Stade de Suisse

Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Eine Beschreibung des Wankdorf als Quartier ist unter Breitenrain-Lorraine zu finden.
Stade de Suisse von innen
Daten
KlassifikationElitestadion
OrtFlagge von Switzerland Bern, Schweiz
EigentümerStade de Suisse AG
VereinBSC Young Boys
Erstes SpielBSC Young BoysOlympique Marseille 2:3
Kapazität31.783 Plätze
Spielfläche105 x 68 m²
OberflächeKunstrasen
(Für die EM 2008 wurde Naturrasen eingelegt.)
Kosten350 Millionen Franken
Veranstaltungen

Das Stade de Suisse Wankdorf Bern ist ein Fussballstadion, das im Wankdorfquartier der Stadt Bern steht. Es ist das Stadion des Fussballvereins BSC Young Boys und nach dem St. Jakob Park in Basel das zweitgrösste Stadion der Schweiz. Es wurde nach dem Abriss des Stadion Wankdorf 2001 gebaut und 2005 offiziell fertiggestellt und bietet neben der Funktion als Fussballstadion auch ein Einkaufszentrum, eine Schule, einige Wohnungen und ein Solarkraftwerk. Die UEFA hat das Stadion als Elitestadion klassifiziert.

Im Jahr 2008 fanden während der Fussball-Europameisterschaft drei Gruppenspiele in diesem Stadion statt. Im Jahr 1961 fand das Finale im Europapokal der Landesmeister und 1989 das Europapokal der Pokalsieger-Finale in Bern statt. Ausserdem fand 1954 im Wankdorf unter anderem das Finale der Fussballweltmeisterschaften statt, durch das es weltbekannt und «legendär» wurde.

Inhaltsverzeichnis

Allgemein

Es finden 31.783 Zuschauer Platz, wobei der Fansektor ab dem 10. Oktober 2009 von den Sektoren D4 bis D10 Stehplätze haben wird. Die Stühle werden auf Wunsch der Fans für nationale Spiele entfernt.[1]Damit ist das Stade de Suisse das zweitgrösste Stadion der Schweiz. Es befindet sich ca. zwei Kilometer nördlich vom Stadtzentrum im Quartier Wankdorf. Im Stadion integriert ist ausserdem eines der grössten Einkaufszentren der Schweiz.[2]

Innenraum Stade de Suisse
Stade de Suisse

Gebaut wurde das neue Stadion von Marazzi Generalunternehmung. Der Bau dauerte über drei Jahre, dabei wurde über 100′000 Kubikmeter Beton verbaut, womit das Stadion schwerer als der Eiffelturm ist. Mit über 350 Millionen Schweizer Franken Baukosten ist das Stadion ausserdem das teuerste Gebäude in der Geschichte der Schweiz. Das Stadion gehört komplett einer Investorengruppe aus Luzern; zu den Mitinhabern zählt unter anderen Andy Rihs, Vorsitzender von Phonak[3] und dessen Bruder.[4].

Das Bauwerk trägt neu den Namen „Stade de Suisse Wankdorf Bern“ (dt: Stadion der Schweiz Wankdorf Bern). Umgangssprachlich spricht man meist vom „Wankdorf“, wobei offiziell der Name „Stade de Suisse“ benutzt wird. Der Name geht darauf zurück, dass es das Nationalstadion der Schweiz sein sollte. Da sich aber Kunstrasen im Stadion befand, wurden zunächst keine Länderspiele im Stade de Suisse ausgetragen. Für die Fussball-EM 2008 musste der Kunstrasen durch einen Naturrasen ersetzt werden. Nach drei Gruppenspielen der Gruppe C wurde wieder der Kunstrasen verlegt. Die meisten Fans bleiben jedoch bei der Bezeichnung „Wankdorf“.

Lage

Das Stadion befindet sich rund zwei Kilometer vom Stadtzentrum entfernt. Das Wankdorfquartier ist ausgezeichnet mit dem Öffentlichen Verkehr verbunden. So gibt es fast neben dem Stadion einen Bahnhof, der nur 3 Fahrminuten vom Berner Hauptbahnhof entfernt ist. Dieser wurde zusammen mit dem Stade de Suisse im Jahr 2005 gebaut und eröffnet. Weiter ist das Stadion durch eine Buslinie und eine Tramlinie von Bernmobil erschlossen.

