Grande)
- nominiert für das Spiel des Jahres:
- Giganten (Wilko Manz/Kosmos)
- Union Pacific (Alan R. Moon/Amigo)
- nominiert für das Spiel des Jahres:
- 2000: Torres (Wolfgang Kramer/Michael Kiesling/FX Schmid, aktuelle Neuauflage bei Rio Grande)
- nominiert für das Spiel des Jahres:
- 2001: Carcassonne (Klaus-Jürgen Wrede/Hans im Glück)
- nominiert für das Spiel des Jahres:
- 2002: Villa Paletti (Bill Payne/Zoch)
- nominiert für das Spiel des Jahres:
- 2003: Alhambra (Dirk Henn/Queen)
- nominiert für das Spiel des Jahres:
- 2004: Zug um Zug (Alan R. Moon/Days of Wonder)
- nominiert für das Spiel des Jahres:
- 2005: Niagara (Thomas Liesching/Zoch)
- nominiert für das Spiel des Jahres:
- 2006 Thurn und Taxis (Andreas Seyfarth/Karen Seyfarth/Hans im Glück)
- nominiert für das Spiel des Jahres:
- 2007 Zooloretto (Michael Schacht/Abacus)
- nominiert für das Spiel des Jahres:
- 2008 Keltis (Reiner Knizia/Kosmos)
- nominiert für das Spiel des Jahres:
- 2009 Dominion (Donald X. Vaccarino/Hans im Glück)
- nominiert für das Spiel des Jahres:
- Fauna (Friedemann Friese/HUCH & friends)
- Finca (Ralf zur Linde und Wolfgang Sentker/Hans im Glück)
- Fits (Reiner Knizia/Ravensburger)
- Pandemie (Matt Leacock/Pegasus)
- nominiert für das Spiel des Jahres:
Kinderspiel des Jahres
Seit 2001 prämiert die Jury ein „Kinderspiel des Jahres“. Drei Jurymitglieder und ein dreiköpfiger Beirat entscheiden über den jeweiligen Preisträger. Zwischen 1989 und 2000 wurde jeweils ein „Sonderpreis Kinderspiel“ vergeben.
Für die Preisträger siehe Kinderspiel des Jahres.
Sonderpreise
Sonderpreis Schönes Spiel
- 1979: Seti (Bütehorn)
- 1980: Das Spiel (Reinhold Wittig/Edition Perlhuhn) (aktuelle Neuauflage bei Abacus)
- 1981: Ra (Marco Donadoni/Intelli)
- 1982: Skript (Henri Sala/Jumbo)
- 1983: Wir füttern die kleinen Nilpferde (Reinhold Wittig/Edition Perlhuhn)
- 1984: Uisge (Reinhold Siegers/Hexagames)
- 1985: Die drei Magier (Johann Rüttinger/Noris)
- 1986: Müller & Sohn (Reinhold Wittig/Franckh-Kosmos)
- 1987: Tatort Nachtexpress (Jeff Smets/Jumbo)
- 1988: Inkognito (Alex Randolph/Leo Colovini/MB) (aktuelle Neuauflage bei Winning Moves)
- 1989: Henne Berta (Geni Wyss/HABA)
- 1990: Lifestyle (Ravensburger)
- 1991: Das Labyrinth der Meister (Max Kobbert/Ravensburger)
- 1993: Kula Kula (Reinhold Wittig/Blatz)
- 1994: Doctor Faust (Reinhold Wittig/Blatz)
- 1995: Tribalance (Michael Sohre/Theta)
- 1996: Venice Connection (Alex Randolph/Drei Magier)
- 1997: Aztec (Niek Neuwahl/Zoch)
Sonderpreis Bestes Solitärspiel
- 1980: Rubik’s Cube (Ernő Rubik/Arxon) (aktuelle Neuauflage bei Jumbo)
Sonderpreis Kooperatives Familienspiel
- 1988: Sauerbaum (Johannes Tranelis/Herder) (aktuelle Neuauflage bei Zoch)
Sonderpreis Puzzle
- 1995: 3D Krimi-Puzzle (MB)
Sonderpreis Geschicklichkeitsspiel
- 1996: Carabande (Jean du Poël/Goldsieber)
- 1997: Husarengolf (Torsten Marold/Abacus)
Sonderpreis Geschichte im Spiel
- 2001: Troia (Thomas Fackler/Eigenverlag)
Sonderpreis Literatur im Spiel
- 2001: Der Herr der Ringe (Reiner Knizia/Kosmos)
Sonderpreis Fantastisches Spiel
Sonderpreis Komplexes Spiel
- 2006: Caylus (William Attia/Ystari/HUCH & friends)
- 2008: Agricola (Uwe Rosenberg/Lookout Games)
Sonderpreis Partyspiel
Sonderpreis Neue Spielwelten
Sonderpreis Kinderspiel Siehe Kinderspiel des Jahres.
Andere Spielepreise im deutschen Sprachraum
Neben dem Spiel des Jahres gibt es den Deutschen Spiele Preis, der auf einer breit angelegten Experten- und Fachpublikums-Abstimmung beruht, die „Spiel der Spiele“-Auszeichnung für Titel, die auf dem österreichischen Markt erhältlich sind, und den Schweizer Spielepreis, vergeben von den schweizerischen Ludotheken. Erstmals 2009 wurde der Grafik-Preis Graf Ludo verliehen welcher herausragende Leistungen im Bereich Gestaltung bei Brett- und Kartenspielen auszeichnet.[1]
Spiel des Jahres – Offizielle Website des eingetragenen Vereins Einzelnachweise
Spiel des Jahres1979: Hase und Igel | 1980: Rummikub | 1981: Focus | 1982: Sagaland | 1983: Scotland Yard | 1984: Dampfross | 1985: Sherlock Holmes Criminal-Cabinet | 1986: Heimlich & Co. | 1987: Auf Achse | 1988: Barbarossa und die Rätselmeister | 1989: Café International | 1990: Adel verpflichtet | 1991: Drunter & Drüber | 1992: Um Reifenbreite | 1993: Bluff | 1994: Manhattan | 1995: Die Siedler von Catan | 1996: El Grande | 1997: Mississippi Queen | 1998: Elfenland | 1999: Tikal | 2000: Torres | 2001: Carcassonne | 2002: Villa Paletti | 2003: Alhambra | 2004: Zug um Zug | 2005: Niagara | 2006: Thurn und Taxis | 2007: Zooloretto | 2008: Keltis | 2009: Dominion
1979: Hase und Igel | 1980: Rummikub | 1981: Focus | 1982: Sagaland | 1983: Scotland Yard | 1984: Dampfross | 1985: Sherlock Holmes Criminal-Cabinet | 1986: Heimlich & Co. | 1987: Auf Achse | 1988: Barbarossa und die Rätselmeister | 1989: Café International | 1990: Adel verpflichtet | 1991: Drunter & Drüber | 1992: Um Reifenbreite | 1993: Bluff | 1994: Manhattan | 1995: Die Siedler von Catan | 1996: El Grande | 1997: Mississippi Queen | 1998: Elfenland | 1999: Tikal | 2000: Torres | 2001: Carcassonne | 2002: Villa Paletti | 2003: Alhambra | 2004: Zug um Zug | 2005: Niagara | 2006: Thurn und Taxis | 2007: Zooloretto | 2008: Keltis | 2009: Dominion
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