Subsistenzwirtschaft
| Agrarprodukt | 1978 | 2001 |
|---|---|---|
| Getreide | 84% | 129% |
| Kartoffeln | 94% | 108% |
| Zucker | 129% | 136% |
| Rind- und Kalbfleisch | 100% | 166% |
| Schweinefleisch | 88% | 88% |
| Geflügelfleisch | 58% | 64% |
| Eier | 79% | 75% |
| Käse | 90% | 107% |
| Butter | 135% | 79% |
| Quelle: Bericht der Bundesregierung | ||
Selbstversorgung (auch: Subsistenzwirtschaft) bezeichnet eine autonome, von anderen Personen, Gemeinschaften, Institutionen oder Staaten unabhängige Lebensführung bzw. Wirtschaftsweise.
Inhaltsverzeichnis |
Soziologische Aspekte
Dies kann bedeuten, im alltäglichen Leben nicht auf die aktive Hilfe anderer Menschen angewiesen zu sein (Haushaltsführung, Körperpflege, Einkaufen etc.), was bei alten, kranken oder behinderten Menschen häufig nicht (mehr) der Fall ist.
Ökonomische Aspekte
Im ökonomischen Sinne spricht man von Selbstversorgung, wenn sich Menschen die materiellen Bedürfnisse des täglichen Lebens (Essen, Trinken, Wohnen etc.) zu einem großen Teil selbst erschaffen und nicht nur auf die im Markt angebotenen Produkte zurückgreifen. Dies betrifft insbesondere den Eigenanbau und die Herstellung von Lebensmitteln und Konserven sowie Gebrauchsgegenständen aller Art.
Ein bekannter Selbstversorger ist der Engländer John Seymour, der mit seinen Büchern in den 1970er Jahren eine weltweite Selbstversorgungsbewegung in den entwickelten Ländern ausgelöst hat und noch heute vielen Menschen als Vorbild für eine unabhängige Lebensführung dient.
Selbstversorger
Indigene wie zum Beispiel Inuit oder „Indios“ sind größenteils bis heute Selbstversorger. Sie leben oft von der Außenwelt abgeschlossen und erarbeiten sich viele Gebrauchsgegenstände, indem sie jede geerntete Pflanze oder jedes gejagte Tier ganz verwerten. Tiersehnen werden beispielsweise oft als Hundeleinen oder Angelschnur genommen.
Die Landbevölkerung in Entwicklungsländern wirtschaftet zumeist als (Teil-)Selbstversorger. Da dies nicht in nationalökonomische Berechnungen und Planungen eingeht, sind die Interessen von Selbstversorgern in der nationalen Wirtschafts- und auch Sozialpolitik meist stark unterrepräsentiert.
In Deutschland war Selbstversorger ein Begriff in Zeit der Lebensmittelbewirtschaftung gegen Ende und nach dem Zweiten Weltkrieg. Selbstversorger waren in der Regel die Landwirte, die keinen Anspruch auf Lebensmittelkarten hatten. Daneben gab es Teil-Selbstversorger, zum Beispiel Personen, die durch eine Landwirtschaft im Nebenerwerb Zuteilungen nur für solche Waren bekamen, die sie nicht selbst erzeugen konnten. Um die Teil-Selbstversorgung zu fördern, wurden die Wohnsiedlungen in den 1940er und 1950er Jahren mit großen Nutzgärten angelegt, die heute zum Teil als Baulandreserve für die Nachverdichtung genutzt, teilweise aber auch als Kleingärten erhalten werden sollen, was in einigen Fällen zu Konflikten führt.
Literatur
- John Seymour: Das große Buch vom Leben auf dem Lande. Urania, Berlin 1999, ISBN 3332010603
- John Seymour: Selbstversorgung aus dem Garten. Urania, Berlin 1999, ISBN 333201059X
- Shankara & Parvatee: Handbuch für Selbstversorger, Lichtheimat Ashram, Der Grüne Zweig 66, ISBN 978-3-922708-66-7
Siehe auch
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