Die SBB bietet an jedem Spieltag Züge an, die wegen des Spiels ausnahmsweise im Wankdorf halten. Diese fahren meistens in die Richtung des Gastteams und die weiter entfernten Orte im Kanton Bern für die eigenen Fans.

Stade de Suisse von aussen bei Nacht

Solarkraftwerk

Eine Innovation ist das ins Stadiondach integrierte Sonnenkraftwerk; es ist das weltweit grösste seiner Art.[5] Die Solarzellen besitzen eine maximale Leistung von 850 kW. Die Jahresproduktion beläuft sich auf zirka 700′000 kWh. Zur Zeit wird das Sonnenkraftwerk ausgebaut, so dass es später 1.3 MW Spitzenleistung besitzen wird. Das Openair auf dem Berner Hausberg Gurten, das Gurtenfestival, bezieht seit dem Jahr 2005 seinen gesamten Stromverbrauch von diesem Kraftwerk.

Kunstrasen

Im Frühling 2006 wurde der Rasen durch ein Kunstrasenspielfeld ersetzt, dank dem das Stade de Suisse Wankdorf auch als Konzert-Stadion genutzt werden kann. Der neue Rasen wurde noch im selben Jahr mit einem Konzert von Bon Jovi und später von Robbie Williams eingeweiht. So konnten Bands wie Genesis, Bon Jovi und Herbert Grönemeyer ohne Beschädigung des Rasens im Stadion spielen. Da für EM-Endrunden allerdings ein Naturrasen vorgeschrieben ist, wurde der Kunstrasen vor der UEFA Euro 2008 wieder gewechselt.

Die Longines-Stadion-Uhr

Das Wahrzeichen des alten Wankdorfs war die Stadion-Uhr von Longines. Da vor allem dieser Teil des Stadions weltberühmt war, wurde diese Uhr Anfang Dezember 2007 auf dem Platz vor dem Stadion wieder aufgestellt. Dabei werden alle erhaltenen und renovierten Originalteile verwendet. Die Anzeige zeigte zuerst das Ergebnis des WM-Finales 1954: Ungarn – Deutschland 2:3 an, erinnert jedoch seit August 2008 auf Wunsch vieler YB-Anhänger an das letzte Spiel im alten Wankdorfstadion zwischen YB und Lugano: YB – Gast 1:1.

Das Spiel fand am 7. Juli 2001 statt. YB und Lugano trennten sich vor 22′200 Zuschauern 1:1 unentschieden. Julio Hernan Rossi brachte den Gast aus Lugano in Führung, ehe Reto Burri das letzte Tor im Wankdorf schoss.

Veranstaltungen

Konzerte

Jährlich finden im Stade de Suisse zwei bis drei Konzerte statt. Unter anderem sind grössen wie Robbie Williams, Bon Jovi, Bruce Springsteen und Coldplay im neuen Wankdorf aufgetreten. Im Jahr 2010 werden Pink, Muse und die australische Hard Rock Band AC/DC Konzerte geben. Bei Konzerten bietet das Stade de Suisse je nach Bühne bis zu 45′000 Plätze.

Das «Tatze-Derby»

Eishockey im Stade de Suisse

Am 14. Januar 2007 fand im Stade de Suisse vor 30.076 Zuschauern (bis 2009 Europarekord für Clubspiele) ein Eishockey-Meisterschaftsspiel statt, das 100. Derby zwischen den SCL Tigers und dem SC Bern – das sogenannte «Tatze-Derby». Zu diesem Zweck wurde die Kunstrasenfläche mit einer Isolierschicht und 300 Kilometern Schläuche mit Kühlflüssigkeit bedeckt und anschliessend eine rund fünf Zentimeter dicke Eisschicht aufgetragen.[6] Das nach drei Tagen ausverkaufte Spiel endete mit einem 5:2-Sieg des SC Bern.

 Commons: Stade de Suisse Wankdorf Bern – Sammlung von Bildern und/oder Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Blick am Abend: Ausgabe Bern, 29. September 2009
  2. Stade de Suisse: FAQ über das Stade de Suisse
  3. News.ch: Phonak-Chef Rihs geht «fremd»
  4. Sport1: Auch Andy Rihs Bruder steigt bei YB ein
  5. Stade de Suisse Bern. Wankdorf – Ort des Mirakelspiels. Auf: sport.ard.de, 14. April 2008.
  6. Bereit zum Happening – Tages-Anzeiger vom 9. Januar 2007
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